Für jeden ist etwas dabei

Obama wird Präsident.
Denn die Argumente für seine Präsidentschaft sind so vielfältig, dass für jeden etwas dabei ist. Sogar für linke Antisemiten.

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39 Kommentare zu “Für jeden ist etwas dabei”

  1. 15.10.2008 | 10:42

    [...] Weiteres Element der Strategie der Neuen Rechten ist, alle Nicht-Arier vorsichtshalber erstmal unter…, wahlweise auch der Homophobie zu bezichtigen,  je nachdem, ob man gerade auf dem Feld USA oder Europa argumentiert, und dem Antisemtismus dann im nächsten Zug als immer schon linkes Phänomen zu behaupten, ganz, wie kommunistische Kampftruppen wie der Alldeutsche Verband und der Deutsche Flottenverband oder auch diese Ostmarkentruppe damals unter Wilhelm Zwo es ja belegen. NATO-Interventionen in Georgien hätten die übrigens super gefunden, die ostelbischen Junker. [...]

  2. 15.10.2008 | 10:56

    Guck mal, schon hält man uns wieder für Neue Rechte. Ist das ein Argument dafür, daß wir es auch sind? Oder worauf willst Du hinaus?

  3. 15.10.2008 | 11:02

    Sprichst du mit mir? Oder mit dem Herrn von nebenan?

  4. 15.10.2008 | 11:09

    Mit Dir. Der Eintrag erweckt zunächst kurz den Eindruck, als ob es um Obama gehe, hat aber näher besehen mit Obama gar nichts zu tun, sondern vielmehr damit, was jemand anders über Obama denkt. In welche Richtung würdest Du denn darüber diskutieren wollen?

    (Im Übrigen weiß ich, daß Jackson nicht irgendjemand ist. Gerade weil seine Beziehung zu Obama schonmal auf dem Prüfstand war, glaube ich aber, daß McCains Wahlkampfkampagne irgendwas nennenswertes in dieser Richtung ausgegraben hätte, wenn etwas zu finden wäre. Ist aber m.W. nicht so. Dann äußert sich da also ein etwas wirrer Prediger, zu dem Obama bereits auf Distanz gegangen ist, zu seinen Phantasien Obamas eventuelle Präsidentschaft betreffend. Klingt nicht so übermäßig spannend.)

  5. N. Neumann
    15.10.2008 | 11:15

    Auch Gaddaffi hat Obama schon kritisiert und gelobt.

    Aber möglicherweise ist Jesse Jackson zumindest punktuell Realist und befürchtet, durch einen Wahlsieg Obamas wirklich völlig überflüssig zu werden und gibt daher den Leuten fürs Grobe im Gefolge der McCain/Palin-Kampagne einen Knochen. (”23.4.1998 - Zusammentreffen Obamas mit Jackson im Rahmen eines als Spendengala getarnten Antizionsumuskongresses”.)

    Wenn die sich nicht darauf stürzen, kann er ja noch verkünden, dass nach der Wahl Gangsta-Rapper Verteidigungsminister und nationaler Sicherheitsbeauftragter werden.

  6. 15.10.2008 | 11:18

    Ja, eben. So ähnlich kommt mir das auch vor. Cutting his nuts off.
    Der Mann ist wohl einfach noch sauer.

  7. 15.10.2008 | 11:22

    Mit Dir.

    Dann frag mich doch nicht nach albernen Argumenten Anderer (wir gehörten zur “Neuen Rechten”, der Antisemitismus-Vorwurf gegen Jackson wäre an den Haaren herbeigezogen etc.).

    Der Eintrag erweckt zunächst kurz den Eindruck, als ob es um Obama gehe, hat aber näher besehen mit Obama gar nichts zu tun …

    Für den kurzen Moment der Verwirrung entschuldige ich mich. Auch, wenn er nur eine Zeile und einen Link-Aufruf lang gewesen sein dürfte.

    … sondern vielmehr damit, was jemand anders über Obama denkt.

    Richtig. Was Andere über Obama denken ist, allgemein besehen, nun einmal ausschlaggebend dafür, ob er Präsident wird oder nicht.

    Was nun McCains Wahlkampfteam aus dem Thema Jackson machen könnte, konnte oder auch nicht, interessiert mich nur am Rande.

    In welche Richtung würdest Du denn darüber diskutieren wollen?

