Eigenverantwortung

Am Freitag habe ich über einen Artikel des linken Blogs »ad sinistram« gebloggt.
Angeregt durch einen Hinweis unseres Kommentators Epikur stieß ich auf seine Ausführungen über den Begriff »Eigenverantwortung«.

Im Grunde denke ich aber schon seit meinem Urlaub über dieses Thema nach, als ich auf der Rückfahrt von der ostfriesischen Urlaubsinsel im Bus vom Hafen zum Bahnhof folgendes Schild las:

Festhalten!

Natürlich ruft dieses Schild unterschiedliche Reaktionen hervor:

  • Ein Deutschlehrer wird sagen: »Da fehlt ein Komma.«
  • Mancher Schüler aus einem SPD-regierten Bundesland wird fragen: »Wo?«
  • Ein Liberaler meint: »Dazu braucht es kein Schild, das versteht sich von selbst.«
  • Ein Konservativer wird sich beschweren: »Dort ist nicht zu lesen, auf welche Weise man sich nach alter Väter Sitte festzuhalten hat. Und überhaupt sollten junge Leute mir immer einen Sitzplatz anbieten!«
  • Ein Linker mag das Schild von vornherein für eine Zumutung halten: »Es sollen sich doch alle gegenseitig Halt verschaffen, alles andere wäre unsolidarisch!«

Ist es nicht eine fast schon eine babylonische Begriffsverwirrung um ein wenig Eigenverantwortung? Und so geht es uns ja ständig. Kaum kommt man in linke Gefilde, wird man als BLOG-Autor rechts »verortet«[1], weil man einfach nicht die gleiche Sprache spricht. Und wenn wir so manchen linken Blogbeitrag lesen, dann müssen wir erst mal nachsehen, was die Kollegen eigentlich meinen.

Epikurs Beitrag habe ich in einigen Teilen auch nicht verstanden. Schon die Überschrift: warum nur in Fraktur? Fraktur hat überhaupt nichts mit rechtem, »neoliberalem« oder konservativem Gedankengut zu tun.

An Epikurs Eingangs-Zitat des Altbundeskanzlers Gerhard Schröder kann man ablesen, dass Schröder kurz vor Ende seiner viel zu langen Amtszeit wirklich niemanden mehr motivieren konnte: »Wir werden Leistungen des Staates kürzen, Eigenverantwortung fördern und mehr Eigenleistung von jedem Einzelnen abfordern müssen«. Wenn das überhaupt funktionieren soll, dann in der Reihenfolge: Eigenverantwortung und Eigenleistung fördern [oder als Staat wenigstens nicht im Weg stehen!] und danach natürlich Geld einsparen, weil weniger Bürger vom Staat abhängig sind. Aber was wollte man von Schröder zu dieser Zeit noch erwarten?

Epikur leitet mit dieser Schröderschen Kommunikationspanne einen Artikel ein, in dem er sich dezidiert gegen Eigenverantwortung ausspricht. In meinen Worten zusammengefasst: Er definiert auch dieses Wort zum Kampfbegriff der Neoliberalen um und findet dann natürlich Beispiele für interessante Verschwörungstheorien. Eigenverantwortung nutzt den großen Konzernen, weil sie an Lebensversicherungen verdienen. Eigenverantwortung soll ein Schlagwort zur Entsolidarisierung in der Gesellschaft sein — obwohl doch mangelnde Eigenverantwortung die Solidarität gerade am meisten missbraucht. Mich überzeugt das nicht.

Wenn Ihr Lust habt, dann schreibt uns doch mal auf, wie Ihr »Eigenverantwortung« definiert. Bei aller Freiheit der Diskussion möchte ich aber darum bitten, dass man sich auf die eigene Definition konzentriert und fremde Definitionen nicht verreißt.


[1] entstammt das unschöne Wort »verortet« eigentlich soziologischem, linkem oder sozialdemokratischem Jargon? Aus der DDR kommt es nicht;-)

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43 Kommentare zu “Eigenverantwortung”

  1. Buenavista
    1.09.2008 | 20:28

    This beverage is extremely hot!
    Do not put a cat into the microwave
    Slippery when wet

  2. e.r.
    1.09.2008 | 20:33

    define eigenverantwortung:

    basale bedürfnisse im kontext der eigenen sozialisation sind befriedigt (auch ohne zahlenden/subventionierenden papa), für den rest der maslowschen pyramide bin ich dann eigenverantwortlich….

  3. stefanolix
    1.09.2008 | 20:53

    Bin ich nicht zunächst einmal auf allen Ebenen eigenverantwortlich — zumindest solange ich zum eigenverantwortlichen Handeln imstande bin?

