Horse s…

PJ O’Rourke bringt die Hintergründe der Finanzkrise in einem wunderbaren Artikel über das Versagen (nicht nur) der amerikanischen Konservativen wie immer auf den Punkt:

Under constant political pressure, which went almost unresisted by conservatives, a lot of lousy mortgages that would never be repaid were handed out to Jim Jerk and his drinking buddies and all the ex-wives and single mothers with whom Jim and his pals have littered the nation.

Wall Street looked at the worthless paper and thought, “How can we make a buck off this?” The answer was to wrap it in a bow. Take a wide enough variety of lousy mortgages–some from the East, some from the West, some from the cities, some from the suburbs, some from shacks, some from McMansions–bundle them together and put pressure on the bond rating agencies to do fancy risk management math, and you get a “collateralized debt obligation” with a triple-A rating. Good as cash. Until it wasn’t.

Or, put another way, Wall Street was pulling the “room full of horse s–” trick. Brokerages were saying, “We’re going to sell you a room full of horse s–. And with that much horse s–, you just know there’s a pony in there somewhere.”

Anyway, it’s no use blaming Wall Street. Blaming Wall Street for being greedy is like scolding defensive linemen for being big and aggressive. The people on Wall Street never claimed to be public servants. They took no oath of office. They’re in it for the money. We pay them to be in it for the money. We don’t want our retirement accounts to get a 2 percent return. (Although that sounds pretty good at the moment.)

What will destroy our country and us is not the financial crisis but the fact that liberals think the free market is some kind of sect or cult, which conservatives have asked Americans to take on faith. That’s not what the free market is. The free market is just a measurement, a device to tell us what people are willing to pay for any given thing at any given moment. The free market is a bathroom scale. You may hate what you see when you step on the scale. “Jeeze, 230 pounds!” But you can’t pass a law making yourself weigh 185. Liberals think you can. And voters–all the voters, right up to the tippy-top corner office of Goldman Sachs–think so too.

We, the conservatives, who do understand the free market, had the responsibility to–as it were–foreclose upon this mess. The market is a measurement, but that measuring does not work to the advantage of a nation or its citizens unless the assessments of volume, circumference, and weight are conducted with transparency and under the rule of law. We’ve had the rule of law largely in our hands since 1980. Where is the transparency? It’s one more job we botched.

Ähnliche Beiträge

  • Keine ähnlichen Beiträge gefunden.

77 Kommentare zu “Horse s…”

  1. 11.11.2008 | 15:21

    Das liest sich wirklich sehr schlüssig.

  2. 11.11.2008 | 15:32

    @Boche:

    Viel mehr steckt da auch nicht hinter. Man höre hierzu Econtalk.

  3. Boche
    11.11.2008 | 15:43

    Hinter der Finanzkrise, meinst du?

    Ich habe grad das “Geld, Gold und Gottspieler” von Roland Baader zu lesen angefangen. Danach wäre das ja eher die lange vorhersehbare Systemkrise wegen mangelnder Golddeckung des fiat money (zumindest ist das der erste Eindruck der Baaderschen Argumentation).

  4. 11.11.2008 | 15:59

    @admin:

    Ja, das ist die “östereichische” Erklärung, die das Problem in den Zinswirkungen der Geldpolitik zu erkennen glaubt. Das Problem liegt hier in der etwas dürftigen empirischen Fundierung dieser Erklärung. Österreicher ziehen nicht in betracht, dass die Wirtschaftssubjekte über den Einfluss der Geldpolitik auf die (Nominal-)Zinssätze und damit auf die Rentabilität von Investitionen Erwartungen bilden und sich deshalb immer wieder neu aufs Glatteis führen lassen. Siehe “Why I Am not an Austrian Economist”. Allerdings muss ich gestehen, dass ich mich selbst noch nicht eingehend mit der österreichischen Krisenerklärung beschäftigt habe. Ich nehme den Baader mal auf meine Leseliste.

  5. 11.11.2008 | 16:05

    Na, ich bin natürlich absoluter Laie. Mir ist nur ein Widerspruch aufgefallen. Und zwar zwischen dem, was mir Mankiw über nominale vs. reale Werte erklärt hat und dem, was Baader als Gefahr zu erkennen meint, die im Missbrauch der nominalen Tauschmittel liegt. Kurz gesagt: Was ist das Schlimme an Inflation?

  6. 11.11.2008 | 17:08

    @Boche:

    Genau das ist des Pudels Kern. Die Österreicher scheinen davon auszugehen, dass die Investoren ihre Investoren an niedrigen Nominalzinsen ausrichten und damit permanent zu Fehlinvestitionen neigen. Nicht-Österreicher halten dem entgegen, dass dies keineswegs mit rationalen Erwartungen der Wirtschaftssubjekte vereinbar ist.

    Das Problem an der Inflation ist, dass die Geldentwertung, vor allem wenn sie unstet ist, die Planung von langfristigen Investitionen schwieriger macht, insbesondere dann, wenn die erwartete Inflationsrate von der tatsächlichen abweicht. Dann wird es für Kreditgeber und -nehmer schwieriger den korrekten Inflationsausgleich vorzunehmen. Risikoscheue potentielle Gläubiger oder Schuldner werden in Situationen mit erratischen Inflationsraten weniger Lust verspüren Kapital zu leihen oder zu verleihen, was vor allem langfristig kreditfinanzierte Investitionen teurer macht. Hyperinflationen sind deshalb schlecht, weil sie den Haltern von Bargeld eine Art Inflationssteuer aufdrücken, dem die Leute durch kostspielige Versuche die Geldhaltung zu umgehen versuchen auszuweichen. Man “erinnere” sich an die deutsche Hyperinflation, die an einem Tag zu enormen Geldentwertungen führte. Meine Freundin berichtete mir bspw. eine ihrer Ur-Uromas hätte wohl zu dieser Zeit ihr Geld wahllos in Kunst und Schmuck investiert, im Glauben an deren Wertbeständigkeit. Heute liegen die “Schinken” im Keller der Ur-Ur-Enkel. ;-) Ein Problem ist wohl auch die Verzerrung relativer Preise, weil die Preisanpassung der Inflationsrate bei den Gütern nicht immer gleichzeitig vorgenommen werden kann. Das äußert sich dann in einer schlechteren Bewertbarkeit von Unternehmen anhand von geschäftsberichten etc., mit der Folge, dass die Leute weniger Aktien, dafür aber mehr in vermeintlich wertsichere Anlagen wie Gold oder Immobilien investieren (hier könnte ein Link zur Finanzkrise bestehen). In manchen Ländern sind auch die Kapitalertragssteuern nicht mit einem Inflationsindex versehen, was Investitionen in Unternehmen auch weniger attraktiv macht.
    Nicht zuletzt, beeinträchtigen schwankende Preise generell die Informationsfunktion des Preissystems, allerdings umso weniger, je eher die Inflation voraussehbar ist.

  7. 11.11.2008 | 17:36

    Ja, die Probleme kurzfristiger, stark schwankender Inflationsraten sind mir verständlich geworden. Die Schuhsohlen- und Speisekarten-Kosten… ;-)

    Aber die Österreicher scheinen ja auch bei langsam vor sich gehender Inflation ein Problem zu sehen. Mal schauen, was die Lektüre ergibt.

  8. R.A.
    11.11.2008 | 17:52

    @SteffenH:
    Bestimmt hast Du auch den letzten Econtalk mit Kling über dieses Thema gehört.

