Selbstgewähltes “Monopol”

Obwohl mich meine ersten Versuche, mich mit meinem sechs Jahre alten Notebook der Linux(Ubuntu)-Welt zu nähern, eigentlich sehr begeistert haben, knabberte ich schnell an der Tatsache, dass zumindest meine WLAN-Karte nicht so arbeiten wollte wie ich mir das vorgestellt habe. Weil mir aber der tägliche Brotverdienst die Tüftelei hinter der hübschen und funktionellen Fassade verbietet, musste ich (zumindest temporär) reuevoll zum guten alten Monopolisten zurückkehren. Und so verwundert es mich auch nicht weiter, dass Microsoft mit den Füßen noch immer recht fest auf dem Boden steht. Der Mensch ist eben auch ein Gewohnheitstier…

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32 Kommentare zu “Selbstgewähltes “Monopol””

  1. 4.10.2008 | 14:30

    so verwundert es mich auch nicht weiter, dass Microsoft mit den Füßen noch immer recht fest auf dem Boden steht.

    Tut es das? Ich glaube nicht, dass die Jungs in Redmond das so sehen.

    Aber egal: Selbstverständlich ist es alles andere als ein Mirakel, dass auf fast allen PCs Windows installiert wird, denn das von vielen als noch einfacher bedienbar empfundene MacOS X ist auf die Apple-Hardware beschränkt (dafür hat man dann aber garantiert keine Probleme mit der WLAN-Karte), und die Hersteller des PC-Zubehörs schreiben, in der Logik hier übrigens den Programmierern von Viren und Trojanern ähnlich, die Treiber, die sie mitliefern, eben nur für MS-Betriebssysteme (warum ist ein Monopol wohl ein Monopol?) und wenn es hochkommt, auch mal für Apple.

    Das ist meistens ein Vorteil. Meistens… Versuche er mal, mehr als 3 GB RAM auf seiner Windows-Kiste anzusprechen, natürlich unter Beibehaltung der üblichen Peripherie… Stichwort “64 bit”…

    Wer sich irgendwo Linux installieren will, muss entweder bereit sein, bei der Installation etwas Internet-Recherche in Kauf zu nehmen (ich empfehle für Ubuntu http://ubuntusers.de und sich etwas näher mit dem Betriebssystem zu befassen, oder er muss schon vorher darauf achten, eine Hardware zu verwenden, bei der die Installation reibungslos vonstatten geht.

    WLAN ist übrigens besonders problematisch, weil die Hersteller hier unter demselben Produktnamen die unterschiedlichsten Chips einbauen.

    Fazit: Ich würde keinem Anfänger und keinem, der nicht etwas Neugier für das Geschehen “unter der Haube” mitbringt, empfehlen, sich Linux selbst zu installieren. Vorher sollte wenigstens ein Test mit einer Live-CD gemacht werden. Am besten aber, man kennt in der Nachbarschaft einen, der sich mit sowas auskennt…

    Aber du weißt ja gar nicht, wie sehr du eingefleischten Linuxern einen Gefallen damit tust, dass du die Hürde als zu hoch empfindest ;-)

  2. 4.10.2008 | 14:54

    @Rayson:

    Du missverstehst mich etwas. Ich werde definitiv, wenn ich wieder etwas mehr Zeit habe, meinem Spieltrieb folgen und Windows von meinem Notebook verbannen. Ich war sehr begeistert von Ubuntu und denke mit etwas Zeitaufwand (und evtl. den Rückgriff auf Windows-Treiber über ndiswrapper) auch meine WLAN_karte zum laufen bringen. Immerhin habe ich festgestellt, dass Ubuntu auf meinem P4-mobil von 2002 einfach flüssiger läuft und ich mag das Outfit von Gnome. Apple reizt mich weniger, vielleicht, weil mir die Comunity zu elitär daherkommt und ich auch keine Lust auf die Anschaffung eines so teuren Notebooks habe. Meine olle Kiste tuts noch eine Weile, hoffe ich…

    Das mit den Treibern ist halt eine Frage der Wirtschaftlichkeit, als Hardwareanbieter würde ich auch lieber nur einen Treiber als mehrere schreiben, wenn es sich anders nicht vermeiden ließe. Das kann man nicht als “Marktversagen” bezeichnen. Zumal es ja eigentlich kein Problem ist die Windows-Treiber unter Linux zu nutzen. Sie sollen ihren Dienst dort auch ganz ordentlich tun.

    Ich denke ein wichtiges Dilemma im Fall Linux ist das Problem der Umgewöhnung der Nutzer. Insbesondere die Installation von neuen Programmen ist dort etwas gewöhnungsbedürftig für jemanden, der es gewohnt ist eine exe-Datei anzuklicken. Ich habe auch noch keine richtige Ahnung wie man Programme mit den Pakettools installiert, aber durchaus Lust und ich glaube auch das Talent mir das rasch anzueignen. Da ist zumindest Ubuntu auf gutem Weg.

    Aber bis Leute, denen MacBooks zu teuer sind und die arbeiten und nicht fummeln wollen, einen Systemwechsel angehen dürfte dennoch etwas Zeit vergehen. Weshalb ich eben auch denke, dass der Konsument eben nicht nur ein unglückliches Opfer seiner Anbieter, sondern auch ganz wesentlich zur Macht seiner Anbieter beiträgt. Warum sollte das anders als bei anderen Produkten sein? Übrigens gibt es auch genug Leute, die über das geschlossene Geschäftsmodell von Apple kräftig die Nase rümpfen. Die loyale Gefolgschaft will davon nichts wissen, von mir aus. Aber es gibt definitv Dinge, die man Microsoft nicht vorwerfen kann, und das sind die Präferenzen seiner Konsumenten.

  3. F.Alfonzo
    4.10.2008 | 14:56

    Ich glaube gar nicht mal, dass man mit einer Windows Installation grundsätzlich weniger Probleme hat (übrigens: Ubuntu läuft bei mir sowohl ind 64-bit Version (Desktop) als auch 32-bit Version (Notebook) out of the box problemlos).
    Der Unterschied ist nur der, dass Windows i.d.R. vorinstalliert wird, man sich also nicht selbst um Problemlösungen bemühen muss. Wer das nicht möchte, kann es ja von einem Profi oder dem Hersteller installieren lassen.

