Alles Gute kommt von oben

Dr. Marlies Volkmer verwirrt mich. Sie weiß, was der Verbraucher will. Nämlich eine einheitliche Nährwertkennzeichnung für Dumme.
Keine Ahnung, wie sie es herausgefunden hat. Geht sie von sich selbst aus? Ist sie kurzsichtig oder übergewichtig oder beides? Marktrecherchen hat sie jedenfalls nicht durchgeführt, sonst hätte sie ihre Forderung wohl mit deren Ergebnissen garniert.

Man könnte Frau Dr. Volkmer raten, sich eine Anstellung bei einem Lebensmittelproduzenten suchen. Denn wenn es stimmt, dass der Verbraucher wünscht, was sie meint, wäre das ja ein hervorragendes Alleinstellungsmerkmal mit Potential zum Geldverdienen. Ich druck die Ampel, und der Käufer reißt mir die Schokokekse buchstäblich aus der Hand!

Aber nein: In deutschen Landen wird das Gute und Wünschenswerte gesetzlich beschlossen.
Es wäre ja noch schöner, wenn man den Einzelnen entscheiden ließe. Schließlich ist der so blöd und rennt in verqualmte Kneipen, um willenlos seine Lungen zu ruinieren.
Er ist (unterhalb einer bestimmten Einkommensgrenze jedenfalls) unfähig, für Alter, Arbeitslosigkeit und Krankheit selbst vorzusorgen (beim Auto bekommt er das grad noch so hin).
Selbst beim Fernsehen und Rundfunk muss man ihm zeigen, was die zu konsumierende Grundversorgung zu sein hat.

Alles Gute kommt hierzulande eben von oben. Und wenn das deutsche Parlament rumzickt, sorgt man für eine umzusetzende Direktive aus Brüssel.

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47 Kommentare zu “Alles Gute kommt von oben”

  1. 21.04.2008 | 17:40

    Ich bin ja besonders gespannt auf das “Gesamtkonzept
    fuer ausgewogene Ernaehrung und Bewegung”. Sag mal Boche, zumindest wir beide haben so etwas doch schon mal erlebt, oder? Geschichte wiederholt sich eben…

  2. Gomez Davila
    21.04.2008 | 18:34

    Interessante Lektüre, der Link. Ich dachte bisher immer, ich machte mich bei Chips wegen des hohen Fettgehaltes vor dem Staate schuldig, muß jetzt aber lesen, dass ich mich des Salzgehaltes wegen schämen muss.

    Auf das Gezerre um die jeweiligen Festlegungen durch diese “unabhängigen Seite”, welches Produkt auf “wissenschaftlicher Grundlage” welche Ampel drangepappt bekommt, darf man sich jetzt schon freuen. Die Aussagekraft dürfte dann ähnlich hoch sein wie bei den heutigen Angaben bei Lebensmitteln, die rein juristischer Natur sind - ein Lebensmittelchemiker, ein Jurist und ein Beamter haben ja ganz eigene Vorstellungen, was man sich unter “Beimischung von Geschmacksverstärkern” vorzustellen hat.

    (Ganz am Rande: Es soll durchaus Leute geben, die sich auch kein Auto leisten können, von einer Alters- und Rentenversicherung ganz zu schweigen, was dem sonstigen Inhalt Deines erfrischenden Artikels gegen den Staatspaternalismus allerdings keinen Abbruch tut.)

  3. stefanolix
    21.04.2008 | 18:53

    Ich habe mich schon immer gewundert, warum man nicht gleich auf die Idee gekommen ist, eine Hautärztin die Erährungsgesetze schreiben zu lassen … Frau Volkmer ist eine SPD-Hinterbänklerin, deren Plakate vor jeder Wahl unsere Wohngegend verunzieren, die aber den Wahlkreis trotzdem — auch gegen die langweiligsten CDU-Kandidaten — noch nie gewonnen hat.

    Ich würde es trotzdem begrüßen, wenn man bei der Nahrungsmittelkennzeichnung einen höheren Grad an Transparenz herstellen könnte. Der Gedanke, dass man dies mit einem Ampelsymbol tun könnte, beleidigt allerdings alle Menschen, die sich noch ein gesundes Urteilsvermögen bewahrt haben.

    Denn es ist völliger Blödsinn, allein die Inhaltsstoffe einzelner Nahrungsmittel zu betrachten und gleichzeitig die zugeführte Menge, die Kombination von Nahrungsmitteln, den Energieverbrauch des Essers und alle sonstigen Randbedingungen zu ignorieren.

    Ich habe gestern an einem Wettkampf teilgenommen, bei dem wir als Dreierstaffel einen Höhenunterschied von 8.848 Höhenmetern (Mt. Everest) und eine Wegstrecke von 84.390 Metern (Doppelmarathon) überwunden haben (3981 Höhenmeter und 37.975 Meter habe ich beigetragen). Natürlich habe ich in den knapp 17 Stunden auch Dinge gegessen, die eine rote Ampel tragen müssten. Aber sie haben mir nicht geschadet ;-)

  4. stefanolix
    21.04.2008 | 19:02

    @Steffen: Ich kann mich nicht erinnern, dass es in der DDR auf den Nahrungsmiteln Ampelsymbole gegeben hätte. Sicher gab es auch ein klein wenig Ernährungs-Ideologie, aber die hat man doch — wie alle andere Ideologie — nicht wirklich ernstgenommen. Ich fürchte, dass die Staatsgläubigkeit bald noch schlimmer sein wird, als am Ende der DDR-Zeit.

