Mission Accomplished

Künftig werden “alle Marktteilnehmer, alle Produkte und alle Märkte wirklich überwacht und reguliert werden”, so Merkel.

(Sueddeutsche.de)

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40 Kommentare zu “Mission Accomplished”

  1. 16.11.2008 | 19:19

    Tscha - so ist dat: Der Krug geht so lange …

    ‘Das Kapitalverbrechen’ heißt übrigens die neue Titelstory des ‘Spiegel’ über eure heißgeliebte Mafia der Deregulierer, die nichts so scheut, wie dass man ihr auf die Finger guckt. Naja, das beim ‘Spiegel’, das sind ja auch man bloß so Renegaten …

    ;-)

  2. 16.11.2008 | 19:27

    Ob dein heißgeliebter Stalinismus die Alternative ist…

  3. 16.11.2008 | 19:44

    Ich versteh das gar nicht - was bedeutet das, dass jetzt alles reguliert wird? Ich meine wenn man nur sagt, dass es “reguliert” wird, dann ist man eigentlich noch nicht wirklich schlauer, oder? Oder gibts da ein Regulierungsrezept, das man auf alle Finanzprodukte anwenden kann und wenn man z.B. sagt “Credit Default Swaps werden ab jetzt reguliert”, dann wissen Finanzexperten genau, was das für sie bedeutet?

  4. 16.11.2008 | 19:46

    @Michel

    Woher kommt deine Verengung auf Finanz”produkte”?

  5. 16.11.2008 | 20:00

    Keine Ahnung - aber es hat ja jetzt immer geheißen, dass wenn die Produkte, die großen Anteil an der Krise gehabt haben (also “Credit Default Swaps”, “Mortgage Backed Securities” usw.) reguliert gewesen wären, dann wäre alles nicht so schlimm gekommen. Und jetzt sagt die Merkel: “Jetzt wird alles Reguliert”.

    Und jetzt interessiert mich, ob das “alles wird reguliert” schon für sich eine Bedeutung hat, weil solche Produkte alle auf eine ähnliche weise reguliert werden (und man da dann schon Erfahrung hat), oder ob das eigentlich noch eine Null-Aussage ist und die Regulierung erst “erfunden” werden muss.

    Und das ist ja dann vor allem interessant, wie das dann reguliert wird - weil in der Vergangenheit schon so manche Regulierung eigentlich eine Verschlimmbesserung war (wie z.B. der Community Reinvestment Act).

  6. 16.11.2008 | 20:13

    aber es hat ja jetzt immer geheißen, dass wenn die Produkte, die großen Anteil an der Krise gehabt haben (also “Credit Default Swaps”, “Mortgage Backed Securities” usw.) reguliert gewesen wären, dann wäre alles nicht so schlimm gekommen.

    Klar heißt es das jetzt. Und wenn Löw die Spieler zur EM mitgenommen hätte, die ich bevorzugte, wären wir auch Europameister geworden. Ein wenig von dieser Beliebigkeit hat das Rufen nach “Regulierung” jetzt schon. Dennoch kann man sich natürlich institutionelle Vorkehrungen vorstellen, die dem Trend nach Kettenbriefsystemen und den Risikoillusionen etwas entgegensetzen. “Regulierung” hat es ja schon immer gegeben, und gerade eben auch auf den Finanzmärkten, und wenn wir schon von “Versagen” reden, dann hat auch sie versagt. Es geht also im wesentlichen um die richtige Art der Regulierung und doch eher nicht um die Ausbreitung von Untauglichem.

    Das Merkel-Zitat hat eben zwei Kinken. Erstens das, was du sagst und dem ich eben etwas ausführlicher zugestimmt habe. Aber zweitens eben auch den, dass die Regulierungswut Allgemeingültigkeit erlangen soll, dass also der Vertrag zwischen mir und dem Tischler meines Vertrauens ebenso regulierungsbedürftig sein soll wie die Vergabe staatlichen Gelds als Kredit von Banken.