    Ich finde, da wird oft mit verschiedenem Maß gemessen: Während man von einem Windows OS nur erwartet, dass es halbwegs läuft, wird von einem Linuxsysstem erwartet, dass es ohne detaillierte Kenntnisse administrierbar sein muss. Das frustriert dann viele Leute.

    Naja, ich bin rundum glücklicher Linuxer :-)

  4. F.Alfonzo
    4.10.2008 | 15:00

    Ich denke ein wichtiges Dilemma im Fall Linux ist das Problem der Umgewöhnung der Nutzer. Insbesondere die Installation von neuen Programmen ist dort etwas gewöhnungsbedürftig für jemanden, der es gewohnt ist eine exe-Datei anzuklicken.

    Das stimmt, aber wenn man es mal gewöhnt ist, ist es eigentlich viel komfortabler, weil man mit einem einfachen Konsolenbefehl ein Programm runterladen und installieren kann…

  5. 4.10.2008 | 15:50

    @SteffenH

    Ich glaube nicht, dass ich dich falsch verstanden habe. Du hast eher falsch verstanden, wie ich dich verstanden hätte…

    Es ist mir ein Rätsel, wie man von “Präferenzen” reden kann, wenn das Angebot so erkennbar eingeschränkt ist…

    Das mit den Treibern ist halt eine Frage der Wirtschaftlichkeit, als Hardwareanbieter würde ich auch lieber nur einen Treiber als mehrere schreiben, wenn es sich anders nicht vermeiden ließe. Das kann man nicht als “Marktversagen” bezeichnen. Zumal es ja eigentlich kein Problem ist die Windows-Treiber unter Linux zu nutzen. Sie sollen ihren Dienst dort auch ganz ordentlich tun.

    Bevor ich große Worte wie “Marktversagen” in den Mund nehme, beschränke ich mich lieber darauf, die Fakten zu beschreiben und zu analysieren. Dazu gehört dann eben auch die Logik, Treiber und Trojaner für 90% der Benutzer zu schreiben und nicht für 10%. Klar.

    Das ist, wie ich oben andeutete, im Falle von mehr als 3 GB RAM sogar ein Nachteil, denn die meisten Hersteller legen mit eben derselben Logik auch (noch) keine 64-bit-Versionen ihrer Treiber bei, während bei einem 64-bit-Linux alles ebenso komplett geliefert wird wie bei der Ausgabe in 32 bit.

    Ich denke ein wichtiges Dilemma im Fall Linux ist das Problem der Umgewöhnung der Nutzer.

    Das ist es immer, wie jeder weiß, der schon einmal die Dramen mitbekommen hat, wenn ein Symbol statt unten links plötzlich oben rechts erscheint, tatsächlich der Fall, trifft aber auf alle Umgewöhnungen aufgrund neuer Software zu. Man frage mal die armen Leute, die jahrelang mit MS Office gearbeitet haben, wenn man ihnen plötzlich die 2007er Version davon vorsetzt, von der der Monopolist gütig beschlossen hat, dass sie jetzt benutzerfreundlicher zu werden habe - jedenfalls, was er darunter versteht. Und damit das gemeine Volk von den Segnungen des Redmonder Wirkens auch wirklich alles mitbekommt, hat er auch keine Option vorgesehen, wieder zur alten Menüführung zurückzugehen. Jetzt erzähle mir mal, dass das was mit anderen “Präferenzen” zu tun hat als mit denen der Programmierer besagten Anbieters…

    Insbesondere die Installation von neuen Programmen ist dort etwas gewöhnungsbedürftig für jemanden, der es gewohnt ist eine exe-Datei anzuklicken. Ich habe auch noch keine richtige Ahnung wie man Programme mit den Pakettools installiert,

    Gewöhnungsbedürftig: Ja und nein. Ja, weil fast die gesamte verfügbare Software an zentraler Stelle im Internet verwaltet wird und man für weitere gesondert “Paketquellen” definieren kann. Nein, weil es theoretisch auch wie unter Windows geht: Einfach eine *.deb-Datei abspeichern und anklicken… (für Ubuntu und andere Debian-Systeme, ansonsten wären das meist *.rpm-Dateien).

    Aber auf jeden Fall sinnvoller: Über einen einfachen “Upgrade”-Befehl wird die gesamte Software immer aktuell gehalten, und unter Ubuntu gibt es sogar eine automatische Benachrichtigung. Das Schönste für Windows-Umsteiger: Man braucht sogar die von F.Alfonzo gepriesene Kommandozeile nicht unbedingt dazu. Es gibt da spezielle Programme, mit denen man bequem Software aus- und abwählen kann. Probleme mit zugemüllter Registry und “dll hell”: keine…

    So simpel ist das mit den Windows-WLAN-Treibern (bei anderer Peripherie wäre mir diese Möglichkeit neu) unter Linux übrigens leider nicht immer, erst recht nicht, wenn man weder mit keiner noch mit WEP-”Verschlüsselung” zufrieden ist.

  6. 4.10.2008 | 16:14

    @rayson:

    Danke für die interessanten Tipps. Die werde ich gebrauchen könne, wenn ich mich an den Umstieg mache. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er durchaus machbar ist.