    Und ein PS zum letzten Kommentar: Hier ist ein Luftbild der Strecke durch die Weinberge, die Höhenmeter sind dort aber doppelt gezählt (hoch und hinunter).

  5. 21.04.2008 | 19:08

    4rd? Hoppla…

  6. 21.04.2008 | 19:25

    Das eigentlich Dämliche und Ärgerliche, so verstehe ich jedenfalls den Beitrag, ist diese anmaßende Begründung. Dabei soll ja nicht der Willen des Verbrauchers umgesetzt, sondern dieser selbst erzogen werden, damit er dem Volkskörper, mit dem er zwangssolidarisiert wurde, nicht unbotmäßig zur Last falle.

    @Gomez Davila

    Es soll durchaus Leute geben, die sich auch kein Auto leisten können, von einer Alters- und Rentenversicherung ganz zu schweigen, was dem sonstigen Inhalt Deines erfrischenden Artikels gegen den Staatspaternalismus allerdings keinen Abbruch tut.

    Und der eigentlichen Aussage, die sich auf Fähigkeiten bezog, auch nicht. Jedenfalls so lange man Fähigkeiten nicht mit Möglichkeiten verwechselt, wie es das Wörtchen “kann” im Deutschen nahe legt, im Gegensatz z.B. zum Französischen, das zwischen “savoir” und “pouvoir” unterscheidet…

  7. 21.04.2008 | 19:30

    @stefanolix:

    Das war indirekt gemeint, schließlich war die DDR so eine Art “Gesamtkonzept für eine ausgewogene Ernährung und Bewegung”. Oder würdest du etwa nicht sagen, dass die Lebensmittelversorgung und die Bewegungsmöglichkeiten in der DDR einer strengen staatlichen Planung unterlagen. Immerhin hab ich die ungesündesten Lebensmittel erst nach der Wende kennen gelernt und Bewegung war auch eher Mittel zum Zweck als Ausdruck individueller Freiheit. Was damals dem Kampf für den Kommunismus galt, hat heute einem den Anforderungen an ein bezahlbares Gesundheitswesen und ästhetischen Normen notorischer Weltverbesserer entsprechenden Ernährungs- und Bewegungsregime Platz gemacht.

  8. stefanolix
    21.04.2008 | 19:36

    @David: Das Bild ist nicht von mir und den Fehler in der Beschriftung habe ich auch gerade registriert. Wahrscheinlich war es die Vorlage von der dritten Veranstaltung ;-)

    Ich gebe das an die Organisatoren weiter. Die Strecke wurde jedenfalls genauer ausgemessen ;-)

  9. stefanolix
    21.04.2008 | 19:45

    Steffen schrieb:

    Das war indirekt gemeint, schließlich war die DDR so eine Art “Gesamtkonzept für eine ausgewogene Ernährung und Bewegung”.

    Gut, die DDR hatte auch ein Gesamtkonzept für ein ausgewogenes sozialistisches Bewusstsein — und hat es etwas geholfen?

    Natürlich kann man sagen, dass die gesamte Lebensmittelversorgung einer strengen staatlichen Planung unterlag. Aber bis zur Wende hat man mir (Jahrgang 1967) jedenfalls nie vorgeschrieben, was ich individuell davon essen sollte.

    Die Bewegungsmöglichkeiten in der DDR unterlagen keiner strengen staatlichen Planung. Es gab auch damals schon »Wohlstandskrankheiten« und die Mediziner machten sich Sorgen über den zu hohen Anteil übergewichtiger DDR-Bürger.

    Steffen schrieb:

    Was damals dem Kampf für den Kommunismus galt, hat heute einem den Anforderungen an ein bezahlbares Gesundheitswesen und ästhetischen Normen notorischer Weltverbesserer entsprechenden Ernährungs- und Bewegungsregime Platz gemacht.

    Meiner Meinung nach spielen die ästhetischen Normen in Frau Volkmers Plan überhaupt keine Rolle. Sonst müsste sie daran nämlich erst mal ihren Parteivorsitzenden messen;-)

    Der andere Grund wäre aus Sicht der SPD-Linken (und anderer Sozialisten aller politischen Farben) sicher nachvollziehbar. Durch ein höheres Maß an Eigenverantwortung könnte man das allerdings besser erreichen.

  10. Lina
    21.04.2008 | 20:21

    Ein Blick in die Zukunft: von der Wiege bis zur Bahre wird der Weg immer länger, ein kontrollierter Marathon sozusagen (-; - bis Brüssel eine Kassenlage meldet, aus der heraus es sich seine stumm und willig, zäh und und langlebig gewordenen Europäer nicht mehr leisten kann. Was dann? Die ultimative Rentner-Debatte?

