Der Österreicher als solcher …

Seit den Verbrechen von Amstetten scheint es wieder einmal klar zu sein: der Österreicher als solcher ist obrigkeitshörig, hat eine sture Mentalität der Realitätsverweigerung und ist grundsätzlich verkniffen. Ein prominenter A-Blogger kennt sich in Österreich bestens aus, ist deshalb prinzipiell nicht überrascht vom Geschehen und schreibt zum Fall Amstetten:

Der Fall Amstetten ist furchtbar, aber ich bin nicht überrascht, dass es sowas in Österreich gibt. Auch hier wieder: Etwas von der Obrigkeitsdenke, die in Deutschland kaum mehr vorstellbar ist. Es gibt da so eine bockige, sture, unsagbar dumme Mentalität der Realitätsverweigerung von oben herab [...]

In den letzten Tagen wird viel über diesen Schwerverbrecher geredet, der seine eigenen Kinder in furchtbarer Gefangenschaft und Isolation hielt. Das Schreckliche lässt viele Menschen sprachlos zurück, andere schreien wieder einmal nach der Todesstrafe oder gehören eben zu den schon-immer-gewusst-Habern.

Manche Medien beklagen die »Hetzjagd auf die Opfer von Amstetten« und saugen doch zur gleichen Zeit selbst Honig aus dem Fall. Seitenweise wird Papier damit gefüllt, viele Gigabyte Daten werden erzeugt. Aber es geht um ein singuläres Verbrechen, das nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Könnte man auch nur ein Zehntel dieses Papiers mit einem anderen Thema aus Österreich bedrucken oder wenigstens ein Gigabyte Speicherplatz für einen anderen Zweck bereitstellen? Ich habe am Rand der deutschen Medienlandschaft ein solches Thema gefunden …

Es wird gern vergessen oder verdrängt, dass mitten in der deutschen und österreichischen Gesellschaft auch Kinder in relativer Freiheit leben und trotzdem isoliert sind. Reden wir deshalb über einen anderen Österreicher, der nichts von »Obrigkeitsdenke« hielt und viele Kinder vor der Isolation bewahrte: reden wir über Heinz Forcher.

Sein Kampf gegen die Obrig- und Hörigkeit begann vielleicht gerade zu der Zeit, als der Verbrecher von Amstetten mit dem Bau des Verlieses begann. Heinz Forchers Sohn ist heute knapp 30 Jahre alt. Er hat im Alter von wenigen Monaten einen dramatischen Sauerstoffmangel erlitten und ist seitdem mehrfach behindert. Der Weg eines solchen Kindes führte damals nach den Regeln der Obrigkeit über die Sonderschule in die Sonderwerkstatt — und mit dem Präfix »Sonder« ist hier wie dort nicht das Besondere, sondern das Abgesonderte gemeint.

Doch Heinz Forcher wollte das nicht hinnehmen. Wie wir oben gelernt haben, ist der Österreicher stur und verkniffen: Heinz Forcher arbeitete nun also mit all seiner Sturheit darauf hin, dass sein Sohn eine normale Grundschule besuchen sollte. Er nahm wirtschaftliche Verluste in Kauf, er war oft am Verzweifeln und Aufgeben, aber er erreichte schließlich sein Ziel: sein Sohn Ernst Forcher wurde als erstes behindertes Kind in eine normale Grundschule aufgenommen.

Wäre Heinz Forcher nun obrigkeitshörig genug gewesen, dann hätte er an dieser Stelle froh und dankbar sein müssen. Aber zu diesem Zeitpunkt begann eine Entwicklung, die es — nach den gängigen Vorurteilen — überhaupt nicht hätte geben dürfen: die Sonderschule in dieser Gegend wurde nämlich schrittweise überflüssig gemacht.

Denn der Rektor der Sonderschule, in die Ernst Forcher nicht eingeschult wurde, war selbst nicht so obrigkeitshörig, dass er sich mit der Absonderung seiner Schützlinge abgefunden hätte. Er kämpfte von diesem Zeitpunkt an ebenfalls darum, dass behinderte Kinder möglichst gemeinsam mit den anderen Kindern lernen sollten. Die Sonderschule wurde schrittweise überflüssig und ist heute temporär stillgelegt.

