Wir sind die wahren Linken!

Denn wir, die Liberalen, wie ich uns Autoren und politisch nahe stehende Kommentatoren mal kollektivierend bezeichne, sind diejenigen, die wirklich für die Benachteiligten kämpfen.

Dieser Beitrag im Blog “Wirtschaftliche Freiheit” offenbart nichts Neues, drückt aber aus, was immer wieder zu wiederholen ist:

Freie Märkte sind wirksame Entmachtungsmittel.
Der Kampf gegen freie Märkte, gegen die Globalisierung ist verbrämter Konservativismus im Sinne des Schutzes von Privilegien.

Wir dürfen uns nicht von der Begriffshoheit der linken Konservativen an die Wand drücken lassen. Forderungen nach “sozialer Gerechtigkeit” gehören immer und immer wieder entlarvt:
Als Egoismus, als Gier, als Neid, als Verlustangst Privilegierter.

Gerechtigkeit gibt es (nur) vor dem Gesetz.
Notleidende verdienen Mildtätigkeit und Hilfe zur Selbsthilfe.
Aber keine Vereinnahmung für egoistische Ziele politischer Lobbygruppen.

PS: Der Titel ist natürlich reine Provokation. Das Adjektiv “links” ist in meinen Augen nicht attraktiv. “Liberal” eignet sich viel besser (und wird ja auch gern von Linken zu vereinnahmen versucht). Weil liberal eben das an moralisch Gutem schon rein prinzipiell und systematisch enthält, was “links” nur hohl und verlogen für sich reklamiert: Egalisierung und die Zerstörung von Privilegien und Macht.

Ähnliche Beiträge


21 Kommentare zu “Wir sind die wahren Linken!”

  1. 12.06.2008 | 14:14

    “Liberal” [...] wird ja auch gern von Linken zu vereinnahmen versucht

    Ach Boche, Du Fossil! Bist Du überhaupt Historiker? Die meinen’s doch nur gut mit dem Liberalismus, wollen ihn nur modernisieren und von seinen wesentlichen Irrtümern (Betonung der Eigentumsrechte, Marktorientierung, Staatskritik) befreien…

  2. 12.06.2008 | 14:21

    Wer bin ich auch, mich zu äußern. Ich höre die Stimme in meinem Kopf, dröhnend, vorwurfsvoll und gleichzeitig spöttisch ist sie:

    Auf welche Diskurse kannst du denn verweisen? Hä?

  3. 12.06.2008 | 18:21

    Ich sehe bei Marktwirtschaftlern immer die Tendenz dazu, dass Eigeninitiative alles löst. Mir stellt sich die Menschheit allerdings anders dar. 80 Prozent wollen in Ruhe ihr Bierchen im Gärtchen trinken und wissen, dass sie sich ohne Arbeit keines kaufen können. 10 Prozent sind faul und wollen da Bierchen einfach so und 10 Prozent wollen Schampus und sind bereit dafür fast alles zu tun. Denen laufen die 80 Prozent hinterher, denn sie haben gar keine Lust über das große wohin nachzudenken. Zum Glück der 10 Prozent Sektfreunde, denn wären alle so wie diese gäbe es ein Hauen und Stechen, dass es nicht mehr schön wäre. Wenn alle Häuptling sein wollen, geht das auch schief. Also darf man den Indianern das nciht zum Vorwurf machen sondern sollte froh sein, dass man sie hat.

  4. Michel
    12.06.2008 | 23:35

    @ Marc: Also wenn dein Bild so einigermaßen Stimmt, sind doch die Marktwirtschaftgegener diejenigen der 10 % faulen, die versuchen die 80% so zu agitieren, dass diese ihnen hinterherlaufen und ihnen den Schampus zu verschaffen.