    Vielleicht hast Du die Antwort für einen wesentlichen Punkt, der mir bisher völlig unklar geblieben ist:
    Kling beschreibt, wie Fannie/Freddie sup-prime-Kredite weiterverkaufen.
    Und sie finden Käufer dafür, weil sie Ausfallbürgschaften für diese Kredite geben.

    Und damit werden auch sub-primes zu interessanten (und eigentlich sicheren) Geldanlagen.

    Was er nicht erklärt: Wo sind eigentlich diese Versicherungsgarantien geblieben?
    Fannie/Freddie sind ja noch da (weil der Staat - völlig zu Recht - für sie gerade steht).

    Und wenn die Kredite versichert sind, können sie doch eigentlich keine Krise auslösen.

  9. 11.11.2008 | 19:13

    @R.A.:

    Freddie Mac und Fannie Mae wirken als staatliche subventionierte Quasi-Versicherer für mehr als ein Drittel der amerikanischen Immobilienschulden. Da aber das Ausfallrisiko von Immobilien sich als systemisch erwiesen hat und nicht wie bei einer normalen Versicherung als von einander unabhängig, hat die erdrutschartige Entwertung der Immobilien das ganze Versicherungskonzept dieser beiden Investmentbanken versaut. So wie ich das verstehe, bestand der Staatseingriff primär darin, dass beiden ein Duopol für die Übernahme der Ausfallrisiken zugestanden wurde. Andere Banken in diesem Geschäftsfeld konnten nicht konkurrieren, weil sie höheren Eigenkapitalerfordernissen unterlagen. Wie ich es also verstehe, glaubte man, beide Banken könnten mit diesem Schutz vor Konkurrenz den Markt unter sich ausmachen, was aber dazu führte, dass sie das ganze Ausfallrisiko auf sich konzentrierten. Und um die Rettung vor diesem Zusammenbruch geht es jetzt. Ich muss zugeben, bislang hatte ich aber noch keine Zeit mich mit dem Thema wirklich tiefgreifend zu beschäftigen. Lies doch mal diese Paper von Kling zu Fraddie Mac und Fannie Mae.

  10. Michel
    11.11.2008 | 19:33

    @ Boche: Die Zinsplanung ist nur eines der wesentlichen Probleme, das andere ist das Moral Hazard im Finanzsystem, ich hatte vor einiger Zeit mal ein längeres Posting dazu geschrieben.

    @ SteffenH: Danke für den Link werde mir das mal ansehen.

    Die Theorie der rationalen Erwartungen ist doch etwas unrealistisch. Geht sie nicht von vollständiger Information aus? Jedenfalls unterschätzt sie gewaltig die Neigung der Menschen kurzfristige Trends einfach zu extrapolieren.

    @ R.A: Meines Wissen haben Freddie und Fannie nur Verluste bis zu einer bestimmten Höhe versichert (etwa die ersten fünf Ausfälle von Hundert Kreditnehmern). Die Papiere führten also zu Verlusten, als sich das unterschätzte Klumpenrisiko realisierte (zwölf Kreditnehmer werden zahlungsunfähig).

  11. Dirk
    11.11.2008 | 22:52

    @Boche

    Als Fan von Oliver Kahn habe ich das Buch auch vor kurzem gelesen. Es fängt ganz nett an, wenn der Autor die “Erklärung” des Geldes über seine Funktionen kritisiert. Die empfinde ich auch als unbefriedigend und auch ich mokiere mich öfters über denselben Artikel von Hal Varian.

    Danach aber weicht die Analyse der Polemik. Alles ist auf einmal Lug, Betrug und Weltuntergang. Solche Wörter möchte ich in einer Analyse nicht hören, denn selbst wenn es einem nicht explizit gesagt wird, dass Banken Einlagen weiterverleihen, dann sind es eben stillschweigende Rahmenverträge. Jeder kann es wissen, das ist keine Täuschung, kein Betrug.

    Aber auch inhaltlich überzeugt es nicht. Der Autor verkennt, dass eine Gesellschaft nur sparen kann, in dem sie investiert. Esse ich meinen Apfel nicht auf (oder sähe seinen Samen, sprich investiere), dann verdirbt er.

    Gold aber kann ich lagern ohne es zu verleihen. Die Menschen haben die Illusion, sie könnten das Gold sparen und lagern. Das ist aber falsch. Die Preise werden sinken und, sobald das Gold wieder ausgeben wird wieder steigen. Es gibt einen deflationären Effekt, der die Preissignale genauso stört wie der von den Österreichern so viel kritisierte inflationäre Effekt. Nur das der deflationäre Effekt mit einem schmerzlichen Abschwung verbunden ist.

    Und ganz abgesehen davon tut der Autor gerade so, als sei das Halten von Gold verboten? Wenn er unbedingt eine Goldwährung haben möchte, kann er doch ungehindert mit seinen Vertragspartnern Geschäfte in Gold abschliessen oder sehe ich das falsch? Auf Seite 280 schreibt er “Jeder möge vereinbaren, was er will. Auch die Banken müssen frei sein, Guthabenkonten in Gold, Silber, in ausländischen Devisen und neu eingeführten Privatgeld zu halten - und auch Darlehen in solchen zu gewähren”

    Als ob sie das nicht sind? Ich habe zwar kein Depot, aber hätte ich eines, könnte ich ohne Probleme Gold, Silber und Devisen auf diesem lagern und ohne weiteres können Future Geschäfte in eben diesen Einheiten ausgeführt werden. Was soll das?

  12. Christian
    12.11.2008 | 8:29

    Also da kommen einem ja die Tränen - eine dermaßen luzide, ironische und treffende Argumentation findet man im deutschen Sprachraum nicht. Leider. Ich würde mir wünschen, dass die deutsche Journaille auch mal den Blick über den Tellerrand pflegen würde…

  13. Mammut
    12.11.2008 | 9:24

    Our 28-year conservative opportunity to fix the moral and practical boundaries of government is gone

    Zwar nicht viel Selbstkritik, aber immerhin. Aber selbst dieser bescheidene Satz wird nicht gelesen. Was man liest und was man nicht liest.

  14. 12.11.2008 | 9:34

    @Dirk

    Ich habe den Eindruck, deine Kritik an Baaders Buch greift zu kurz. Ich finde die Polemik darin zwar auch nervtötend (als dächte der Autor, ein populärwissenschaftliches Niveau sei bereits durch das massive Einstreuen von leichter verständlichen Meinungen erreichbar), aber er spricht doch sehr wohl von privatem Geld. Und auch deine Gegenargumente (bezüglich des fractional reserve systems und deinem “Apfel”-Gleichnis) überzeugen mich nicht. Aber ich habe das Buch noch nicht durch und gehe vielleicht dann später darauf ein.

    @Mammut

    Aber selbst dieser bescheidene Satz wird nicht gelesen.

    Wem wirfst du das Nicht-Gelesen-Haben hier vor?

  15. jpj
    12.11.2008 | 10:26

    Dirk schrieb:

    Wenn er (Baader) unbedingt eine Goldwährung haben möchte, kann er doch ungehindert mit seinen Vertragspartnern Geschäfte in Gold abschliessen oder sehe ich das falsch?

