10. September 2008
Verkürzen vs. Verfälschen
Es ist eine Unsitte in den Medien, wenn in einer reißerischen Überschrift oder einer Zusammenfassung ein Eindruck erweckt wird, der dann von eigentlichen Text überhaupt nicht gedeckt wird.
Beliebt sind solche Manöver bei SpOn. Aber auch über andere kann man sich da ärgern.
Aktuelles Beispiel in der Welt.
Da wird behauptet, die FDP mache der SPD nach ihrem Führungswechsel Avancen.
Und zwar in Zielrichtung Ampelkoalition.
Und würde dabei einen Verzicht von Gesine Schwan zur Bedingung machen.
Was findet sich davon im Text wieder?
Diverse FDP-Politiker haben erklärt, falls der SPD-Machtwechsel auch den SPD-Linkskurs beendigen würde, wäre die SPD auch wieder ein potentieller Partner. Ist nun die mögliche Rücknahme einer Absage schon eine “Avance”?
Laut Löhning wäre ein Schwan-Verzicht “ein konstruktives Zeichen in Richtung Mitte”. Das ist nun etwas völlig anderes als eine Bedingung.
Und von der Ampel hat von allen zitierten Politikern überhaupt nur eine gesprochen - nämlich Reichsempörungsbeauftragte Claudia Roth.
Und wenn die jemals in die FDP gehen würde - trete ich aus
Das sind jetzt alles keine weltbewegenden Sachen, auch das Theme ist eher nebensächlich.
Aber es sollte einem Journalisten doch möglich sein, zu einem Artikel auch die passende Überschrift und Zusammenfassung zu formulieren. Denn wenn ihm die Sinnunterschiede zwischen den beiden Versionen nicht klar sind - dann muß man schon sehr zweifeln, was er denn sonst so schreibt und was wohl damit eigentlich gemeint sein könnte.
Verfasst von R.A. um 16:32 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)