26. September 2008
Wohin die Reise geht
Ja, ja. Die Orwell-Vergleiche sind ausgelutscht, aber manchmal drängen sie sich dann doch auf:
Last year, New Scientist revealed that the US Department of Homeland Security is developing a system designed to detect “hostile thoughts” in people walking through border posts, airports and public places. The DHS says recent tests prove it works. [...] Some subjects were told to act shifty, be evasive, deceptive and hostile. And many were detected. “We’re still very early on in this research, but it is looking very promising,” says DHS science spokesman John Verrico. “We are running at about 78% accuracy on mal-intent detection, and 80% on deception.”
‘Pre-Crime’ detector shows promise.
Also, im Kern geht es um einen Langstreckenpolygraph. Und wie vertrauenswürdig die Lügendetektoren sind, das sollte ja inzwischen bekannt sein. Übrigens: Das was da als Erfolg angekündigt wird, hat laut dem Test noch immer eine 20% Versagensrate. Wobei ich ja glaube, dass das heißt: 20 von 100 “Terroristen” werden nicht vom System erkannt. Viel interessanter wäre doch die Frage: Wieviele Menschen werden von dem System fälschlich als “Terroristen” eingestuft? In Kombination mit dem Interesse an diesen neuen, bisher als ähnlich pseudowissenschaftlich einschätzbaren Gehirnscantechniken ergeben sich da ja ganz neue Möglichkeiten unschuldigen Bürgern das Leben zur Hölle zu machen. Aber das ist wohl der Preis der Freiheit Sicherheit.
Falls sich irgendjemand gefragt hat, was die Schlangenöl-Verkäufer in der Post-9/11-Welt so machen: Die sind inzwischen allesamt in die Sicherheitsindustrie gewandert. Nur eine Frage der Zeit, bis wir sowas auch in Deutschland brauchen, damit uns die Terroristen nicht allesamt umbringen können. (Nachtrag: Mir fällt gerade ein, dass man sowas im Zuge von Schulmassakern wie dem in Finnland natürlich auch hervorragend an Schulen in aller Welt verkaufen könnte.)
Wenn jemand wissen möchte, worin er sein Geld investieren sollte, jetzt wo die letzte Blase geplatzt ist: Ich würde mal sagen, dass die Sicherheitsbranche noch über Jahre hinweg ein Wachstumsmarkt sein dürfte.
Verfasst von Björn um 11:16 Uhr in der Kategorie Steckenpferde der Autoren (Trackback)