    Der Euro wurde vom Gesetzgeber zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt: “Die von der EZB und den nationalen Zentralbanken ausgegebenen Banknoten sind die einzigen Banknoten, die in der Gemeinschaft als gesetzliches Zahlungsmittel gelten.” (Artikel 106 des Vertrages von Amsterdam, 1997). “Gesetzliches Zahlungsmittel” heißt, es herrscht Annahmezwang.
    Regionale Projekte, ein eigenes Zahlungsmittel einzuführen (Roland, Berliner, Chiemgauer, Statt-Geld usw.) bewegen sich auf rechtlich dünnem Eis, und zwar wegen §35 Bundesbankgesetz: “Mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, (…) wer unbefugt Geldzeichen (Marken, Münzen, Scheine oder andere Urkunden, die geeignet sind, im Zahlungsverkehr an Stelle der gesetzlich zugelassenen Münzen oder Banknoten verwendet zu werden) (…) ausgibt.” Dieses dünne Eis hält nur solange, wie die Regionalwährungen “diese Funktion nur für einen räumlich und personell unbedeutenden und abgegrenzten Bereich haben.” (Rechtskommentar Hahn)

  16. 12.11.2008 | 11:56

    @Michel:

    Man sollte das rational nicht zu wörtlich nehmen. Das Konzept der rationalen Erwartungen geht davon aus, dass die realen Ergebnisse wirtschaftlichen Handelns nicht systematisch (also voraussagbar) von den Erwartungen der Akteure abweichen. Für diese Annahme sind keine vollständigen Informationen notwendig, da diese ja auch alle nicht antizipierbaren Dinge mit einschließen würden. M.a.W. die Leute können lernen und machen nicht immer die selben Fehler. Das heißt nicht, dass die Leute keine “Prognosefehler” machen, sondern nur, dass sie nicht immer exakt die selben Fehler machen. Diese Annahme ist realistisch, weshalb ich denke, dass das Zinsargument der Österreicher eher unrealistisch ist oder zumindest nicht den riesen Erklärungsgehalt hat, der ihm immer wieder zugeschoben wird. Siehe auch Thomas J. Sargent “Rational Expectations”.

  17. 12.11.2008 | 11:58

    @Mammut:

    Ich habe den ganzen Kommentar gelesen und fand ihn sehr treffend, inklusive der Kritik an den Konservativen, was ich oben ja auch angemerkt habe.

  18. Dirk
    12.11.2008 | 12:26

    @Boche,

    mein Gegenargument bezüglich des “fractional reserve banking” richtete sich lediglich gegen die Bezeichnung “Betrug”. Niemand wird hier getäuscht, jeder kann wissen, dass Banken das Geld zum Teil weiterverleihen. Inhaltlich gäbe es eine Menge mehr zur Verteidigung zu sagen (Beispielsweise, dass Banken gleichbedeutend mit Versicherungen sind, die einen gegen Liquiditätsbedarf absichern)

    @jpj

    Ja, ich weiss, dieser Paragraph wird immer in diesen Diskussionen angeführt. Den sollte man deswegen abschaffen - ändern wird sich dadurch ohnehin nichts oder ist es bisher vorgekommen, dass ein Depotbesitzer verhaftet wurde oderein Kaufvertrag für Gold annuliert wurde. (Und selbst wenn nur Euro als Zahlungsmittel gelten dürfen, kann man durch einen zweiten Vertrag (Euro gegen Gold) einen Vertrag (Ware gegen Gold) mit Gold als Zahlungsmittel reproduzieren.)

  19. 12.11.2008 | 12:37

    @Dirk

    Niemand wird hier getäuscht

    Ich denke schon, dass Täuschung vorliegt. Sicher auch ein Teil Selbsttäuschung. Das ehrliche Entsetzen der Bankkunden, die bei einem möglichen Banken-Run vor verschlossenen Türen stehen und die Guthaben ihrer Giro-Konten nie mehr zu sehen bekommen, werden dafür Beweis genug sein. Selbstverständlich dürfte Otto Normalkunde davon ausgehen, dass sein Geld, dass er der Bank lediglich zur Aufbewahrung meinte, übergeben zu haben, zu 100% wieder abgeholt werden kann.

  20. R.A.
    12.11.2008 | 13:06

    @Boche:
    Es gehört doch zum Schulwissen, daß Banken Spareinlagen zur Kreditgewährung benutzen - selbst angesichts der sonst dürftigen ökonomischen Allgemeinbildung werden das die meisten Leute wissen.

    Ich kann daher den Betrug nicht sehen.

    Ein ganz anderer Aspekt ist, daß die Banken zusätzlich noch Geld verleihen, daß eigentlich virtuell ist, d.h. von der Zentralbank geschaffen wurde.

    Aber das muß die Sparer nicht wirklich stören.

  21. 12.11.2008 | 13:41

    Aber das muß die Sparer nicht wirklich stören.

    Grundsätzlich vielleicht schon. Weil die Sicherheit ihrer Einlagen ja vielleicht durch solch ein aufgeblasenes System virtuellen Geldes auch gefährdet sind.

  22. 12.11.2008 | 13:50

    @Boche:

    Das Ausfallrisiko sollte aber mit den Zinsen auf die Spareinlagen, die ja auch eine Risikoprämie für den Totalausfall beinhalten, abgedeckt sein. Jeder Sparer sollte wissen, dass auch die Gefahr der Illiquidität einer Bank besteht, wie sie auch jeden anderen trifft, mit dem man Geschäfte macht. Insofern sehe auch ich hier kein besonderes Problem.

  23. Herbert
    12.11.2008 | 13:52

    Diese Meinung zur Krise gefällt mir besser:
    http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=21367&CategoryID=62

  24. 12.11.2008 | 13:53

    @SteffenH

    Ihr habt ja Recht - vermutlich sollte tatsächlich jeder wissen, dass eine Bank keine Schachtel ist, in die man sein Geld reinlegt und wo es liegenbleibt, bis man es wieder rausnimmt. Wobei im Falle eines Girokontos und nicht eines Sparkontos die Frage wäre, ob nicht genau diese Funktion eigentlich die vom Kunden gewollte ist. Ich vermute es.

  25. 12.11.2008 | 14:19

    @Herbert

    Ach, wenn Betriebswirte nur die richtigen Phrasen dreschen, dürfen sie auf einmal Volkswirt spielen?

    Malik ist ein sehr großer Kritiker der Elche.

  26. 12.11.2008 | 14:20

    @herbert:

    Nichts für ungut, aber das ist oberflächlicher Käse, der mit der aüßerst populären Passage “das Ende des Neoliberalismus” (Ich bitte um eine Definition) hausieren geht und bei all denen auf offene Ohren stößt, die schon immer wussten, das die Orientierung eines Unternehmens am Gewinn des Teufels ist. Diese Art von “Analyse”, in der der Analyst vorgibt schon immer schlauer als alle anderen gewesen zu sein und in der statt der inkrementellen Suche nach Fehlerquellen rasch mal die Systemfrage gestellt werden liest man derzeit überall und dennoch erfährt man nichts neues. Frage: Woraus, wenn nicht aus der Maximierung des Shareholder-Value, soll ein Unternehmen denn sonst die Motivation ziehen, die Stakeholder zufrieden zu stellen? Um was für ein Wirtschaftsystem handelt es sich denn, in dem ausschließlich die Konsumenten den Überschuss zwischen Produktionskosten und Produktnutzen einstecken. Wer kann mich als Privat zum Sparen motivieren, wenn die Unternehmen bei denen ich mein Geld anlegen nicht mehr auf dessen Mehrung achten.

