24. August 2008
Erkenntnisgewinn
Es erscheint mir aus gegebenem Anlass geboten, mal wieder auf einen alten Eintrag von mir zu verweisen.
Die dort geschilderten “Projektionsirrtümer” leben weiter. Die unterschiedliche Sichtweise von Meinungsfreiheit markiert offensichtlich einen entscheidenden Unterschied zwischen Linken und Liberalen (natürlich cum grano salis jeweils). Für Linke scheint es ein Ding der Unmöglichkeit zu sein, dass jemand für die Freiheit eines anderen eintritt, eine Meinung zu vertreten, die man selbst verabscheut. Im Gegenteil, daraus werden dann gleich dankbar die Art von gedanklichen Verwandtschaften konstruiert, die die eigene Ideologie verlangt. Zwar würden Liberale ebenso für die Freiheit der Linken eintreten, ihre z.T. abstrusen Argumente und Satiren vorzutragen, aber das zählt ist aus linker Sicht nicht. Meinungsfreiheit ist da nur die Freiheit, das als im Sinn der eigenen Weltsicht akzeptabel Empfundene zu artikulieren. Alle anderen Äußerungen müssen am besten mit staatlicher, notfalls aber selbst ausgeübter Gewalt bekämpft werden. Menschen, die für die Freiheit eintreten, sie zu publizieren, machen sich, weil man als Linker selbst nur so handeln würde, diese Äußerungen zwingend immer zu eigen, so dass diese Leute ebenfalls als Feind zu bekämpfen sind.
Es gibt genug Beispiele auch in der Blogosphäre, die diesen Unterschied kenntlich machen. Bloggen bringt also doch was.
Verfasst von Rayson um 17:30 Uhr in der Kategorie Blogosphäre, Grundsatzfragen, Politik (Trackback)