  4. 1.09.2008 | 20:56

    “Eigenverantwortung” lässt sich nur zusammen mit dem Begriff “Freiheit” definieren:

    Ein Mensch handelt eigenverantwortlich, wenn er (1) nicht durch fremde Gewalt in seinen Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt ist (=Freiheit) und (2) für die Konsequenzen seiner Handlungsentscheidung gerade steht bzw. die Früchte erntet.

    Freiheit ist ohne Eigenverantwortung kaum möglich, da wenn der Staat die Konsequenzen des Handelns der Bürger trägt, er sich vor negativen Konsequenzen wird schützen wollen oder sogar gar müssen. Und Eigenverantwortung ist ohne Freiheit nicht möglich, da niemand für die Folgen von etwas verantwortlich sein kann, wenn ihm keine Wahl blieb.

  5. e.r.
    1.09.2008 | 21:05

    @stefanolix:

    erm nö, wenn ich “aus Gründen” gezwungen bin, meine Arbeitskraft zu verkaufen, auch auf eine Art und Weise, welche mir nicht soo behagt, hat das nicht viel mit eurer Definition von Freiheit zu tun.

  6. stefanolix
    1.09.2008 | 21:10

    Ach komm, dann mach Dich doch selbständig und kaufe fremde Arbeitskraft. Oder schließe Dich mit Gleichgesinnten zusammen und gründe eine Genossenschaft (dafür gibt es mitten in der Marktwirtschaft viele interessante Beispiele). Schon bist Du nicht mehr so direkt gezwungen, Deine Arbeitsleistung zu verkaufen;-)

  7. stefanolix
    1.09.2008 | 21:14

    @Dirk: Das gefällt mir schon ziemlich gut: für den naheliegenden Fall »Eigenverantwortung in einer demokratischen (freien) Gesellschaft«.

  8. F.Alfonzo
    1.09.2008 | 21:15

    Nun ja, ich kann Epikur verstehen, wenn er sich über die Verwendung dieses Begriffs als politischen Euphemismus aufregt; ein Beispiel hat er genannt: Rentenvorsorge. Wenn ich in einer Debatte zu dem Thema diesen Begriff fallen höre, ist mir auch klar, was eigentlich gemeint ist: Beitragserhöhung und Leistungskürzung. Das hat mit “Eigenverantwortung” eigentlich nichts zu tun, oder?
    Die Frage ist doch eher, wieviel Sinn es macht, auf diese politische Verwendung bestimmter Begriffe aufzuspringen und darauf rumzureiten…

    Was bedeutet Eigenverantwortung ursprünglich?
    M.E. Verantwortung für eigenes Handeln und getroffene Entscheidungen zu übernehmen, und auch das Risiko, das jede Entscheidung mit sich bringt; um in stefanolix’ Beispiel zu bleiben: Welches Risiko ist mir lieber: Mir am schmierigen Haltegriff im Bus einen Pilz zu holen, oder in der nächsten Kurve auf der Nase zu liegen?
    …und warum sollte eine Behörde mir vorschreiben, dass mir der Pilz lieber ist als die blutige Nase? Welchen Sinn macht das?

    P.S.:
    Wenn mir ein kleiner Nachtrag zu den profitierenden Versicherungsunternehmen gestattet ist; gehört nicht wirklich zum Thema, aber die Argumentation ist dermaßen absurd, dass ich nicht widerstehen kann:

    [off-topic]Es ist interessant, dass manche Leute alles für schlecht erklären, was Unternehmen Gewinne bringt. Man sollte sich mal fragen, wo die das Geld herbekommen, denn schließlich wird ja niemand gezwungen, einen Vertrag abzuschließen (danke an Epikur für die Versicherungsunternehmen als Vorlage; in der Branche ist der Wettbewerb so grotesk stark, dass die Monopolstellung als einziger, denkbarer Einwand sofort wegfällt).

    Wenn man also behauptet, etwas wäre schlecht, weil Unternehmen daran viel verdienen, ist das gleichbedeutend mit der Aussage: “Sehr, sehr viele Menschen schließen Verträge ab, die für sie unvorteilhaft sind”, oder: “Die Leute wissen nicht, was gut für sie ist, deswegen muss man ihnen vorschreiben, was sie machen sollen”.

    Nun, ich für meinen Teil bin verdammt froh, dass ich nicht in das staatl. Zwangssystem einzahlen muss und mir meine Versicherungen selbst aussuchen kann. Bin ich also ein Idiot, der nicht weiss, was gut für ihn ist, oder geht es bei der Kritik an den bösen, bösen privaten Versicherungen vielleicht in Wahrheit darum, diejenigen, die sich dafür entschieden haben wieder ins staatliche Zwangssystem pressen zu wollen?[/off-topic]

  9. Michel
    1.09.2008 | 21:18

    @ Dirk: Der Schluss keine Freiheit ohne Eigenverantwortung ist sogar direkter: Der Staat verfügt über keine eigenen Ressourcen, also müssen Bürger durch Zwang dazu herangezogen werden, für die negativen Konsequenzen Handlungsentscheidungen anderer gerade zu stehen, was mit der Freiheit unvereinbar ist.

