Fry local

Wer wirklich Angst vor der globalen Erwärmung hat, der sollte es vermeiden den verengten Horizont so mancher “Regionalökonomen” zu ernst zu nehmen. Denn manchmal kommt es ganz anders als man denkt und man kann sich sogar auf das Preissignal des Marktes verlassen:

Local food production does not always produce fewer greenhouse gas emissions. For example, the 2005 DEFRA study found that British tomato growers emit 2.4 metric tons of carbon dioxide for each ton of tomatoes grown compared to 0.6 tons of carbon dioxide for each ton of Spanish tomatoes. The difference is British tomatoes are produced in heated greenhouses. Another study found that cold storage of British apples produced more carbon dioxide than shipping New Zealand apples by sea to London. In addition, U.K. dairy farmers use twice as much energy to produce a metric ton of milk solids than do New Zealand farmers. Other researchers have determined that Kenyan cut rose growers emit 6 metric tons of carbon dioxide per 12,000 roses compared to the 35 tons of carbon dioxide emitted by their Dutch competitors. Kenyan roses grow in sunny fields whereas Dutch roses grow in heated greenhouses (Link).

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18 Kommentare zu “Fry local”

  1. 15.11.2008 | 14:12

    Da frage ich mich, nach welchen Überlegungen man eigentlich den persönlichen Einkauf ausrichten kann? Vielleicht doch nur nach dem “gesunden Menschenverstand”? Es gibt so viele Studien und die sind, wie man ja weiß, oft genug nichts anderes, als das Echo der Meinung der auftraggebenden Lobby.

  2. 15.11.2008 | 17:32

    Da frage ich mich, nach welchen Überlegungen man eigentlich den persönlichen Einkauf ausrichten kann?

    Vielleicht sollte man über solche Dinge auch nicht allzu viele Gedanken verschwenden und einfach öfter bauchgesteuert entscheiden.
    http://www.youtube.com/watch?v=2AzpHvLWFUM

  3. 15.11.2008 | 18:26

    Ok. Vor oder im Geschäft?

  4. 15.11.2008 | 18:58

    Ok. Vor oder im Geschäft?

    Typisch deutsch! Jetzt mal ehrlich, ohne blödes kollektivistisches Nationalgetue. Das war wirklich typisch deutsch!

    Wer sagte noch gleich den Spruch mit den deutschen und der Erlaubnis zur Revolution? Leider hat sich mein Hirn nie wieder richtig erholt. *seufz* Ganz egal! Der Punkt ist, darüber nicht nachzudenken. Einfach zu handeln und keine Gedanken an die Konsequenzen zu verschwenden.

    Ich kenne Menschen, die leben ihr ganzes Leben so. Und unglücklicher als die Menschen in Deutschland sind die nicht. Das ist eine andere Form der Rationalität, sehr viel stärker an emotionalen Bedürfnissen ausgerichtet. Funktioniert aber sehr gut. Auch in der Alltagsökonomie.

    So eine Lebensweise bringt nämlich eine extreme Schattenwirtschaft mit sich. ;-)

  5. Libero
    15.11.2008 | 19:08

    Fleissig, fleissig Steffen. Da du etwas eigenständig zu dem Artikel von Bailey hinzufügen willst, wird du den Wasserverbrauch ermitteln. Spanien ist im übrigen eine Gewächshauslandschaft, vor allem um Almeria.

    Beheizte Gewächshäuser sind ein sinnvoller Abnehmer von Niedertemperaturwärme, die es bis zum Abwinken auch im Sommer gibt. Wie teilt sich dann das CO2 auf?

    by the way

    Dummerweise nehmen die meisten Nutzpflanzen gerade dann CO2 auf, wenn die Hitze am größten ist. Durch die offene Spaltöffnungen geht CO2 hinein und Feuchtigkeit hinaus. Die Ananas ist eine der wenigen Nutzpflanzen, die eine CAM-Pflanze ist, also CO2 nicht in der Tageshitze aufnimmt, sondern wenn es kühler ist und es chemisch zwischenspeichert.

  6. 15.11.2008 | 19:08

    @Horst Schulte:

    Alle Studien erlauben eine einfache Faustregel. Die Transportkosten bzw. Umweltschäden dabei sind in der Ökobilanz nahezu bedeutungslos, zumindest im Vergleich zu dem, was die Distribution innerhalb Deutschlands ausmacht. Man kann also das kaufen, was am jeweiligen Ort unter den besten natürlichen Bedingungen aufwächst. Wachstumssaison ist immer irgendwo auf der Welt, in manchen Regionen sogar rund um die Uhr, nicht nur Europa hat einen Sommer, auch wenn einem die Grünen immer ein eurozentriertes Bild vormachen wollen.