  5. 13.06.2008 | 1:08

    [...] Entmachtung der Priviligierten! Wer denkt da nicht sofort an ein neues Schlagwort der ‘Linken’ und hofft im 2. Satz auf etwas wie: “Proletarier aller Länder…”. Doch diesmal geht es nicht im die die klassische ‘Linke’, es geht nicht um die Umverteilung von Arm und Reich durch staatliche Instrumente, propagandierte “soziale Gerechtigkeit” als Wählerstimmen-Magnet, denn ist es sozial, Besitztümer mit staatlicher Hand umzuverteilen? Was hier evtl. den kleinen Bauern schützt (u.a. Subventionen) richtet, global betrachtet, große Schäden an. Da wird aus sozialen Versprechungen reiner Protektionismus gegen Wettbewerber aus dem Ausland. Das Liberale also in vielen Punkten die besseren ‘Linken’ sind ist ja schon länger so gut wie unumstritten. Lesenswert in diesem Zusammenhang der Beitrag “Entmachtet die Privilegierten! Warum Liberale gute Linke sind”. “Denn der Wettbewerb stürzt die Mächtigen vom Thron und verteilt Chancen und Macht an jene, die keine Privilegien haben. Also sind die Liberalen die wirklichen Linken, während viele Linke in Wirklichkeit nichts als status quo orientiere Protektionisten sind” Sehr interessant ist auch der Beitrag der Bissigen Liberalen ohne Gnade. [...]

  6. 13.06.2008 | 3:51

    Man möge mir meinen zu langen Trackback verzeihen…

  7. 13.06.2008 | 9:48

    Man mag. ;-)

  8. 13.06.2008 | 9:52

    @Michel: Eigentlich gehören die Agitatoren auch zu den 10 Prozent, die alles tun, um Schampus zu bekommen.

    Das mit dem Agitieren klappt aber nur, wenn die 80 Prozent ihr Bierchen im Gärtchen in Gefahr sehen.

  9. 13.06.2008 | 10:11

    @marc

    Wer arbeitet, zeigt doch Eigenintiative. Insofern wäre deine prozentuale Darstellung doch eher eine Bestätigung. Denn das individuelle Maß an Eigeninitiative kann nur der Einzelne für sich selbst setzen.

  10. 13.06.2008 | 13:50

    Nein, nein, nein: Wir sind die wahren Linken. :P

  11. 13.06.2008 | 13:55

    @Matt

    Ihr gebt euch Mühe, das muss man euch lassen. ;-)

  12. t.i.n.a.
    17.06.2008 | 1:29

    Forderungen nach “sozialer Gerechtigkeit” gehören immer und immer wieder entlarvt:
    Als Egoismus, als Gier, als Neid, als Verlustangst Privilegierter.

    Ist die von den überwiegend besser gestellten betriebene Forderung nach “Liberalisierung” denn nicht auch nur mit Egoismus, Gier, Neid
    und Verlustangst der Klassengesellschaft begründet?

  13. 17.06.2008 | 10:04

    Liberalisierung würde bedeuten, dass jeder die gleiche Chance bekommt und letztlich die Leistung entscheidet. Dass Privilegien nichts zählen, Leistung alles.

    Insofern scheint deine Frage keinen Sinn zu ergeben. Aber ich weiß auch nicht, von welchen “besser gestellten” Kreisen du sprichst, die da Liberalisierung fordern sollen. Was “Verlustangst der Klassengesellschaft” bedeutet, ist mir sprachlich wie sinngemäß auch ein Rätsel. Klärst du mich auf?

  14. t.i.n.a.
    17.06.2008 | 18:18

    Liberalisierung würde bedeuten, dass jeder die gleiche Chance bekommt und letztlich die Leistung entscheidet. Dass Privilegien nichts zählen, Leistung alles.

    Das ist soweit richtig, nur halte ich es für höchst fraglich ob auch in der Realität jeder die gleiche Chance bekommt.
    Davon abgesehen, wenn sämtliche Leistung nur von einem kurzfristig-denkenden Markt der Gewinnmaximierung als höchstes Ziel erkennt definiert wird, was passiert dann mit denjenigen denen der Markt nur ein besseres Bettlereinkommen zugesteht?
    Warum sollte sich durch eine Liberalisierung die Situation der
    unteren 50% der Gesellschaft besser werden?

    Insofern scheint deine Frage keinen Sinn zu ergeben. Aber ich weiß auch nicht, von welchen “besser gestellten” Kreisen du sprichst, die da Liberalisierung fordern sollen. Was “Verlustangst der Klassengesellschaft” bedeutet, ist mir sprachlich wie sinngemäß auch ein Rätsel. Klärst du mich auf?