Aber damit nicht genug: weil die Behinderten mit den anderen Kindern gemeinsam lernten, konnten sie in manchen Fällen auch Ausbildungs- und Arbeitsplätze auf dem freien Arbeitsmarkt bekommen. Natürlich geht es dabei in vielen Fällen um Arbeitsplätze, auf die der normale österreichische oder deutsche Spießbürger von oben herabsieht. Aber was ist falsch daran, wenn ein Mensch mit einer leichten Behinderung nicht mehr auf stupide Weise Tüten faltet, sondern im Supermarkt Regale einräumt? — Wenn ihn ein Kundenkontakt überfordert, zeigt er eine Karte, auf der steht, dass der Kunde bitte einen anderen Mitarbeiter ansprechen sollte.

Die ganze Geschichte kann man in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift brandeins nachlesen und schon für diesen Artikel lohnt sich der Kauf. Der Artikel ist momentan bis auf eine kurze Zusammenfassung noch nicht online verfügbar, aber er dürfte ab Anfang Juni 2008 verfügbar sein.

Mein persönliches Fazit: mir als Liberalem kann das aus mehrfacher Sicht nur recht sein. Es gibt etwas weniger Bevormundung und Isolation, es gibt etwas mehr Selbstbestimmung und es kommen Menschen auf den freien Arbeitsmarkt, die sonst nie eine Chance gehabt hätten.

Sicher melden sich jetzt Libertäre und sagen mir, dass doch aber jegliche Staatsschule zu verurteilen sei. Sicher melden sich Österreich-Hasser und sagen mir, dass ich doch gerade in allem das Falsche sähe. Und die Anhänger des linkssozialen Bevormundungskartells werden sicher auf die geschützten Sonderräume verweisen, die man den Behinderten doch nicht nehmen dürfe. Aber weil es hier um Selbstbestimmung, um Grundrechte, um Bildung und um Wirtschaft geht, ist das ein Thema für unser liberales Blog. Auch wenn nun vielleicht wieder einige andere meinen, wir hätten ein Brett vor dem Kopf … damit muss man eben manchmal leben.

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23 Kommentare zu “Der Österreicher als solcher …”

  1. 3.05.2008 | 20:57

    Wäre das Internet wirklich interaktiv, dann würdest Du gerade enthusiastischen Applaus hören, der diesem Blogeintrag gespendet wird.

  2. T. Albert
    3.05.2008 | 21:23

    super!merci.

  3. stefanolix
    3.05.2008 | 21:50

    Danke für’s Lesen und @Statler: mein enthusiastischer Beifall für Deine »Rückenmarksliberalen« ;-)

  4. 3.05.2008 | 22:09

    Pfff, die Österreicher sperren schon immer gerne ein. Frag’ mal Richard Ginsterzweig

    Ich fragte mich aber auch schon, wo denn unsere Kriminologen bleiben, die zuvor die Kindstötungen in Ostdeutschland mit der SED in Zusammenhang brachten?

  5. stefanolix
    3.05.2008 | 22:27

    Ist Dir denn ein Zitat des unvermeidlichen Kriminologen aus Niedersachsen bekannt, in dem er die SED für die Kindstötungen verantwortlich macht? Ich meine, die SED war zweifellos böse. Aber sie ist seit 1989 nicht mehr an der Macht … Herr Pfeiffer ist allein schon deshalb unvergessen, weil er in den 90ern gern die Kinderkrippen in der DDR für alles Übel verantwortlich machte — was der SPIEGEL gern mit einem Bild von Kindern illustrierte, die in der Kinderkrippe kollektiv auf ihrem Nachttöpfen saßen.

  6. Johannes
    3.05.2008 | 22:35

    @ Marc: Die große Masse der DDR-Eltern ist immer noch geprägt von kollektivistischen und nicht-ethischen Verhalten. Kinderkrippe,
    Junge Pioniere, HJ sorry FDJ und so weiter. Mit 18 heiraten, sonst gibt es keine Wohnung im Plattenbau, mit 19 Kind, mit 20 geschieden, zweites Kind mit zweiter Beziehung abgetrieben.
    Kind 1 morgens um 6 Uhr abgegeben, abends um 18 Uhr abgeholt.
    Lebensglück: Saufen (Herrentag war ja gerade!)

