Blankertz bei Dol2day

Boche und ich haben uns, wie den meisten bekannt sein dürfte, bei der Politiksimulation dol2day kennen gelernt, und zwar bei den “Progressiven Linksliberalen”, einer virtuellen “Partei”, die es leider dort nicht mehr gibt. Und diesem Kennenlernen hat auch dieses Blog seine Existenz zu verdanken, obwohl es sich von seinen Ursprüngen natürlich längst emanzipiert hat.

Aber um so mehr freut mich die Begegnung des von mir hochgeschätzten Stefan Blankertz mit dol2day in Form eines Chats. Das Thema war “Bildung”, und in der Abfolge der Fragen und Antworten ergibt sich ein meiner Ansicht nach sehr interessantes Feld von Ideen.

Der Chat ist hier nachzulesen.

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9 Kommentare zu “Blankertz bei Dol2day”

  1. 13.09.2008 | 12:09

    [...] Interessanter sind vielleicht diese beiden Themen Blankertz bei Dol2day von Rayson The Sneaky F*cker Theory via  SteffenH Explore posts in the same categories: 1968, [...]

  2. F.Alfonzo
    14.09.2008 | 3:38

    Interessanter chat, auf jeden Fall…

    Ich für meinen Fall fand die Fragen aber ein wenig zu schwach, zu unkritisch Blankertz ggü., obwohl es schon mal in eine interessante Richtung ging:

    Wer kann garantieren, dass Kinder ohne Schulpflicht nicht in den Fängen ihrer evtl. fanatischen Eltern hängen bleiben (Blankertz würde argumentieren: “Garantiert die Schulpflicht, dass das nicht passieren wird?”), aber durch Kritik an einem bestehenden System wird nicht per se ein ‘besseres’ definiert; das ist wohl die Grundlage des Libertarismus)?
    Die Prinzipien von Freiheit und Vernunft lassen sich schwer auf ein 5-jähriges Kind projezieren, oder?

    Blankertz` Lösungsvorschlag: ‘Scheidung’ der Kinder von den Eltern… aber wie soll das funktionieren?
    Leider ist er dabei relativ unkonkret gewesen, und ich weiss auch beim besten Willen nicht, wie sich so etwas gestalten ließe; die ‘Scheidung’ von den Eltern muss doch von irgendwem in die Wege geleitet werden…
    Da gibt’s 3 Möglichkeiten:
    1. Der Staat veranlasst dies: Haben wir heute schon, und ist mit Sicherheit nicht in Blankertz’ Interesse
    2. Die Eltern: Welche Eltern würden ihrem Kind wohl erlauben, sich von ihnen zu trennen?
    3. Das Kind selbst: Da sind wir wieder bei meiner obigen Argumentation: Ein (sagen wir) 0-10 jähriges Kind wird von den Eltern schlecht behandelt;
    Kinder kennen aber weder Recht noch Gesetz und wüssten auch dann nicht, dass sie sich frei entscheiden könnten, wenn das juristisch gewährleistet wäre.
    Warum rennen Kinder nicht sofort zur Polizei, wenn sie bspw. von ihren Eltern sexuell Missbraucht werden? Weil die Eltern ihnen sagen, dass es nichts nützt, oder sogar, dass dem Kind die Schuld gegeben würde.

    Kinder sind halt einersteits extrem manipulierbar, suchen aber andererseits immer eine Bezugsperson, die sie i.d.R. (was ja auch normal ist) in den Eltern finden.
    Blankertz kann man gut lesen,wenn man eine Alternative sucht, aber manchmal sollte man mal überlegen, ob das nicht alles arg utopisch ist. Ich für meinen Teil kann keine liberale Weltvorstellung akzeptieren, in der Kinder als rationale Individuen diskutiert werden.

  3. F.Alfonzo
    14.09.2008 | 3:56

    Kleiner Nachtrag:

    Blankertz schreibt in dem Chat über sich selbst, er hätte 2 Söhne…

    …das interessiert mich jetzt wirklich: Wie kann man 2 Kinder ‘libertär’ großziehen?
    Wurde da zu Hause über Freiheit und die Einschränkung von Freiheit durch eigenes Verhalten ggü. anderen dikutiert, als die Söhne keinen Bock hatten, ihr Zimmer aufzuräumen, oder hat Herr Blankertz da in der Rolle des Familiendiktators manchmal ein Machtwort gesprochen?

