22. Mai 2008
Die Fabel vom empörten Brandstifter
Die intellektuelle Armut der deutschen politischen Debatte wie auch des deutschen Fernseh-Journalismus war gestern in der ARD zu betrachten. “Hart aber Fair” untersuchte das Thema “Zwei-Klassen-Medizin”.
Eingeladen war ein Vertreter der privaten Krankenversicherungen, ein Arzt, ein Journalist von der Süddeutschen, der unsägliche aber bei diesem Thema natürlich als Prototyp erforderliche Herr Lauterbach und - was für ein Zeichen journalistischer Armut! - Fernsehpfarrer Fliege.
Lang und breit wurde untersucht, ob es eine Zwei-Klassen-Medizin” gäbe, ob Ärzte raffgierig seien oder selbstlos sein sollten, ob das Thema Gesundheit “zur Industrie verkommt” und vieles mehr.
Was für eine Zeitverschwendung! Dabei lautet die Antwort schlicht:
Selbstverständlich gibt es eine Zwei-Klassen-Medizin! Die Politik hat sie geschaffen.
(Dem Arzt platzte in der Sendung dann irgendwann auch der Kragen und er nannte den Lauterbach einen Brandstifter, der nun lauthals nach der Feuerwehr riefe. Was ein treffliches Bild ist.)
Sie, die Politik, hat den Brand gelegt. Sie hat die Krankenversicherungen zweigeteilt:
In ein bürokratisches Zwangssystem, in das alle unterhalb eines gewissen Einkommens hineingepresst werden.
Und in einen Teil, der noch relativ frei und privat bewirtschaftet wird.
Und nun wundern sich alle und erregen sich darob, dass das eine die Holzklasse und das andere Business Class ist.
Wie anschaulich muss es denn noch werden bis die Einsicht erfolgt, dass sozialistisches bürokratisches Wirtschaften teuer, ineffizient und von den Ergebnissen her mager und wenig zufriedenstellend ist?
Aber nein:
Schuld sind die, die das Glück haben, dem Zwangssystem entronnen zu sein. Schuld sind die, die mit dem Beruf des Arztes gutes Geld verdienen möchten. Schuld ist überhaupt, dass es hier um Geld geht.
Besser wäre, meint dirty Kalle, wenn alle Holzklasse führen. Besser wäre, sagt der unerträglich dumme Herr Fliege, wenn Ärzte wohltätige Zwecke verfolgten, schließlich lege er sein Leben in ihre Hände. Zwischendurch meinte Plasberg den tollen Aufklärer mimen zu können, in dem er investigativ das Offensichtliche herausbekam: Dass ein besser zahlender Kunde auch besser behandelt wird. Dass Zwangssysteme den Anreiz zu allerlei, auch unappetitlichen und natürlich auch illegalen Ausweichmanövern geben.
Was für ein Trauerspiel.
Verfasst von Boche um 11:22 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)