  7. 16.11.2008 | 20:17

    Yoho - du kennst offenbar nur schwarz oder weiß, Liberaler oder Stalinist. Dazwischen ist nüscht, wie es sich für so’n ganz Holzschnittigen gehört …

  8. admin
    16.11.2008 | 20:28

    @Chat Atkins

    Ich finde, wer anderen unterstellt, sie unterstützten eine Art “Mafia”, sollte sich weniger zimperlich zeigen, wenn man mit gleicher Münze zurückzahlt. Es wirkt dann auch eher erheiternd, wenn du das, was du gerade für alle erkennbar praktiziert hast, anderen vorhältst.

  9. 16.11.2008 | 20:29

    admin = ich

  10. 16.11.2008 | 22:30
  11. 16.11.2008 | 23:14

    @CA
    Ich habe den betreffenden Artikel der Printausgabe gelesen. Die Autoren verleumden eine ganze Branche (”Kapitalvebrechen, begangen von Bankern”) und schaffen es dieses “Verbrechen” zu auf über 20 Seiten zu “rekonstruieren” ohne auch nur einmal die Rolle von Fannie Mae und Freddy Mac zu erwähnen.

    Wenn also die Kirche und der Rentner ihre Ersparnisse verlieren und der Ingenieur aus Ohio sein Haus, dann hat das viel zu tun mit dem Wirken von Lehman Brothers und anderen Banken, mit der steten Optimierung von Geldanlagemöglichkeiten, man kann auch sagen: Gier.

    Der Ingenieur (!) hatte sein Haus mit 228.000 belastet, mehr als die Hälfte davon für Konsumausgaben, wurde dann arbeitslos und konnte den Kredit nicht mehr bedienen. Das habe viel mit dem Wirken (will sagen den Verbrechen) von Lehman und Co zu tun? So traurig seine Geschichte ist, daran ist er selbst schuld.

    Solche Kredite sind also Verbrechen und sollen nun also reguliert werden? Ja Prima! Am besten entscheidet morgen die Regierung wer einen Kredit bekommt und wofür er ihn zu verwenden hat.

  12. 17.11.2008 | 1:13

    @Rayson: So kann man das auch sehen. Ich hatte bei “alle Markteilnehmer” eigentlich daran gedacht, dass jetzt ja z.B. Banken strengere Auflagen haben als Versicherungen und dass das jetzt vereinheitlicht werden soll.

  13. SHSH
    17.11.2008 | 8:06

    deportiert den Atkins-Ossi nach Mordkorea

  14. 17.11.2008 | 8:50

    Contenance, bitte! Chat Atkins hat wie jeder andere das Recht, hier sachlich seine Meinung zu sagen. Nebenbei bemerkt: er ist kein »Ossi«.

    Ich bin übrigens ein Ostdeutscher aus Dresden. Und was sagt uns das, werter SHSH? Dass ich jetzt nach Nordkorea emigrieren sollte?

    Chat Atkins hat momentan genug damit zu tun, das Scheitern eines Bündnisses der SPD mit den Kommunisten in Hessen zu verarbeiten. Diesem Bündnis kann man aber auch nicht unbedingt eine nordkoreanische Ideologie unterstellen;-)

  15. 17.11.2008 | 9:13

    @ stefanolix: Der SHSH ist doch offensichtlich auch so ein deportationsverliebter Holzschnittiger, wie ich ihn oben erwähnte. Nebenbei bin ich weder für rot noch für grün noch für schwarz - sondern ganz und gar fallweise: In dem neuen, zeitgemäßen Fünfparteiensystem, das als einziges wahrhaft demokratisch halbwegs alle Bevölkerungsgruppen abbilden wird, wähle ich immer die Partei, welche sonst weniger Aussichten hätte, ins Parlament zu kommen. Nach Lage der Dinge heißt das, dass ich hier in Bremen sogar diese Hutzel-FDP wählen müsste, obwohl die programmatisch eigentlich die unwählbarste Partei von allen ist. Und das sage ich trotz meiner Westerwelle-Allergie …

  16. 17.11.2008 | 10:00

    Ich möchte da ganz leise Zweifel anmelden: Deine Enttäuschung angesichts der Ereignisse in Hessen schien mir doch recht tief zu sein. Ich vermute, dass man im Erfolgsfall in Deinem privaten Blog über große Freude gelesen hätte. [Disclaimer: Das alles, ohne Dir zu nahe treten zu wollen. Ich selbst hätte das klassische Rot/Grün in Hessen akzeptiert, wenn die Kommunisten nicht mit im Spiel gewesen wären.]