    Übrigens Rayson, meine Verwendung des Begriffs “Monopolist” war provokatorisch und nicht ernsthaft gemeint. Du verwendest ihn, als hättest du noch nichts von der ökonomischen Definition des Monopols gehört, was ich allerdings nicht glaube. Du magst viel mit der Materie zu tun haben und daher auch eine Menge Frust in Bezug auf MS angesammelt haben, dennoch verstehe ich nicht, wie du in diesem Bereich offenbar von der sonst so besonnenen Argumentation abweichst. Das von mir geschilderte Problem fehlender Treiberunterstützung unter Linux würde ich persönlich keiner Hardware-Hersteller-Microsoft-Konspiration unterschieben, sondern den Machern von Linux zur Last legen. Wenn andere Vorteile diesen MAngel aufheben oder es technische Umgehungslösungen gibt, dann ist es die persönliche Entscheidung des Anwenders wofür er sich entscheidet. In dem von mir verlinkten Fall ist das Problem aber kein Treiber o.ä., sondern lediglich die Umgewöhnung und Bedienerfreundlichkeit der jeweils installierten Distribution auf den Netbooks. Auch das würde ich MS nicht in die Schuhe schieben, auch nicht den Netbook-Anbietern, sondern der Trägheit der Konsumenten.

    Als Nutzer eines Office-Pakets habe ich inzwischen Unmengen von Alternativen, die für den Alltagsgebrauch auch untereinander kompatibel sind. Da können die MS-Programmieren von mir aus gern Mist bauen, lade ich mir eben Open-Office herunter oder noch etwas anderes. Und sollte es völlig unerträglich sein, muss eben doch ein Apple-Rechner her, obwohl ich mich dann auch umgewöhnen muss.

    Mit anderen Worten: Mir persönlich ist es total schleierhaft, wie man momentan noch von einem Monopol sprechen kann (wenn man es je konnte), wenn man nicht das Feindbild in den Köpfen meint. Wo diese Emotionalität in dieser Ar Angelegenheit herkommt kann man wohl nur verstehen, wenn mehr als nur einfacher Anwender von Computern ist.

  7. 4.10.2008 | 16:55

    @ Rayson:

    (dafür hat man dann aber garantiert keine Probleme mit der WLAN-Karte)

    War das ironisch gemeint? Die Probleme der MacBooks mit Wlan sind doch Legende, oder? Selbst unter 10.5.5 hat Apple das Problem noch nicht vollständig in den Griff bekommen. Bei mehreren zur Verfügung stehenden Wlan wählt sich mein MacBook - entgegen der festgelegten Priorität - immer in das falsche Wlan ein.

    Linux habe ich auch entnervt aufgegeben und bin endgültig auf Macs umgestiegen, obwohl das Softwareangebot unter Linux fast ausreichen könnte. Der Schritt zurück zu MS ist jedoch für mich vorerst ausgeschlossen, zu oft wurde ich schon enttäuscht.

  8. 4.10.2008 | 18:26

    @SteffenH

    Zunächst mal ein weiterer Tipp: “Ubuntu GNU/Linux” als Openbook bei Galileo Computing.

    Aber bitte tu doch nicht so, als ob wir über dieses Thema, also ob und wie sehr MS Monopolist ist, zum ersten Mal reden. Ich kenne deine Argumentation, aber vielleicht hast du inzwischen meine wieder vergessen. Ob MS nun die reine akademische Definition erfüllt, mag für Dissertationen interessant sein - mir reicht es, dass die Marktstellung bis vor einigen Jahren ausreichte, um mit fiesen Tricks Wettbewerb zur Seite zu drücken und Kunden mit geschickter Lizenz- und Updatepolitik das Maximum aus der Tasche zu ziehen. Mal ganz abgesehen von der Arroganz, mit der man sich geweigert hat, fehlerhafte (Word) und veraltete (Internet Explorer) Produkte im Sinne der Kunden zu pflegen.

    Erst das einmalige Modell der “Freien Software” zusammen mit dem Engagement eines finnischen Informatik-Studenten öffneten für Wettbewerber ein kleines Fenster. Aber vergessen wir auch nicht, dass MS als Antwort mit Hilfe von Patenten versucht, hier eine Drohkulisse aufzubauen, statt über bessere Produkte sich dem Wettbewerb zu stellen (was sie beim Internet Explorer immerhin ansatzweise versuchen).

    Ein bisschen nervt es mich auch schon, wenn du dabei immer wieder den Strohmann des emotional engagierten Geeks aufzubauen versuchst, ohne dafür irgendeinen Anlass zu haben. Ich würde Linux und vieles, was darauf aufbaut, nicht nutzen, wenn es mir nicht gegenüber anderen Betriebssystemen einen Mehrwert geben würde. Perfekt ist für mich die Kombination mit Windows XP in einer virtuellen Maschine, die allen Eventualitäten zu begegnen in der Lage ist und auch meine beruflichen Anforderungen voll abdeckt. Auf Rechnern, die zu wenig RAM haben, um virtuelle Maschinen sinnvoll einzusetzen, läuft dann meistens XP. Ich habe dazu auch zwei MS Office-Versionen gekauft, denn Excel geht mir dann doch leichter von der Hand als OOCalc, und zu Access hat die Welt der “Freien Software” noch nichts unmittelbar Vergleichbares, auch wenn sie heute sehr nah dran ist und auch wenn MS dabei ist, Access mehr oder weniger elegant zu beerdigen. Stichwort “Präferenzen”…

    Das von mir geschilderte Problem fehlender Treiberunterstützung unter Linux würde ich persönlich keiner Hardware-Hersteller-Microsoft-Konspiration unterschieben, sondern den Machern von Linux zur Last legen.

    Ich weiß nicht, woher du die jetzt die “Konspiration” nimmst, wenn nicht von dem Strohmann, mit dem du hinter meinem Rücken zu diskutieren scheinst. Dass du aber den “Linux-Machern” etwas zur Last legst, was die “MS-Macher” gar nicht auf sich nehmen müssen, nämlich die Zurverfügungstellung geeigneter Treiber, und das auch noch z.T. gegen den Widerstand der Hardware-Anbieter, das lässt mich schon noch fragen, wen hier die Emotio jegliche Fairness außer Acht zu lassen drängt.

    In dem von mir verlinkten Fall ist das Problem aber kein Treiber o.ä., sondern lediglich die Umgewöhnung und Bedienerfreundlichkeit der jeweils installierten Distribution auf den Netbooks. Auch das würde ich MS nicht in die Schuhe schieben, auch nicht den Netbook-Anbietern, sondern der Trägheit der Konsumenten.