  10. e.r.
    1.09.2008 | 21:28

    Uhh, ich bin selbständig, btw., nur hilft das nicht, um drei Mehrwertschaffern den Lohn zu zahlen die Hure machen zu müssen…

  11. stefanolix
    1.09.2008 | 21:30

    @F.Alfonzo: Die Haltegriffe waren sauber und der private Reisebus war insgesamt in Ordnung. Das Schild wurde nicht durch eine Behörde aufgehängt. Allerdings ist mir so ein Schild noch nie untergekommen: bei uns heißt es nur »Bitte festhalten!«

    Ich würde mich über den Missbrauch des Begriffs unter ganz anderem Vorzeichen aufregen: ausgerechnet Schröder mit seinem inkompetent zusammengeschusterten Gesetzeswerk gegen »Scheinselbständige« muss das Wort »Eigenverantwortung« nun gerade nicht in den Mund nehmen. Was deshalb für Unmengen von Papier verschwendet wurden, kann man bis heute nicht absehen. Und geholfen hat es niemandem. Weitere Beispiele spare ich mir;-)

  12. stefanolix
    1.09.2008 | 21:34

    @e.r.: Na dann verstehe ich nicht, warum Du oben ein Problem mit dem Verkauf von Leistungen hattest. Ich verstehe es eigentlich bei überhaupt niemandem, denn dass man Leistungen anbietet und Leistungen nachfragt, ist doch nun wirklich keine Idee der bösen Neoliberalen.

  13. e.r.
    1.09.2008 | 21:59

    hab ich Dich etwa als “bösen neoliberalen” bezeichnet? gut, ich würde mich eher als “links” verorten ( :) ), nur geht mir dieser Chomsky-und-wie-sie-alle-heißn-Quark auch gehörig auf die Nerven. War es nicht mal so, dass (Links-)Liberale undogmatisch waren (nicht in der BRD, aber sonst so) - scheint mir nicht mehr zuzutreffen.

  14. 1.09.2008 | 22:18

    @Michel

    Du hast im Prinzip recht. Nur besteht bei Deiner Argumentation das Problem, dass man Person A die Verantwortung entziehen kann auf Kosten von Person B. Ein böser Unternehmer bietet sich da zum Beispiel an.

    @Stefanolix

    Die Definition taugt auch bei Kindern. Bei vielen Sachen haben sie gar nicht die Wahlmöglichkeit weil entweder der Staat sie ihnen nimmt oder die Eltern durch Verbote (okay, hier gibt es die Frage wie Eltern ihre Verbote durchsetzen. Durch Gewalt? Taschengeldentzug? Ist letzteres Gewalt/Zwang?). Und das auch wenn sie die Konsequenzen meist selbst tragen. (Sie verbrennen sich selbst die Finger, werden krank….)

  15. Lina
    1.09.2008 | 22:43

    @ stefanolix

    …denn dass man Leistungen anbietet und Leistungen nachfragt, ist doch nun wirklich keine Idee der bösen Neoliberalen.

    Nein, aber eine Formulierung derselben (wenn auch nicht “bösen”), die in die Fachsprache gehört, weil ihr (zum kommunikativen Primäraustausch) ganz einfach die Sinnfälligkeit fehlt (:.

    “Eigenverantwortung”? Bei Rot über die Ampel fahren und locker so tun können, als sei nichts gewesen; von rechts oder links kam auch nichts …

  16. F.Alfonzo
    1.09.2008 | 23:45

    @stefanolix:
    Klar, worum es mir ging: Irgendein Politiker verwendet einen postiv klingenden (vermutlich: da grundsätzlich mit postiven Assoziationen behafteten) Begriff, um dem Wählervieh eine Kröte reinzuwürgen. Gut. Darauf kann man auf zwei Arten reagieren:
    1. Man erklärt den Politiker zum Lügner und Populisten
    2. Man verbannt das Wort aus seinem Wortschatz, oder erklärt es zum “Feindvokabular”

    1. Ist klar, sehe ich auch so (und stimme darin auch mit Epikur überein), 2. macht m.E. nicht wirklich Sinn. Das ist doch nur Show, eine Art von Gegenpropaganda… aus den selben Gründen genauso idiotisch wie die Propaganda selbst. Letztendlich wird die falsche Verwendung des Begriffs einfach übernommen und dem Feindbild angelastet. Ist das nicht ein wenig, ähm, pervers?

    @e.r.:
    Wenn du den Beitrag eines anderen kritisieren willst, solltest du vielleicht richtige Sätze verwenden, so dass der andere auch weiss, worum es eigentlich geht. Jemandem irgendeinen sinnfreien Satz vor die Füße zu kotzen bringt nichts, oder gehst du automatisch davon aus, dass deine Meinung bekannt ist und jener Satz von jedem eingeordnet werden kann?