    Es ist doch nicht entscheidend, ob vier, fünf oder sechs Parteien ins Parlament kommen. Im Grunde sollten vier Parteien ausreichen, wenn CDU/CSU auf der rechten Seite und SPD/Grüne auf der linken Seite integrierend wirken würden. Leider ist es nicht überall so und deshalb haben wir in Sachsen eben eine SPD mit Wahlergebnissen um die zehn Prozent und eine sechste (nämlich eine rechte) Partei im Landtag.

    Ich wüsste übrigens nicht, dass Westerwelle in Bremen zur Wahl stünde;-)

    Möglicherweise habe ich vor langer Zeit auch mal »Nordkorea« gesagt, aber inzwischen bin ich doch gelassener geworden. Und seitdem ein stockkonservativer F.A.Z.-Kommentator das Nordkorea-Motiv an unpassender Stelle in seine Kommentare aufgenommen hat, gefällt es mir überhaupt nicht mehr;-)

  17. R.A.
    17.11.2008 | 10:03

    Der Ingenieur (!) hatte sein Haus mit 228.000 belastet, mehr als die Hälfte davon für Konsumausgaben, wurde dann arbeitslos und konnte den Kredit nicht mehr bedienen.

    Es ist schon erstaunlich, daß den Helden vom Spiegel für so eine Top-Geschichte kein besseres Beispiel eingefallen ist.
    So blamieren sie sich doch nur.

    Und im übrigen: Die Regulierung wird natürlich erst recht dafür sorgen, daß so jemand aus dem Haus fliegt.
    Schließlich ist die Politik (Basel 2!) seit längerem auf dem Trip, daß die Banken restriktiver mit ihren Kreditnehmern umgehen.

  18. F.Alfonzo
    17.11.2008 | 10:07

    Künftig werden “alle Marktteilnehmer, alle Produkte und alle Märkte wirklich überwacht und reguliert werden”, so Merkel.

    Künftig? Gibt’s denn noch irgendeinen Markt, der nicht irgendwie überwacht wird (von Drogenhandel im Freundeskreis mal abgesehen)?
    Hmmm… mir fällt da auf Anhieb nichts ein.

  19. Herbert
    17.11.2008 | 10:36

    Ist ja recht und schön, dass Leute wie dieser Inschinör aus Ohio irgendwie selbst schuld sind an dem Schlamassel, in dem sie stecken. Seh ich ja irgendwie genauso, aber einige Kommentatoren hier sehen das Wesentliche nicht: solche Leute in ihrer Unvernunft haben in der Vergangenheit für Umsatz und Wachstum gesorgt. Das Wachstum hat für Zufriedenheit bei solchen und bei klügeren/verantwortungsbewussteren Leuten geführt. Die Zufriedenheit hat für Mehrheiten für eine deregulierende, liberalistische, angebotsorientierte Politik gesorgt. Diese Verstärkerschleife ist jetzt abgerissen und droht sich in ihr Gegenteil zu verkehren. Was machen in einer solchen Situation die Medien und die Politik? Sie simulieren Regulierung und den starken Staat. Wenn sie damit keine Erfolge vorweisen können und oder enttarnt werden, kommen diejenigen, die wirklich Reglementierung und den starken Staat wollen.

  20. F.Alfonzo
    17.11.2008 | 10:54

    @ Herbert:

    Ja, das beschreibt den Ablauf der Ereignisse ganz gut (vielleicht mal abgesehen von der Verallgemeinerung bzgl. der Unvernünftigen und des Wachstums und Umsatzes).

    Aber ist es nicht gerade deswegen wichtig, dass die Meinungen von Leuten gehört werden, die sich mit dem Thema ausgiebig beschäftigt haben, anstatt die Politik gleich vom Chefredakteur der Bild-Zeitung machen zu lassen?