    Schöner Artikel, Boche!

  11. Gomez Davila
    21.04.2008 | 21:07

    @Rayson: “Und der eigentlichen Aussage, die sich auf Fähigkeiten bezog, auch nicht”

    Ups, ein Mißverständnis. Nix für ungut, mein Fehler.

    (B.t.w.: Das häuft sich hier irgendwie in letzter Zeit mit den Spambots.)

  12. 21.04.2008 | 21:14

    Naja, eine Ampel ist mir aber immer noch lieber als die zur Zeit verwendeten Prozente auf einigen Verpackungen. Da wird dann von Tagesportionen gesprochen, die unrealistisch sind.

    Auffällig finde ich es schon, dass sich gerade Süßwarenhersteller gegen die Ampeln wehren.

    Es geht mir auch nicht um Schokolade, da weiß jeder, dass reichlich Zucker und Fett drin sind. Interessant ist es eher bei Fertigprodukten, die gesund wirken, aber aus Fett, Salz und Glutamat bestehen. Zudem könnte es einige Überraschungen geben, denn Orangensaft hat fast soviel Zucker wie Cola. Und die Säuren darin sind auch nicht besser für den Kalzium-Haushalt als die Phosphorsäure in der Coke.

    Außerdem könnten die Ampeln doch gerade das Gegenteil bewirken: So wie Rauchen als cool rüberkommt, weil es immer mehr verboten wird, könnte doch drei rote Ampeln ebendieses bewirken.

  13. 21.04.2008 | 21:28

    @stefanolix:

    Ja, du konntest essen, was du zu kaufen bekommen hast. Aber das unterlag der staatlichen Planung, es sei denn du bist auf dem Dorf unter der schützenden Decke eines gut funktionierenden Lebensmittelschwarzmarktes groß geworden. Bewegung im sportlichen Sinne war nur insofern restringiert, dass deinen läuferischen Aktivitäten in Richtung Westen feste Grenzen gesetzt waren, in Richtung Osten vergleichsweise einfach aber recht teuer waren und die in sagen wir die “Umweltbibliothek” unter strengster Beobachtung standen. Aber vielleicht hole ich in diesem Gleichnis doch etwas zu weit aus und sollte zugeben, dass den Machthaber der DDR schlichtweg der ökonomische Spielraum und vielleicht auch die Phantasie für eine Gesamtdiktatur, ähm ein eben solches Konzept ala Volkmer fehlte. Doch der Kern der Anmaßung ist der Selbe. Und deshalb kommt mir das alles so verdammt bekannt vor, obwohl ich sogar noch ein Jahr weniger DDR-Erfahrung als du habe. ;-)

  14. 21.04.2008 | 21:30

    @GD

    Hm, war der erste englische, den ich hier mitbekommen habe… Aber der zweite Anlauf blieb schon in Akismet hängen, also erstmal kein Grund zur Besorgnis.

    @Marc

    Kein Hersteller lässt sich gerne in die Packungsgestaltung hineinpfuschen, und schon gar nicht dergestalt, dass dann da draufsteht “Wer dies kauft, ist doof”. Die Zigarettenindustrie hat es erdulden müssen, aber die Raucher scheint es nicht abzuschrecken.

    Im Prinzip ist es doch so: Diejenigen, die sich Gedanken über ihre Ernährung machen, wissen auch ohne Ampel, was gut ist und was nicht. Und die anderen interessiert die Ampel nicht, sie kann ihnen höchstens zu den schlechten Fett- und Kohlehydratwerten noch ein schlechtes Gewissen verschaffen, was der Gesundheit auch nicht zuträglich sein dürfte.

    Und letztendlich: Was zum Henker geht die Politik das an?

  15. 21.04.2008 | 21:31

    @Marc

    Naja, eine Ampel ist mir aber immer noch lieber als die zur Zeit verwendeten Prozente auf einigen Verpackungen.

    Aus deinem nicht-gesetzgeberischen Munde klingt das auch nicht so anmaßend.

    Auffällig finde ich es schon, dass sich gerade Süßwarenhersteller gegen die Ampeln wehren.

    Es dürfte kein Geheimnis sein, dass deren Kennzeichnung rot blinken würde. Sie fürchten schlicht schlechtes Marketing. Ob die Trotz- oder Coolness-Effekte das wettmachen würden, dürfte zweifelhaft sein.

    Ansonsten habe ich auch nichts gegen aussagefähige Lebensmittelkennzeichnungen. Ich möchte aber keinen Papa Staat, der mich beim Einkauf unterstützt. Weil ich etwas Sorge habe, dass das eine immer hartnäckigere Art Papa werden könnte.

  16. 21.04.2008 | 21:32

    @stefanolix:

    Schöner Lauf, würde ich auch gern mitmachen, kein Verlaufen, keine einsame Strecke ohne Zuschauer.