    @Lina:
    Gutes Beispiel eigentlich:
    Warum fahren wir nicht ständig über rote Ampeln? Liegt es daran, dass man dafür hart bestraft wird (wenn man erwischt wird), oder daran, dass wir unsere Gesundheit und unser Eigentum (unversehrtes Auto) schützen wollen?
    Läge es nur an der Strafe, dann würden die Leute nicht nur dann bei rot fahren, wenn die Ampel erst vor einer Sekunde umgeschaltet hat, sondern auch dann, wenn sie schon seit 15-20 Sekunden rot ist. Die Strafe bliebe (je nachdem, ob man einen Unfall verursacht oder nicht) die selbe (wobei die zusätzlichen, staatl. Kosten für einen Unfallverursacher im Gegensatz zum entstandenen Schaden meist Peanuts sind).
    Das ist durchaus ein Beispiel für Eigenverantwortung, wenn man eine Ampel nicht als “staatlichen Zwang”, sondern als Verkehrsleitsystem betrachtet. Wenn auch nervig, so doch durchaus hilfreich. :-)

    => Eigenverantwortung: Ich stehe mit dem Auto an einer Ampel und überlege, ob ich fahren soll, oder nicht. Fahre ich los, riskiere ich, mich selbst und einen anderen zu verletzen oder gar zu töten. Bleibe ich stehen, muss ich ein bisschen warten. Auch das ist letztendlich eine Entscheidung, die man (unabhängig von staatl. Eingriff) jederzeit treffen kann und muss.

  17. stefanolix
    2.09.2008 | 8:47

    @F. Alfonzo: Was das Beispiel betrifft, muss ich Dir widersprechen. Die Ampel gehört zu den allgemein akzeptierten Spielregeln des Straßenverkehrs. Auf die Einhaltung der Spielregeln müssen sich alle verlassen können. Wer die wichtigste Spielregel verletzt, indem er einen Vorfahrtsfehler begeht, der sollte dann auch für eine Weile vom Spiel ausgeschlossen werden. Im Sport gibt’s für besonders grobe Regelverletzungen auch die rote Karte.

    @e.r.: Bitte sprich nicht in Rätseln, meine Glaskugel ist gerade beim Optiker;-)

    @Lina: Angebot und Nachfrage — das ist keine Fachsprache und solche Begriffe sind auch nicht abwertend gemeint. Aber Epikur kann auch darin sicher einer anderen Meinung sein.

    @Dirk: ich dachte da eher an Eigenverantwortung, die manche Menschen unter Repression in den Diktaturen übernommen haben.

  18. stefanolix
    2.09.2008 | 8:58

    Zum Vokabular (allgemein und ausdrücklich ohne Bezug auf an- oder abwesende Personen!): Ich finde es psychologisch sehr bedenklich, wenn sich Menschen in eine Begriffswelt abseits der allgemein anerkannten Regeln der Kommunikation flüchten. Wie wollen diese Personen jemals in einen Job hineinfinden, wenn sie schon die Grundlagen von Angebot und Nachfrage, Leistung und Gegenleistung nicht verstehen (wollen)?

    Wer eine Weile (in Alfonzos Worten) »Gegenpropaganda« betrieben hat, ist doch irgendwann so von dieser Propaganda überzeugt, dass er wirklich in jedem Unternehmer den ausbeuterischen Blutsauger und in jedem Mitarbeiter den ausgebeuteten Arbeitssklaven sieht.

    Nach allen (subjektiven) persönlichen Erfahrungen mit solchen Leuten kann ich nur sagen: für ein Genossenschaftsmodell oder für einen Kibbuz oder für irgend eine andere Art produktiver Gemeinschaft wären sie auch verloren. Ich hoffe am Ende immer noch auf die Lernfähigkeit und Entwicklungsfähigkeit des Menschen.

  19. 2.09.2008 | 10:04

    [...] Der eindimensionale Mensch Veröffentlicht in September 2, 2008 von momorulez “Ich finde es psychologisch sehr bedenklich, wenn sich Menschen in eine Begriffswelt abseits d… [...]

  20. 2.09.2008 | 12:06

    “Eigenverantwortung” - eine Worthuelse.

    In “Verantwortung” steckt “antwort” und damit ist eigentlich schon klar, dass man immer anderen fuer etwas, und zwar fuer seine je eigenen Handlungen, soweit sie oder ihre Folgen sich auf Dritte erstrecken, verantwortlich ist.

    Die ominoese “Eigenverantwortlichkeit” kommt in der Regel da ins Spiel, wo es dem Akteur an “Eigenmaechtigkeit” (und damit: Verantwortlichkeit) mangelt - und wo er die Suppe ausloeffeln soll, die er sich eben nicht selbst eingebrockt hat. Man ist verantwortlich fuer etwas oder man ist es nicht - tertium non datur.