    Österreich: Übel antisemitsch schon vor 100 Jahren, im Dritten Reich gab es mehr österreichische SS-Lagerkommandanten als im Altreich. Kaltenbrunner Seyss-Inquart Eichmann Schicklgruber Brunner
    Skorzeny. Nach 1945 Untertauchen vor jeder Verantwortung….

    Soll doch keiner sagen, dass gesellschaftliches Umfeld die Menschen mitprägt!

    Unweigerlich kommt einem Thomas Bernhard in den Sinn: „Der Österreicher duckt sich lebenslänglich und deckt lebenslänglich die größten Scheußlichkeiten und Verbrechen, um überleben zu können [...] Der Österreicher ist der geborene Verbrechendecker, der Österreicher deckt jedes Verbrechen und sei es das gemeinste.“

  7. stefanolix
    3.05.2008 | 23:00

    @Johannes: Du kannst nicht erwarten, dass Dein Kommentar unter diesem Artikel unwidersprochen bleibt. Es geht mir hier um eine differenzierte Betrachtung und wenn Du dazu nicht bereit bist, dann schimpfe über das Kollektiv der Österreicher bitte in Deinem eigenen Blog.

    Um die Verbrechen der Nazis geht es hier in diesem Artikel überhaupt nicht. Jeder einzelne deutsche Naziverbrecher und jeder Nazi-Kollaborateur aus einem anderen Land war einer zuviel. Aber wer hat das Recht, europäischen Völkern eine Kollektivschuld zuzuweisen, nur weil sie einige Verbrecher hervorgebracht haben? Welches Volk kann von sich behaupten, dass es in dieser Beziehung völlig unbelastet wäre?

    Deine Betrachtungen zu den Verhältnissen in der DDR sind durch ein so großes Maß an Unkenntnis und Ignoranz gekennzeichnet, dass ich darauf nicht näher eingehen werde.

  8. Lina
    3.05.2008 | 23:04

    @ johannes

    Ja, der grosse Bernhard, er ist mir auch gleich in den Sinn gekommen! Er hat ihnen gesagt, wer sie sind, “die Österreicher”…

    Aber den “Sonderfall” Heinz Forcher hätte er - anders als stefanolix - glatt unter den Tisch fallen lassen (-;.

  9. stefanolix
    3.05.2008 | 23:18

    Gut, der Artikel ist leider nicht online und ich muss vielleicht noch einige Informationen nachreichen: neben Heinz Forcher und dem Rektor der bisherigen Sonderschule gab es natürlich viele weitere Aktivisten, sonst wäre der heutige Zustand niemals erreicht worden.

    Und bei allem Respekt vor österreichischen Großschriftstellern: ich werde mich auch von ihnen nicht überzeugen lassen, alle Österreicher zu kollektivieren.

    Um noch ein anderes Volk mit hineinzuziehen: die Schweizer haben auch ihre großen Schriftsteller und einige davon haben sich weiß Gott kritisch über ihr eigenes Volk geäußert. Aber müsste ich nicht vor mir selbst rot werden, wenn ich daraus mein eigenes endgültiges Urteil über die Schweiz(er) ableiten würde?

  10. Lina
    3.05.2008 | 23:28

    @ stefanolix

    Nein, müsstest Du nicht. Von Dichtern lernen heisst, in der Überzeichnung Wahrheit erkennen.

    Übrigens: Dein Eifer in Ehren, aber ich persönlich hatte “die Österreicher” in Anführung gesetzt…

  11. stefanolix
    3.05.2008 | 23:37

    Natürlich. Das war auch allgemein in den Raum gesprochen. Von Dichtern zu lernen heißt für mich, die Überzeichnung als Denkanstoß zu nehmen — nicht mehr und nicht weniger.

  12. der gute don
    3.05.2008 | 23:39

    wirklich ekelhaft sind die Medien die Berichterstattung um jeden Preis wollen. Oder die Menschen die diese Berichterstattung wollen. Da bin ich mir noch nicht ganz sicher. Auf jeden Fall ekelhaft.

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,551203,00.html

  13. 4.05.2008 | 0:38

    Ekelhaft sind sicherlich in erste Linie die vereinzelten Reporterteams, die moralische Maßstäbe schon längst über Bord geworfen haben - Paparazzo eben.

    Die Sensationsgeilheit vieler Menschen, die sich so sehr für solche “Nachrichten” interessieren, resultiert wohl lediglich aus deren eher mauen Lebensverhältnissen.