    Ganz abgesehen dafür, ist der Preis ein Gutes ein guter Indikator für den Ressourcenverbrauch (der Preis entspricht den Grenzkosten der Herstellung, also den Kosten der letzten, am teuersten produzierten Einheit) bei der Herstellung und nicht immer sind die Kosten außerhalb Europas so niedrig, weil es sich um schlechtere Umweltstandards handelt. In anderen Ländern sind manchmal die Agrarmärkte weniger reguliert oder die Löhne aufgrund der geringeren nationalen Durchschnittsproduktivität und geringerer Arbeitsmarktregulierung niedriger. Auch andere Produktionsfaktoren können billiger sein oder man braucht eben weniger, weil mehr Sonne, mehr Wasser, weniger Schädlinge oder einfach mehr Fläche verfügbar ist. Insofern, einfach Bauch und Geschmack entscheiden lassen und immer ein offenes Ohr für glaubwürdigen Verbraucherschutz jenseits von Foodwatch und Konsorten haben. Dann passt’s schon…

  7. 15.11.2008 | 19:11

    Die Transportkosten bzw. Umweltschäden dabei sind in der Ökobilanz nahezu bedeutungslos, zumindest im Vergleich zu dem, was die Distribution innerhalb Deutschlands ausmacht

    Den Satz verstehe ich nicht. Meint “Transportkosten” die Transportkosten nach Deutschland und “Distribution” dann die Verteilung in Deutschland? M.a.W.: Ist lediglich der Transport nach Deutschland unter Kostengesichtspunkten zu vernachlässigen, sodass es nur auf die Transporte in Deutschland ankommt?

  8. 15.11.2008 | 19:16

    @Libero:

    Und was willst du mir jetzt damit sagen? Es macht einen Unterschied, ob ich Gewächshäuser ganzjährig oder nur teilweise beheizen muss. Falls du etwas zu kritisieren hast und den Zahlen nicht glaubst, dann wende dich an die Autoren der Studie und werde hier nicht pampig.

    Letzteres ist für die Frage der energiebedingten Kohlendioxidemissionen völlig irrelevant, beleggt aber, warum Pflanzen am besten bei viel Sonnenschein wachsen. Das CO2, was die Pflanze aufnimmt, gibst du nach der Verdauung wieder ab. Spielt also in dieser Diskussion definitiv keine Rolle. By the way…

  9. 15.11.2008 | 19:29

    @DSadoff:

    Ja, genauso ist es gemeint. Der viel beklagte Transport macht im Vergleich zum dem was hier in Deutschland durch die Verteilung auf die eigentlich Märkte hinzu kommt so gut wie nichts aus. Auf jeden Fall dominieren die Einspareffekte im Ausland.

    @Libero:

    Es ging hier um die Klimarelevanz und nicht den Wasserverbrauch. Zudem zählt Wasser vielerorts nicht zu den besonders knappen Gütern, ist also als Problem nicht am absoluten Verbrauch messbar. wenn Wasser nicht subventioniert ist, dann stecken dessen Kosten auch im Preis. Btw, auch in Europa ist das Wasser in der Landwirtschaft in den meisten Fällen subventioniert, da hier Senioritätsrechte praktiziert werden und kein Handel mit Wassernutzungsrechten erlaubt ist. Was aber in den meisten Fällen wegen der reichlichen Verfügbarkeit völlig irrelevant ist. Es gibt aber auch Fälle, wo es nicht so ist, bspw. im Flemming, wo es ständig Streit zwischen Landwirten und Stadtwerken ums Grundwasser gibt und eine Absenkung bereits zu wirtschaftlichen Problemen führt.

  10. Libero
    15.11.2008 | 19:31

    @SteffenH

    Ich wiess dich nur zart daraufhin, daß nicht nur der CO2, sondern auch der Wasserverbrauch darüber entscheidend, wie eine großflächige Gemüsekultur sich auf das Klima auswirkt.
    Es gibt Staaten, die sind zwar klimatisch begünstigt, aber nicht reich an Nutzwasser. Spanien ist ein solches Land, wo der Wasserverbrauch durch die Landwirtschaft die Grenzen überschritten hat. Das würde sich ändern, wenn man die vorhandene Sonnenstrahlung auch zur Wasseraufbereitung nutzen könnte.

    Wegen des hohen Wasserverbrauches sind in Spanien viele Kulturen unter Glas. Tomaten sind sehr heikle Pflanzen. Sie mögen Wasser, aber nicht in Form von Regen. Dann gibt es Braunfäule, wie dir jeder Kleingärtner bestätigen wird. Deswegen halte ich meine Tomaten auf meinem überdachten Balkon.