    Und darum steht dieses Wort steht bei mir auf der schwarzen Liste: niemand braucht es und es verursacht, wo es verwendet wird, bloss unnoetige Tipperei und Traffic.

    ;-)

  21. stefanolix
    2.09.2008 | 12:47

    Nein, Roger, das ist keinesfalls so klar, wie Du das darstellst. Antworten kann ich mir nämlich auch selbst (wenn ich mit meinem Gewissen etwas prüfe). Antworten kann ich den Menschen aus meiner Familie, den anderen Mitgliedern einer Seilschaft beim Bergwandern oder Leuten aus meinem sozialen Umfeld. Es gibt viele Arten von Verantwortung.

    Es wundert mich übrigens gerade bei einem Linken, dass er die Verantwortung gegenüber dem »Kollektiv« überhaupt nicht erwähnt;-)

    Ob man »Eigen« davorsetzen sollte oder ob man Verantwortung aus sich selbst versteht, das wäre eine andere Frage. Darüber muss ich nachdenken.

  22. F.Alfonzo
    2.09.2008 | 13:07

    Nachdem ich gerade in Momo’s Blog geschmökert habe (vermutlich wäre dieser Beitrag dort auch besser aufgehoben, aber die Frage möchte ich hier schon mal stellen):

    Die Aussage “Angestellte” = “Ausgebeutete” ist doch letztendlich eine grundsätzliche, oder?
    Ist damit nicht jeder Erwerbstätige in irgend einer Art und Weise ein “Ausgebeuteter”, unabhängig von der Art der Erwerbstätigkeit und der Vergütung?
    Wenn man es so sehen will, beutet in einer arbeitsteiligen Gesellschaft doch jeder jeden aus.

    …und wenn man den Unterschied an der Vergütung festmacht (auch der Vorstandsvorsitzende von Goldman Sachs ist Angestellter), wo ist dann die Grenze zwischen Ausbeutung und Nicht-Ausbeutung zu ziehen?

  23. stefanolix
    2.09.2008 | 13:20

    Ohne Momos oder Rogers Antwort vorgreifen zu wollen: Erwerbstätig sind nicht nur Arbeiter und Angestellte. Dazu zählen z.B. auch Freiberufler, Genossenschaftler und Unternehmer. Die werden aber (nach Marx & Momorules) nicht ausgebeutet.

    Der Chef einer großen Bank wird, gemessen am Gehalt, natürlich am schlimmsten ausgebeutet;-)

    In einer arbeitsteiligen Gesellschaft beutet nicht jeder jeden aus, sondern in der Regel werden ja Produkte oder Dienstleistungen bewertet und getauscht.

  24. tigger
    2.09.2008 | 13:52

    Eigenverantwortung ist der Zustand, in dem man niemand die Schuld zuweisen kann. Sehr unangenehm.

  25. 2.09.2008 | 14:43

    @Stefanolix

    bzgl. des Beispiels von Alfonso: Liberale müssen ja nicht in jedem Falle für mehr Eigenverantwortung sein. Zum Beispiel bei der Frage ob ich mich betrunken ins Auto setzen soll. Da wäre ich auch als liberaler dafür, dass die nicht eigenverantwortlich geregelt wird. Dennoch wäre eine Argumentation nach dem Motto “Keine Strafe für Alkoholsünder, denn wir wollen mehr Eigenverantwort” logisch einwandfrei.

    Eigenverantwortung in totalitären Regimen. Auch das, was Widerstandsgruppen oder etwa Schindler und andere taten, passt in meine Definition von Eigenverantwortung. Sie haben nämlcih erkannt, dass auch Passivität oder Nichtstun eine der Handlungsalternativen ist, für deren Konsequenzen sie verantwortlich sind. Das ist eine große Leistung, denn die Bequemlichkeit legt es nahe, sich in einem solchen Falle von jeglicher Verantwortung zu befreien. Selbst Täter verweisen darauf, dass sie es nicht waren, die die Gesetze machten.

  26. 2.09.2008 | 20:09

    Eigenverantwortung heißt die Bereitschaft, zuerst selbst alles für das eigene Wohlergehen zu tun, bevor man die Hilfe anderer dafür in Anspruch nimmt, und für die Konsequenzen der eigenen Handlungen einzustehen, statt andere haften zu lassen.

    Menschen, bei denen man diese Eigenverantwortung nicht voraussetzt, nennt man auch Kinder.

    Aus der Sicht eines Kindes besteht die Welt um es herum aus sehr undurchschaubaren und mächtigen Gebilden, nachts fürchtet es Monster unter dem Bett, und es gibt andere Menschen, die ihm sagen, was ihm gut tut und was ihm schadet, und die daraus Ge- und Verbote ableiten, die mitunter unter Anwendung recht deutlichen unmittelbaren Zwangs durchgesetzt werden.