    P.S.: In den USA gab’s letzte Woche ein öffentliches ‘Hearing’ mit 5 der umsatzstärksten Hedge Fonds Manager der Welt, die Rede und Antwort gestanden und ihre (durchaus sehr unterschiedliche) Meinung bzgl. Ursachen für die Krise, Regulierung und Verbesserungsmöglichkeiten kundgetan haben.
    Auch, wenn ihnen das vermutlich nicht helfen wird (oder doch, denn die Meinungen waren sehr unterschiedlich, wie gesagt): Sie haben Gehör bekommen. In Deutschland gibt’s sowas nicht wirklich oder? Da entscheidet die politische Elite (sonst gibt’s ja keine), ohne Widerrede, was für alle das beste ist… und weil die Elite sich so sicher ist, dass das Volk auf ihrer Seite steht, wird auch kein Hearing abgehalten, welches das Wählervieh vielleicht noch auf falsche Gedanken bringen könnte; wozu auch? Die Partei weiss alles.
    Abegsehen davon ist die Elite im Zweifel ein zusammengewürfelter Haufen von Regierungsverantwortlichen (war ja sonst kein bekannterer da für den Posten des Finanzministers, deswegen muss es halt jetzt der Steini machen), die höchstens zufällig Ahnung von diesem Thema haben könnten…

  21. Lemmy Caution
    17.11.2008 | 11:04

    Alle Märkte sind irgendwie reguliert.
    Allein schon durch Gesundheits-, Arbeitsschutz-, Standardisierungs- und und und Bestimmungen.
    Find deshalb, dass die Debatte von einigen liberalen Leuten ein wenig zu hysterisch geführt wird.
    Der Adressat dieser Worte unserer Kanzlerin sind ohnehin eher Leute, die sich nicht so en detail mit finanzpolitischen Fragen auseinandersetzen.
    Insgesamt nicht gerade als Feinde der Marktwirtschaft bekannte Volkswirte wie Bagwati, Krugman und Samuelson haben sich deutlich für eine stärkere Regulierung des Weltfinanzsystems ausgesprochen.
    Sollen die jetzt auch nach “Mordkorea” oder ein Folterlager in der Nähe von (aber nicht in) Guantánamo geschickt werden? Hoffentlich nicht!

  22. 17.11.2008 | 11:24

    @ stefanolix: Soweit es Hessen betrifft, ärgerte mich dieser zusammengerudelte Medienhype, der alle Lüge-Rhetorik auf die Ypsilanti häufte, aber die noch größere Verlogenheit eines Walter oder Koch mit keinem Wort mehr erwähnte. Es waren also die verrutschten moralischen Kategorien, die nicht nur mich aufbrachten. Apropos - wo siehst du denn ‘Kommunisten’ in der Linken - außer dieser Gucci-Salonlöwin Sahra Wagenknecht vielleicht? Oder aber diesem Jura-Schwulen, der doch jetzt glatt Wikipedia sperren ließ, weil dort für einige Tage stand, dass er mal einen Sexshop beraten haben soll? Eher im Gegenteil: Sogar an der Spitze der Linken steht heute ein leibhaftiger Millionär und Villenbesitzer, der mit einer rechtskonservativen Unternehmensberaterin verheiratet ist. Oder sehe ich da etwa etwas falsch? Und das soll gefährlich sein? Deine Kategorien scheinen mir etwas verrutscht und gestrig - ‘Deregulierer’ gegen ‘Etatisten’, das käme eher hin. Und die Deregulierer haben - selbstverschuldet! - auf absehbare Zeit erst einmal verloren, nachdem sie den halben Globus ‘abgefackelt’ haben. Derzeit in allen Parteien jedenfalls, außer bei den putzigen Westerwillies …

  23. Herbert
    17.11.2008 | 11:35

    @ Chat Atkins
    “Und die Deregulierer haben - selbstverschuldet! - auf absehbare Zeit erst einmal verloren, nachdem sie den halben Globus ‘abgefackelt’ haben.”
    Das stimmt wohl. Man kann davon ausgehen, dass die Etatisten auch keine Lösung haben, aber für einige Zeit glaubwürdiger so tun können, als hätten sie eine.
    “Derzeit in allen Parteien jedenfalls, außer bei den putzigen Westerwillies …”
    Lol!