    Es ist im Finanzsystem sicherlich viel Mist gebaut worden, ohne Frage, obwohl ich mich hier als Außenstehender nicht zum Richter aufspielen will. Die Schuldigen finden sich sowohl unter den Finanzmanagern als auch unter den Regulierern des Systems, aber auch unter denjenigen die diesem System blind gefolgt sind. Fraglos brauchen wir eine neue Managementkultur, die eleganter mit Risiken und Unsicherheiten umgeht und weniger glaubt die Weisheit gepachtet zu haben, jedoch keine sich nicht mehr auf ihre Aufgabe konzentriert die langfristigen Gewinne ihrer Investoren zu sichern. Und wir brauchen kritischere Leser von Zeitungsartikeln, die nicht nur das lesen wollen, dass sie ohnehin schon wussten.

  27. Dirk
    12.11.2008 | 14:22

    @Boche

    Wobei im Falle eines Girokontos und nicht eines Sparkontos die Frage wäre, ob nicht genau diese Funktion eigentlich die vom Kunden gewollte ist.

    Das Risiko eines Ausfalles ist für den Sparer ziemlich gering. Wenn der Einlagensicherungsfonds nicht hält, springt der Staat ein.

    Die Frage ist viel mehr, ob er sich eine Inflationsfreie Währung wünscht. Also die Kaufkraft seiner Spareinlagen erhalten und wenn möglich verzinsen möchte. Und da lautet die Antwort, es wäre schön, wenn es das gebe, aber so lange sich keiner findet, der bereit ist einen Kredit (z.B. für eine Investition) aufzunehmen, kann nicht gespart werden. Nicht genutzte Äpfel verderben. Analog dazu verliert gepartes Geld manchmal an Kaufkraft. Da ist mE nix schlimmes dabei und man kann es auch nicht verhindern.

  28. 12.11.2008 | 14:39

    @Dirk

    so lange sich keiner findet, der bereit ist einen Kredit (z.B. für eine Investition) aufzunehmen, kann nicht gespart werden

    Das ist ein Henne-Ei-Problem, oder?

    Oder vielleicht auch nicht. Gespart wird wohl im Zweifel auch ohne Verwendung der Spareinlagen für Investitionen. Allein das Zurückhalten von Ressourcen für später (für schlechtere Zeiten, für zukünftig notwendige Ausgaben etc.) ist sicher ein vorgelagertes Phänomen. Und dieses Phänomen legt dann das Ei Investition. Wenn der Hahn Kapitalismus dazukommt. Um jetzt mal ein der närrischen Zeit angepasstes Bild zu verwenden. ;-)

    Nicht genutzte Äpfel verderben. Analog dazu verliert gepartes Geld manchmal an Kaufkraft.

    Das ist doch nicht zwingend so, oder? Dazu gibt es (natürlich mehr oder weniger geeignete und sichere) Wertaufbewahrungsmöglichkeiten statt des Hortens von Papierscheinen. Laut Österreichern wäre es offenbar eine am Goldstandard ausgerichtete “natürliche” Währung.

  29. 12.11.2008 | 14:56

    @Boche:

    Auch das Zurücklegen für schlechte Zeiten ist eine Investition und zwar in das Produkt Reserve in der Zukunft, deren erwarteter Nutzen größer ist als der Verlust der heutigen Nichtnutzung. Also die gleiche Motivation, die uns dazu treibt den Ertrag unserer Arbeit nicht zu konsumieren, sondern zu investieren. Auch die Anlage in Gold ist nicht wirklich wertaufbewahrend, da das im Keller liegende Gold Opportunitätskosten erzeugt, eben weil man nicht konsumiert oder auf den Gewinn aus dem Verkauf verzichtet. Viele hoffen nur, dass sich der Wert des Goldes nur nicht so schnell reduziert, als der anderer Güter, die aufgrund natürlichen oder modebedingten Verschleisses an Tauschwert verlieren. Man stelle sich nur vor, was geschähe, wenn plötzlich jemand einen Stoff/ eine Technik entwickelt, der/die all die und noch bessere Eigenschaften als Gold für einen Währungsstandard mitbringt? Dann säßen alle Goldfetischisten auf ihren Barren und würden ihre Frauen mit Tonnen von Schmuck behängen. Es ist nicht gesagt, ob wir bei einem vollständig privaten Bankensystem ohne Gold tatsächlich einen Goldstandard hätten. Ich glaube eher wir bekommen irgendwann eine wie auch immer geartete elektronische Währung, deren Manipulation durch technologische Tricks minimiert werden kann.

  30. Herbert
    12.11.2008 | 15:03

    “Ach, wenn Betriebswirte nur die richtigen Phrasen dreschen, dürfen sie auf einmal Volkswirt spielen?”
    Jeder darf Volkswirt spielen, denn die Volkswirte können es ja auch nicht besser:-)
    Die richtigen Phrasen drischt er aus meiner Sicht wirklich:
    “Die US-Wirtschaft wurde hochstilisiert, dabei war sie in Wirklichkeit seit 1995 im Niedergang.”
    Das ist auch meine Wahrnehmung. Es wäre allerdings schön, wenn er das nicht im Passiv sagen, sondern auch ein paar Namen nennen würde. Kann schon sein, dass er selbst ein solcher Elch war - so wie die meisten Ökonomen, wenn ich das mal einfach so behaupten darf.

  31. 12.11.2008 | 15:05

    @SteffenH

    Auch das Zurücklegen für schlechte Zeiten ist eine Investition und zwar in das Produkt Reserve in der Zukunft

    In einem weiteren Sinne, klar. Mir ging es aber um eine Widerrede zu Dirks Behauptung, Investition würde Sparen erst möglich machen. Und mir scheint, damit war nicht dieser weitere Sinn gemeint, den du mit der Zukunftsreserve als Investition definierst.

    Auch die Anlage in Gold ist nicht wirklich wertaufbewahrend, da das im Keller liegende Gold Opportunitätskosten erzeugt, eben weil man nicht konsumiert oder auf den Gewinn aus dem Verkauf verzichtet.

    Abgesehen von weiter unten besprochenen Problem der Zukunftssicherheit eines Goldstandards ist das doch aber kein grundsätzlicher Einwand. Denn dass Opportunitätskosten entstehen, ist ja grundsätzlich nicht zu verhindern, egal, was man tut. Dies wissend, kann man durchaus von Wertaufbewahrung sprechen. Sofern man die Opportunitätskosten eben mit hineinrechnet.

    Man stelle sich nur vor, was geschähe, wenn plötzlich jemand einen Stoff/ eine Technik entwickelt, der/die all die und noch bessere Eigenschaften als Gold für einen Währungsstandard mitbringt?

    Das ist richtig. Würde aber von den Österreichern wohl damit beantwortet, dass Privatgeld sich dann marktbedingt schon den richtigen Reservestoff aussucht.

  32. 12.11.2008 | 15:17

    @boche:

    Das war ja auch nicht als Seitenhieb auf die Österreicher, sondern die Goldfetischisten gemeint.

  33. R.A.
    12.11.2008 | 15:19

    @Dirk:

    Die Frage ist viel mehr, ob er sich eine Inflationsfreie Währung wünscht.