  17. 21.04.2008 | 21:36

    @Steffen

    Die (nicht nur) lebensmittelbezogene Gesundheitsmanie habe ich aber auch eher nach der Wende kennengelernt.
    Die Anmaßung in der DDR war eher globaler. Hier im Westen fängt es von der anderen Richtung her an: aus dem Kleinen, Spießigen heraus.
    Sind halt die Kinder der 50er Jahre, die jetzt an der Macht sind. Die haben das vielleicht von ihren Eltern gelernt. Was damals der soziale Druck des Spießbürgertums war, gießen die jetzt in Gesetze.
    (Was jetzt mal nicht mehr als eine wilde These ist…)

  18. 21.04.2008 | 22:08

    @Boche:

    Och, Leute, worauf ich hinaus will ist, dass die globale Machtanmaßung der DDR und die spießige Verhaltensdiktatur in Form irgendwelcher “Gesamtkonzepte für Ernährung und Bewegung” sich lediglich im Gegenstand jedoch nicht Grundsatz unterscheiden.

  19. 21.04.2008 | 22:11

    Natürlich ist der Grundsatz derselbe: Alles Gute kommt von oben.

  20. Lina
    21.04.2008 | 22:16

    @ Boche

    “(Was jetzt mal nicht mehr als eine wilde These ist…)”

    Ich glaube eher, dass der Gesundheitsverordnungswahn sich poltitisch gesehen aus dem Wissen speist, für die Heilung von (Wohlstands-)Erkrankungen bald nicht mehr (solidarisch) aufkommen zu können; zumindest treibt das wohl die SPD und ihr Sprachrohr.

    Bei den älter und “grün” gewordenen Kindern der 50er Jahre mag es sich so verhalten, wie Du hier “wild” spekulierst. Sie geben jetzt den erlittenen Frust als Bestrafung weiter (-;.

  21. Gomez Davila
    21.04.2008 | 22:32

    @Rayson: “Die Zigarettenindustrie hat es erdulden müssen, aber die Raucher scheint es nicht abzuschrecken.”

    Eben. Bei mir bewirkt das das Gegenteil. Diese irrsinnige Raucherhatz ist wohl auch ein Grund dafür, warum ich das noch immer nicht hab sein lassen. Das mag für manche albern und unreif klingen, aber für mich ist Trotz ein gesundes Aufbäumen der eigenen Individualität gegen Zwang.

    @Lina: “aus dem Wissen speist, für die Heilung von (Wohlstands-)Erkrankungen bald nicht mehr (solidarisch) aufkommen zu können”

    Das zeigt sich wieder der Januskopf des Sozialstaats. Letztendlich geht es diesem eben nicht um den Einzelnen, sondern um sich selbst als Institution. Der Einzelne wird für das höhere Ganze verzweckt, genau wie die DDR-Volksertüchtigung eine arbeits- und wehrfähige Bevölkerung im Sinn hatte, nicht den Einzelnen.

    Ein weiterer Punkt. Ich hatte vor kurzem ein erhellendes Gespräch mit einem Pfarrer, der meinte, daß die Gesundheitspolitik nur noch einen quantitativen Begriff vom Leben hat (die Leute sollen möglichst kostengünstig möglichst alt werden), und der Genussaspekt völlig unter die Räder gerät. Das kommt mir jedes mal in den Sinn, wenn ich mich beim Kauf einer Flasche Wein oder einer Packung Zigarren pekuniär über die Strafsteuern auf diese Produkte selbst zu geisseln habe. Ich denke, ließe man den Leuten ihre freie Entscheidung, könnten sie selbst das Maßhalten bei diesen Dingen erlernen, welches allemal gesünder als diese verbiesterte Totalabstienz ist, welche den Damen und Herren Gesetzgebern vorschwebt.

  22. 21.04.2008 | 22:37

    @GD

    Ich hatte vor kurzem ein erhellendes Gespräch mit einem Pfarrer, der meinte, daß die Gesundheitspolitik nur noch einen quantitativen Begriff vom Leben hat (die Leute sollen möglichst kostengünstig möglichst alt werden), und der Genussaspekt völlig unter die Räder gerät.

    Wunderbar. Das gibt mir die Gelegenheit, einen meiner gewöhnlich alten Witze zum besten zu geben:

    Kommt ein Mann zum Arzt und fragt: “Was muss ich tun, um hundert Jahre alt zu werden?”
    Sagt der Arzt: “Keine Zigaretten, kein Alkohol, keine Frauen.”
    Darauf der Mann: “Und dann werde ich hundert Jahre alt?”
    Der Arzt: “Nun, zumindest werden Sie sich so fühlen.”

  23. 21.04.2008 | 22:42

    P.S. Da fällt mir ein: Der Witz ist so alt, dass die Möglichkeit schwuler Beziehungen noch nicht berücksichtigt wurde. Demnach wäre also “keine Frauen” neutral durch “kein Sex” zu ersetzen. Bevor sich schwule nichtrauchende Anti-Alkoholiker zu früh freuen, auf angenehme Weise hundert Jahre alt werden zu können…

  24. Lina
    21.04.2008 | 23:14

    @ Gomez Davila

    “…um sich selbst als Institution.”

