Über Birnenprohibition (nebst erneutem Dank an Irland)

“Europäer dürfen bald keine Glühbirnen mehr kaufen” titel die SPON-Journaille.

Uha! Gibts dann bald einen schwunghaften, von Irland ausgehenden Schwarzhandel?
Kleine Kutter, die, voll beladen, des Nachts an britischen und norwegischen Küsten anlanden, und die den vom hässlichen (und offenbar auch gesundheitsschädlichen) Licht geplagten EU-Europäern für Wucherpreise kleine, hohle mit Glühdrat bestückte Glaskugeln verkaufen?
Ach, nein. Irland ist ja noch in der EU und muss da auch durch.

Im Artikel des Hamburger Boulevardblättchens ist weiter zu lesen:

“Die klassische Glühbirne soll flächendeckend durch Energiesparlampen ersetzt werden. Das sieht ein Plan der Europäischen Kommission vor [...] Die Kommission rechne mit Einsparungen für die Verbraucher in Europa in Höhe von fünf bis acht Milliarden Euro.”

Aber sicher doch! Die Energiesparlampen-Hersteller werden den Weggefall der Konkurrenz sicher nutzen, ihre Preise zu senken.

(Bei der Gelegenheit, nochmal: Danke Irland!)

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17 Kommentare zu “Über Birnenprohibition (nebst erneutem Dank an Irland)”

  1. 18.06.2008 | 19:17

    Naja gut, die Energiesparlampenhersteller müssen ja auch Marktpreise nehmen, also zu Herstellkosten verkaufen.

    Aber die EU tut alles dafür, mir gewisse zukunftsbezogene Entscheidungen zu vereinfachen.

  2. 18.06.2008 | 19:57

    [...] bei BLOG [...]

  3. Ben Czerny
    18.06.2008 | 20:00

    “Aber sicher doch! Die Energiesparlampen-Hersteller werden den Wegfall der Konkurrenz sicher nutzen, ihre Preise zu senken.”

    In aller Regel stellen Lampenhersteller doch sowohl altmodische als auch energiesparende Modelle her.

    Mich würde interessieren, warum die herkömmlichen Lampen immer noch so viele Abnehmer finden.
    Wahrscheinlich denken die Käufer nur an den Anschaffungspreis.

  4. Kallias
    18.06.2008 | 21:18

    Man braucht eine tägliche Mindestbrenndauer, damit die Kostenersparnis beim Verbrauch den Zinsverlust durch den höheren Anschaffungspreis aufwiegt. Ich schätze mal, daß bei Lampen, die weniger als drei oder fünf Minuten pro Tag brennen, die altmodischen Modelle günstiger sind. Davon gibt es eine Menge in jedem Haushalt, zum Beispiel Kellerlampen. Sicher wird auch der (persönlich zu zahlende) Strompreis schwanken, aber das halte ich für unvorhersehbar. ;-) Die Lebensdauer der Lampen ist übrigens ohne Bedeutung; bei 3 Minuten pro Tag halten Glühlampen 55 Jahre und Energiesparlampen würden 650 Jahre halten. Es ergibt keinen Sinn, bei technischen Geräten mit einer derartigen Lebensdauer zu rechnen.

  5. tigger
    19.06.2008 | 0:31

    Ich bin überzeugt, dass wir auch ohne die EU eine solche Verordnung in Deutschland zu erwarten hätten. Gerade die Deutsche Umweltpolitik verfolgt in Sachen Klimaschutz die ehrgeizigsten Ziele.

  6. 19.06.2008 | 0:40

    Protektionismus und Beleuchtungsgegenstände? Gab es da nicht mal eine böse aber absolut treffende Satire, die eigentlich der frühen Aufklärung über Wirtschaftsirrtümer dienen sollte? http://bastiat.de/bastiat/petition.html

    Ansonsten sei zur Lebensdauer einer Glühbirne früher Bauart folgender Link empfohlen: http://www.centennialbulb.org/

    Und brennt, und brennt, und brennt, und brennt… bei der US-Feuerwehr. Hoffentlich müssen sie die nicht bald auch gegen Energiesparlampen austauschen, die im übrigen nach meiner vollsten Überzeugung ein schlechters, kälteres Licht erzeugen.

  7. GT
    19.06.2008 | 8:35

    Mal abgesehen von Schwermetallen und damit verbundenen Entsorgungs-Hindernisläufen: Energiesparlampen sind überall dort sinnlos, wo sie häufig, aber nur für jeweils sehr kurze Zeit benötigt werden, wie z.B. in Windfängen, WC-Räumen, Abstellräumen, also allen Räumen, die häufig frequentiert aber immer nur für Sekunden bis wenige Minuten beleuchtet werden. Die Lebensdauer der Energiesparlampen wird so heftig verkürzt, dass von einer Kosteneinsparung für die Kunden keine Rede mehr sein kann.
    Wir werden hier von den Gabriels genauso unverschämt belogen wie bei der unseligen, zerstörerischen Haus-Außenwanddämmung… zum Kotzen

  8. 19.06.2008 | 10:19

    Ich finde es aber gut, dass dieses Mal unsere Politiker vorangehen und darauf verzichten, selbst große Leuchten zu sein.

  9. Chak
    19.06.2008 | 13:05

    Wann ist eigentlich Norwegen in die EU eingetreten?

  10. 19.06.2008 | 13:10

    Zu mir meinte mal ein Elektriker das eine Energiesparlampe mindestens durchgehend drei Stunden eingeschaltet sein muss, um überhaupt eine Ersparnis zu bringen, da sich sonst die Lebensdauer der Lampe gewaltig verkürzt.

  11. 19.06.2008 | 13:20

    @Chak

    Ist doch nur Umschlagplatz. Der allerdings nicht nachts angefahren werden müsste, da hast du Recht.

  12. Eloman
    19.06.2008 | 14:23

    Wie weit ist denn eigentlich die LED-Technik? Bei Taschenlampen hat die doch schon gute Ergebnisse gezeigt.

  13. Schmock
    19.06.2008 | 15:48

    “(und offenbar auch gesundheitsschädlichen)”
    Etwa ebenso gesundheitsschädlich wie Handy-Strahlung?

  14. 19.06.2008 | 15:53

    Nicht ganz so. Unsichtbare Strahlung ist sicher grundsätzlich schlimmer.

  15. Mathias
    21.06.2008 | 19:49

    …besonders wenn sie auch noch brummt.

  16. 23.06.2008 | 18:30

    Zu mir meinte mal ein Elektriker das eine Energiesparlampe mindestens durchgehend drei Stunden eingeschaltet sein muss, um überhaupt eine Ersparnis zu bringen, da sich sonst die Lebensdauer der Lampe gewaltig verkürzt.

    Das kann doch nicht ernsthaft noch immer stimmen. Meine Güte, wir haben das schon in der 5. Klasse gelernt, die Energiesparlampenproduzenten müssen doch in über 10 Jahren etwas dazugelernt haben?

  17. 23.06.2008 | 18:32

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