1. Oktober 2008
Im Paralleluniversum
Die »taz« plädiert vehement für ein Bündnis aus SPD, Grünen und Kommunisten in Hessen. Besonders schön ist folgende Aussage aus dem Kommentar:
Doch Verteufelungen der Linken funktionieren im Jahr 2008 nicht mehr, sie fallen eher auf den Ankläger zurück. Das hat zuletzt die CSU in Bayern mit ihrem Kreuzzug gegen die Linke bewiesen, der damit endete, dass sie selbst zu Kreuze kriechen musste.
Aha. Dann würde mich aber interessieren, warum die drei linken Parteien in Bayern gerade mal auf ein Drittel aller abgegebenen Stimmen gekommen sind. Die »taz« phantasiert sich aus den Verlusten der CSU einen Erfolg der Linken zurecht.
Das Gegenteil ist richtig: die Verzögerungstaktik der hessischen SPD hat sich nicht ausgezahlt. Und die Idee eines Bündnisses aus SPD, Grünen und Kommunisten ist in Bayern mit Pauken und Trompeten durchgefallen. Die Linken konnten kaum Wähler für ein Linksbündnis mobilisieren. Aber im Paralleluniversum der »taz« mag das wie ein Erfolg aussehen, weil ja der große Feind CSU verloren hat. An wen die CSU die Stimmen verloren hat, erwähnt man lieber nicht. Auch eine Art, die Realität auszublenden …
Verfasst von stefanolix um 09:04 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)