  14. 4.05.2008 | 0:45

    Herr Pfeiffer ist allein schon deshalb unvergessen, weil er in den 90ern gern die Kinderkrippen in der DDR für alles Übel verantwortlich machte

    Ist das der selbe Pfeiffer, der in den 2000ern Killerspiele für alles Übel in der BRD verantwortlich macht? Falls ja: Erstaunlich. Ich dachte, dass wäre ein neuer Selbstdarsteller.

  15. stefanolix
    4.05.2008 | 6:24

    Ja, gemeint ist dieser Mann: Christian Pfeiffer (SPD), deutscher Kriminologe, von 2000 bis 2003 Justizminister in Niedersachsen.

    Ich weiß, man soll keine Witze mit Namen machen, aber die Wikipedia weiß auch noch:

    Der Name Pfeiffer ist abgeleitet von der musikalischen Berufsbezeichnung des »Pfeifers«. Eine norddeutsche Form derselben Bezeichnung ist »Pieper«.

    Tja. Dieser Herr Pfeiffer macht eben sofort »Piep«, wenn Autoritätsgläubige eine einfache Erklärung für das Verhalten Jugendlicher suchen.

    PS: eine ganz andere Form des Pfeifens wäre nicht das Betreiben eines Marktstandes für einfache Ursachen, sondern das Whistleblowing.

  16. stefanolix
    4.05.2008 | 6:37

    Zur Ekelhaftigkeit der Berichterstattung: Momentan lässt sich das Echo auf die einzelne Berichterstattung wohl noch kaum ermitteln, so dass die Medien sich darauf zu berufen scheinen, dass das Volk es ja so will.

    Im Grunde müssten die großen Medien durch unabhängige Votingsysteme begleitet werden, in denen du deine Bewertung abgeben kannst und in denen auch klar gesagt werden kann: diesen Artikel lehne ich (z.B. aus ethischen Gründen) ab. — Das beträfe übrigens auch den Umfang der Berichterstattung über die Person eines Schwerverbrechers.

    Ich hatte ja schon oben gesagt, dass ich mich für das andere Thema gern mit zehn Prozent des Papiers begnügen würde. Wenn die Medien hier auch mal nur die sachlichen Meldungen der Nachrichtenagenturen abschreiben würden, wäre ja alles in Ordnung. Aber nein, sie schicken Fotoreporter mit meterlangen Objektiven zum Krankenhaus, um endlich ein Opfer »abzuschießen« …

  17. Lina
    4.05.2008 | 7:22

    @ stefanolix

    “Die Ekelhaftigkeit der Berichterstattung…”

    Die “Medienpolizei” hat gesprochen (-;. Für sie haben die Medien seit heute auch ein “Volk” (-;. Was direkt zu der Erkenntnis führt, dass wir tatsächlch in einer von ihm gesteuerten Mediokratie leben. Aber was tun? Die freie Presse ist wie der freie Markt ihr eigener Herr, kennt keine Moral, kein Gewissen, kann auf die in Kooperation mit ihrem Volk entstehende brutale Verengung der Wahrnehmungskanäle so viel Papier verwenden, wie sie will, solange es ihr vom sie wählenden Volk abgenommen wird.

    Eine Nachricht ist heute nur noch das, was man aus ihr macht.

  18. Lina
    4.05.2008 | 9:23

    @ stefanolix

    P.S.: Wer die Macht der Medien (bewusst oder unbewusst) so offen herausstellt, gibt sich als ihr Opfer zu erkennen - und wünscht, ihr zu entkommen. Oder sie zensieren, bzw. eingrenzen zu können. Im Namen von Freiheit und Demokratie geht das aber nicht. Was nun?

    Freiheit-über-alles-Celebranten scheinen noch immer nicht wahrnehmen zu wollen, dass auch sie individuell und gesellschaftlich destruktive bis gewaltsame Auswirkungen haben kann; auch das gehört zu ihrem Preis. Nur als Idee ist sie wirklich unschlagbar.

    (Vielen Dank für Deine ambitionierte Gegenwehr im Fall Amstetten und die Präsentation eines gegenläufigen Ereignisses!)