    Die Frage ergibt solange keinen Sinn wie man daran glaubt das Liberalismus auch funktioniert und jedem Teilnehmer gleiche Chancen
    am Marktgeschehen ermöglicht.
    Wer ist denn am freien Markt besser gestellt?
    Der “freie” Multimillionär der in seiner Firma Arbeitsplätze anbieten KANN oder der kleine “freie” Arbeiter der aufgrund fehlender sozialer Sicherungssysteme seine Arbeitsleistung anbieten MUSS?

    Und warum sollte es die Gesellschaft ermöglichen das die einen, die etwas mehr Glück, Können oder Skrupelosigkeit auf ihrer Seite hatten, letztlich unendlich reich werden können wenn die anderen weniger glücklichen es gerade schaffen nicht zu verhungern?

    Warum ist die Arbeitsleistung eines “kleinen” Selbstständigen der 80h die Woche arbeitet und mit Mühe 1500,- pro Monat erwirtschaftet gesellschaftlich so viel weniger Wert als die eines “großen” Selbstständigen der 80h arbeitet aber 150000,- monatlich für seine Leistung bekommt?
    Und warum sollte derjenige der es wirtschaftlich kann nicht auch die unterstützen die es nicht können?
    Wie soll mit so einem System eine Gesellschaft zusamenn gehalten werden?
    Eine überzeugende Antwort auf diese Fragen habe ich bislang noch von keinem Liberalen bekommen.

  15. Michel
    17.06.2008 | 22:44

    @ t.i.n.a: “Das ist soweit richtig, nur halte ich es für höchst fraglich ob auch in der Realität jeder die gleiche Chance bekommt.”

    Der freie Markt ist sicher nicht perfekt, aber es ist eine Illusion zu glauben, der Staat würde irgendetwas zum Besseren richten. Er erlaubt nur irgendwelchen Funktionären ihr Süppchen zu kochen, ohne dass den Armen in irgendeiner Weise geholfen wird. Über vermeintliche Gegenbeispiele können wir gerne disskutieren.

    “Davon abgesehen, wenn sämtliche Leistung nur von einem kurzfristig-denkenden Markt der Gewinnmaximierung als höchstes Ziel erkennt definiert wird, was passiert dann mit denjenigen denen der Markt nur ein besseres Bettlereinkommen zugesteht?”

    Nur Zweck-Nutzen Rationalität ist zum Glück nicht die einzige Antriebskraft des Menschen. Das allein verleit deiner Frage ihren Sinn und genau dass ist auch der Grund warum man die Menschen nicht durch den Staat zur Solidarität zwingen muss.

    “Wer ist denn am freien Markt besser gestellt?
    Der “freie” Multimillionär der in seiner Firma Arbeitsplätze anbieten KANN oder der kleine “freie” Arbeiter der aufgrund fehlender sozialer Sicherungssysteme seine Arbeitsleistung anbieten MUSS?”

    Das die Sozialversicherungssysteme in Deutschland von unten nach oben umverteilen ist dir schon bekannt? (Siehe etwa Karl Lauterbach, ‘Der Zweiklassen Staat’, ein ansonsten nicht zu empfehlendes Buch) Desshalb ist die Antwort auf deine Frage der freie Arbeiter, weil zu dem Gefälle wirtschaflticher Möglichkeiten, nicht noch politische Instituionen hinzukommen, die ihn benachteiligen.

    “Und warum sollte es die Gesellschaft ermöglichen das die einen, die etwas mehr Glück, Können oder Skrupelosigkeit auf ihrer Seite hatten, letztlich unendlich reich werden können wenn die anderen weniger glücklichen es gerade schaffen nicht zu verhungern?”

    Gute Frage, also warum verhindert man mit allerhand Regulierungen, Zwangsmonopolen und Subventionen, dass die Unteren je auf einen grünen Zweig kommen und begünstigt stattdessen big business?

    “Und warum sollte derjenige der es wirtschaftlich kann nicht auch die unterstützen die es nicht können?”

    Das ist eine frage der individuellen Moral und wie die Antwort darauf auch ausfallen soll, sie darf nicht mit politischer Gewallt durchgesetzt werden.

  16. t.i.n.a.
    18.06.2008 | 2:47

    Der freie Markt ist sicher nicht perfekt, aber es ist eine Illusion zu glauben, der Staat würde irgendetwas zum Besseren richten. Er erlaubt nur irgendwelchen Funktionären ihr Süppchen zu kochen, ohne dass den Armen in irgendeiner Weise geholfen wird. Über vermeintliche Gegenbeispiele können wir gerne disskutieren.

