19. Mai 2008
Bundesliga-Notizen, letzter Spieltag
1:11 - mehr gibt es nicht zu sagen. Oder doch?
Das 1:4 der Hertha in München fand ich so übel gar nicht. Wenn ein Ribery, ein Toni und ein Ze Roberto in Spiellaune sind, dann geht man ohne die nötige Einstellung schon mal schnell unter, wenn man nicht dieselbe Qualität mitbringt. Und wer will es den Berlinern verdenken, zumal ihr wenig kämpferischer Einsatz jetzt sogar noch mit einem UEFA-Cup-Platz als fairstes Team der Bundesliga belohnt wurde? Und es freut mich gleich doppelt, dass dieser junge Bulgare mit dem unaussprechlichen Namen dem Kahn noch einen eingeschenkt hat: Nicht nur, dass die Hertha das letzte Tor gegen Kahn in der Liga schoss, der Junge zeigte in seinem Kurzeinsatz mehr Torgefahr als das ganze restliche Team (Pantelic natürlich außen vor) während der Rückrunde. Und wie ich hörte, muss er für seine Mäuse noch nicht einmal 70 Stunden arbeiten. Also Lucien, überdenk doch noch mal deine bisher kritische Haltung. Der kann was.
Aber das 0:7 der Karlsruher in Hamburg war eine Schande. Gut, der Akku war leer. Gut, einzelne Spieler brauchten dringend Urlaub, weil sie sich nicht mehr riechen, geschweige denn sehen konnten. Aber trotzdem: Sich so vorführen zu lassen, das offenbart eine Berufsauffassung, die vielleicht ein kurzfristiges Optimum zu erzielen in der Lage ist, aber langfristig den Kredit verspielt, von dem auch die Profikicker letztlich leben. Diese liebenswerten KSC-Fans haben es jedenfalls besser verdient. Es war vielleicht ein Signal zur rechten Zeit für Ede Becker, die Abgänge zu nutzen, um das Team grundlegend zu erneuern. Das zweite Jahr wird sowieso schwerer.
Nürnberg muss gehen. Das ist nur konsequent. Die Mannschaften, die selbst glauben, dass sie nur zufällig unten drin stehen, steigen immer ab. Erstaunlich ist nur, dass in solchen Situationen immer wieder “Leidenschaft”, “Herzblut” und “Wille” vermisst werden. Dabei ist es doch logisch, dass wir hier einen positiven Regelkreis vor uns haben: Die Spieler, die die Klasse haben, das Schicksal der bedrohten Mannschaft zu wenden, dürften im Zweifel eh bereits in Verhandlungen mit einem anderen Erstliga-Verein stehen und haben daher keinen Grund, sich über Gebühr ins Zeug zu legen. Und die anderen können sich dann noch so sehr zerreißen - ohne ihre wirklichen Könner gehören sie eben auch nicht in die 1. Liga.
Schade nur, dass dann wieder so ein Kunstprodukt wie Hoffenheim dafür reinkommt. Die hatten bis vor ein paar Monaten noch nicht einmal richtige Fans… Neu ist das allerdings nicht, denken wir z.B. mal an die beiden - ja, es waren mal zwei! - Bayer-Clubs. Und auch TeBe schaffte mal den Aufstieg als Club eines Schlagerproduzenten. Schaun mer mal, wie sich Hoffenheim schlägt. Ein Konzept haben die, das muss man ihnen lassen. Aber was, wenn die Bayerns dieser Welt denen die Spieler wegkaufen?
Verfasst von Rayson um 00:00 Uhr in der Kategorie Steckenpferde der Autoren (Trackback)