    Wird er wohl schon.
    Es ist ja nicht so, daß die Inflation direkte positive Folgen hätte und deswegen erwünscht wäre.
    Bei Investitionen etc. kann man sie ja (solange sie halbwegs stabil bleibt) einrechnen und dann spielt sie keine echte Rolle mehr.

    Der wesentliche Effekt von Inflation ist eigentlich, daß sie trotz starrer Arbeitsmarktgesetze faktische Lohnsenkungen ermöglicht - und damit etwas Flexibilität erlaubt.

  34. R.A.
    12.11.2008 | 15:21

    Die US-Wirtschaft wurde hochstilisiert, dabei war sie in Wirklichkeit seit 1995 im Niedergang.

    War sie das?
    Läßt sich das an Fakten festmachen?

  35. Dirk
    12.11.2008 | 15:25

    @Boche

    Stellen wir uns eine Ökponomie vor, die jedes Jahr 100 Äpfel produziert, mit ausreichend Gold ausgestattet ist und bei der die Kosten für einen Apfel bei einer Goldmünze liegen.

    Da kann die Gellschaft als ganze schlecht sagen “okay, lasst uns mal von den 100 Äpfeln dieses Jahr nur 60 essen, und nächstes Jahr dann 140.” In der Zwischenzeit werden die Äpfel verdorben sein. Sie können vielleicht ein paar Äpfel sähen (investieren) und dann jedes Jahr 105 Äpfel produzieren. Eine solche Investitition würde Sparen im weitesten Sinne ermöglichen.

    Was aber würde mit der Goldwährung passieren. Auf einmal wollen die Arbeiter nur noch 60 Goldmünzen für Äpfel ausgeben. Es sind aber 100 im Markt. Da sie sonst verderben, kostet (nach einem schmerzlichen Anpassungsprozess und großem Verlusten bei den Apfelproduenten) ein Apfel nur noch 0,6 Münzen. Gehen die Anpassungen schnell, dann erhält der Arbeiter im nächsten Jahr nur einen Lohn von 0,6 Münzen pro gepflückten Apfel. Insgesamt also 60 Münzen. Zusammen mit den “gesparten” 40 vom letzten Jahr, haben die Arbeiter also 100 Münzen. Wollen sie die jetzt alle ausgeben, kostet jeder Apfel wieder 1 Münze. Der Preis hat sich verteuert. Es gab Inflation. Uuups, Inflation und Goldstandard? Das passt nict zusammen. Und deswegen definiert Baader Inflation auch nicht als Preisniveauanstieg sondern als Ausweitung der Geldmenge. Aber das ist nur ein definitorischer Trick.

  36. Dirk
    12.11.2008 | 15:30

    Der wesentliche Effekt von Inflation ist eigentlich, daß sie trotz starrer Arbeitsmarktgesetze faktische Lohnsenkungen ermöglicht - und damit etwas Flexibilität erlaubt.

    Genau. Das ist ein großer Vorteil.

    Die Frage ist viel mehr, ob er sich eine Inflationsfreie Währung wünscht.

    Wird er wohl schon.

    Er wird eine solche wünschen. Aber er eine solche nicht bekommen können, weil es sie nicht gibt. Die in der Volkswirtschaft produzierten Waren und Dienstleistungen können i.R. nur begrenzt gespeichert werden. Deswegen kann es kein Wertaufbewahrungsmittel geben, das sich am Warenkorb der Volkswirtschaft orientiert.

  37. 12.11.2008 | 15:32

    Der wesentliche Effekt von Inflation ist eigentlich, daß sie trotz starrer Arbeitsmarktgesetze faktische Lohnsenkungen ermöglicht - und damit etwas Flexibilität erlaubt.

    Das ist aber eine Herangehensweise, bei der ich verstehe, dass der Baader polemisch wird. Denn die Inflation ist eine aufgezwungene Lohnsenkung, die der Vertragsfreiheit Hohn spricht.
    Zumal die Inflation nach der österreichischen Schule staatsinduziert ist und die Nutznießer die Erstempfänger sind, welche vor allem die diversen Interessensgruppen sein dürften, die vom Staat bevorzugt alimentiert werden. Nichts, was man gut finden sollte, oder?

  38. 12.11.2008 | 15:34

    @Dirk:

    Aus dem von dir geschilderten Grund wollte Milton Friedman ja auch einen Computer als Zentralbank anstellen, der die Geldmenge relativ zur vorhandenen Gütermenge ohne diskretionäre Sekundärlenkung steuert. Oder irre ich da?

  39. 12.11.2008 | 15:35

    @R.A.:

    Da kann ich nur zustimmen, denn diese Art von Flexibilität treibt den Teufel mit dem Belzebub aus.

  40. 12.11.2008 | 15:49

    @Dirk

    Ich verstehe ja die österreichische Argumentation auch noch nicht ganz und habe, wie gesagt, das Buch noch nicht zu Ende gelesen. Aber führt die Annahme, dass Apfelproduzenten und Apfelkonsumenten identische Personen sind und es nur ein Produkt gibt, nicht zwangsläufig zu absurden Ergebnissen?

    Und warum soll der Preis im Folgejahr eigentlich wieder bei 1 Münze liegen? Wenn die Anpassungsmaßnahmen erfolgreich waren und zu 0,6 Münzen produziert werden konnte, würde dies doch am Markt zu einem Preis bei etwa diesen 0,6 Münzen führen. Mit entsprechendem Wohlstandsgewinn wegen der zusätzlich möglichen Investitionen durch die Ersparnis. Oder?

  41. Herbert
    12.11.2008 | 15:56

    @ R.A.
    “War sie das? Läßt sich das an Fakten festmachen?”
    Musst Du Malik fragen! Das war ein Zitat aus dem Interview.

  42. Dirk
    12.11.2008 | 15:59

    @Boche

    Aber führt die Annahme, dass Apfelproduzenten und Apfelkonsumenten identische Personen sind

    Die sind bnei mir nicht identisch. Es gibt Firmen, die heuern arbeiter an, bezahlen denen 1 Münze (später 0m6) pro Apfel und verkaufen den Apfel dann zum Marktpreis.

    Und warum soll der Preis im Folgejahr eigentlich wieder bei 1 Münze liegen?

    Weil die Arbeiter insgesamt 60 Münzen Lohn bekommen, 40 gespart hatten und diese nun ausgeben um insgesamt 100 verfügbare Äpfel zu kaufen.

    Ich will mit dem Beispiel demonstrieren, dass man auf der Güterebene nicht sparen kann (man kann nur investieren), wohl aber Geld horten kann. Dieser Unterschied spiegelt sich dann in schwankenden Preisen nieder. In dem Sinne gibt es kein Wertaufbewahrungsmittel.

  43. Dirk
    12.11.2008 | 16:02

    @SteffenH

    wollte er nicht einen bestimmten Prozentsatz angeben, mit dem die Geldmenge (die ja eigentlich ein ziemlich schwammiger Index ist) steigen sollte?

  44. R.A.
    12.11.2008 | 16:19

    Das ist aber eine Herangehensweise, bei der ich verstehe, dass der Baader polemisch wird.

    Da hätte er aber unrecht.
    Denn wenn die Leute bereit sind, trotz Inflationsverlust zum alten Lohn weiterzuarbeiten, ist das ja auch freiwillig.

    Aber es ist natürlich klar, daß diese Flexibilität nur deswegen ein Vorteil ist, weil die freie Vertragsgestaltung durch die Gesetze teilweise ausgehebelt ist.