    Wenn du “Benutzerfreundlichkeit” weglässt, weil das hier nur ein anderes Wort für “vor der Umgewöhnung” ist, wirst du keinen einzigen Absatz finden, wo ich die Position deines Strohmanns vertrete. Im Gegenteil: Gerade im Kommentar vorher steht einer, der sich dazu ausführlich und, wie ich meine, differenziert einlässt.

  9. 4.10.2008 | 18:57

    @Rayson:

    Genau das ist der Unterschied unserer Herangehensweise. Was du fiese Tricks nennst, sind für Microsoft normale Geschäftspraktiken, die ich nur dann anstößig finde, wenn sie mittels staatlicher Gewalt den Geschäftspartnern aufgedrückt werden. Ist dies nicht der Fall sehe ich kein Problem. Ich würde dir sofort recht geben, wenn MS seine Position mit Rückgriff auf staatliche Gewalt, die nicht allen Marktteilnehmern zur Verfügung steht, einnehmen würde. Ich habe zu wenig Ahnung von der Materie dies auszuschließen. Mir fiele da etwa das von dir bereits erwähnte Patentrecht oder die Einmischung des Staates in die Normung ein. Dagegen sehe ich Geschäftspraktiken, die bestimmte Nutzungsbündel beinhalten für unproblematisch an, da diese Vorgehensweise auch von Wettbewerbern praktiziert werden könnte. Wo deine Position überhaupt nicht nachvollziehen kann, sind die Fragen der Nutzerfreundlichkeit. Wir sind uns einig, dass Windows die Pest sein kann. Doch dies hat etwas mit schlechter Qualität eines Unternehmens zu tun, dass sich auf seiner Marktposition lange Jahre ausruhen konnte, weil seine Nutzer auch von der Konkurrenz oft nichts besseres zu erwarten hatten oder wie im Fall von Apple zu lange sehr tief in die Tasche greifen mussten.

    Zur Frage der Treiber ist mir deine Antwort etwas rätselhaft. Den Internetrecherchen zum Treiber-/Chipsatz-Problem meiner PCMCIA-Karte habe ich entnommen, dass in früheren Versionen von Ubuntu keine Probleme auftraten, nur eben seit etwa eineinhalb Jahren. Da steht auch im Userforum ein langes Workaround drin, dass ich mit etwas mehr Zeit in Angriff genommen hätte. Die habe ich aber gerade nicht, eigentlich. ;-) Aber es verwundert (nicht nur) mich schon, wie ein Chipsatz, der in Unmengen von WLAN-Karten verbaut ist (dummerweise haben beide Karten in meinem Besitz den selben) nun seit so langer Zeit wissentlich Probleme bereitet, die einen Neuling wie mich zunächst etwas abschrecken, für Insider aber schnell umschifft sind. Das ist zwar auch für Windows bekannt, erscheint mir aber nicht gerade als ein Geschäftsmodell für jemanden der zum Sturmangriff auf Windows bläst.

    Insofern wollte ich dir hier nichts unterstellen, sondern nur herausarbeiten, dass ich Dominanz nur gefährlich finde, wenn sie auf Macht aufbaut, die denjenigen der sich ihr entgegenstellt sprichwörtlich um Kopf und Kragen bringt. In der Geschichte des Computers war das jedoch stehts eine Frage des Geldes, des für jeden Einsatzzweck hat es stets Alternativen gegeben, nur dass die manchmal direkt oder indirekt teurer waren. Für mich bleibt das entscheidende Kriterium unzulässiger Macht die Pistole am Kopf, nicht jedoch die Tatsache, dass ich mich über manche Verträge im Nachhinein ärgere.

  10. 4.10.2008 | 19:54

    @SteffenH

    Ich kenne deinen Fokus auf staatliche Gewalt. In einer politischen Dimension halte ich ihn auch für sehr gerechtfertigt. Nur sehe ich privatissime keinen Grund, ihn quasi allgemeingültig zu teilen. Ich halte Praktiken eines marktbeherrschenden Unternehmens, die darauf hinauslaufen, seinen Kunden den Vertrieb von Konkurrenzprodukten zu verbieten, für verwerflich, weil es sich hier um Verträge zu Lasten Dritter handelt, die nicht im Sinne des Wettbewerbs sind. Ebenso, wie ich es für verwerflich halte, wenn ein Bundesligaverein die guten Spieler anderer Vereine einkauft, nur um sie dem Wettbewerb zu entziehen.

    Vielleicht kommen wir einem gundlegenden Unterschied unserer Herangehensweise wirklich nahe. Denn in meinem wirtschaftspolitischen Ideal gibt es einen Souverän, und zwar den Verbraucher. Ich halte alles, was dessen Interessen widerspricht, für wenig wünschenswert. Dabei sind wir uns wahrscheinlich in den meisten Fällen einig, dass vieles, was heutzutage politisch angeblich im Sinne des Verbrauchers beschlossen wird, in Wirklichkeit diesem eklatant widerspricht, wenigstens auf lange Sicht, aber manchmal auch deutlich früher. Dennoch: Es scheint ein Rest zu verbleiben, in dem unsere Maßstäbe nicht mehr kompatibel sind.

    Allerdings möchte ich dem Aufbau eines weiteren Strohmanns schon insofern vorbeugen, als ich aus der Diagnose der Verwerflichkeit nicht automatisch staatliches Eingreifen ableite - so viel Liberalismus musst du mir dann doch noch zugestehen ;-) Eine interessante Frage ist, ob staatliches Eingreifen gegen MS nicht letztlich den Erfolg der Free Software verhindert hätte. Ich tendiere da zu einem “ja”, denn ich vertraue im Zweifel auf das marktliche Entdeckungsverfahren, das auch hier zu wirken scheint.

    Doch dies hat etwas mit schlechter Qualität eines Unternehmens zu tun, dass sich auf seiner Marktposition lange Jahre ausruhen konnte, weil seine Nutzer auch von der Konkurrenz oft nichts besseres zu erwarten hatten oder wie im Fall von Apple zu lange sehr tief in die Tasche greifen mussten.

