Der große Sprung nach vorn

Das PIK in Potsdam berät die Bundesregierung in Sachen Klimawandel. Weil die Forderung nach einer “Kulturrevolution” zur Abwendung der Folgen des Treibhauseffekts bei einigen Lesern zu Assoziationen mit einer finsteren chinesischen Epoche führten, wurde die Radikalkur jetzt in eine “Große Transformation” des globalen Wirtschaftslebens, inklusive Neudefinition von Stadt- und Landleben umbenannt. Ich kann mir nicht helfen, aber die Wortwahl lässt immer noch Spielraum für schlimme Befürchtungen.

Via Achse des Guten.

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19 Kommentare zu “Der große Sprung nach vorn”

  1. R.A.
    6.05.2008 | 16:02

    Schon absurd - je mehr die realen Meßwerte zeigen, daß die modellierte Klimakatastrophe ins Märchenbuch gehört, desto schriller werden Forderungen nach Zwangsmaßnahmen.

  2. 6.05.2008 | 16:19

    @R.A.

    Als Optimist hoffe ich, dass es sich um ein letztes Aufbäumen handelt. Leute die an Glaubwürdigkeit verlieren neigen ja bekanntlich dazu sich zu verrennen.

  3. 6.05.2008 | 16:42

    Ich finde es erstaunlich, nein erschreckend, wie verbohrt diese Wissenschaftler sein müssen, um sich den Fehler zu erlauben, solch verräterisches Vokabular vom Stapel zu lassen. An Dummheit sollte es doch nicht liegen, oder?

  4. 6.05.2008 | 16:58

    @boche:

    Nein an ihrer Überzeugung. Meine langjährige Erfahrung mit den Urhebern derartig markiger Worte lehrte mich, dass sie nicht nur in Umweltfragen zu den großen Entwürfen neigen. Das ist einfach eine Frage der Weltanschauung.

  5. 7.05.2008 | 0:02

    @Boche

    Exakt das habe ich auch gedacht.

  6. Lina
    7.05.2008 | 8:03

    @ SteffenH

    “Das ist einfach eine Frage der Weltanschauung.”

    Oder der durchsichtigen Absicht, noch eine Verwertbare zu finden?

    Denn der regierungsamtlich zum höchsten Ziel erklärte Klimaschutz dient anscheinend nur noch der Verschleierung von Ratlosigkeit darüber, dass der Politik die “Sinnressourcen” auszugehen drohen, wie es der Soziologe Ulrich Beck konstatiert hat. Als ich das vor einiger Zeit gelesen habe, ist mir ein Licht aufgegangen - während es weltweit in Kooperation mit Google und Konsorten stundenweise ausging…

    Und die, die denen zuarbeiten, die ihre Arbeit mit fragwürdigen Drohgebärden und -szenarien zu legitimieren suchen, dürfen sich meiner Meinung nach ohne weiteres der Mittäterschaft am Omnipozenzstreben der Politik bezichtigen lassen.

  7. Lina
    7.05.2008 | 8:26

    @ SteffenH

    “Das ist einfach eine Frage der Weltanschauung.”

    Oder eher der Absicht, noch eine Verwertbare zu finden?

    Der regierungsamtlich zum höchsten Ziel erklärte Klimaschutz dient anscheinend nur noch der Verschleierung von Ratlosigkeit darüber, dass der Politik die “Sinnressourcen” auszugehen drohen, wie es der Soziologe Ulrich Beck konstatiert hat. Als ich das vor einiger Zeit gelesen habe, ist mir ein Licht aufgegangen - während es weltweit in Kooperation von Google und Konsorten stundenweise ausging.

    Und die, die denen zuarbeiten, die ihre Arbeit mit Drohgebärden und -szenarien zu legitimieren suchen, dürfen sich meiner Meinung nach mittlerweile der Mittäterschaft am Omnipotenzstreben der Politik bezichtigen lassen.

    (P.S.: Wenn auch dieser Text nach Eintrag, Senden und Abbilden wieder von der Bildfläche verschwindet, dann weiss ich Bescheid.)

  8. Lina
    7.05.2008 | 8:34

    Aha. Ich werde erst “freigegeben”, dabei war ich bisher doch immer so frei (-;…

    Sorry, das konnte ich nicht ahnen.

  9. Spruance
    7.05.2008 | 10:40

    @R.A.
    Das ist mittlerweile wohl ein Wettlauf zwischen der schwindenden Glaubwürdigkeit und der Chance, Drastisches durchzusetzen.

  10. 7.05.2008 | 10:54

    Anscheinend ist wirklich eine Kulturrevolution nötig. Die Vergangenheit muss schon revidiert werden.