    Besser wäre es, die Gesetze zu ändern.

    So hat dieser Nebeneffekt zwar eine gewisse Nützlichkeit, ist aber kein absolutes Argument pro Inflation.

    Grundsätzlich halte ich leichte Veränderungen des Geldwerts für unproblematisch, wenn sie für alle Teilnehmer halbwegs kalkulierbar sind.

    Ein Argument für die archaische Goldwährung sehe ich da nicht wirklich.

  45. 12.11.2008 | 16:21

    @Dirk

    Die sind bnei mir nicht identisch.

    Nicht? Wieso rechnest du im zweiten Jahr dann auf Grundlage der Apfelpflückerlöhne?

    Ansonsten scheint mir deine Argumentation auch nur dann schlüssig zu sein, wenn sprunghaft zwischen Sparen und Investieren hin- und hergewechselt wird. Realistischer scheint mir doch die Annahme zu sein, dass kontinuierlich gespart wird. Also auch im zweiten, im dritten … und im x-ten Jahr. Dass komplettes Entsparen zu Preissprüngen führen kann, scheint mir logisch. Aber eben sehr theoretisch hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit des Eintretens.

  46. 12.11.2008 | 16:26

    @R.A.

    wenn die Leute bereit sind, trotz Inflationsverlust zum alten Lohn weiterzuarbeiten, ist das ja auch freiwillig.

    Ersetz doch den Inflation gedanklich durch Diebstahl. Der Bestohlene hat keinen Einfluss darauf, wieviel ihm gestohlen wird und kann auch nur begrenzt prognostizieren, wieviel die Diebe so im Allgemeinen stehlen und in der Zukunft stehlen werden.
    Der Unternehmer, der den Bestohlenen für seine Arbeit bezahlt, profitiert hingegen von den zusätzlichen Einkäufen, die die Diebe bei ihm tätigen. Und findet, das sei ein Ausgleich für seine beschränkte Freiheit, den Arbeiter zu entlassen.

    Kein Grund für Polemik gegen die Diebe? Oder fallen Geldmenge und Inflation vom Himmel?

  47. 12.11.2008 | 16:36

    @Dirk:

    Ja, du hast recht, er favorisierte eine konstante Wachstumsrate der Geldmenge.

  48. Dirk
    12.11.2008 | 16:38

    @Boche

    Nicht? Wieso rechnest du im zweiten Jahr dann auf Grundlage der Apfelpflückerlöhne?

    weil die Preise alle um 40 Prozent gesunken sind.

    Das Beispiel soll kein realistisches Modell der Wirtschaft sein, sondern nur demonstrieren, dass die Ökonomie als ganze nicht sparen kann. Sie kann investieren, aber sie kann nicht sparen. Und das zweitens, ein Goldstandard mit stärker schwankenden Preisen verbunden wäre.

    Dass komplettes Entsparen zu Preissprüngen führen kann, scheint mir logisch. Aber eben sehr theoretisch hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit des Eintretens.

    Aber die Preisanpassungen fänden jetzt, wenn auch nicht in derGrößenordnung, statt. Kaum jemand wäre im jetzigen Marktumfeld bereit zu investieren, während sich viele Leute sorgen machen und vorsichtshalber Geld zurücklegen wollen. Gibt es keine Ausweitung der Geldmenge, dann müssen jetzt die Preise sinken (und dann in besseren Zeiten wieder steigen).

  49. 12.11.2008 | 16:43

    @Dirk

    Gibt es keine Ausweitung der Geldmenge, dann müssen jetzt die Preise sinken (und dann in besseren Zeiten wieder steigen

    Meinst du mit “jetzt” die konkrete und aktuelle Zeit der Wirtschaftskrise? Oder ein generelles “jetzt”?

  50. 12.11.2008 | 16:46

    Und abgesehen davon: Ein Anstieg der Geldmenge ändert doch auch nichts an den Preisschwankungen. Bestenfalls bleiben doch lediglich die nominalen Preise stabil (nachdem die Staatsbegünstigten die Früheffekte der Inflation genossen haben).

  51. Dirk
    12.11.2008 | 16:48

    @Boche

    Meinst du mit “jetzt” die konkrete und aktuelle Zeit der Wirtschaftskrise?

    ja.

  52. 12.11.2008 | 16:52

    @Dirk

    ja.

    Das verkompliziert die Diskussion aber. Wir könnten ja erst einmal allgemein bleiben, ohne Übergangsphasen und mögliche Übergangsphänomene auch noch einbeziehen zu müssen.

  53. Dirk
    12.11.2008 | 17:03

    Und abgesehen davon: Ein Anstieg der Geldmenge ändert doch auch nichts an den Preisschwankungen. Bestenfalls bleiben doch lediglich die nominalen Preise stabil (nachdem die Staatsbegünstigten die Früheffekte der Inflation genossen haben).

    Ich stelle mir das so vor: Ich habe eine 100 Euro Banknote und will die jetzt nicht ausgeben, weil ich mit gewisser Wahrscheinlichkeit morgen arbeitslos bin und sie dann vielleicht brauche. Ich zahle sie also auf ein normales Konto ein. Gestern, als die Zeiten noch gut waren, hätte die Bank das Geld verliehen. Heute will sie das nicht mehr, denn mit hoher Wahrscheinlichkeit muss sie es morgen an mich wieder auszahlen.
    Dem System sind also 100 Euro entzogen worden. Die Zentralbank könnte jetzt hingehen und und der Bank (gegen Sicherheit) weitere hundert Euro geben, damit sie diese verleihen kann. (Oder sie gibt der Bank die Garantie einzuspringen, wenn ich morgen mein Geld wieder abbuchen möchte)

    Auch hier gibt es einen positiven Effekt einer Inflation. Sie erlaubt es, dass bei niedrigen nominalen Zinsen der Realzins negativ ist und die Konsumenten einen ANreiz erhalten, das Geld auszugeben. Horten von Geld würde, wie das Horten eines Apfels, zu Wertverlusten führen.

  54. Dirk
    12.11.2008 | 17:06

    Das verkompliziert die Diskussion aber. Wir könnten ja erst einmal allgemein bleiben, ohne Übergangsphasen und mögliche Übergangsphänomene auch noch einbeziehen zu müssen.

    Wieso? Du hast doch Preisschwankungen, die durch “Horten” entstehen als unrealistisch bezeichnet.

  55. 12.11.2008 | 17:25

    @Dirk

    Ich gebe besser auf, weil ich nicht mehr mitkomme.

    Es mag meine Laiensicht sein, aber es erscheint mir absurd, dass die Vermehrung einer rein virtuellen Einheit (=Geld) irgendetwas Reales und dann auch noch positiv verändern können soll.
    Das scheint mir genauso absurd zu sein, als würde irgendetwas länger werden, nur, weil wir uns auf eine neue Maßeinheit einigen. Als würde die reale Länge länger, weil wir sie nun in Neu-Metern messen, die nur noch 90 Zentimetern der Alt-Meter entsprechen und damit mehr werden.

    Außer der Tatsache, dass irgendwer Geld zum Investieren bekommt, der es auf Grund realer Marktgegebenheiten und freier Entscheidungen der Marktteilnehmer nicht bekommen hätte, scheint mir real nichts Sinnvolles herauskommen zu können, wenn man nur and der Maßeinheit dreht. Systematische und andauernd begünstigte Fehlinvestitionen und dadurch entstehende und wieder platzende Blasen fallen mir da als Stichworte ein (natürlich bedingt durch die derzeitige Lektüre).