    Na ja, der Punkt war eben, dass MS jedem potenziellen Konkurrenten spätestens im Fall “DR-DOS” signalisiert hat, ihn mittels seiner Vertrags- und Lizenzierungspolitik vom Markt zu treiben, so dass sich bei diesem Risiko keine einzige Investition gelohnt hätte.

    Mit Linux ging das nicht mehr, weil es hier a) keine wesentlichen Investitionen gab und b) es mit dem Erledigen eines einzigen Gegners nicht getan war. Gegen das Modell einer Gemeinschaft der Vielen, die aus Spaß an der Freud programmiert, hatte MS nichts im Kasten. Zum Glück nicht. Ich will nicht wirklich wissen, wie MS-Programme heute aussähen, hätte es den Erfolg der Free Software nie gegeben.

    Was Apple betrifft, gebe ich dir recht.

    Das ist zwar auch für Windows bekannt, erscheint mir aber nicht gerade als ein Geschäftsmodell für jemanden der zum Sturmangriff auf Windows bläst.

    Das Dumme ist, dass die Linux-Programmierer zu weiten Teilen kein Geschäftsmodell verfolgen. Und dass sie keine Hersteller-Unterstützung bekommen.

  11. 4.10.2008 | 20:02

    Ach ja, um das nochmal zu verdeutlichen: Windows bekommt seine Treiber von den Herstellern der Hardware. Bei Linux müssen die Kernel-Programmierer die Arbeit selbst erledigen. Wer da den Linuxern etwas vorwirft, muss schon über ein gehöriges Maß an Chuzpe verfügen.

  12. 4.10.2008 | 20:13

    @Rayson:

    Ich glaube auch, dass wir uns sehr nahe sind, was das betrifft. Nur halte ich Konsumenteninteressen nicht per se für wichtiger als Produzenteninteressen, denn wer will in einer ineinander verflochtenen Welt, in der jeder irgendwie auf beiden Seiten des Marktes steht, hier wirklich eine klare Aussage machen. Letztlich versucht doch jeder aus den Transaktionen das für sich optimale herauszuholen. Das mag langfristig in die Hose gehen, gerade weil der Wettbewerb die Anbieter zwingt sich möglichst gut dem Nachfrager anzupassen. Aber mal ehrlich, wir hätten nie die Dominanz von Windows gehabt, wären die User nur etwas reicher (Apple) und etwas verspielter und vielleicht etwas schlauer (Linux) gewesen. Genau die Leute sind zumindest als Anwender ja auch nicht mehr bei Windows oder verdienen bestenfalls ihr Geld mit Windows-Nutzern. Insofern bin ich schon der Meinung, dass zu einem mangelhaften Produkt auch ein Konsument gehört, der so einiges schulterzuckend erträgt.

    Wenn ich das mit Ubuntu so richtig verstanden habe, dann wird diese Distribution von Canonical zwecks Verkauf des Supports kostenlos unters Volk gebracht. Ich finde diese Strategie gut, doch wenn ich schon hauptamtliche Leute für die Betreuung einsetze, dann muss ich mir doch auch Gedanken um die Probleme von Usern machen, die nicht zu den Tüftlern gehören. Es sei denn, ich habe kein Interesse an dieser Sorte von Kundschaft. Mich zumindest hat es sehr gewundert, wie man einen bereits funktionierenden Treiber (rt2500pci für Insider) verschlimmbessern kann und dann nach eineinhalb Jahren das Problem noch nicht lösen konnte.

  13. 4.10.2008 | 20:26

    @Rayson:

    Wenn ich mein Geld vor allem am verkauf von Hardware für PCs verdienen würde die unter Windows laufen und nur ab und alternative Betriebssysteme mir wenig Umsatz bescheren, würde ich mir auch überlegen, ob sich die Softwareentwicklung lohnt. Manche Firmen machen eben alles selbst, andere “sourcen out”. Allerdings stimmt das auch nicht ganz. Soweit ich das verstanden habe, gibt es auch Hardwaretreiber von manchen Herstellern für Linux bzw. eine enge Zusammenarbeit mit den Entwicklern des Systems. Offenbar gibts bei Ubuntu ja auch Puristen, die proprietäre Komponenten ablehnen, weshalb Canonical mit Gobuntu reagiert hat (musste). Man kann sich also auch selbst das Leben schwer machen…

  14. F.Alfonzo
    4.10.2008 | 20:36

    @ Steffen:

    Das ist zwar auch für Windows bekannt, erscheint mir aber nicht gerade als ein Geschäftsmodell für jemanden der zum Sturmangriff auf Windows bläst.

    Die Frage ist zunächst, ob es überhaupt die Intention ist, MS Marktanteile wegzunehmen… i.d.R. nicht, weil die Programmierer der meisten Distributionen (m.W. alle außer Ubuntu und Suse) andere Ziele verfolgen. Denen ist es auf gut deutsch gesagt völlig Wurst, ob sie eine Alternative für andere anbieten, sie wollen in erste Linie eine Alternative für sich selbst.
    Ansonsten ist das mit den Treibern, soweit ich weiss (bin kein Programmierer) immer ein Drahtseilakt zwischen Stabilität des Systems und Nutzerfreundlichkeit. Oder: Je mehr Treiber in eine Distribution eingebunden werden, um so schwieriger wird es auch, das Grundsystem weiterzuentwickeln oder Problemlösungen bereitzustellen.
    Als Beispiel Grafikkartentreiber/Ubuntu: Eine Ubuntuinstallation liefert immer erst einen offenen Treiber mit, der das Potenzial von High-end Karten nicht ausnutzt. Dafür wird aber garantiert, dass man auch nach dem nächsten Update noch ein Bild bekommt :-).
    Alternativ werden aber die proprietären Treiber von ATI und Nvidia mitgeliefert und können mit 2 Mouseklicks installiert werden, allerdings “auf eigene Gefahr”. Das ist der Mittelweg, den Ubuntu wohl in Zukunft noch ausbauen wird…

    doch wenn ich schon hauptamtliche Leute für die Betreuung einsetze, dann muss ich mir doch auch Gedanken um die Probleme von Usern machen, die nicht zu den Tüftlern gehören. Es sei denn, ich habe kein Interesse an dieser Sorte von Kundschaft.