  24. Libero
    17.11.2008 | 11:40

    Das Konsum in den USA zu einem erklecklichen Anteil durch Schulden finanziert wurde, ist kein sonderlich neue Erkenntnis. Jetzt kann man diesen Ingenieur, in Sendung war es ein Programmierer vorwerfen, daß sie das Geld für zusätzliche Hypotheken in Lebensstandard verwandelt haben. Wie diese Schulden die Wirtschaft in den USA in Trab hielten, habe ich solche Mahnungen nicht hier gelesen. Eher in der amerikanischen Wirtschaftspresse.
    Wo du wohnst, bestimmt die Zukunft deiner Kinder. Wenn du dir die Wohngegend nicht leisten kannst, hoffst du mit Schulden die Schulzeit deiner Kinder zu überbrücken.

    Was ist den mit den Warnern, die gesagt haben, daß diese Blase nicht ewig weiter wächst? Ausgelacht sind sie wurden. Von wem wohl?

    Es gab natürlich Menschen, die eine Blase als eine Blase wahrnehmen.

    Es war ganz offensichtlich, daß eine umfangreiche Liquidierung von Papierwerten stattfinden und außerdem eine Änderung in der geistigen Einstellung der Bevölkerung vor sich gehen mußte, die vom Gedanken der Spekulation als Grundlage des Lebensunterhalts und des nationalen Fortschritts wie besessen war.

    Den Kongress darum zu ersuchen, auf dem Börsenmarkt einzugreifen, war aussichtslos; auf jeden Fall hätte es auch eine Ausweitung der Macht des Präsidenten ohne verfassungmäßige Grundlage bedeutet, wenn er die Aktienkurse diktiert hätte.”

    “Ich beschloß daher, mir die Unterstützung des Federal Reserve Systems zu sichern [...]“ “Um die Öffentlichkeit zur Vorsicht zu mahnen, ließ ich mir die Herausgeber und Verleger der bedeutenden Zeitungen und Zeitschriften einzeln kommen und forderte sie auf, systematisch das Land vor der Spekulation und den unangemessen hohen Aktienkursen zu warnen. Die meisten von ihnen entsprachen auch meinem Wunsch mit scharfen Leitartikeln. Dies hatte jedoch keine spürbare Wirkung.”

    Ja stimmt, in Fortune und Forbes erschienen seit 2005 warnende Artikel

    “Finanzminister Mellon und andere gaben auf mein Ersuchen hin wiederholt Erklärungen ab, in denen sie die Öffentlichkeit aufforderten, ihre Aktien in Obligationen umzuwandeln, und andere Vorsichtsmaßnahmen vorschlugen. Auch dies zeitigte keinen Erfolg.”

    Moment mal, Mellon? Finanzminister?

    “Aber die New Yorker Bankiers machten sich alle über den Gedanken lustig, daß der Markt nicht “gesund” sei. Sie waren sicher, wir befänden uns in einer “Neuen Ära”, auf die sich die alten Wirtschaftserfahrungen nicht anwenden ließen.Um es zu beweisen, schrieb mir Thomas Lamont vom Bankhaus Morgan eine lange Denkschrift, die sich heute recht seltsam liest.”

    “Meine dritte Bemühung bestand darin, mir Richard Whitney, den Präsidenten der New Yorker Börse, kommen zu lassen, und ihn aufzufordern, die Börse selber solle die Manipulierung von Aktien eindämmen. [...] Mr. Whitney war zwar freigebig in seinen Versprechungen, unternahm jedoch nichts.”

    “Zwischen Gouverneur Young vom Direktorium der Federal Reserve und einigen Groß-Banken erhob sich ein Streit, ob man, um die Spekulation abzubremsen, die Diskontsätze heben sollte oder nicht. Gouverneur Young behauptete, die Erhöhung der Diskontsätze würde den Banken lediglich größere Gewinne eintragen, sich auf das Geschäftsleben jedoch wie eine Strafe auswirken. Er vertrat den Standpunkt, die Banken können Kredite für Spekulationen dadurch eindämmen, daß sie es ganz einfach ablehnten, solche Kredite zu vergeben.”