    Aber wie gesagt: Langsam komme ich vom Verständnis her nicht mehr mit und streiche deshalb die Segel. Ich muss wohl auch nochmal beim Mankiw nachlesen.

  56. Mammut
    12.11.2008 | 17:28

    Woraus, wenn nicht aus der Maximierung des Shareholder-Value, soll ein Unternehmen denn sonst die Motivation ziehen, die Stakeholder zufrieden zu stellen?

    Liess mal “Das Ende des Shareholder-Value” von Allan Kennedy
    Teil 1 bis 3 beschreibt die Auswirkungen. Das ist zum Beispiel die Darstellung zum General Electric interessant.
    Teil 4 ist eine Agenda für den Wandel mit einer Sammlung der Verbesserungsvorschläge

  57. Dirk
    12.11.2008 | 17:50

    @Boche

    dann war ich schlecht, meinen Position darzulegen.

    Was ist der positive Effekt an Inflation? Nun, wenn die Welt perfekt wäre, es etwa keine Transaktionskosten gäbe, dann bräuchten wir kein Geld und könnten ein Gut gegen ein anderes Tauschen. Aber irgendwann sind wir auf die Idee gekommen, Obstarbeiter nicht in Äpfeln zu bezahlen, sondern in Geld (zum Beispiel in Gold).

    Und jetzt gibt es folgendes Koordinationsproblem. Alle denken, sie können sparen, in dem sie Geld einfach beiseite legen (mit dem Apfel früher wäre das nicht gegangen). Wenn es nur einer macht, stimmt es auch. Dann kann er das Geld nächstes Jahr ausgeben. Machen es aber zu viele, dann sinkt die Nachfrage, Menschen werden Arbeitslos, und die Äpfel faulen. Das ist eine Täuschung, der die Menschen aufsitzen. Sparen zu viele, dann verlieren der Apfel und der VW-Golf , der nicht gekauft wird an Wert. Eine ideale Währung müsste diesen Wertverlust widerspiegeln, so dass ein Anreiz besteht, das Geld entweder zu verleihen oder, falls dies nicht möglich ist, auszugeben. Es geht um dieses Koordinationsproblem oder “Informationsproblem”, das durch virtuelle Aktionen besseer geteuert werden kann und sich deswegen real auswirkt.

  58. Dirk
    12.11.2008 | 17:53

    Odeer ander gesagt:

    Bei einem Goldstandard kann man kein Geld drucken oder vermehren.(Was die Gefahr von Spekulationen auf steigende Preise lindert). Aber man kann es “reduzieren”, in dem man es hortet. Das wiederum erhöht die Gefahr von Spekulation auf niedrigere Preise.

  59. 12.11.2008 | 20:43

    @Dirk:

    Ich bin leider kein Makrospezialist, aber wenn die Leute ihr Geld beiseite legen, dann fehlt es an Transaktionsmitteln in der Volkswirtschaft, was dort zu Preisanpassungen nach unten führt. Nach einer kurzen Anpassungsphase dürften sich die relativen Preise aber wieder eingependelt haben, was bei einem niedrigeren allgemeinen Preisniveau wiederum die Leute zum Ausgeben ihrer Barschaften anregt.

  60. Michel
    12.11.2008 | 20:51

    @ Dirk: Geld kann sehr wohl als Wertbehälter dienen, zwar nicht auf der Ebene der ganzen Volkswirtschaft, aber auf der des Individuums. Abstreiten kann man dem Geld diese Funktion nicht.

    Wenn euch Baader zu polemisch ist, kann ich euch noch ‘Laissez-faire Banking’ von Kevin Dowd empfehlen. Das Buch hat die großen Vorteile, dass zum einen einige Kapitel in der Auseinandersetzung mit Kritikern entstanden sind, so dass viele Bedenken gegen free-banking ausgeäumt werden und zum anderen es der Beschreibung historischer Fakten großen Raum einnimmt.

  61. Dirk
    12.11.2008 | 20:57

    @SteffenH

    Nach einer kurzen Anpassungsphase dürften sich die relativen Preise aber wieder eingependelt haben, was bei einem niedrigeren allgemeinen Preisniveau wiederum die Leute zum Ausgeben ihrer Barschaften anregt.

    Ja, bei einem Goldstandard wird dies ein mildernder Effekt sein. Sinkt das Preisniveau, steigt der relative Preis von Gold und damit sinkt der Anreiz Gold zu halten.

    Ich wollte den Effekt aber raushalten, da er die Analyse verkompliziert. Sei es drum, ob gedämpft oder nicht käme es zur zunächst zur Deflation und dann wenn das “gesparte” Geld ausgegeben wird zur Deflation.

    Auch mikroökonomisch kann man sich Situationen vorstellen, in denen es keinen positiven Marktklärenden Zinssatz gibt. Zum Beispiel in einem klassischen Arrow Debreu Gleichgewichtsmodell mit Unsicherheit, wenn die Agenten sich gegen eine kurzfristig schrumpfende Ökonomie absichern wollen.

  62. Dirk
    12.11.2008 | 21:00

    @ Dirk: Geld kann sehr wohl als Wertbehälter dienen, zwar nicht auf der Ebene der ganzen Volkswirtschaft, aber auf der des Individuums.

    Exakt das ist meine These. Und weil alle Individuen für sich sparen können aber nicht als gesamte Volkswirtschaft, kann zu Koordinationsproblemen kommen.

  63. Dirk
    12.11.2008 | 21:08

    Besonders kritscih sehe ich die Auseiandersetzung mit dem sogenannten “fractional reserve banking”. Nicht alle Konten werden am nächsten Tag gekündigt. Warum sollte eine Bank einen Teil des dort eingezahlten Geldes nicht weiterverleihen dürfen?

    Eine äquivalente Beschreibung dieses Systems sieht die Banken als Versicherungen: Die Kunden verleihen ihr Geld langfristig (!) und versichern sich bei der Bank gegen den “Schadensfall” das Geld morgen bereits zu benötigen und abzubuchen.

    Alle Argumente gegen das fractional reserve banking sind Argumente gegen Versicherungen. Auch die wären alle Pleite, würden die versicherten Schäden alle auf einmal eintreten.

  64. Dirk
    12.11.2008 | 21:10

    @Michel

    Ich habe nichts gegen free banking. Wegen mir soll jeder seine Privatbank gründen und sein Privatgeld ausgeben dürfen. Ich las Baader vor allem wegen der Kritik am Papiergeld. Und die überzeugt mich nicht.

  65. Michel
    12.11.2008 | 22:07

    @ Dirk: Dass Baader nicht überzeugt kann ich mir denken. Dowd halte ich für wesendlich seriöser. Er argumentiert nicht gegen ‘fractional reserve’, sonder für dessen Weiterentwicklung. Seines Erachtens würden private Währungsemmitenten Mechanismen entwickeln, um sich gegen runs abzusichern. Sein wesendliches Argument ist, dass im Zentralbanksystem das unterbleibt, weil die Banken Verluste solidarisieren können. Dadurch haben Baken einen Anreiz Risiken einzugehen, die das gesamte System destabilisieren können. Was die Finanzgeschichte der letzten Jahre, aber nicht nur die, sehr treffend beschreibt.