  19. stefanolix
    4.05.2008 | 10:46

    Diese Integration der behinderten Schüler ist eigentlich nicht nur ein einzelnes Ereignis oder eine Reihe von Ereignissen, sondern ein langfristiger Prozess der Befreiung vom alten Obrigkeitsdenken. Schulen ändern sich ja noch langsamer als Kirchen. Aber wenn so ein Prozess in einem Land möglich ist, dann verbieten sich wohl alle pauschalen Verurteilungen — genauso wie sich natürlich ein pauschales und unkritisches Lob verbietet.

    In den Zeitungen kann man an diesem Wochenende lesen, dass die Österreicher so schrecklich titelgläubig seien. Die Aktivisten dieser Integration waren es gerade nicht, sonst hätten sie ja den Autoritäten geglaubt: »Ja, Herr Doktor, natürlich kommt der Ernst in die Sonderschule; ja Herr Geheimrat, selbstverständlich kommt der Max in die geschlossene Werkstatt«. Das wollte ich eigentlich zeigen …

    —-

    Ich bin weder ein Befürworter noch ein Vertreter der »Medienpolizei«, auch nicht mit Smiley … Ich habe auf die Kommentare von »der gute don« und »Marvin« geantwortet und mir meine eigenen Gedanken über die Ekelhaftigkeit gemacht. Über eine persönliche Einschätzung und einen persönlichen Wunsch gehe ich nicht hinaus.

    Ein Bewertungssystem ist nicht gleichbedeutend mit einer Überwachung. Ich denke, dass Online-Medien wie SPON so etwas aushalten müssen. Problematisch wird es eher, wenn man an den Schutz der personenbezogenen Daten der Bewertenden denkt. — Ein unabhängiges Bewertungssystem würde vielleicht zu mehr Transparenz führen und mancher Chefredakteur würde möglicherweise umdenken, wenn er angezeigt bekäme, dass 50% seiner Leser überhaupt nicht so sensationsgierig sind, wie er immer geglaubt hat.

  20. 4.05.2008 | 12:59

    Wieso ein bewertungssystem. Im Internet hat man es doch durch die Klicks. Und die Quote scheint noch zu stimmen.

  21. 4.05.2008 | 14:52

    Sicher melden sich jetzt Libertäre und sagen mir, dass doch aber jegliche Staatsschule zu verurteilen sei.

    Natürlich ist jede Staatsschule zu verurteilen :-)

    Aber mal im Ernst: dein Beispiel ist sehr, sehr schön, hat es doch mir staatsfeindlichem Libertären geholfen, zu erkennen was das Problem wirklich ist - und die Antwort auf diese Frage ist genau die Antwort auf die Frage, wieso sich denn trotz ausdrücklicher Einladung kein Libertärer findet, der hieran etwas auszusetzen hat.

    Die lange Antwort hab ich, weils dort besser passt, nebenan hingeschrieben. In kurz: Ein Kompromiß ist dann ok, wenn er niemanden benachteiligt. Aber eben nur dann. Das passt auch hier (den K. definiere ich als “bessere Staatsschule anstatt gar keine Staatsschule”), denn durch die Abschaffung der Sonderschule wird niemand schlechter gestellt als vorher. Auf der anderen Seite sind Kompromisse, bei denen auf der einen Seite eine bestimmte Gruppe benachteiligt wird, damit es einer anderen Gruppe besser geht, mE auch nicht liberal, sondern einfach nur etatistische Willkür.

  22. Herbert
    6.05.2008 | 9:19

    “..andere schreien wieder einmal nach der Todesstrafe…”
    Wer hat das wo getan? Sowas behauptet sich leicht, und man kann sich in Abgrenzung billig als Humanist ausgeben, aber ich glaub es erst einmal nicht. Todesstrafe für ein Delikt bei dem niemand zu Tode gekommen ist? Das hat niemand gefordert, der nicht besoffen war!

  23. stefanolix
    6.05.2008 | 9:28

    @Herbert:
    Den Ruf nach der Todesstrafe hört man beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr oder in privaten Andeutungen und er kommt keineswegs nur von primitiv denkenden Leuten. Damit es klar ist: ich lehne sie generell ab. Aber es gibt die Todesstrafe in manchen Ländern auch für solche Delikte. — Soweit ich weiß, ist in diesem Keller jemand zu Tode gekommen: wer weiß denn, ob das verbrannte Baby unter anderen Umständen nicht am Leben geblieben wäre?

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