    Würde mich wirklich brennend interessieren….

  4. stefanolix
    14.09.2008 | 7:05

    @F.Alfonzo: Du vergisst die Rolle der Mutter;-)

  5. Lina
    14.09.2008 | 7:47

    @ stefanolix

    Ja, Vater idealisiert, Mutter praktiziert. Sie ist für’s Grobe da, auch zum Kuscheln; sie wird es richten (müssen)(-;…

    @ F.Alfonzo

    Ja, auch mich würde vieles brennend interessieren … vor allem all die klitzekleinen Details (-;!

  6. 15.09.2008 | 0:18

    Alfonzo,

    statt des merkwürdigen Begriffs “Scheidung” würde ich Blankertz die Nutzung des Begriffs “Emanzipation” empfehlen. Wenn ein Kind mit dem Verbleib bei seinen Eltern aus welchen Gründen auch immer nicht zufrieden ist, wird es sich “emanzipieren” und entweder Widerstand leisten oder abhauen und sich ein Leben unabhängig von seinen Eltern aufbauen. Damit die Kinder nicht gezwungen sind sich auf dem Babystrich zu prosituieren oder auch sonst in die Illigalität durch den Staat getrieben werden, muss das Arbeitsverbot für Kinder aufgehoben werden.

  7. F.Alfonzo
    15.09.2008 | 11:44

    @ Marco:

    So weit kann ich folgen, unabhängig vom Begriff selbst; die Frage, die sich mir stellt ist eher jene, ob die Annahme

    Wenn ein Kind mit dem Verbleib bei seinen Eltern aus welchen Gründen auch immer nicht zufrieden ist, wird es sich “emanzipieren” und entweder Widerstand leisten oder abhauen…

    überhaupt realistisch ist.

  8. 15.09.2008 | 12:42

    Alfonzo,

    wenn Du Dich dies fragen musst, gehörst Du wohl Gott sei Dank zu jenen, die in behüteten Familienverhältnissen großgeworden sind und die auch hauptäschlich Leute kennen, denen es genau so ging. Kinder hauen ständig (temporär) ab, überall in Deutschland. Meist kehren sie selbständig zurück (aus Heimweh/Liebe zu den Eltern, aus Mangel an Optionen wie fürsorglischen, verantwortungsvollen Privatpersonen, da ja alle meinen, der Staat werde sich schon kümmern; guten/privaten Kinderheimen, Kinderberatungsstellen usw;) oder werden vom Staat gewaltsam den Eltern wieder zugeführt. Oder Kinder verlassen mit einem Elternteil den anderen. Das passiert ständig. Natürlich ist es nicht so, dass Kinder nach einer Ohrfeige sofort flüchten oder Widerstand leisten. Auch Kinder wägen ab, wenn auch eher auf der Grundlage von Gefühlen. Habe ich Mami und Papi noch lieb? Oder habe ich mehr Angst vor (einem von) ihnen? Das sind die Fragen, die sich Kinder in diesen Situationen stellen. Die Schwelle, die Eltern zu verlassen ist natürlich trotzdem relativ hoch. Das ist ja auch gut so, denn alle Eltern machen Fehler, rasten mal aus oder vernachlässigen die Kinder sozial bzw. emotional, was auch immer. Ein Maß an negative Erfahrungen gehören doch auch zum Leben. Jeder macht diese Erfahrungen. Und die meisten lernen sogar aus ihnen.

  9. 15.09.2008 | 12:52

    Ergänzung: Zu den mangelnden Optionen gehört auch die Möglichkeit, “legal” einer Arbeit nachzugehen, schließlich ist böse, böse Kinderarbeit verboten. Damit wird die Möglichkeit der Selbständigkeit und Emanzipation der Kinder von ihren Eltern natürlich erheblichst eingeschränkt.

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