    So ist es! Und was tut eine Institution? Man hat (oder erarbeitet) dort eine Theorie vom Leben, wie es die Anderen zu führen haben. Man verwaltet Leben und macht es zum öffentlich verbindlichen Gebrauchsgut mit staatlichem Nutzwert.

    Da hilft nur Trotz oder Witz oder beides (-;) - ganz meinerseits übrigens.

  25. tigger
    21.04.2008 | 23:51

    Ich finde man sollte noch viel mehr Ampelsysteme einführen: Gerecht, weniger-gerecht und ungerecht entlohnt hergestellte Bekleidungsartikel zum Beispiel, oder fair getradeter, nicht-so-fair getradeter, und von profitgieriger Massenindustrie stammender Kaffee, oder rot, gelb und grün bepunktete Sportartikel (je nach Verletzungsgefahr). So wie eine richtige Ampel den Verkehrsfluss steuert, könnte man mit subliminalen Farbbotschaften Konsumentenströme steuern.

  26. 22.04.2008 | 1:18

    Auf Wahlzetteln wäre das auch sehr adäquat.

  27. 22.04.2008 | 9:41

    Man sollte den Leuten die Ampeln um die Ohren hauen, bis sie vernünftig werden!

  28. stefanolix
    22.04.2008 | 9:48

    Dann könnte es zu spät sein …

  29. F. Alfonzo
    23.04.2008 | 5:46

    Jaaa, wunderbar…
    Endlich kann ich die Schuld für mein Übergewicht einem Anderen geben, nämlich dem Staat, der dann (in Zunkunft) selbst mit der Ampel nicht hart genug gewarnt hat.
    Der Staat hingegen weigert sich nicht, diese Verantwortung zu übernehmen, nein, er fordert das förmlich selbst ein; was wäre eine Behöre schon wert, wenn sie nicht verantwortlich gemacht werden könnte? Nichts. Dafür brauchen wir sie doch, oder?

    …die von verschiedenen Seiten schon lange prophezeite Sich-Verselbständigung der Behörden inkl. exponetieller Selbst-Zurverfügungstellung der nötigen Mittel… jetzt haben wir sie endlich, richtig konkret..
    …nicht unter dem Vorwand eines “höheren” Gutes wie Freiheit, Frieden…
    Die Burger waren’s.

    Sorry, mir fällt dazu nix mehr ein…
    …außer vielleicht: Ein Bums-Test? …kann ja schließlich nicht angehen, dass sich versehentlich, freiwillig 2 Leute zusammenfinden, die einfach nur Sex haben… das muss optimiert werden!!!!!
    …selbstverständlich unter dem Gesichtspunkt des CO2 und Kalorienverbrauchs… der zuständige Minister entscheidet dann, wer mit wem darf…

    F.Alfonzo.

  30. F. Alfonzo
    23.04.2008 | 5:53

    …und diesem wird auf Grund der Dringlichkeit dieser Entscheidung wohl auch nichts anders übrigbleiben, als seinen übergewichtigen Hintern im Zweifel als einzigen Passagier mittels einer Boeing 737 durch die Welt jetten zu lassen.

    F. Alfonzo

  31. Lina
    23.04.2008 | 7:09

    @ F.Alfonzo

    “Die Burger waren’s.”

    ;-D! Nein, die Bürger waren’s. Dehalb wählt sich die verwirrende Frau Dr. Marlies Volkmer jetzt ein neues, schlankes Volk.

  32. 23.04.2008 | 12:11

    Vermutlich werden demnächst 3 Wurstscheiben in 32 Quadratmeter Folie eingepackt - soviel braucht man nämlich, um alle Informationen in Kleinschrift unterzubringen, die der Verbraucher unbedingt wissen will. Eigentlich interessiert mich nur eins: schmeckt’s oder schmeckt’s nicht = 0 Quadratzentimeter.

    Bezüglich der Unfähigkeit der Leute, selbst vorsorgen zu können, sollte man auch berücksichtigen, mit welcher Selbstverständlichkeit der Staat sich für diese Zwecke zurückgelegtes Kapital für andere Zwecke aneignet. Selbst wenn man’s einsieht, wer spart für einen Dieb?

  33. Eltov
    26.04.2008 | 16:34

    Bei aller Sympathie für den Liberalismus - seine Anhänger verstehe ich kein Stück. Die Verbindung von Nährwertkennzeichnungen und Sozialismus ist dermaßen absurd das mir dazu kaum noch etwas einfällt. Was bitte hat das mit Gängelung zu tun?

    Es mag euch vieleicht ein wenig lächerlich vorkommen, aber es gibt hier genug Menschen die eben nicht wissen, dass ein Frühstück aus Cornflakes, Cola und Schokoriegel nicht gesund ist.

    Niemand verbietet euch Ungesundes zu essen. Niemand schreibt euch vor was ihr einkaufen sollt. Ihr bekommt lediglich eine Entscheidungshilfe zur Hand. Was ihr damit macht bleibt doch eure Sache.