    Ich kenne kein OS mit einem derart genialen Support wie Ubuntu: Wiki, Forum, Anleitungen, etc. Der support für MS Systeme findet ja letztendlich auch nicht statt, man findet aufgrund der Anzahl der User halt immer irgendetwas in anderen Internetforen…

  15. 4.10.2008 | 20:47

    @F.Alfonso:

    Aber Ubuntu und Suse haben ein kommerzielles Interesse und mir kann keiner erzählen, dass sie nicht den einen oder anderen User mehr gern betreuen würden. Doch User wie ich zahlen nicht für den Support, weshalb ich mich in Foren rumtreiben muss. Das ist ja auch kein Problem, schließlich kenne ich sogar die Lösung meines Treiberproblems, nur fehlt mir die Zeit sie umzusetzen. Aber selbst in diesen Foren wundert man sich, dass dieses spezielle WLAN-Treiberproblem noch existiert, soll doch eine händische Nachinstallation alter Treiber oder die Einbindung der Windows-Treiber die Lösung bringen. Es ist extrem komfortabel wie man solche Probleme bei Ubuntu lösen kann, nur ist das für manche Windows-Nutzer immer noch nicht genug. Die kaufen sich einen PC auf dem alles fix und fertig läuft und basta. Ob das in einer anderen Betriebssystemwelt besser funktionieren könnte ist den meisten schnuppe. Wenn ich nicht so verspielt wäre, würde es mir wohl auch so gehen…

  16. F.Alfonzo
    4.10.2008 | 20:47

    Ach ja: Wenn das Ziel wirklich darin besteht, den Marktanteil auszubauen, sind auch Dinge wie bspw. die grafische Gestaltung der GUI wichtig… jedenfalls scheinen viele Leute darauf Wert zu legen (gerade die MAC OS scheinen davon profitiert zu haben). Das funktioniert aber nur dann, wenn hauptberufliche Designer eingestellt (und von irgendwem bezahlt) werden. Der Canonical Mann hat aber etwas in der Art angekündigt…

    …ich glaube Ubuntu könnte in naher Zukunft zu einem ernsthaften Konkurrenten für Windows werden.

  17. 4.10.2008 | 21:02

    @F.Alfonso:

    Dabei gefällt mir Gnome auch so schon gut, vor allem die Sachlichkeit. Obwohl mir das neue Gnome 2.24 der Ubuntu 8.10 Beta (ja, ich hab sie versucht, hätte es aber sein lassen sollen, weil das WLAN-Problem nicht gelöst war und mein Notebook auch nicht mehr richtig runterfuhr)mit der neuen Kantigkeit verschlimmbessert vorkommt. MacOS gefällt mir eigentlich nicht so sehr, ist mir zu kalt…

  18. 4.10.2008 | 21:04

    @SteffenH

    Nur halte ich Konsumenteninteressen nicht per se für wichtiger als Produzenteninteressen, denn wer will in einer ineinander verflochtenen Welt, in der jeder irgendwie auf beiden Seiten des Marktes steht, hier wirklich eine klare Aussage machen.

    Ich will. Und zwar in Konsequenz der Neoliberalen. Der Spruch “Wirtschaft ist für den Menschen da” sagt letztlich nichts anderes. Produktion ist kein Ziel per se, sondern Mittel zum Zweck. Und den Zweck, nämlich die Wünsche des Verbrauchers zu erfüllen, darf man m.E. schon noch betonen. Was mich, wie gesagt, nicht davon abhält, die meisten angeblich “verbraucherfreundlichen” Regulierungen für wenig hilfreich zu halten.

    Aber mal ehrlich, wir hätten nie die Dominanz von Windows gehabt, wären die User nur etwas reicher (Apple) und etwas verspielter und vielleicht etwas schlauer (Linux) gewesen.

    Etwas reicher stimmt. Etwas schlauer stimmt nicht, denn Linux war damals keine echte Alternative, jedenfalls nicht für den breiten Markt, da es damals weder Gnome noch KDE gab. In dem Segment, in dem MS antrat, gab es zwar vereinzelt Überlegenes, aber niemand brachte eine vergleichbare Potenz an Betriebssystem- und Anwenderprogrammen auf. Und MS tat alles, um das so zu lassen. Ab Windows 3.1 profitierte es dann vom internen Know-how, wiewohl man sicher auch sagen muss, dass Wettbewerber wie Lotus oder Wordperfect den Windows-Trend zu spät begriffen haben. Was keine Rechtfertigung dafür sein kann, jeglichen zukünftigen Wettbewerb abzuwürgen.

    Insofern bin ich schon der Meinung, dass zu einem mangelhaften Produkt auch ein Konsument gehört, der so einiges schulterzuckend erträgt.

    Einverstanden. Aber das ist natürlich immer auch eine Frage der Alternativen und des Geldbeutels. Wenn ein Applikationsprogramm quasi mit dem Betriebssystem zusammen verschenkt wird, dann haben die Entwickler von Konkurrenzprogrammen schon mal extrem schlechte Karten, denn sie müssen nicht nur besser sein als das Programm des Platzhirschen, sondern so viel besser, dass der Grenzpreis, den sie verlangen, allein schon das Mehr abdeckt und nicht die Gesamtleistung.

    Soweit ich das verstanden habe, gibt es auch Hardwaretreiber von manchen Herstellern für Linux bzw. eine enge Zusammenarbeit mit den Entwicklern des Systems.

    Ja, aber nur wenige. Die Grafikkartenhersteller gehören mehr (Nvidia) oder weniger (AMD/ATI) dazu, ebenso die Druckerhersteller Brother und HP, sowie IBM bei den WLAN-Chips, obwohl man sich bei letzteren die Treiber meist auch aus dem Internet holen muss. Eine Zusammenarbeit mit den Entwicklern gibt es meines Wissens nach nur bei HP und IBM, der Rest bleibt bei proprietärer Software und will sich nicht in die Karten schauen lassen.