    Aber für das Kind gibt es wenigstens Hoffnung, denn man erwartet, dass es lernt. Dem Bürger im Wohlfahrts- und Überwachungsstaat mag man das nicht mehr zumuten.

  27. Michel
    2.09.2008 | 20:57

    @ Dirk: ??? - Meine Kritik besteht doch gerade in diesem Problem. A aus der Eigenverantwortung zu entlassen, hat die Unfreiheit von B zur Folge.

  28. 2.09.2008 | 21:02

    @Michel. Genau, die Entlassung As aus der Verantwortung wird von B bezahlt. Das könnten einige noch sagen “okay, das ist ein guter deal denn B ist ein böser Unternehmer”. Deswegen finde ich überzeugender, auch wenn es nur indirekt geht, zu argumentieren, dass auch A seine Freiheit nicht wird behalten können.

  29. Michel
    2.09.2008 | 21:13

    @ Dirk: Beide Argumente ergänzen sich, was die eine nicht leisten kann, leisted die andere, schließlich könnte jemand (eigentlich sogar die Meisten) behaupten ‘was geht es micht an, wenn ein paar Harzies die Freizugigkeit entzogen wird?’

  30. Lina
    2.09.2008 | 21:44

    @ F.Alfonzo:

    Nachtrag: Das mit der Ampel war ein lehrreicher Selbstversuch: fahre früh morgens auf eine leere Kreuzung mit roter Ampel zu; auf der Gegenfahrbahn wartet ein Fahrer auf grün; ich fahre bei rot drüber, während er nach wie vor steht; er bestraft mich mit lautem Hupen, weil ich mir gegen die Vorschrift herausnehme, was er sich nicht erlaubt. Meine grausame Folgerung: ent-eignete, delegierte Verantwortung erschüttert das Selbstvertrauen und führt zu Entmündigung.

    @ stefanolix

    Nachtrag: “Verortet” sein ist meines Wissens ein literarischer, gesinnungsneutraler Begriff.

  31. 2.09.2008 | 21:52

    Das Wort ist mittlerweile ein ziemlicher Abgriff (abgegriffen + Begriff). Benutze ich kaum.

    Ein spontaner Beschreibungsversuch:
    a) Im Rahmen seiner eigenen natürlichen sowie gesellschaftlich-institutionellen Möglichkeiten für die eigenen Ziele (nicht deckungsgleich eigene Person) einstehen.

    b) Verantwortung für sein eigenes Verhalten übernehmen. Aus Fehlern lernen. In die Zukunft denken und planen.

    c) Keinen automatischen Anspruch an unbeteiligten Dritten vorraussetzen (nur die eine Perspektive - kein Recht seinen Nächsten zu vernachlässigen)

    Ich kenne keinen Menschen der wirklich konsequent so verantwortlich handelt. Das wäre ja schon fast gruselig. ;)

  32. 2.09.2008 | 21:57

    @Michel

    da stimme ich Dir hundertprozentig zu.

  33. hw
    3.09.2008 | 0:57

    Die Frage die sich stellt, ist die, ob der Mensch aus eigener Überzeugung und Moral handelt oder das Ziel seiner Handlungen nur ist sich bei anderen beliebt zu machen bzw. anderen zu gefallen. Nur wenn ersteres zutrifft, kann man von wirklichem eigenverantwortlichem Handeln sprechen.

  34. 3.09.2008 | 3:03

    na dann will ich euch mal ein wenig diskutierfutter geben ;-)

    ein paar bemerkungen:

    1. mein artikel ist die pointierte essenz einer längeren forschungsarbeit. in dieser habe ich alle parteiprogramme, mit ausnahme der linken (denn diese benutzen das wort eigenverantwortung nicht) nach diesem schlagwort untersucht. ob CDU, SPD, FDP oder GRUENE - sie alle benutzen das schlagwort der eigenverantwortung in ihren programmen, ankündigungen und reden zuhauf. der begriff wird eingebettet in spezifischen polit. kontexten.

    2. dass die parteien das schlagwort benutzen, um damit sozialabbau, soziale kürzungen u weniger staatliche solidarität zu rechtfertigen, könnt ihr alle in deren programmen nachlesen. denn: sie benutzen eigenverantwortung als gegensatz zur solidarität. es ist keine vermeintlich linke agitation von mir, sondern steht in den parteiprogrammen so drin ;-)

    3. eigenverantwortung und freiheit als untrennbare symbiose - so definiert die FDP das auch. nur wird schnell mal ignoriert, dass jeder mensch andere startbedingungen, lebenschancen und grundvorraussetzungen mitbringt. insofern ist der liberale begriff von eigenverantwortung eine befürwortung der ungleichen lebens- und reichtumsverhältnisse.