    Schon jetzt gibt es auf den Verpackungen eine kleine Tabelle, keine Ahnung wie sie heißt. 100ml “Maggi Texicana Salsa” Soße haben z.B. einen “Brennwert” von “413kJ = 97kcal” und enthalten 1g Eiweiß, 22,2g Kohlenhydrate und 0,2g Fett. Was spricht dagegen daneben je nach Erkenntnissen der Ernährungsforschung einen roten, gelben oder grünen Punkt anzubringen? Ich seh irgendwie nicht wieso Stalin sich darüber freuen sollte.

  34. 26.04.2008 | 18:07

    Es mag euch vieleicht ein wenig lächerlich vorkommen, aber es gibt hier genug Menschen die eben nicht wissen, dass ein Frühstück aus Cornflakes, Cola und Schokoriegel nicht gesund ist.

    Öhm… das kommt mir mehr als lächerlich vor. Denn diese Menschen dürften nicht lesen, kein TV gucken, niemals zur Schule gegangen sein und keine gutmeinenden Verwandten haben.

    Mal ehrlich: Das gehört zu den blöderen Behauptungen, die in diesem Zusammenhang aufgestellt werden. Warum können manche Leute denn nicht akzeptieren, dass ihre Mitmenschen eben auch dann noch gesundheitsschädliche Verhaltensweisen zeigen, wenn sie wissen, dass diese gesundheitsschädlich sind? Das ist wie mit den radikalen Christen, die davon ausgehen, dass jeder, der nicht ihrem Gott folgt, eben noch nicht von ihm gehört haben kann - denn hätte er die Frohe Botschaft schon vernommen, dann müsste er ja gläubig sein.

    Bullshit.

  35. Eltov
    26.04.2008 | 19:01

    Noch so eine ärgerliche Angewohnheit vieler Liberaler - beim kleinsten Widerspruch kommt sofort der Ideologieverdacht…

    Obowhl ich so einen leicht verständlichen Hinweis prinzipiell für eine ganz gute Sache halte, ist mir das Thema letztendlich Sch***egal. Mich regt halt euer hysterisches Alarmgeschrei auf. Man könnte das ganze vernünftig kritisieren: Den bürokratischen Aufwand, die Kosten für den Hersteller usw.

    Stattdessen stellt ihr euch hin und schreit

    “Hilfe Hilfe wir werden unterdrückt! Sehet her, dort ist ein roter Punkt auf meiner Colaflasche!”

    Wer soll das denn ernst nehmen?

  36. 26.04.2008 | 19:08

    @Eltov

    Niemand verbietet euch Ungesundes zu essen. Niemand schreibt euch vor was ihr einkaufen sollt. Ihr bekommt lediglich eine Entscheidungshilfe zur Hand. Was ihr damit macht bleibt doch eure Sache.

    Äh, auch wenn es dir vielleicht aufgrund deiner Ausgangsposition seltsam erscheinen mag, aber Liberale pflegen Dinge eben nicht danach zu beurteilen, welchen Nutzen sie persönlich aus einer Sache ziehen. Sicher, mir selbst ist es kürbisegal, ob auf Packungen Ampeln zu finden sind oder nicht. Aber deswegen erkenne ich doch, dass der Staat hier über das Eigentum anderer, nämlich das der Hersteller von Essbarem, verfügt, und das dann auch noch mit einer überaus dreisten Begründung, mit der man eigentlich die Demokratie abschaffen müsste.

    Mich regt halt euer hysterisches Alarmgeschrei auf.

    Was du nur selbst siehst, kanns auch nur du selbst wieder verschwinden lassen.

  37. Eltov
    26.04.2008 | 19:14

    Die Demokratie abschaffen? Mit roten Punkten?

  38. 26.04.2008 | 19:17

    Mit der Begründung, du Depp.

  39. Eltov
    27.04.2008 | 12:02

    Nach diesem Austausch von Nettigkeiten würde ich vorschlagen sachbezogen weiterzumachen oder es bleiben zu lassen. Ich höre auf dir Weinerlichkeit zu unterstellen und du lässt dafür Zuschreibungen wie Depp und Bullshit bleiben. Ok?

    Zur Sache:

    Welche Begründung genau meinst du? Ich kenne nur die von Volkmer, die paraphrasiert lautet: Angesichts “der Informationsflut” sei nur eine Kennzeichnung hilfreich, die gut sichtbar und leicht verständlich ist und damit den Konsumenten bei der Kaufentscheidung unterstütze. Die bisher praktizierte freiwillige Kennzeichnung sei unübersichtlich und basiere weder auf einheitlichen Bezugsgrößen, noch auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.

    Erklär mir bitte die demokratiesprengende Brisanz dieser Begründung. Ich meine das im Übrigen völlig ernst, ich verstehe schlicht und ergreifend nicht wo du den Zusammenhang siehst.

    Meinst du jetzt das selbst kleine Eingriffe ins Eigentumsrecht wie etwa Verpackungsvorschriften per se eine Gefahr für die Demokratie darstellen? Ist nicht unter wohlfahrtstheoretischen Gesichtspunkten ein möglichst gut informierter Verbraucher eine halbwegs wünschenswerte Sache? Was ist mit der ebenfalls vorgeschriebenen und für Allergiker wie mich nicht ganz unwichtigen Zutatenliste?