    Zum Diskutieren weiß ich zu wenig. Vielmehr würde mich interessieren, was jemand zum Thema sagen kann. Ist Antisemitismus wie der von Jackson eine Ausnahmeerscheinung eines alterswirren Predigers? Oder ist es ein Phänomen, das auch in der US-Linken und in der dortigen Bürgerrechtsbewegung eine Heimat hat? Gibt Obama Jackson irgendeinen tatsächlichen Anlass für seine Aussage? Auch die Aussagen eines wirren Kopfes (falls wir mal annehmen, Jackson wäre einer) beruhen ja manchmal auf realen Begebenheiten.

  8. 15.10.2008 | 11:25

    Taktisches Ans-Bein-Pinkeln wäre natürlich eine Option, die ich nicht in Erwägung gezogen hatte.

  9. FG
    15.10.2008 | 11:30

    Gibt Obama Jackson irgendeinen tatsächlichen Anlass für seine Aussage?

    Was Obama zu Israel zu sagen hat kann man hier nachlesen. War eigentlich gar nicht schwer zu finden.
    Das hat nicht viel mit Jacksons Träumen zu run.

  10. 15.10.2008 | 11:35

    Stimmt. Ich hatte vergessen, eine Wahlkampfaussage herauszusuchen und als umfassende, einzige, glaubwürdige und jegliche genauere Analyse überflüssig machende Quelle heranzuziehen.

  11. N. Neumann
    15.10.2008 | 11:43

    @ David

    Ja, der Teil der afroamerikanischen Community, der ein gleichsam persönliches Interesse an einem einseitigen schwarzen Opferdiskurs hat, muss sauer auf Obama sein.

    Denn Obama ist weder ein schwarzes Opfer noch ein angry black men und hat sich darüber hinaus so zum Thema Rassismus geäußert, dass sich bei weißen Amerikanern nicht der Hauch von schlechtem Gewissen regt.

    Daneben hat er, wenn ich mich richtig erinnere, kritische Bemerkungen zum verantwortungslosen Verhalten afroamerikanischer Rabenväter gemacht. Der eine oder andere tatsächliche oder vermeintliche Bürgerrechtler würde das nicht tun, und wenn doch, dann im Zuge eines allgemeinen schwarzen Opferdiskurses.

  12. N. Neumann
    15.10.2008 | 11:56

    Ist Antisemitismus wie der von Jackson eine Ausnahmeerscheinung eines alterswirren Predigers?

    Nein.

    Oder ist es ein Phänomen, das auch in der US-Linken und in der dortigen Bürgerrechtsbewegung eine Heimat hat?

    Ja. (Auch wenn sich Martin Luther King wegen der Aussage seines Adepten im Grab herumdreht.)

    Gibt Obama Jackson irgendeinen tatsächlichen Anlass für seine Aussage?

    Ich habe zwar schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen, es kann jedoch als sehr wahrscheinlich gelten, dass ein veritabler Anlass spätestens bis zu dieser Phase des Wahlkampfes zutage gefördert worden wäre.

  13. 15.10.2008 | 11:58

    es kann jedoch als sehr wahrscheinlich gelten, dass ein veritabler Anlass spätestens bis zu dieser Phase des Wahlkampfes zutage gefördert worden wäre.

    Ja, eben. Genau das habe ich oben ja auch geschrieben. (Zumindest gemeint…)

  14. 15.10.2008 | 11:59

    @N.Neumann

    Das spräche ja dann tatsächlich für die These, Jackson wolle die Anti-Obama-Positionen stärken.

  15. FG
    15.10.2008 | 12:02

    Boche, über was außer Wahlkampfaussagen will man denn bitte im Moment reden, wenn nicht über Wahlkampfaussagen?

  16. 15.10.2008 | 12:23

    Ach Boche, haste’s immer noch nicht begriffen: Mangelnde Unterstützung für Obama ist rassistisch ist rechtsextreme Gegenaufklärung ist ein Verbrechen. Um den Rest kümmert sich dann Ihr örtliches Antifa-Komitee.

  17. FG
    15.10.2008 | 12:33

    Genau, Joachim. Schließlich wissen wir ja alle, dass es bei Wahlen allein darauf ankommt, dass die Angriffe gegen den Richtigen gehen. Ob sie irgendwie fundiert sind ist was für weltfremde ästheten. Ist halt ein schmutziges Geschäft.