    Gewächshäuser erfordern eigentlich nur Niedertemperaturwärme, die in zahlreichen Prozessindustrien im übermaß und ganzjährig anfallen. Es ist also nicht notwendig, sie mit fossilen Brennstoffen zu beheizen.

    Den Hinweis hast du natürlich falsch verstanden. Wären die Nutzpflanzen CAM Pflanzen, würde das den Wasserverbrauch signifikant verringern. Mal sehen, ob das auf genetischen Wege gelingt. Wäre ein Fortschritt.

  11. 15.11.2008 | 19:32

    @ Libero:

    Spanien ist im übrigen eine Gewächshauslandschaft, vor allem um Almeria.

    Ja, und? Ich verstehe den Zusammenhang zwischen Gewächshaus und Energieverbrauch nicht. Als ob es nur auf das Beheizen ankäme…

    Könnte es nicht sein, dass auch die Luxwerte (Das ist der Gehalt des Lichts) für die Qualität und Geschwindigkeit des Pflanzenwachstums eine Rolle spielt? Viel Licht=viel Pflanzenwachstum.

    Könnte es nicht sein, dass dem hohen Energieverbrauch heimischer Gewächshäuser ein viel niedrigerer in Spanien gegenübersteht?

  12. Libero
    15.11.2008 | 19:41

    SteffenH

    In Deutschland allgemein in Mitteleuropa ist Wasser nicht unbedingt das Problem.

    Ich sprach von Spanien oder um ein anderes Beispiel zu nehmen, von Israel. In Brandenburg ist das Problem durch die Sander gegeben, die natürlich Wasser zu schnell ableiten. Weshalb das Grundwasser absackt und absackt. Das war bereits in der Bronzezeit der Grund für wasserbauliche Massnahmen, wie die auffallende Häufung von Wallanlagen in der Nähe von Gräben zeigt.

  13. Libero
    15.11.2008 | 19:49

    Komisch, wenn es um das Klima geht, wird zurecht daraufgewiesen, daß außer CO2 noch andere Faktoren eine Rolle spielen. Wenn es um die Auswirkung von Landwirtschaft auf das Klima geht, wird NUR mit CO2 argumentiert. Dabei spielt die Auswirkungen des Wasserverbrauches auf das Klima in subtropischen und tropischen Ländern eine entscheidende Rolle.

    Abgesehen davon finde ich sowieso daneben, Gemüse außerhalb der Vegetationszeit anzubauen. Das kann gar nicht schmecken.

  14. 15.11.2008 | 20:47

    @Libero:

    Aber auf der Südhalbkugel ist Vegetationszeit, wenn bei uns Winter ist. Das ist ja das schöne an der Globalisierung. Außerdem kannst du dich persönlich ja gern nach der Vegetationszeit richten, aber das bedeutet noch lange nicht, dass alles andere zu einer ökologischen Katastrophe führt.

    Die Wasserprobleme sind im übrigen keine globalen, sondern lokale Probleme, die politisch auch auf dieser Ebene zu lösen sind. Hier gibt es keine globalen “externen Effekte”, denen man mit lokaler oder regionaler Politik nicht Herr wird. Wenn also die jeweilige Region um ihre eigenen Probleme nicht schert, dann sind wir hier Europa nicht die richtigen Ansprechpartner. Denn würden wir die Dinge dort nicht kaufen, täten es andere und die Wasserprobleme blieben weiter ungelöst. Insofern sollten wir unsere Rolle als moralische Instanz für die Probleme dieser Welt nicht überbewerten.

    Das Sanderproblem verstärkt m. w. die Wasserkonkurrenz im Flemming. Dort wäre die Welt einfacher, wenn man sich tatsächlich auf eine kooperative Lösung einigen würde.

  15. 15.11.2008 | 21:01

    Flemming? Oder Fläming?

  16. 15.11.2008 | 21:40

    Fläming natürlich, ich bin und bleibe ein Stress-Legastheniker. ;-)

  17. 16.11.2008 | 12:54

    [...] ökologisch vorteilhaften Rosen aus Kenia, aktuell wird die Verkaufsveranstaltung geleitet von SteffenH. Seine Anmerkungen sind zwar nicht grundsätzlich falsch, zumindest solange man sich auf den [...]

  18. Herbert
    16.11.2008 | 13:24

    Ja, beim Thema “local food” habe ich auch sofort an Tomaten aus britischen oder friesischen Gewächshäusern gedacht.

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