Das Feuilleton schlägt zurück

Was haben die folgenden Artikel aus der F.A.Z. gemeinsam?


Vordenker Paul Krugman: Was uns arm gemacht hat

Nobelpreisträger Krugman: Die Vorurteile der Nationen
Nach dem Neoliberalismus: Und was ist nach dem Geld passiert?
Wie die Finanzkrise das Denken ändert: Was wird morgen sein?

Richtig: Sie stammen aus dem Feuilleton dieser Zeitung. Die Antiliberalen von links und rechts, die sich dort eingefunden haben, versuchen, aus der Krise Honig zu saugen. Fachwissen ist da hinderlich und wird auch so verstanden. Während Villabajo (die Fachwelt) sich noch um Erklärungen und Lösungen bemüht, hat Villariba (der aller irdischen Mühen ledige Intellektuelle) schon die allumfassende Story parat. Und sie klingt, wie nicht anders zu erwarten, bezaubernd schön.

Dass sowohl Herr Kaube als auch Herr Schirrmacher Paul Krugman genau für das feiern, wofür er expressis verbis nicht den Nobelpreis bekommen hat, sagt schon einiges. Ob ich ihnen die Lektüre von Bryan Caplans Bemerkung zumuten kann?

[A]s a cock-eyed optimist, I’m very happy to have him around. Think about it: The world’s most famous left-wing economist:

1. Blames European unemployment on labor market regulations that hold wages above the market-clearing level. (The Accidental Theorist, Part 1)

2. Publicly and articulately advocates free trade without hemming or hawing. (Pop Internationalism)

3. Identifies anti-globalization activists as the enemies of the world’s poor. (The Accidental Theorist, Part 3)

4. Titles an essay “In Praise of Cheap Labor: Bad Jobs at Bad Wages Are Better than No Jobs at All” (The Accidental Theorist, Part 3)

5. Points out that if you oppose Big Government, you should favor cutting Social Security, Medicare, and other popular programs. (”The Lost Fig Leaf”) Sure, he’s hoping to scare us away from libertarian rhetoric, but there’s no use running away from the truth.

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2 Kommentare zu “Das Feuilleton schlägt zurück”

  1. F.Alfonzo
    13.10.2008 | 23:28

    Das ist halt die Sache mit der Agitation: Nachdem sich jeder aus einem Ereignis (oder: dem Lebenswerk eines Wissenschaftlers) immer nur das für den vorher schon feststehenden Artikel verwertbare rauspickt, kann am Ende doch nichts besseres dabei rauskommen, oder?

    Abgesehen davon: Wenn ich nicht wüsste, dass das Journalismus-Niveau immer so unterirdisch ist, könnte ich auf den Gedanken kommen, dass der Wirtschaftsnobelpreis in den heimischen Redaktionen gern als Anlass genommen wird, einen über den Durst zu trinken… kann sich noch jemand an den letztjährigen Nobelpreis erinnern? Ich sag nur: “Mechanismusdesign” :-)

  2. 14.10.2008 | 18:57

    Der andere Stadtteil von Villariba hat aber auch den freien Markt als die allumfassende Lösung präsentiert. ;-)

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