  66. Matthias B.
    13.11.2008 | 3:38

    @dirk:

    “Besonders kritscih sehe ich die Auseiandersetzung mit dem sogenannten “fractional reserve banking”. Nicht alle Konten werden am nächsten Tag gekündigt. Warum sollte eine Bank einen Teil des dort eingezahlten Geldes nicht weiterverleihen dürfen?”

    Hallo Dirk, verwechselst du nicht irgend etwas? Auch ohne FRB wäre es Banken möglich Geld zu verleihen.

    Nochmal zur Erinnerung: FRB bezeichnet den Vorgang, mit denen es Banken ermöglicht wird, auf Basis von vorhandenen Einlagen ZUSÄTZLICHES Geld zu erzeugen, welches dann weiterverliehen wird.

    Der damit eintretende Inflationseffekt mindert im Laufe der Zeit die Kaufkraft meiner Einlage. Dies ist im übrigen der Betrug von dem Baader schreibt. Dieser Betrug ist nur nicht jedem bewusst.

    Mit “Geld nicht verleihen dürfen” hat dies erstmal nix zu tun.

  67. Dirk
    13.11.2008 | 13:03

    @MatthiasB

    Der Begriff FRB bezeichnet den Vorgang, dass ein Teil kurzfristig fälliger Einlagen langfristig weiterveliehen werden dürfen. Halte ich 100 Euro auf meinem Konto, hält die Bank nur einen Teil davon als Reserve parat und verleiht den Rest.

  68. 13.11.2008 | 13:46

    @Dirk

    Das ist ja, so wie ich Baader verstanden habe, nicht ganz vollständig dargestellt.
    Denn gerade dadurch, dass die Bank des Kreditnehmers das Geld dann wiederum zu einem Teil weiterverleihen darf, und die Bank des nächsten Kreditnehmers wieder etc. etc. entstünde ja diese Blase aus vielem, vielem Geld, das keinen Bezug mehr zu realen Werten hat.

  69. 13.11.2008 | 13:54

    @Boche:

    In einem privaten Bankensystem wäre das auch kein Problem, da die Banken sich gegenseitig gegen möglicherweise horrende Zinsen im Ernstfall mit Liquidität aushelfen würden, was dem schließlich eine Obergrenze setzt. Eine Zentralbankpolitik schießt diese Liquidität aber zu wesentlich niedrigeren Kosten zu und löst damit mehr oder weniger Inflation aus. Und wenn ich es richtig verstehe, dann führt gerade diese Aussicht auf Liquiditätsspritzen dazu, dass die Banken bei der Kreditvergabe im Dickicht der Finanzmärkte zu hohe Risiken eingehen und sich vergaloppieren.

  70. Dirk
    13.11.2008 | 14:13

    @Boche.

    Jede Bank darf einen Teil der Einlagen weiterverleihen. Sonst nix. Der Kreditnehmer kann das Geld allerdings wieder irgendwo einzahlen (oder kauft von dem Geld ein Auto und der Autohändler zahlt es ein), so dass eine neue Einlage entsteht, von der dann ebenfalls wieder ein Teil verliehen werden kann.

  71. 13.11.2008 | 14:18

    @SteffenH

    In einem privaten Bankensystem wäre das auch kein Problem, da die Banken sich gegenseitig gegen möglicherweise horrende Zinsen im Ernstfall mit Liquidität aushelfen würden

    Was für Liquidität? Die Kreditgelder, die sie von der dritten Bank erhalten haben, die dieses Geld von der vierten, fünften … erhalten hat?
    Ich verstehe es sachlich nicht: Was bedeutet denn in dem Fall noch echte Liquidität, wenn Geld faktisch aus dem Nichts herbeigezaubert wird? Ergibt das nicht zwangsläufig die Gefahr der Kettenreaktion?

  72. 13.11.2008 | 14:22

    @Dirk

    Der Kreditnehmer kann das Geld allerdings wieder irgendwo einzahlen

    Ja. Aber das ist doch nicht “sonst nichts”. Denn was der Kreditnehmer als Geld einzahlt, ist ja im Verlustfall schon nicht mehr durch irgendwas gedeckt. Und was daraus dann wieder verliehen wird, verliert den Bezug zur ursprünglichen Deckung doch immer mehr.

  73. 13.11.2008 | 14:43

    @Boche:

    Angenommen alle Kunden wollen ihre Einlagen zurück, die müsste die Bank dann in Form von Bargeld und Sichteinlagen zur Verfügung haben, um sie Bar auszuzahlen oder unmittelbar zu überweisen. Für solche Transaktionen kann sie sich diese liquiden Mittel bei anderen Banken beschaffen oder eben oft günstiger bei der Zentralbank. Gäbe es keine Zentralbank, müssten die Banken das unter sich ausmachen und würden sich zu diesem Zweck jeweils kurzfristige aber eben sehr teure Kredite zuschanzen. Die Zentralbanken springen hier aber immer wieder ein, die Banken können sich billig über sog. Offenmarktgeschäfte, also den Ankauf von Wertpapieren von den Geschäftsbanken, und dass ergibt dann u. U., so verstehe ich es jedenfalls, die von dir angemerkten Kettenreaktionen. Insofern sehe ich ähnlich wie Dirk das Problem nicht in der Papiergeldwährung, sondern in der opportunistischen Zentralbankenpolitik.

  74. Dirk
    13.11.2008 | 14:57

    Denn was der Kreditnehmer als Geld einzahlt, ist ja im Verlustfall schon nicht mehr durch irgendwas gedeckt.

    Nicht ganz. Das Papiergeld besitzt keine materielle Deckung. Man kann es nicht in Gold oder Silber eintauschen. Das ist aber auch gar nicht erforderlich um den Geldwert stabil zu halten. Denn:

    Es gibt aber eine andere Form der Deckung. Da Geld durch Kredit entsteht, ist der das Bargeld des einen die Schuld eines anderen. Meistens sind die Schulden mit entsprechenden Sicherheiten belegt. D.h. die Einlagen auf Sparkonten sind durch die Solvenz der Kreditnehmer, deren hinterlegte Sicherheiten und ,wenn das alles schief läuft, durch das Eigenkapital der zugehörigen Bank gedeckt. Das ist erst mal eine Menge.

  75. 13.11.2008 | 16:16

    @Dirk

    Also gäbe es doch eine Deckung des Papiergeldes? Nämlich die, der vielen, vielen Kredit-Sicherheiten?

  76. Dirk
    13.11.2008 | 17:54

    @Boche

    Ja, so würde ich das sehen. Es ist keine explizite Deckung im Sinne einer Umtauschgarantie, aber eine indirekte.

  77. Michel
    13.11.2008 | 18:50

    @ Boche: Das ist m.E. eine andere Ebene, du sprichts von der Deckung des Zahlungsversprechens in Falle von Giralgeld. Das wesendliche der Goldwährung ist jedoch, dass nicht nur das Zahlungsversprechen gedeckt sind, sondern auch der Wert des Geldes selbst, indem Gold auch nicht-monetäre Verwendungen hat. Im Falle einer Hyperinflation bleiben die Zahlungsversprechen zwar gedeckt, aber die Geldhalter verliehren, trozdem ihr gesammtes Vermögen, Warengeld kann das nicht passieren.

Bad Behavior has blocked 1266 access attempts in the last 7 days.