Will er da mitverdienen?

Eben habe ich die Lektüre von Peter Bernstein’s “All the Money in the World” beendet, eine interessante Abhandlung über das Leben, die Arbeit und die Eigentümlichkeiten reicher Geschäftsleute. Im letzten Kapitel geht es um deren politische Einflussnahme, die neben echter Nächstenliebe, oft auch durch eine gehörige Portion Geltungssucht motiviert ist, manchmal jedoch auch aus purem Eigennutz resultiert.

Und da lese ich eben über den Öl-Milliardär Pickens, der selbst einige Milliarden Dollar in die Abkehr vom Öl stecken will, aber gleichzeitig höhere Energiesteuern für die USA fordert. Der Mann kann ja sehr gern sein Vermögen in eine neue Energiezukunft stecken, doch der Versuch das Investitionsrisiko mit höheren Energiesteuern auf seine Landsleute abzuwälzen, den nehme ich ihm übel. Schließlich führt die verteuerte Energie zu einer sichereren Rendite seiner Investition, wobei deren Einnahmen auch in entsprechende Subventionen für Windkraft & Co. kanalisiert werden dürften.

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8 Kommentare zu “Will er da mitverdienen?”

  1. F.Alfonzo
    15.07.2008 | 1:39

    Dazu passend auch folgende Geschichte:
    Airline Group Seeks Regulation On Some Oil Trading

    Abgesehen davon, dass mir jetzt auf Anhieb keine regulative Maßnahme (abgesehen von Subventionen) einfällt, die den Ölpreis in den USA senken könnte: So manch einem Lobbyisten scheint wirklich keine Aktion zu opportunistisch, keine Argumentation zu peinlich und schäbig zu sein…

  2. R.A.
    15.07.2008 | 16:28

    Edgar Gärtner bringt noch eine weitere Facette.
    Es geht Pickens also nicht nur indirekt darum, von höheren Energiepreisen allgemein zu profitieren.
    Sondern er verdient auch ganz direkt an den Gasturbinen, deren Absatz durch Windrad-Installationen automatisch steigt.

  3. Libero
    25.07.2008 | 14:26

    Pickens sieht im Gegensatz zu euch, wohin das Geld für Energieimporte geflossen ist. Geld, das in Staaten floss, die keine Demokratien sind und half, Gegner Amerikas stark zu machen. Wer stärkt schon gerne seine Feinde

    Ich denke, es ihm ziemlich gleichgültig, ob einige deutsche Liberale daran was auszusetzen haben. Er hat Milliarden, ihr nicht.

    Sein Ziel ist die Rückgewinnung einer wenigstens partiellen amerikanischen Energie-Autarkie. Mit diesem Ziel vertritt er keine Minderheitenmeinung unter den Entrepreneuren, mit Sicherheit nicht!

    Die amerikanische Entwicklung alternativer Energien gehr recht schnell voran und wird die europäische bald hinter sich lassen. Dabei wird die USA auch wenig Rücksicht darauf nehmen, ob irgendwelche Europäer erzählen, daß alternative Energien die und die Nachteile haben. Das sehen die Amerikaner auch, den gegenwärtigen unbefriedigenden Zustand und sie haben bestimmt nicht vor, solche Technologien nach dem gegenwärtigen Stand der Technik noch lange einzusetzen. Die noch vorhandenden Nachteile hinsichtlich der Substitution vorhandener Energieeerzeuger wie der Kern- und der Kohlekraftwerke werden sie halt überwinden. Wo ist das das unüberwindliche Problem?

    Das Ziel, die herkömmlichen Energieerzeuger vollständig zu substitutieren, das bedeutet ein bißchen mehr als dann und wann Energie zur Verfügung zu stellen, hatten die europäischen Wettbewerber ja nicht nötig, es gab ja die profitable Einspeisungsvergütung.

    Ihr werdet in den nächsten Jahren erleben, wozu ein leistungsfähiger Kapitalismus wie der Amerikanische bei der Entwicklung neuer Technologien fähig ist. Ich freue mich schon darauf.

  4. 25.07.2008 | 14:30

    Es ist also “leistungsfähiger Kapitalismus”, wenn ein Reicher Steuern fordert, die ihm selbst bzw. seinem Geschäft zu Gute kommen?

    Libero, wir haben ein Begriffsproblem…

  5. Libero
    25.07.2008 | 15:03

    Du siehst als Motiv ausschließlich sein Geschäft. Woher kommen mir solche Verdächtigungen nur bekannt vor? Amerikaner sind halt weniger dogmatisch.

    Siehst du, ich war schon immer konservativ. Das macht es mir leichter, nicht unbedingt als konservativ eingeschätzte Positionen zu vertreten, wo es sinnvoller als konservatives Denken ist.

  6. 25.07.2008 | 15:09

    Du siehst als Motiv ausschließlich sein Geschäft.

    Das ist die natürliche Assoziation bei offenbar direkter Vorteilsnahme.

    Amerikaner sind halt weniger dogmatisch.

    Was hat was mit Dogmatismus zu tun?

    Siehst du, ich war schon immer konservativ.

    Diesen Hinweis verstehe ich nicht im Zusammenhang mit meiner Anmerkung.

    Das macht es mir leichter, nicht unbedingt als konservativ eingeschätzte Positionen zu vertreten, wo es sinnvoller als konservatives Denken ist.

    Ich wollte darauf hinweisen, dass du dem, was du “Kapitalismus” nennst, zuschreibst, was staatlich (Steuern) unternommen wird und dass hier ein begrifflicher Fehlgriff vorliegen könnte.
    Deine vermeintliche konservativ-nichtkonservative Denk- und Positionsflexibilität interessiert in diesem Zusammenhang recht wenig. Zumindest sehe ich keinen Zusammenhang und deine Worte erzeugen recht dichten Nebel in meinem Kopf…

  7. Libero
    25.07.2008 | 15:13

    Das hat man nun davon, daß man etwas durch die Blume sagt

  8. 25.07.2008 | 15:18

    Ja.

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