    Es ist doch ebenso eine Illusion das der freie Markt ALLES wie von zauberhand zum Wohle der Mehrheit regeln könne.
    Wir wissen das der Markt bestimmte Bereichen alleine regeln kann, bei wirklich komplexen Themen gibt es da aber mit Ausnahme ziemlich grauer Theorie nichts was dessen wirken und Effizenz bewiesen hätte.
    Wir können uns unsere Gesellschaft halt nicht beliebig basteln wie wir sie gerne hätten oder wie der Markt sie gebrauchen könnte.
    Und zu dieser Gesellschaft gehören auch Faulenzer und Personen die mit dem vom Markt bestimmten Einkommen nie auf einen grünen Zweig kommen werden.
    Das in unserer Verwaltung viel Mist gebaut wird bestreitet keiner,
    ebenso wenig das mal sehr viel verbesserungswürdig ist. Das Volk, sofern der Wille da ist, kann die Verwaltung aber abwählen.
    Bei einem Monopolisten der das Volk auspresst ist das nicht möglich,
    Und wie beurteilst du eigentlich das Management (z.B.) der DAX Konzerne, das sind an sich auch nur Funktionäre ohne Haftung.

    Nur Zweck-Nutzen Rationalität ist zum Glück nicht die einzige Antriebskraft des Menschen. Das allein verleit deiner Frage ihren Sinn und genau dass ist auch der Grund warum man die Menschen nicht durch den Staat zur Solidarität zwingen muss.

    Das ist richtig, nur sehe ich zur Zeit nicht das Solidarität besonders beliebt wäre, oder gar gewünscht.
    Die Leute hören Eigenverantwortung, Sparen und Geiz ist Geil und handeln dementsprechend.
    Es ist zwar schön das sich die höheren Einkommensschichten mit
    Charity-Partys für krebskranke Kinder einsetzen, nur bezweifel ich das das allein ausreicht, wie sollen die Staatsausgaben mit den von der FDP (30%max) geplanten Steuersätzen finanziert werden?

    Das die Sozialversicherungssysteme in Deutschland von unten nach oben umverteilen ist dir schon bekannt?

    Sie verteilen v.a. in der unteren Mittelschicht über Gebühr um, soweit richtig. Das kann man politisch allerdings ändern.

    Desshalb ist die Antwort auf deine Frage der freie Arbeiter, weil zu dem Gefälle wirtschaflticher Möglichkeiten, nicht noch politische Instituionen hinzukommen, die ihn benachteiligen.

    Begründe doch einfach mal warum jemand der jetzt schon am Markt benachteiligt ist es weniger wäre wenn der Markt noch viel mehr Macht hat.
    Warum sollte ein Arbeitgeber einen Arbeitnehmer weniger ausbeuten wenn alle gesetzlichen und sozialen Schranken gefallen sind?
    Da hat der verhasste Staat doch rein gar nichts mit zu tun.

    Gute Frage, also warum verhindert man mit allerhand Regulierungen, Zwangsmonopolen und Subventionen, dass die Unteren je auf einen grünen Zweig kommen und begünstigt stattdessen big business?

    Das wäre beim Liberalismus nicht anders, auch hier wäre big business grundsätzlich im Vorteil.
    Fallen sämtliche Regularien weg kann big business nach belieben die Konkurrenz platt machen, da man entsprechend Marktmacht hat, den immer wieder propagierten Wettbewerb gibt es nicht zwingend.
    Doch selbst wenn es Wettbewerb gibt, wer badet das aus?
    Da wird nicht die Renditeerwartung zurück gefahren oder in der Geschäftsleitung gespart, nein, man kürzt einfach bei den Angestellten die alle mehr oder weniger ersetzbar sind.

    Das ist eine frage der individuellen Moral und wie die Antwort darauf auch ausfallen soll, sie darf nicht mit politischer Gewallt durchgesetzt werden.

    Das würde voraussetzen das gewissen Menschen überhaupt soetwas wie Moral - oder Anstand - besitzen.
    Was passiert mit einem Arbeitgeber der seine Angestellten der eigenen Gier wegen ausbeuetet sich die Taschen füllt es nicht für nötig hält der Gemeinschaft irgendwas als ausgleich zu geben?
    Hat in die diesem Fall die Gemeinschaft einfach Pech gehabt?