  40. 27.04.2008 | 12:29

    Sorry, aber wenn ich Bemerkungen für strunzdämlich halte, sage ich das auch.

    Ich habe nicht behauptet, dass die paternalistische Art der Frau Volkmer demokratiegefährdend ist (irgendwie liest du anders als mir sonst bekannte Leute). Aber sie käme auch grandios ohne aus. Wenn Menschen sich berufen fühlen, in die einvernehmlichen Beziehungen anderer Menschen regelnd einzugreifen, und das nicht etwa, um betroffene Dritte zu schützen, sondern nur die Entscheider vor sich selbst, dann ist das Ausdruck einer Einstellung, in der Freiheit und Selbstbestimmung nur ganz weit unten rangieren. Wenn sie denn außer in Sonntagsreden tatsächlich überhaupt noch einen Platz haben.

    Selbstverständlich ist ein gut informierter Verbraucher so ganz losgelöst in die Welt hineinphilosophiert. eine gute Sache. Ich bin auch dafür, Kindern in der Schule genug Rechnen und Lesen beizubringen, um wichtigsten Voraussetzungen, an denen die Informiertheit heute noch scheitert, auszuschließen. Aber es ist nicht Aufgabe des Staates, erwachsene Menschen zu bevormunden.

    Was die Angabepflichten für Allergiker betrifft, so ginge es wahrscheinlich auch ohne (weil du es bist: die Rede ist von den Pflichten), weil diese Angaben eben auch im Interesse eines sich sonst unkalkulierbaren Prozessrisiken aussetzenden Anbieters sind. Aber dass dieser Staat ein anderes Verhältnis zum Umgang mit Risiko hat, ist nun einmal gewachsene Natur, also würde ich, da es hier um unmittelbare Gesundheitrisiken geht, denen sonst auszuweichen extrem schwierig wäre, auch eine Kennzeichnungspflicht für angemessen halten. Was mit der konkreten Frage dieser Ampelkennzeichnung oder auch der Aufschriften auf Zigarettenschachteln nichts zu tun hat: Wer Zigaretten raucht und Chips futtert, weiß, dass dies nicht gesund ist. Schließlich geht es hier nicht um versteckte potenziell gefährliche Inhaltsstoffe, von denen der Konsument keine Ahnung haben kann, sondern um Eigenschaften des Produktes an sich. Und wer sich bewusst gesund ernähren will, der braucht nur Tüten mit Aufschriften aller Art, ob mit Ampel oder ohne, überhaupt zu meiden.

    Wenn Mütter ihre Kinder schützen wollen, ist das ok. Wenn mich der Staat vor mir schützen will, weniger.

  41. Eltov
    27.04.2008 | 14:44

    Durch den Hinweis auf die Beschriftungen von Zigarettenpackungen verstehe ich dich nun etwas besser, korrigiere mich wenn ich falsch liege:

    Du unterstellst Volkmer, sie wolle mit dieser Ampel die Konsumenten zu gesundem Konsum erziehen. Angesichts ihres Parteibuchs gar keine so abwegige Vermutung, die sich meiner Meinung nach aber nicht durch ihre Begründung bestätigt.

    Wirklich beurteilen kann man das erst wenn man einen konkreten Entwurf zu sehen bekommt - die Grenzen zwischen Erziehung und Information sind ja nicht so einfach zu ziehen. Die alte Aufschrift auf Zigarettenpackungen (”Die EG-Gesundheitsminister warnen: Rauchen gefährdet ihre Gesundheit”) fand ich z.B. völlig in Ordnung, da sie keinen Aufforderungscharakter hatte, dezent angebracht war und die Gesundheitsgefährdung durch Rauchen eben nicht seit je her allgemein bekannt ist. Bei den Neuen war offensichtlich der Wunsch nach einer Schockwirkung Vater des Gedankens, das finde ich inakzeptabel. Bei einer Ampel käme es halt darauf an wie sie gestaltet ist: Soll einfach eine farbige Kennzeichnung erfolgen, oder soll da tatsächlich ein Ampelpiktogramm (Aufforderungscharakter!) hin.

    Ich nehme an das einfach die von verschiedenen Herstellern (Milch von Plus z.B.) freiwillig praktizierte farbige Kennzeichnung vorgeschrieben und die Bezugsgrößen vereinheitlicht werden sollen. Das Vorbild aus England, dem Mutterland des Staatssozialismus kannst du dir hier angucken. Ich sehe da beim besten Willen keinen aufdringlichen Erziehungsversuch.

    And now to something completely different:
    Eine Frage habe ich Depp noch: Angenommen es gäbe keine Pflicht, die verwendeten Zutaten zu bennenen. Ich verzehre dann ein für mich potentiell tödliches Produkt und bin nach dem darauf folgenden allergischen Schock schwerbehindert. Wie soll ich den Hersteller verklagen? Wo liegt sein Prozessrisiko?