    4. mein forschungsinteresse war nicht gegenpropaganda, sondern aufklärung^^

    5. mir ging es nicht darum, versicherungsunternehmen per se schlecht zu machen (obwohl das auch wieder ein thema für sich wäre *g*) sondern ein beispiel aufzuzeigen, wie das schlagwort in der wirtschaft benutzt wird und was eigentlich dahinter steckt.

    6. die diskussionsbereitschaft hier gefällt mir. auch wenn wieder die liberalen die linken, noch die linken die liberalen letztendlich überzeugen werden :)

  35. 3.09.2008 | 10:18

    @epikur

    Zu 2. schreibst du:
    denn: sie [die Parteien] benutzen eigenverantwortung als gegensatz zur solidarität

    Die möglicherweise ja tatsächlich missbräuchliche Verwendung des Begriffes “Eigenverantwortung” trifft hier auf die missbräuchliche Verwendung des Begriffes “Solidarität”. Denn aus meiner Sicht kann man Solidarität eben nicht mit Sozialstaat gleichsetzen. Solidarität ist individuell und freiwillig, Sozialstaat ist erzwungen (und in den Grundzügen notwendig).

    Insofern geht deine Analyse meines Erachtens fehl.

    zu 3.:

    Du schreibst richtiger Weise, dass die “Startbedingungen”, die Grundvoraussetzungen der Menschen unterschiedlich sind.
    Deine kritische Schlussfolgerung ist aber gewagt: Die Verwendung des Begriffes “Eigenverantwortung” durch die FDP wäre ein Befürworten des Umstandes, dass Menschen durch individuelle Bedingungen geprägt sind.
    Das bedeutet im Umkehrschluss, dass du das Gleichmachen für richtig hältst. Und wenn man der Ansicht ist, dass Gleichmacherei nicht funktioniert? Oder dass Gleichmacherei nur funktioniert, indem man auf niedrigstem Elendsniveau angelangt? Befürwortet man dann die Ungleichheit des Indivduellen? Oder akzeptiert man sie nur?

    zu 6.: Richtig. Hier oder anderswo im Netz wie auch in der realen Welt wird wohl niemand von einer grundlegend anderen, den eigenen Grundideen widersprechenden Vorstellungen überzeugt.
    Aber man kann sich helfen, den jeweils eigenen Horizont zu erweitern. Und sei es nur dadurch, dass man diskussionsfähige und -würdige Linke kennenlernt. ;-)

  36. 3.09.2008 | 11:07

    Es ist offensichtlich, dass wer dieses an sich Woertchen liebt, ueber dessen ideologische Funktion hinwegsehen muss.

    ;-)

    Noch einmal: Wenn “eigenverantwortlich” bedeuten soll, dass man selbst anderen verantwortlich ist, dann koennen wir das Beiwort “eigen” streichen.

    Wenn - was hier in einigen Kommentaren anzuklingen scheint - “eigenverantwortlich” hingegen bedeuten soll , dass man nur sich selbst (z.B. seinem “Gewissen”) gegenueber verantwortlich ist , dann koennen wir es erst recht vergessen. Denn dann geht diese “Eigenverantwortung” keinen (anderen) etwas an.

    Aullerdings wird man fragen duerfen, wie weit der Einzelne sein “Gewissen” denn “sich selbst” zu verdanken hat und ob es im Grunde genommen, als ein soziales Konstrukt, nicht nur wieder die Abstraktion der “Anderen” oder der “virtuelle andere (”man”) ist.

  37. 3.09.2008 | 13:17

    Lieber Stefanolix,

    mal abgesehen davon, dass wir beide verschiedene Auffassungen von der Welt haben, wie sie sich uns zeigt, muß ich an dieser Stelle doch zugeben, dass gerade die Einleitung Deines Textes großartig war. Ich habe dabei viel gelacht… zum Inhalt sage ich erneut nichts - wir wissen ja beide, dass wir jeweils andere Sichtweisen haben.

    Nach “alter Väter Sitte”… ach, das war köstlich… weiter so!

  38. Markus
    6.09.2008 | 23:45

    Immer diese Fangfragen mit der Eigenverantwortung. Wenn die Eigenverantwortungs-Fetischisten nur mal sagen würden, daß dazu auch gewisse Voraussetzungen erfüllt sein müssen und das bloße Fordern von Eigenverantwortung im “luftleeren Raum” irrelevant ist.

    Wie soll das in der heutigen Reformwelt wieder entstehende “Lumpenproletariat” mit 132 Euro im Monat etwa Eigenverantwortung zeigen können? Das haben die Eigenverantwortungs-Klugscheißer von der TU Chemnitz natürlich auch nicht nachweisen können.

  39. stefanolix
    7.09.2008 | 10:04

    Zum ersten: Reden wir über den Text der Studie oder über das Echo aus Politik, Lobby und Presse?

