Dávila der Woche (III)

Die Ideen erschrecken und emigrieren von dort, wo man sich entschließt, im Team zu denken.

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10 Kommentare zu “Dávila der Woche (III)”

  1. Lina
    25.09.2008 | 22:50

    Individualitàs über alles? Der Mensch ist nur allein er selbst. So jedenfalls lässt sich Dàvila oft verlauten.

    Im Team wird für ein Ergebnis zusammengemixt, was im Arsenal der Fach- und Berufsdenker an Wissen und Erfahrung abgelagert und abrufbar ist. Was heisst das für ein Produkt? Was kommt heraus? Eine Art Kompromiss, würde ich sagen, wenn sich nicht Einer massgeblich durch-, bzw. an die Spitze setzt. Ein Cocktail ist ein Cocktail und nicht das ‘Echte’, nicht die reine Substanz. Aber muss sie das sein? Da weiss ich nicht weiter …

    Muss auch gleich zugeben, dass ich als Selbstständige oder Selbstverantwortliche nie wirklich im Team gearbeitet habe, also keine Erfahrung habe. - Übrigens ein höchst provokanter Spruch für alle, die Teamgeist hochhalten … Dàvila als Spielverderber?

    PS: Wohin emigrieren Ideen, diese erschrockenen Dinger???

  2. 25.09.2008 | 23:03

    Diesmal kann ich Dávila schon eher zustimmen.

  3. stefanolix
    25.09.2008 | 23:43

    Diesen Spruch kannte man in kritischen DDR-Kreisen sinngemäß mit dem Wort »Kollektiv« statt »Team«;-)

  4. Dirk
    26.09.2008 | 12:32

    Den Spruch merk ich mir. Ich habe “Teamarbeit” schon immer für überschätzt gehalten. (Sie macht da Sinn, wo Aufgaben (auf)-teilbar sind. Und da findet sie oft auch automatisch statt. An alle Lehrer: Man kann kein Referat zu fünft halten!)

    Trotz meiner emotionalen Vorabzustimmung ist da auch etwas wahres dran. Wenn man sich entschliesst im Team zu denken, muss jede Idee in Rücksicht auf die Gefühle und Ideen anderer formuliert werden. Sie müssen immer an den anderen “andocken” und sind dadurch gefangen.

  5. 26.09.2008 | 14:57

    Dirk, da sprichst Du mir mal aus der Seele. Vor allem auch mit dem Hinweis an die Lehrer.

  6. Michel
    26.09.2008 | 17:45

    Da kann ich mich ausnahmsweise Davila anschließen. In Gruppen kann man, weniger vereinfachend als es den Anschein hat, zwei Typen ausmachen, die Meinungsführer und die Mitläufer. Für das Denken der Mitläufer ist es typisch, dass sie ihre Meinungsbildung an die Gruppe, d.h. im Endeffekt an die Meinungsführer delegieren. Aber auch das Denken der Meinungsführer verflacht. Denn differenzierte Gedanken, die nicht von allen Mitgliedern der Gruppe sofort nachvollzogen oder geteilt werden können, sind nicht geeignet andere mitzuziehen und diese werden dementsprechend aus dem Denken der Gruppe entfernt.

  7. Freie Radikale
    26.09.2008 | 21:23

    Ich habe nur wenig Erfahrung in Teamarbeit, manche aber schon. Kurz gefasst: Ein Dreier-Team z.B. hat die Möglichkeit, drei mögliche Wege zu erkunden, was verteilt effektiver zu lösen ist. Ist der geeignetste Weg gefunden, geht das Team diesen gemeinsam weiter, im Ideal wie ein Belgischer Kreisel beim Radrennen.

    Zum eigentlichen Thema: Ein Team findet aus dem eigenen Selbstverständnis heraus IMMER zu einer Antwort, egal welcher Qualität. Deshalb wird ein Team keine Frage stellen, die es nicht beantworten kann.

  8. Lina
    26.09.2008 | 22:34

    Deshalb wird ein Team keine Frage stellen, die es nicht beantworten kann.

    Was bedeuten könnte, dass sich der Einzelne im Team in der Fragestellung selbst beschränkt, nicht wahr? Ist das nun gut oder schlecht? Dàvila gefällt es nicht, den Ideen anscheinend auch nicht, wenn er sie erschrocken auf die Beschränkung reagieren & emigrieren lässt.

  9. Freie Radikale
    27.09.2008 | 2:39

    Was bedeuten könnte, dass sich der Einzelne im Team in der Fragestellung selbst beschränkt, nicht wahr?

    Die Konzentration auf die Fragestellung wird von ihm erwartet. Das bedeutet nicht, dass ein Brainstorming unter Buntbebrillten keine nette Idee hervorbringen kann. Einen Van Gogh aber nicht.

    wenn er sie erschrocken auf die Beschränkung reagieren & emigrieren lässt

    Das Schicksal der Beschränkung oder des Verbiegens ereilt nur diese Ideen, die das auch verdienen. Da ist das Team gut geeignet. Die wahrhaft schöne Idee erschrickt und emigriert, weil sie im Team vergewaltigt wird.

  10. Lina
    27.09.2008 | 7:44

    Einen Van Gogh aber nicht.

    Würde ja schon genügen, wenn’s die Zeitmaschine wäre … davon mal abgesehen, dass ich seine ‘Sonnenblumen’ für überschätzt halte…

    Die wahrhaft schöne Idee erschrickt und emigriert, weil sie im Team vergewaltigt wird.

    Ja! Was für ein dramatischer Befund aber auch … wobei ich noch nicht mal sicher bin, ob ihr Emigration hilft …

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