28. April 2008
Fluchthelfer
Zähneknirschend nimmt die ultralinke Blogosphäre die diesjährige Verleihung des Milton-Friedman-Preises des Cato-Institute an den venezuelanischen Studentenführer Yon Goicoechea auf. Dabei wird ihm nicht nur sein erfolgreicher Einsatz gegen die undemokratische Machtmaximierung von Hugo Chavez via Verfassungsreform und die Annahme des Preisgeldes zum Vorwurf gemacht, nein auch seine ganz private Initiative als Miteigentümer eines Kofferherstellers ist den Klassenkämpfern suspekt. Schließlich wurde dem Startkapital der Firma noch eine öffentliche Finanzspritze als Wirtschaftsförderung beiseite gestellt. Einmal abgesehen davon, dass die benachbarten Blogger sich nicht gerade aufs Kalkulieren von Wechselkursen verstehen und diese Tatsache ganz kräftig zu ihrem Gunsten ausnutzen, wundert man sich, seit wann die Linke etwas gegen öffentliche Fördergelder hat. Sind sie doch sonst die Ersten, die der Meinung wären, man müsste kleinen Leuten mit öffentlichen Mitteln unter die Arme greifen. Es gibt offenbar ein Problem: Auch in einer Ideologie der Gleichheit sind nicht alle gleich, vor allem, wenn sie nicht auf der richtigen Seite stehen. Oder nimmt man ihm auch noch übel, dass er denjenigen die Venezuela den Rücken kehren wollen mit seinen Koffern noch das notwendige Fluchtequipment liefert?
Verfasst von SteffenH um 11:15 Uhr in der Kategorie Blogosphäre, International (Trackback)