  11. R.A.
    7.05.2008 | 11:02

    @Lina:

    dient anscheinend nur noch der Verschleierung von Ratlosigkeit darüber, dass der Politik die “Sinnressourcen” auszugehen drohen

    Eine hervorragende Erkenntnis!
    Erklärt auch die Beliebigkeit, mit der viele Politiker auf irgendwelche Themen anspringen - es geht nur noch darum den Anschein zu erwecken, ihr politisches Handeln wäre nötig.

  12. 7.05.2008 | 11:07

    Lustig ist natürlich auch der behauptete Meeresspiegelanstiegs im 30 bis 50 Meter Bereich. Das ist die IPCC Prognose für das Jahr 2100 mal hundert! Dabei wird von Herrn Rahmstorf jeder angegiftet, der die Werte des IPCC um wenige Zentimeter oder Zentigrade unterschreitet.

  13. R.A.
    7.05.2008 | 15:05

    @Dirk:
    Rahmstorff wird natürlich behaupten, daß hier der Meeresspiegelanstieg über einige Jahrtausende gemeint ist. Beim Zeitraum ist er ja völlig vage geblieben.

    Ansonsten ist es schon hanebüchen, daß eine als wissenschaftlich auftretende Institution solchen Unsinn als “Kernthesen” verbreitet.

    Die ganze Sache mit den “Kippschaltern” im Weltklima, die angeblich vom Treibhauseffekt bedient würden, ist m. W. völlige Spekulation ohne wissenschaftlichen Beleg.

    Und das gilt auch für die Behauptung, die politisch vereinbarte Begrenzung auf 2 Grad wäre genau die Grenze, bis zu der keiner der behaupteten Effekte gefährlich würden.
    Das ist letztlich ein völlig gegriffener Wert.

  14. 7.05.2008 | 15:30

    @R.A.:

    Warren Meyer hat die Unglaubwürdigkeit dieser “Kippschalter” in Don’t Panic - Flaws In Catastrophic Global Warming Forecasts ganz gut umrissen.

  15. R.A.
    7.05.2008 | 15:36

    @SteffenH:
    Danke für den Link - aber seuzf, immer diese Youtube-Dinger …

    Gibt es eigentlich diese Kippschalter auch beim IPCC oder haben das diverse Leute noch zusätzlich erfunden?

  16. 7.05.2008 | 15:54

    @R.A.:

    Ich dachte ich erspare dir die Mühe des Lesens. Du kannst das auch hier und hier nachlesen. Dieses Kippschalter-Ding ist einfach eine schrullige Übersetzung des im Übermaß angenommenen positiven Feedbacks der Klimamodelle der durch sog. “tipping points” ausgelöst werden soll, aber es hört sich einfach dramatischer an, wenn man da so einen Schalter hat, den man nur umlegen braucht und fertig ist das Chaos.

  17. R.A.
    7.05.2008 | 16:21

    @Steffen:

    Ich dachte ich erspare
    dir die Mühe des
    Lesens.

    Danke, aber wo immer möglich, lese ich.
    Da kann ich mein eigenes Tempo wählen und nach Bedarf Passagen überfliegen oder wiederholen.

    Ich habe auch mein Studium fast komplett mit Bücherlektüre gemacht (und natürlich einigen Seminaren), Vorlesungen waren mir ein Greuel.

    Eine Ausnahme mache ich eigentlich nur neuerdings für Podcasts, weil man damit Fahrtzeiten gut füllen kann.
    Aber es macht mich ganz zappelig wenn ich auf einen Bildschirm gucken muß und warten, bis der Vortragende endlich zum Punkt kommt ;-)

  18. 7.05.2008 | 16:36

    @R.A.:

    Gut zu wissen, geht mir eigentlich auch so. Auf jeden Fall kann ich dir die vollständige Lektüre von Meyers Laymans Guide to Global Warming empfehlen.

  19. 7.05.2008 | 16:39

    @R.A.
    Rahmstorff wird natürlich behaupten, daß hier der Meeresspiegelanstieg über einige Jahrtausende gemeint ist. Beim Zeitraum ist er ja völlig vage geblieben.

    Das ist klar. Man sagt ja auch nicht morgen gehe die Welt unter oder morgen komme der Messias

    Was mich im übrigen ärgert ist, dass nicht einmal versucht wird zwischen Wissenschaft und Politik zu trennen. Das ist so ähnlich, wie bei der berühmten 3000 Tote durch Passivrauchen Studie des Krebsforschungszentrums. Bereits auf Seite 2 wird einem mitgeteilt, dass Deutschland endlich handeln müsse. 3000 Tote, das seien mehr als durch BSE, SARS und Vogelgrippe zusammen (oder so ähnliches).

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