  17. 18.06.2008 | 10:30

    @t.i.n.a

    ich steige mal ein:

    Es ist doch ebenso eine Illusion das der freie Markt ALLES wie von zauberhand zum Wohle der Mehrheit regeln könne.

    Eine ziemlich realitätsnahe Illusion, wenn man den Unterschied zwischen eher den sozialistisch und eher marktwirtschaftlich organisierten Volkswirtschaften hinsichtlich der allgemeinen Wohlfahrt betrachtet.

    Wir wissen das der Markt bestimmte Bereichen alleine regeln kann, bei wirklich komplexen Themen gibt es da aber mit Ausnahme ziemlich grauer Theorie nichts was dessen wirken und Effizenz bewiesen hätte.

    Ich denke, es ist genau umgekehrt: Gerade da, wo es komplex wird, versagen eher die Politiker mit ihren von Natur her einfachen und deshalb in der Regel dummen Lösungen.

    Wir können uns unsere Gesellschaft halt nicht beliebig basteln wie wir sie gerne hätten oder wie der Markt sie gebrauchen könnte.

    Wer gegen das Basteln ist, ist für den Markt. Denn der bastelt nicht von oben herab in der Gesellschaft herum. Er ist vielmehr das Prinzip der Summe freier Entscheidungen der Einzelnen.
    Basteln tut der Staat, basteln tun die Politiker und Bürokraten.

    Und zu dieser Gesellschaft gehören auch Faulenzer und Personen die mit dem vom Markt bestimmten Einkommen nie auf einen grünen Zweig kommen werden.

    Ich bin mir nicht sicher, ob ich Anhänger einer Bewegung werden könnte, die für Faulenzer grüne Zweige reservieren will. Was ja notwendigerweise auf Kosten der Fleißigen geschähe.

    Das Volk, sofern der Wille da ist, kann die Verwaltung aber abwählen.
    Bei einem Monopolisten der das Volk auspresst ist das nicht möglich,

    Der Konsument kann schneller ein Produkt links liegen lassen, als in unserer Parteiendemokratie gundlegend etwas an der Verwaltung zu ändern (die ja auch gar nicht zur Wahl steht).

    Und wie beurteilst du eigentlich das Management (z.B.) der DAX Konzerne, das sind an sich auch nur Funktionäre ohne Haftung.

    Diese Manager geben nicht mein Geld aus. Ist mir also relativ wumpe.

    nur sehe ich zur Zeit nicht das Solidarität besonders beliebt wäre, oder gar gewünscht.
    Die Leute hören Eigenverantwortung, Sparen und Geiz ist Geil und handeln dementsprechend.

    Eigenverantwortung kann ja Solidarität einschließen. Was auch sonst?
    Und Sparen ist verantwortliches Handeln, um später nicht auf die Solidarität anderer angewiesen zu sein und diese denen vorzubehalten, die sie wirklich benötigen.

    Es ist zwar schön das sich die höheren Einkommensschichten mit
    Charity-Partys für krebskranke Kinder einsetzen, nur bezweifel ich das das allein ausreicht, wie sollen die Staatsausgaben mit den von der FDP (30%max) geplanten Steuersätzen finanziert werden?

    Du weißt nicht, dass unser Staat ein riesiger Verschiebebahnhof von Subventionen ist? Die beileibe nicht an krebskranke Kinder verteilt werden sondern an Interessensgruppen jeder Couleur?

    Begründe doch einfach mal warum jemand der jetzt schon am Markt benachteiligt ist es weniger wäre wenn der Markt noch viel mehr Macht hat.

    Erkläre doch erst einmal an einem konkreten Beispiel, wen du da im Auge hast, wenn du von solchen Benachteiligten sprichst. Die Faulen?

    Warum sollte ein Arbeitgeber einen Arbeitnehmer weniger ausbeuten wenn alle gesetzlichen und sozialen Schranken gefallen sind?

    Was soll denn Ausbeutung überhaupt sein? Kannst du das definieren?

    Das wäre beim Liberalismus nicht anders, auch hier wäre big business grundsätzlich im Vorteil.

    Big business wäre dann nur big business, wenn die Kunden es big finden. Und nicht Bürokraten Schützenhilfe leisten.