  18. 15.10.2008 | 12:51

    @FG

    über was außer Wahlkampfaussagen will man denn bitte im Moment reden

    Ich halt es da mit Dr. House: Patienten Politiker lügen. Zumal im Wahlkampf.
    Ist doch eigentlich nicht schwer zu verstehen: Will man im Wahlkampf etwas über die wahrscheinliche Politik eines Kandidaten im Falle seines Wahlerfolgs erfahren, sind Wahlkampfaussagen sicher nicht die beste, auf jeden Fall nicht die einzige Quelle, die man anzapfen sollte.
    Die Israel-freundlichen Aussagen Obamas im derzeitigen Wahlkampf waren mir übrigens schon bekannt.

  19. 15.10.2008 | 12:55

    @jo@chim

    Zumindest für diesen Kommentarbereich ist deine Polemik etwas fehl am Platz.
    Über das über Trackback Verlinkte mag ich nicht diskutieren. Ist mir zu dumm.

  20. Herbert
    15.10.2008 | 13:27

    Dann stimmen die Gerüchte also nicht, dass Obama Stephen Walt zu seinem wichtigsten außenpolitischen Berater machen will?

  21. Fuchur
    15.10.2008 | 13:28

    Politiker lügen. Zumal im Wahlkampf.

    Ok. Aber wieso soll denn ausgerechnet Jesse Jackson eine zuverlässigere Quelle sein?

    Außderdem gibt es natürlich genügend rechte Antisemiten, die Obama abgrundtief hassen, z.B. Andy Martin.

    Wenn man wirklich was über Obamas Außen- und Israelpolitik erfahren möchte, würde sich m.E. ein Studium der bisherigen Arbeit von Obamas Vize in spe Joe Biden lohnen. Dessen Spezialgebiet ist ja Außenpolitik, und in all den Jahren im Senat dürfte einiges Anschauungsmaterial zusammen gekommen sein.
    Ich behaupte einfach mal, dass man da nichts finden würde, was Antisemitismussorgen begründen würde…

  22. 15.10.2008 | 13:30

    @Fuchur

    Aber wieso soll denn ausgerechnet Jesse Jackson eine zuverlässigere Quelle sein?

    Ich habe doch nicht behauptet, dass er eine zuverlässige oder gar zuverlässigere Quelle ist.

  23. 15.10.2008 | 13:49

    @Boche: Na du könntest zumindest wissen, dass Jackson Obamas Kampagne wiederholt Steine in den Weg gelegt hat. Jackson hält Obama für eine Katastrophe für die Civil Rights Bewegung, weil er mit “weissen Argumenten” Stimmen gewinnen würde… Ist alles etwas wirr, beim guten Herr Jackson.
    Dass ein solcher Kommentar veröffentlicht wird, just als Obama in Florida an McCain vorbeizieht, kann ich nicht für einen Zufall halten…

  24. FG
    15.10.2008 | 13:57

    @ Herbert

    Irgendwelche Quellen/Indizien, die dafür sprechen würden?

  25. N. Neumann
    15.10.2008 | 15:26

    @N.Neumann

    Das spräche ja dann tatsächlich für die These, Jackson wolle die Anti-Obama-Positionen stärken.

    @ Boche

    Das kann gut sein; es könnte aber auch sein, dass Jackson einen aus seiner Sicht missratenen Bruder gegenüber McCain doch vorzieht und einfach ohne Hintergedanken ein bisschen Stuss verzapft. So oder so zeugt es von Jacksons Hilflosigkeit.

    Ein ähnliches Phänomen gibt bzw. gab es bekanntlich auch am anderen Ende des politischen Spektrums der USA. Teile der publizistischen Entourage des rechten Flügels der Republikaner (Coulter, Limbaugh und wie sie alle heißen) machten auch nach seiner Nominierung offen Front gegen den für sie zu laschen McCain. Durch die Nominierung der Elchtöterin aus Alaska hat sich das geändert.

  26. Herbert
    15.10.2008 | 15:35

    @ FG
    Indizien für eine solche Neigung gibt es:
    http://www.americanthinker.com/blog/2008/05/obama_advisor_accuses_jews_of.html
    Aber mit so einer heiklen Personalie wartet ein Fuchs wie Obama natürlich bis nach der Wahl. Jetzt steht er natürlich “fest hinter Israel”, um unnötige Unruhe zu vermeiden, was ja auch ganz gut funktioniert. Es ist immer empfehlenswert, dem Kaninchen zunächst den Nacken zu entspannen. Dann geht alles ganz schnell und schmerzlos.

  27. FG
    15.10.2008 | 15:47

    Mensch Herbert, Deine exegetischen Gaben möchte ich haben.

  28. N. Neumann
    15.10.2008 | 15:49

    Ja, noch selten waren Indizien stichhaltiger.

