22. Juli 2008
Rückfall
Ich wollte mich eigentlich nie wieder über SPON lustig machen. Dazu ist der Boulevard-Charakter dieses Mediums zu offensichtlich. Aber jetzt musste ich das hier lesen:
Karadzic versteckte sich hinter falscher Identität
Zwölf Jahre lang narrte der mutmaßliche Kriegsverbrecher Karadzic seine Häscher - wie er so lange unentdeckt bleiben konnte, haben die serbischen Fahnder nun enthüllt: Karadzic legte sich eine neue Identität zu. Mit langem weißen Haar, Bart und Brille arbeitete er in einer Arztpraxis in Belgrad.
Eine Sensation! Offensichtlich war der Ansatz der Fahnder falsch, die Klingelschilder serbischer Städte nach “Radovan Karadzic, Kriegsverbrecher” abzusuchen. Behördensprecher versuchen zu beschwichtigen: Dass der Mann sich eine neue Identität zulegen würde, damit habe nun wirklich keiner rechnen können. Mehr noch: Sogar sein Aussehen hatte der listige Flüchtige geändert. Dieser geniale Schachzug ließ den gesuchten Massenmörder in der Achtung seiner Anhänger noch einmal steigen. Wenn diese Taktik Saddam Hussein bekannt gewesen wäre, hätte er sich nicht in einem Erdloch verkriechen müssen. Aber in der Zukunft muss wohl damit gerechnet werden, dass andere Gesuchte diese Vorgehensweise kopieren. Hoffentlich ist die deutsche Polizei auf solche geschickten Täuschungsmanöver vorbereitet…
Verfasst von Rayson um 17:25 Uhr in der Kategorie Humor und Satire, Presse / SPON- und taz-Blog (Trackback)