8. Juli 2008
Neue Armut
Wir haben ja schon einmal über die Problematik diskutiert, daß in manchen Gebieten Deutschlands kein DSL verfügbar ist. Da sind wir dann aber schnell bei Grundsatzfragen zu Monopolen und Markteintrittsbarrieren gelandet …
Wenn SpOn das Thema heute wieder aufgreift, dann unter einem neuen Aspekt: Die ohnehin schon politisch beliebige Armutsdefinition in Deutschland wird jetzt auch auf das Fehlen einer Breitbandverbindung ausgeweitet.
Ich weiß noch gar nicht, wie ich meinen Eltern beibringen kann, daß sie inzwischen zur Unterschicht gehören …
Und nach Spiegel-Logik ist natürlich auch klar, daß man ohne schnelles Internet heute keine Zukunft und keine Bildungschancen mehr besitzt und auf ewig in der Paria-Rolle gefangen bleibt.
Zitat:
So sieht das unter anderem auch ein Ende Juni veröffentlichter Bericht des Büro für Technikfolgenabschätzung, der klare Defizite im Bereich des E-Learnings bei Kindern aus sozial schwachen Familien entdeckt. Kinder aus wohlhabenden Familien hätten größere Chancen, “Computer und Internet zu nutzen und einschätzen zu lernen”. Sehr salopp gesagt: Während die einen ihre Hausaufgaben mit Wikipedia-Hilfe erledigen, hocken die anderen vor dem Fernseher.
Mal abgesehen davon, daß ich Konstrukte wie dieses (grüne?) “Büro für Technikfolgenabschätzung” ohnehin für komplett überflüssige Steuergeldverschwendung halte - ich halte diese Folgerung für ziemlichen Mumpitz.
An die Wikipedia kommt man auch gut mit ISDN-Geschwindigkeit ran, m. E. auch an ziemlich alle sonstigen pädagogisch sinnvollen Inhalte.
Breitband-Internet ist doch (im privaten Bereich!) im wesentlichen ein Äquivalent zum Fernsehen, dient also im wesentlichen der Unterhaltung.
Verfasst von R.A. um 17:07 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)