  42. 27.04.2008 | 16:06

    Die alte Aufschrift auf Zigarettenpackungen (”Die EG-Gesundheitsminister warnen: Rauchen gefährdet ihre Gesundheit”) fand ich z.B. völlig in Ordnung

    Aus meiner Sicht gilt da dieselbe Kritik. Zwar macht die Dosis oft das Gift, aber in diesem Falle ist mir bereits jeder Versuch zu sehr Ausdruck von Staatspaternalismus.

    Ich nehme an das einfach die von verschiedenen Herstellern (Milch von Plus z.B.) freiwillig praktizierte farbige Kennzeichnung vorgeschrieben und die Bezugsgrößen vereinheitlicht werden sollen.

    Kann sein. Daran ist aber vor allem bemerkenswert, dass es freiwillige Ansätze bereits gibt. Wenn Konsumenten die wirklich wollen, dann werden sie sich auch durchsetzen. Und wenn Vater Staat es dem dummen Verbraucher nicht zutraut, für sich die richtigen Präferenzen zu setzen, dann ist das selbstverständlich die Haltung eines Erziehers.

    Wie soll ich den Hersteller verklagen? Wo liegt sein Prozessrisiko?

    Weil er einen Produktmangel verschwiegen hat? Aus Gründen der Produkthaftung? Ich bin kein Jurist, aber dass sich hier eine Anspruchsgrundlage finden lassen sollte, scheint mir offensichtlich. Nicht zu vergleichen mit dem Typen, der Mars und Coca Cola für seine Diabetes haftbar machen wollte.

  43. 27.04.2008 | 21:46

    Du unterstellst Volkmer, sie wolle mit dieser Ampel die Konsumenten zu gesundem Konsum erziehen.

    Ja, aber ich bitte dich: Was denn sonst??

    Entweder, die Frau hält uns Bürger für so blöd, dass sie meint, uns vor dem Zucker im Speiseeis warnen zu müssen.
    Oder, die hält uns für so blöd, uns zum maßvollen Speiseeisgenuss erziehen zu müssen.

    In jedem Fall hält sie uns für blöd. Und da Blöde sich selbst gefährden können, darf man doch erwarten, dass der Schlauere erzieherisch eingreift. Das muss man ja fast schon verlangen!

    Es liegt nur an einem, vielleicht liberalen, Knacks in meinem Kopf, dass ich mich nicht für blöd halte. Und die Frau Volkmer nicht per Wahllistenplatzgewinn für schlauer als mich oder dich oder meine Nachbarn in der Straße.

  44. 27.04.2008 | 22:24

    @Boche

    Ok, Buddy, wie immer hast du es auf den Punkt gebracht. Ich verschwende da keine Worte mehr, du hast alles gesagt.

  45. Eltov
    28.04.2008 | 13:35

    Vieleicht will sie ganz einfach den Konsumenten, die bei der Kaufentscheidung gerne gesundheitliche Aspekte berücksichtigen wollen, eine akzeptable Vergleichsmöglichkeit geben? Interessant wird so eine Kennzeichnung ja nicht für die Wahl zwischen Speiseeis und Dinkelbrot sondern zwischen Ketchup mit 40% Zuckeranteil und Ketchup mit 20% Zuckeranteil. Momentan ist es egal wie schlau du bist, diese Informationen bekommst du nicht so einfach.

    Nun ja, wir werden uns hier nicht mehr einig, und es ist auch ein wenig müßig sich ewig darüber zu streiten während der Staat gerade Schlafzimmer mit Videokameras verwanzen möchte.

    Mfg, Eltov

  46. 28.04.2008 | 13:58

    @Eltov

    Vieleicht will sie ganz einfach den Konsumenten, die bei der Kaufentscheidung gerne gesundheitliche Aspekte berücksichtigen wollen, eine akzeptable Vergleichsmöglichkeit geben?

    Vielleicht ist das Vertreten von Lobbyinteressen keine Tätigkeit, die ich bei einem Politiker schätze.

    Momentan ist es egal wie schlau du bist, diese Informationen bekommst du nicht so einfach.

    Wenn eine ausreichend große Anzahl potentieller Käufer bereit wäre, für diesen ihren Wunsch Geld auch zu zahlen, würde sich bestimmt ein Anbieter finden. Bei all der grassierenden neoliberalen Profitgier in diesem Lande…

    es ist auch ein wenig müßig sich ewig darüber zu streiten während der Staat gerade Schlafzimmer mit Videokameras verwanzen möchte.

    Ich finde den paternalistisch-autoritären Hang zur Bevormundung gefährlicher. Nicht natürlich diesen einzelnen Punkt, vielmehr die Geisteshaltung, die sich darin zeigt.
    Die Überwachung wäre im schlimmsten Fall der Fälle Mittel zum Durchsetzen solchen herrschaftlichen Gedankenguts, sie wäre dann aber nicht das eigentliche Problem.

  47. R.A.
    28.04.2008 | 14:05

    und es ist auch ein wenig müßig sich ewig darüber zu streiten während der Staat gerade Schlafzimmer mit Videokameras verwanzen möchte.

    Zwei Seiten einer Medaille: Dieselbe Staatsfixierung führt sowohl zu verdummender Zwangsbetextung als auch zur Privatüberwachung.

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