    Fallen sämtliche Regularien weg kann big business nach belieben die Konkurrenz platt machen, da man entsprechend Marktmacht hat, den immer wieder propagierten Wettbewerb gibt es nicht zwingend.

    Wieso gibt es keinen Wettbewerb? Kannst du das erläutern?

    Doch selbst wenn es Wettbewerb gibt, wer badet das aus?

    Derjenige, der dem Kunden etwas andrehen will, was der bei einem anderen besser und günstiger bekommt.

    Das würde voraussetzen das gewissen Menschen überhaupt soetwas wie Moral - oder Anstand - besitzen.

    Das muss man wohl voraussetzen. Falls nicht, wäre das ein Grund, dem Staat noch weniger Macht zu geben als sowieso schon Not tut. Denn die Leute dort sind ja auch im Zweifel ohne Moral und Anstand. Und haben dazu noch Macht.

    Was passiert mit einem Arbeitgeber der seine Angestellten der eigenen Gier wegen ausbeuetet sich die Taschen füllt es nicht für nötig hält der Gemeinschaft irgendwas als ausgleich zu geben?

    Wenn der Unternehmer zu wenig zahlt, verliert er seine Angestellten. Vorausgesetzt natürlich, es gibt Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt.
    Wofür der Unternehmer der Gesellschaft aber “Ausgleich” schuldet, ist mir in deinem Beispiel noch nicht ganz klar geworden?

  18. Michel
    18.06.2008 | 22:17

    „Es ist doch ebenso eine Illusion das der freie Markt ALLES wie von zauberhand zum Wohle der Mehrheit regeln könne.“

    Das war auch gar nicht meine Frage mir ging es um ganz konkrete Beispiele wo der Staat etwas besser als der Markt richtet, wo siehst du so einen Bereich?

    „Wir wissen das der Markt bestimmte Bereichen alleine regeln kann, bei wirklich komplexen Themen gibt es da aber mit Ausnahme ziemlich grauer Theorie nichts was dessen wirken und Effizenz bewiesen hätte.“

    Doch die Empirie.

    „Das Volk, sofern der Wille da ist, kann die Verwaltung aber abwählen.
    Bei einem Monopolisten der das Volk auspresst ist das nicht möglich,“

    Das ist schlicht und einfach falsch, die Verwaltung kann die Bevölkerung nur indirekt über die Parlamentarier beeinflussen, da diese aber auf die Verwaltung als Durchsetzungsinstrument angewiesen sind und es sich mit der nicht verderben wollen, hat die Bevölkerung gegen die Verwaltung keine Handhabe. Ein Beispiel sei die Justiz:
    http://www.stud.fh-hannover.de/~wellhaus/sysfehlurteil10.pdf
    Ein Monopol kann innerhalb von wenigen Monaten gesprengt werden. Wenn es nicht mehr in der Lage ist bessere Angebote als jeder, der in den Markt eintritt, zu machen ist es weg. (Aufkaufen ist auch keine Lösung weil der Monopolist, damit den Eintrittsfähigen quasi eine Lizenz zum Gelddrucken in die Hand gibt.)

    „Und wie beurteilst du eigentlich das Management (z.B.) der DAX Konzerne, das sind an sich auch nur Funktionäre ohne Haftung“

    Jetzt zu jedem Manager eine Einschätzung abzugeben würde den Rahmen völlig sprengen und ich sehe nicht, wie uns das weiter bringt. Nebenbei die Kapitalgesellschaft ohne Haftung ist auch so ein Privileg, das es auf dem freien Markt nicht geben würd.

    „Das ist richtig, nur sehe ich zur Zeit nicht das Solidarität besonders beliebt wäre, oder gar gewünscht.“

    Das liegt m.E. an der Staatsgläubigkeit, weil man denkt, soziale Probleme an den Staat delegieren zu können, fühlt sich der Einzelne nicht mehr für seine Mitmenschen verantwortlich. Staatliche Eingriffe führen zur Entsolidarisierung.

    „wie sollen die Staatsausgaben mit den von der FDP (30%max) geplanten Steuersätzen finanziert werden?“

    Japan hat eine Staatsquote von 20-30% und steht, im Gegensatz zu uns nicht vor dem zivilisatorischen Zusammenbruch.