  29. Herbert
    15.10.2008 | 15:55

    @ FG
    Keine Exegese, sondern eine gefühlte Gefahr. Read my lips: Barack HUSSEIN Obama. Yes, he can!

  30. N. Neumann
    15.10.2008 | 15:59

    Geil.

    In einem der letzten PI-Einträge wird die Geburt Obamas auf amerikanischem Territorium angezweifelt.

    Mit derselben beknackten Masche wollten ein paar Faselklumpen während des Vorwahlkampfes schon McCains Nominierung verhindern.

  31. FG
    15.10.2008 | 16:05

    Ich heiße mit zweitem Vornamen übrigens Dieter. Ob an dem Gerücht etwas drann ist, dass ich untalentierte Teenager, die in meiner Gegenwart versuchen zu singen, mit übelsten Beleidigungen zusammenfalte, verrate ich natürlich nicht. Das ist mir zu heikel.

  32. Herbert
    15.10.2008 | 16:11

    @ FG
    Du sagst es, Du sagst es, es ist viel zu heikel, als dass man drüber reden könnte! Pssst.

  33. N. Neumann
    15.10.2008 | 16:11

    @ FG

    In meiner Eigenschaft als äußerst untalentierter Sänger fühle ich die Gefahr, die von dir ausgeht.

  34. Herbert
    15.10.2008 | 16:18

    Ja, wir verstehen uns schon.
    Aber man ahnt auch, was für ein lebensgefährlicher Job es ist, Spitzenpolitiker zu sein mit besten Chancen auf ein machtvolles Amt. Man denkt z.B. auch an Adelheid, die erst wenige Sekunden vor der Tat entschied, dass Johannes Rau nicht wichtig genug war. Paranoide Spinner jeder Sorte klinken sich ein, besonders in Zeiten des Umbruchs. Man kann Obama nur wünschen, dass er diesen Gefahren entgeht - und selbst weniger mit der Chicagoer Mafia verbandelt ist als sein großes Vorbild JFK.

  35. 15.10.2008 | 16:25

    Bah. Bei meiner Erwähnung der “Beziehung” zwischen Obama und Jackson hatte ich Depp eigentlich Jeremiah Wright im Sinn. Peinlich, aber wahr.

  36. 15.10.2008 | 20:33

    In einer bipolaren Parteienwelt scharen sich eben auch die Extremisten um die Frontleute. Die Republikaner haben auch ihre “Religious Right”, unter denen es an Spinnern nicht mangelt.

    Allerdings ist diese Nummer mit den “Neuen Rechten” selten dämlich. Und hinterher hat’s wieder keiner gesagt…

  37. 15.10.2008 | 23:52

    Lieber R. Neumann,

    Mit derselben beknackten Masche wollten ein paar Faselklumpen während des Vorwahlkampfes schon McCains Nominierung verhindern.

    So hart kann man das, glaube ich, nicht sagen.

    Die US-Verfassung sagt in Artikel 2, Absatz 1, daß nur Präsident werden darf, wer ein “natural born citizen” der USA ist.

    McCain wurde 1936 in der Kanalzone geboren. Diese war damals ein “Territory” der USA; eine Art Kolonialbesitz.

    Wer dort 1936 geboren wurde, erwarb mit seiner Geburt nicht die Staatsbürgerschaft der USA. Erst 1937, elf Monate nach McCains Geburt, wurde ein Gesetz verabschiedet, das den in der Kanalzone Geborenen mit ihrer Geburt Bürgerrecht verlieh. Es galt und gilt aber nicht rückwirkend.

    Insofern kann man nach dem Buchstaben der Verfassung argumentieren, daß McCain nicht schon durch seine Geburt Staatsbürger der USA wurde und damit nicht Präsident werden kann.

    Allerdings wird dagegen argumentiert, daß das dem Geist dieser Regelung nicht gerecht wird, die lediglich verhindern will, daß Einwanderer (wie Kissinger, der es sonst vielleicht geworden wäre) nicht Präsident werden können.

    In diesem Sinn hat der US-Senat im April dieses Jahres einen (juristisch aber nicht bindenden) Beschluß gefaßt, wonach die Verfassung es erlaubt, daß McCain Präsident werden kann.

    Das ganze, lieber R. Neumann, ist ein Beispiel für den pragmatischen Charakter des angelsächsischen Rechts.

    Herzlich, Zettel

  38. 15.10.2008 | 23:54

    verhindern will —> erreichen will

    (schade, daß man hier nicht editieren kann)

  39. multi_io
    20.10.2008 | 10:55

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