    Zum zweiten: Proletariat hat ursprünglich etwas mit Arbeiten zu tun, der abfällige Begriff Lumpenproletariat mit Arbeiten unter sehr schlechten Bedingungen. In der Studie geht es aber um Menschen, die — aus unterschiedlichen Gründen — nicht arbeiten.

    Und zum dritten: Ich habe die Studie inzwischen gelesen und werde noch darüber bloggen. Was Medienvertreter, Lobbyisten und Politiker daraus gemacht haben, hat wie in vielen anderen Fällen mit dem Sinn der Studie kaum etwas gemein. Die Eigenverantwortung kommt in der Studie nur mittelbar vor.

  40. stefanolix
    7.09.2008 | 10:15

    @Epikur: Dürfte ich die Forschungsarbeit mal als PDF lesen? Hier ist meine Adresse zu finden, Du kannst auch einfach einen Link posten. Ich freue mich immer über Aufklärung ;-)

    Eigenverantwortung ist gerade kein Gegensatz zur Solidarität. Nur wer eigenverantwortlich handelt und Leistung bringt, kann Bedürftigen etwas abgeben. Und wer eigenverantwortlich handelt, wird die Solidarität anderer Menschen nicht missbrauchen.

    Die meisten Menschen denken und handeln schon von sich aus »reziprok altruistisch«. Dazu braucht es eigentlich keinen Zwang und es hat ja früher auch funktioniert. Wenn aber sehr viel Verantwortung an das Gesamtsystem abgegeben wird, dann wird der Wirkungsgrad immer geringer und es geht viel Leistung verloren. Dadurch sind letztlich auch die Bedürftigen gefährdet.

  41. Markus
    7.09.2008 | 12:24

    @ stefanolix

    Dann bin ich auf deine weiteren Einträge zum Thema gespannt. Meinst du nicht auch, daß hiermit der Arbeitszwang durch die Hintertür eingeführt werden soll, und zwar zu sehr unwürdigen Bedingungen in einer überaus reichen Gesellschaft?

    Zwar sollte ein Unterschied zwischen der Studie und dem Medienecho gemacht werden. Aber, wer eine solche Studie auf den “Markt” wirft, muß damit rechnen, daß diese so oder auch anders ausgelegt werden kann. Dazu ist das Thema zu brisant und bestimmte Medien zu “schlagzeilengeil”.

    Im Ergebnis könnte sich das gesellschaftliche Toleranzklima für die Betroffenen verschlechtern und Stammtischlösungen an Zustimmung gewinnen. Auch Wisssenschaftler haben aber eine Verantwortung für ihr Tun und (Unter-)Lassen zu tragen und dürfen sich bei derartigen Fragen nicht in ihren akademischen Elfenbeinturm zurückziehen.

  42. stefanolix
    7.09.2008 | 13:17

    Soll »Meinst Du nicht auch« eine Frage oder eine Meinungsäußerung einleiten?;-)

    Nein, ich meine nicht, dass mit dieser Studie der Arbeitszwang durch die Hintertür eingeleitet werden soll. Ich meine auch nicht, dass diese Studie derartige Bestrebungen stützen soll. Und so wie Wissenschaftler sind auch Journalisten, Lobbyisten und Politiker selbst für ihre Aussagen verantwortlich. Was daraus gemacht wird, kann man den Autoren der Studie nicht zurechnen.

    Unter Stammtischlösungen verstehen wir als Beobachter wohl immer genau die Vorschläge, die grob vereinfacht oder populistisch daherkommen und auf keinen Fall zur Linie des jeweiligen Beobachters passen. Ich nehme nicht da nicht aus, denn für mich sind Aussagen von Leuten wie Lafontaine oder Huber schon oft Anlass zu dieser Einordnung gewesen. Aber hat der Stammtisch deshalb per se immer Unrecht? Ich lasse es als Frage im Raum stehen.

    Wissenschaftler haben selbstverständlich eine Verantwortung für ihre Publikationen. Lies die Studie und Du wirst Dir eine Meinung bilden können, wie die Autoren mit ihrer Verantwortung umgegangen sind. In jedem Fall haben wir einen Artikel 5 im Grundgesetz stehen und in dessen Rahmen bewegt sich die Studie auf jeden Fall.

  43. Markus
    10.09.2008 | 18:14

    @ stefanolix

    Mit einer formalistischen Behandlung der Verantwortungsfrage von Wissenschaftlern kommen wir hier nicht viel weiter. Bei Veröffentlichung dieser “Versuchsstudie” konnten die Macher sich an zehn Fingern abzählen, wie das Medienecho in etwa lauten wird.

    Und der “Stammtisch” beklagt sich ja oft genug auch über die überhöhten Managergehälter. Wenn man sich über Armut die Mäuler zerreißt, darf man Reichtum nicht unerwähnt lassen.

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