    „Sie verteilen v.a. in der unteren Mittelschicht über Gebühr um, soweit richtig. Das kann man politisch allerdings ändern.“

    Nein kann es nicht, um das zu ändern müsstest du dazu genau die gleichen Personenkreise einspannen, die in der Vergangenheit, diese Ungerechtigkeiten eingerichtet haben. Es ist doch kein Zufall, dass das System so eingerichtet wurde, sondern liegt an der stärkeren politischen Durchsetzungskraft der bessergestellten Schichten.

    „Begründe doch einfach mal warum jemand der jetzt schon am Markt benachteiligt ist es weniger wäre wenn der Markt noch viel mehr Macht hat.
    Warum sollte ein Arbeitgeber einen Arbeitnehmer weniger ausbeuten wenn alle gesetzlichen und sozialen Schranken gefallen sind?
    Da hat der verhasste Staat doch rein gar nichts mit zu tun.“

    Ich glaube deiner Frage liegt ein zu einfaches Verständnis des Marktes zu Grunde, wenn ich dich richtig verstehe bist du der Auffassung, dass sich voraussagen lässt welche Personen auf einem wirklich freien Markt ein (im Vergleich zu unserer 50:50 Mischung) gestiegenes oder gefallenes Einkommen beziehen würde, in dem man ausschließlich ihre jetzige Position betrachtet. Das ist natürlich Unsinn der Markt funktioniert nicht wie die Politik wo das vielleicht zu treffen würde. Um eine Prognose zu machen müsste man die ganz bestimmten verzerrenden Eingriffe betrachten von der die Person betroffen ist und so kann die Veränderung mal so mal so ausgehen unabhängig vom Einkommen unter Regulierung. Wobei mehr Menschen von einer Deregulierung profitieren würden, weil Regulierung ein Negativ-Summen-Spiel ist. Und da Menschen mit hohen Einkommen eher die Fähigkeit haben auf für sie günstige Regulierungen hinzuarbeiten, werden die Gewinner eher in den Unteren Rängen angesiedelt sein.
    Selbstverständlich hat das sehr viel mit dem Staat zu tun die Abwesenheit von Markt lässt sich nur durch staatlichen Zwang erreichen.

    „Fallen sämtliche Regularien weg kann big business nach belieben die Konkurrenz platt machen,“

    Wieder daneben, es sind nicht die Regularien die verhindern das die Konkurrenz platt gemacht wird, die dienen eher dazu potentielle Konkurrenz abzuwehren (z.B. Lizenzzwang aber eigentlich alles was so an Regularien gibt). Was verhindert das die Konkurrenz platt gemacht wird ist eigentlich das folgende: Ein Unternehmen muss um Marktanteile zu gewinnen seine Gewinnmarge senken tut es dies zu lange geht es Bankrott. Selbst wenn es alle Mitbewerber überlebt, können immer noch Unternehmen mit frischem Kapital in den Markt einsteigen.

    „Doch selbst wenn es Wettbewerb gibt, wer badet das aus?
    Da wird nicht die Renditeerwartung zurück gefahren oder in der Geschäftsleitung gespart, nein, man kürzt einfach bei den Angestellten die alle mehr oder weniger ersetzbar sind.“

    Hier gilt das gleiche wie oben, wie ein Unternehmen auf mehr Wettbewerb reagiert lässt sich ohne Einzelfallbetrachtung nicht voraussehen. Bei den Angestellten lässt sich nur Kürzen, wenn es sich bei ihnen um Regulierunggewinnler handelt, dann stehen denen aber auch eine größere Anzahl an Regulierungsverlierern gegenüber, die besseres Einkommen und bessere Beschäftigungschancen erhalten. Zudem eine Überrendite lässt sich nur einfahren, wenn der Wettbewerb ausgeschaltet wurde.

    „Hat in die diesem Fall die Gemeinschaft einfach Pech gehabt?“

    Was schlägst du vor, das die Gemeinschaft den Arbeitgeber verprügelt? Ohne Mich.

  19. t.i.n.a.
    21.06.2008 | 3:43

    Vielen Dank schonmal für eure Posts, ich denke aber das wir ein bisschen an einander vorbeischreiben.
    Das was ihr da unter “freier Markt” versteht hat wenig bis nichts mit dem zu tun was heute als “(Neo)Liberal” politisch verkauft wird.