    Offenbar gibts bei Ubuntu ja auch Puristen, die proprietäre Komponenten ablehnen, weshalb Canonical mit Gobuntu reagiert hat (musste). Man kann sich also auch selbst das Leben schwer machen…

    Diese Puristen gibt es vor allem unter den Kernel-Programmierern, und die haben ihre guten Gründe dafür, denn wer lädt zu sich nach Hause schon Leute ein, die er nicht kennt? Mal ganz abgesehen von den Lizenzproblemen… Der Konflikt dreht sich auch eher darum, ob die Treiber in den Kernel kommen (was die “Puristen” ablehnen) oder im sog. “Userspace” bleiben (womit auch die “Puristen” leben können, was aber Änderungen bei den Treibern bedeutet). Das “Open Source” ist nun einmal ein Vorteil von Linux - jeder Kundige soll sich alle Komponenten dieser Software anschauen und notfalls auf Probleme aufmerksam machen können.

    @F.Alfonzo

    Zustimmung.

  19. 4.10.2008 | 21:19

    @Rayson:

    Ja, aber der Mensch ist eben auch Produzent oder der Produzent ist auch Mensch. Das führt zu Konsequenzen, die sich in der Rückschau manchmal als ein Fehler herausstellen. Meinen Kommentar zur Browserfrage überlasse ich Steven Landsburg.

    Was die Treiber betrifft, ist das für mich als User keine befriedigende Antwort. Was habe ich von der vielleicht auch begründeten Paranoia der Puristen, wenn meine Hardware nicht läuft. Dann ärgere ich mich weiter mit Windows rum, weil da meine WLAN-Karte läuft. Zumindest die wwar mein einziges Problem mit Ubuntu. Ich war drauf und dran ein echter Fan zu werden. Aber ohne Internet…

  20. 4.10.2008 | 21:36

    @SteffenH

    Das führt zu Konsequenzen, die sich in der Rückschau manchmal als ein Fehler herausstellen.

    Nichts anderes behaupte ich. Was nichts am Ziel ändert.

    Was habe ich von der vielleicht auch begründeten Paranoia der Puristen, wenn meine Hardware nicht läuft.

    Bis jetzt ist kein Purist dafür verantwortlich, dass unter Linux eine Hardware nicht läuft. Aber auch hier, wie bei der Betrachtung von Konsumenteninteressen, ist eine etwas längerfristige Perspektive durchaus angebracht.

  21. 4.10.2008 | 21:42

    @Rayson:

    Aber wer oder was dann? Weshalb wird in den Foren seit Ewigkeiten über diesen speziellen Chipsatz geredet, ohne das sich etwas tut? Also mal abgesehen von den Umwegen, wobei ich erstaunt bin, wie viele es gibt. Nur brauche ich dafür eben Zeit und Geduld, die manch einem fehlen dürfte…

  22. 4.10.2008 | 21:51

    @SteffenH

    Weshalb wird in den Foren seit Ewigkeiten über diesen speziellen Chipsatz geredet, ohne das sich etwas tut?

    Die typische Linux-Antwort lautet: Was motzt du und änderst es nicht? Da stellt eine Gemeinschaft von Programmierern dir eine geile Software kostenlos zur Verfügung, und du motzt darüber, dass Dinge, die du gerne hättest, nicht dabei sind?

    Aber ich will mal nicht so sein und sage einfach: Ich habe mich mit diesem Spezialfall noch nicht befasst. Was etwas damit zu tun hat, dass er mich nicht betrifft.

    Mal abgesehen davon, dass ich daraus, dass ein bestimmter WLAN-USB-Stick unter meinem Vista auch nicht läuft, keine Glaubensangelegenheit mache…

  23. 4.10.2008 | 21:56

    Ich habe mal kurz bei Ubuntuusers.de vorbeigeschaut. Die Sache mit dem “RT2500″-Chip stellt sich so dar, dass der schon “out-of-the-box” funktioniert, aber nicht mit einer modernen Verschlüsselung. Es handelt sich hier also nicht um eine Veränderung durch die Linux-Programmierer, sondern um eine neue Anforderung, die noch nicht umgesetzt wurde, was bei der mangelnden Unterstützung der Hardware-Hersteller auch kein Wunder ist.

    Mit “ndiswrapper”, der die Windows-Treiber einbindet, sollte es aber funktionieren.

  24. 4.10.2008 | 22:00

    @Rayson:

    Ich mache da keine Glaubensangelegenheit draus, ich verlange nicht einmal, dass eine Software mit jeder Hardware läuft. Auch Linux nicht. Ich sage nur, dass unter diesen Bedingungen ein Wechsel schwerer ist, ergo auch die Marktposition von Windows so bleibt wie sie ist. Ganz im Gegenteil, es gefällt mir an Linux, dass ich das Problem zusammen mit anderen Leuten und etwas Geduld lösen kann, wohingegen es bei Windows funktionieren würde oder nicht. Meistens funktioniert es so leidlich oder die Leute kaufen eine Hardware mit Windows drauf und werfen sie irgendwann weg. Spätestens mit der Verbreitung von Notebooks, die wesentlich weniger erweitert werden hat für viele die Fummelei aufgehört. Es sei denn sie versuchten etwas Neues.

    Wenn ich ab nächste Woche etwas mehr Zeit habe und mich an die WLAN-Lösung machen kann, gibt es sicherlich Gelegenheit in weiteren Erfahrungsaustausch zu treten.

