9. Juni 2008
Sternchen auf Idiotenbrust
Heute Morgen kam mir auf dem Bahnhof ein junger Mann entgegen, der auf einem schwarzen T-Shirt den Roten Stern trug. Ansonsten wirkte der Mann wie das, was man wohl mal als Hippie bezeichnet hat: Langhaarig, sanftmütig und gewaltfrei.
Um so erstaunlicher erscheint diese Zurschaustellung. Im letzten deutschen Staat, der dieses Symbol zum Ziel verordneter Verehrung machte, war solches “asoziale Pack”, wie Menschen derartigen Aussehens von der Obrigkeit bezeichnet wurden, nicht wohl gelitten. Ich habs selbst erlebt, wie junge Männer und Frauen, die dem jungen Mann von heute Morgen recht ähnlich sahen, an just diesen ihren langen Haaren gepackt, über den Boden gezogen und in Polizeibusse hinein geprügelt wurden. Von kräftigen “Arbeiter-und-Bauern”-Händen. Ihr Vergehen war, mit Blumen in den ausgestreckten Händen auf Polizeiketten zuzugehen, um für Gewaltfreiheit zu werben.
Dass sich Naivlinge freiwillig in die Symbole ihrer potentiellen Unterdrücker kleiden, ist ein erbarmungswürdiger Anblick. In welchem Grad die Linke in ihrer Geschichtslosigkeit doch gelegentlich dumm wirkt…
Verfasst von Boche um 16:34 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)