    In euren Augen ist es für die Politik nichtmal möglich Steuermittel in die richtige Richtung zu schieben, trotzdem soll diese aber den “freien Markt” einführen, sämtliche Privilegien ihrer Lobbys abschaffen und sich ganz nebenbei auch noch weitgehend entmachten?!?
    WARUM?

    Die gegenwärtige Politik zeigt doch mal wieder das es eben nicht darum geht irgendjemand faire Chancen und Freiheit zu geben, man schafft “Freiheiten” und ergänzend bastelt man neue Regularien die vorallem wieder dem elitären Kundenkreis aus Wirtschaft und Finanz zugute kommen.
    Wie schaffen wir uns also weltweit den “freien Markt”?

    Zu den einzelnen Punkten euer Posts werde ich noch antworten.

  20. stefanolix
    21.06.2008 | 5:57

    Hier wird nichts als »neoliberal« verkauft und in der Politik wird das im Grunde auch nicht getan. Im Gegenteil: der Begriff »neoliberal« wird heute von den Gegnern der Marktwirtschaft vorwiegend als diffamierendes Attribut für liberale Lösungsansätze verwendet. Das klingt hart. Aber wer die liberale Grundeinstellung heute als »neoliberal« bezeichnet, der will damit in der Regel den Träger dieser Einstellung treffen (und versenken).

    Die gegenwärtige Politik hat leider überhaupt nichts mit Bürgerrechtsliberalismus und noch weniger mit Wirtschaftsliberalismus zu tun. Mir ist es sehr wichtig, beide Seiten nicht isoliert voneinander zu betrachten. Man kann auf diesem Blog viele Artikel finden, die sich mit der Bedrohung der Bürgerrechte in unserer Gesellschaft durch Überwachung und Zwang befassen. Aber es muss auch viele Artikel gegen die Angriffe auf den letzten Rest an wirtschaftlicher Freiheit geben, denn das ist in der Zeit einer großen Koalition eben bitter notwendig.

    Bleiben wir noch einen Augenblick in der Wirtschaft. In diesen Tagen werden viele kluge Dinge zum Jubiläum »60 Jahre soziale Marktwirtschaft« geschrieben. Vor 60 Jahren begann zunächst eine Erfolgsgeschichte der Wirtschaft und nur aufgrund dieser Erfolge konnten soziale Leistungen eingeführt werden. Der wirtschaftliche Erfolg kam erst nach der Umsetzung liberaler Prinzipien zustande. Ludwig Erhards Maßnahmen setzten ungeahnte Kräfte frei. Später wurde der Erfolg zum Teil wieder aus der Hand gegeben: die Freiheit wurde zugunsten einer kollektiven (Schein)sicherheit immer mehr eingeschränkt.

    Noch ein Hinweis: es gibt auch unter Wirtschaftsliberalen unterschiedliche »Schulen«. Manche Wirtschaftsliberale betonen den Gedanken des Wettbewerbs. Sie sehen die Aufgabe des Staates vor allem darin, die Bildung von Monopolen und Kartellen zu verhindern. Andere Wirtschaftsliberale vertrauen darauf, dass auch ein Monopol irgendwann von selbst zerbrechen wird (da bin ich persönlich sehr skeptisch). Aber /die/ liberale Schule gibt es eben nicht.

  21. t.i.n.a.
    21.06.2008 | 17:20

    Eben, das ist doch genau meine Aussage, liberale Politik, wie ihr oder ich sie mir vorstelle gibt es eben nicht in der Realität.
    Genauso wie Anarchismus, Kommunismus oder Freiwirtschaft.
    Der Vergleich mit Ehrhardt ist da m.M. aber nicht besonders passend da sich die Umstände geändert haben.

    Unter der Prämisse das sich am gängigen System nichts ändern kann, ist auch keine wirklich liberale/libertäre/whatever Politik möglich.
    Und da hab ich so meine Probleme mit “Liberalen”, die zwar bei Privatisierungen, Sozialabbau, etc. laut jubeln, es aber aufgrund ideologischer Scheuklappen nicht wahrhaben wollen das damit zu allererst die gut-bürgerlichen Eliten bedient werden die sie vorgeben zu bekämpfen.

Bad Behavior has blocked 734 access attempts in the last 7 days.