  25. 4.10.2008 | 22:04

    @rayon:

    Danke, das Problem war nur, dass ich zur Einbindung des Windows-Treibers den Network-Manager deinstallieren musste, was mir erst später klar wurde. Da war aber diese unüberlegte Beta schon drauf und mir blieb keine Zeit, weil ja die Arbeit wartete. Aber nächste Woche mach ich das…

  26. F.Alfonzo
    4.10.2008 | 22:56

    @Steffen:

    Du lastest den Entwicklern aber nicht an, dass du ne Beta/Entwicklerversion installiert hast und diese nicht funktioniert?
    (Mir fällt da gerade ein Testbericht irgendeiner PC-Zeitschrift ein; da hat der Tester die Alternate CD einer Beta runtergeladen und sich dann darüber aufgeregt, dass die Installation so kompliziert ist und am Ende doch nix funktioniert :-))

    Kleiner Tip noch von mir zu dem Thema: Neu != gut.
    Finger weg von betas, am besten nutzt du die letzte LTS (=long term support) version, die funktioniert dann vielleicht auch auf deiner Hardware…

    Ich glaube, diese “immer das neueste” Geilheit lässt sich auf die Fehlerhaftigkeit div. MS Produkte zurückführen… man hat immer nur darauf gewartet, dass irgendetwas endlich funktioniert… ist aber eine gewagte These meinerseits.

  27. 4.10.2008 | 23:12

    @Alfonso:

    Nu lass mal die Kuh im Dorfe. Ich laste niemandem etwas an, sondern wollte lediglich schauen, ob die Beta evtl. das Problem löst. Da ich die ganze Angelegenheit eh mit Wubi übers bestehende Windows probiert hatte, war das auch nicht so schlimm. Ich arbeite jetzt mit meinem alten Windows und 7 GB Plattenplatz weniger, deinstalliere die Beta nächste Woche wieder von Windows aus und setze die LTS wieder auf, um sie dann nach dem 30.10. gegen 8.10 mit hoffentlich weicher Landung zu ersetzen. Das ist selbst mir Deppen klar, dass die Beta dazu dient, das eifrige User noch die letzten Fehler finden und ans Launchpad petzen. Ich habe mich selbst auch gleich dran beteiligt. Bei mir hat die Installation der 8.04.1 LTS übrigens extrem schnell und reibungslos funktioniert, bis auf das WLAN-Manko (lahm und total instabil, wie auch überall in den Foren diskutiert), dass ich ja mit etwas Geduld auch über die Windows-Krücke hätte lösen können. Allerdings hab ich mir auch die Mühe gemacht die genaue Anleitung auf der Ubuntu-Seite zu lesen, so dass mir so ein Alternate-Fehler auch nicht passiert wäre.

    Deine These halte ich nicht für so gewagt, allerdings trifft sich nicht nur für Windows zu. ;-)

  28. F.Alfonzo
    5.10.2008 | 1:45

    @ Steffen:

    Sorry, wollte nicht unterstellen, dass du der Kategorie “nichts-wissen-aber-trotzdem-rummaulen” angehörst, hätte ich niemals vermutet… ist mir nur so eingefallen (sorry für den Scherz auf deine Kosten), weil es in der Ubuntu-Community so eine Art “running-Gag” ist: Ich will dieses Betriebssystem, also nehm ich am besten das neueste… “öh, funktioniert nicht, Scheiss-Betriebssystem :-)”; dass sogar “Experten” von PC-Zeitschriften die Instruktionen nicht kapieren, ist allerdings erstaunlich…

    P.S.: Auch wenn du sagst, du hättest keine Zeit für die Workaround Lösung: Ich kann jetzt schon sehen, dass du ein überzeugter Linuxer werden wirst (blöd gesagt: Wer sich die Zeit nimmt, in einem Forum 15 Beiträge zu Ubuntu zu schreiben, nimmt sich früher oder später auch die Zeit, an einem OS rumzubasteln:-); das ist doch nur konsequent, oder?)

  29. F.Alfonzo
    5.10.2008 | 1:48

    btw:

    Was unter Ubuntu richtig schwierig ist, ist die optimale Energieverwaltung für ein Notebook… daran sitze ich jetzt schon länger… benutze workaround-Lösungen und teste nach Trial&Error Prinzip…

    Aber naja, welches vorinstallierte OS ist da schon besser?

  30. 5.10.2008 | 10:31

    @Alfonzo:

    Danke für die Vorschusslorbeeren. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob die Lust zur Fummelei tatsächlich eine Tugend ist. Ich erinnere mich an die viele Zeit in den Neunzigern die ich damit verplempert habe mein OS2 auf meinem 486 richtig zum Laufen zu bringen. Ich habe es hinbekommen, um dann zu merken, dass darin der Reiz der Angelegenheit lag und vernünftiges Arbeiten mangels Anwendungen nicht möglich war. Das kann mir zwar unter Ubuntu nicht mehr passieren, weil alles was ich zum Arbeiten benötige da ist, aber das habe ich auch jetzt schon. Was mir in den Fingern juckt ist das Bedürfnis meinem alten Notebook ne Frischzellenkur zu verpassen. Ich hänge so an der Gericom-X5-Kiste, auch wenn die interne WLAN-Karte längst defekt und das Display regelmäßig wieder festgeschraubt werden muss (von wegen Outdoor-Notebook). Also sind die Energiemanagementprobleme für mich sowieso nicht so wichtig, allein weil mein Akku inzwischen auf dem letzten Loch pfeift und die Anschaffung eines neuen wohl nicht mehr lohnt (Obwohl mir bis heute der Gedanke nicht aus dem Kopf will der Kiste eine neue und schnellere Festplatte zu spendieren.) Auf jeden Fall habe ich ein paar Tage mit Ubuntu gearbeitet und war begeistert.

  31. Fan
    6.10.2008 | 21:17

    “Der Mensch ist eben auch ein Gewohnheitstier…”
    und das wird auch immer bleiben …. das war schon JAhrtausende so… und wird bis zum vermeintlichen Untergang… wann auch immer … so bleiben ….

  32. 7.10.2008 | 0:43

    Zur Rückgabequote siehe http://www.pro-linux.de/news/2008/13293.html.

    @Fan

    “Liberale Eskapaden”, bist du es? Oder nur eine schlechte Kopie? Nicht, dass wir uns geehrt fühlten, aber Netzphänomene sind einfach interessant.

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