    “Er gab den Reserve-Banken die Anweisung, solchen Banken die Rediskontierung zu verweigern, die weitgehend Kredite für Aktiengeschäfte hergaben. Sie verfuhren dabei so, dass sie ihre Handelswechsel zur Rediskontierung bei den Reserve-Banken vorlegten und dann die Gewinne auf dem Markt einsetzten. Es gab einen Zeitpunkt, bei dem die Maßnahmen des Direktoriums der Federal Reserve die Zinsen für Spekulationsgelder bis auf 20% jährlich hinaufschraubten. Aber Leute, die von einem hundertprozentigen Gewinn in der Woche träumten, ließen sich von einem Zinssatz von 20 Prozent im Jahr nicht abschrecken.”

    “Mr. Young konnte voll und ganz nachweisen, wie hoffnungslos die Vorstellung sei, auf der man das Federal Reserve System gegründet hatte, daß es nämlich jähe Aufwärtsbewegungen unter Kontrolle halten könne. Die Kontrolle über den Zinsfuß stellt jedenfalls kein Machtmittel dar. Wenn die Allgemeinheit erst einmal von Geldgier ergriffen ist und sich über Nacht ein Vermögen erträumt, als sei sie im Besitz von Aladins Wunderlampe, sind so geringfügige Mittel wie die Festlegung des Zinssatzes wirkungslos.”

    Das schrieb nicht die Lichtgestalt G.W. Bush, sondern einer seiner Vorgänger, Heribert Hoover im 3. Band seiner Memoiren. So sieht das aus, wenn einer versucht, antizyklisch eine Blase zu stoppen.

  25. 17.11.2008 | 12:28

    @Chat Atkins: Selbstverständlich werde ich Kommunisten als solche benennen, wenn ich in ihnen eine Gefahr für die Demokratie und die soziale Marktwirtschaft sehe.

    Die »Linke« hat zu 70% Mitglieder, die schon in der ehemaligen SED aktiv waren. Ich darf doch annehmen, dass die überzeugten Kommunisten Mitglied geblieben sind, da es wohl kaum einen Vorteil bringt, in dieser Partei zu bleiben. Im Westen sind im Umfeld dieser Partei Stasi-Anhänger (z.B. eine gewählte Abgeordnete aus Niedersachsen) und ehemalige Auslandsaktivisten der DDR zu finden. Ehemalige DKP-Leute spielen durchaus eine Rolle. Ich bestreite nicht, dass es auch links-idealistische, unbelastete und sogar vernünftige Mitglieder gibt. Die sind aber weder in der Mehrheit noch an der Macht.

    Bei der Bewertung eines Politikers spielen für mich das Privatvermögen und das Privateinkommen keine Rolle, solange beides legal zustandegekommen ist und solange keine Interessenkonflikte bestehen. Lafontaine ist kein Kommunist, aber ein gefährlicher Linkspopulist (»Fremdarbeiter«-Rede, Sprüche über Enteignungen). Er hat bewiesen, dass seine politische Zuverlässigkeit sehr begrenzt ist.

    Die »Linke« ist führendes Mitglied einer europaweiten Dachorganisation (vorwiegend) kommunistischer Parteien. Natürlich machen sie hierzulande kaum Werbung damit, aber es ist eben auch nicht abzustreiten. Ich will nie wieder in einem Land leben, das von der SED oder ihren Nachfolgern (mit) regiert wird. Es wird immer nur ganz großer Mist dabei herauskommen.

  26. Parker8
    17.11.2008 | 13:22

    In Deutschland gibt’s sowas nicht wirklich oder? Da entscheidet die politische Elite

    Nein, in Deutschland wuerde sich kaum jemand aus der Finanzelite herablassen, vor einen Bundestagsausschuss zu treten. Das gehoert zum Comment.

  27. dante
    17.11.2008 | 17:03

    Künftig werden “alle Marktteilnehmer, alle Produkte und alle Märkte wirklich überwacht und reguliert werden”, so Merkel.

    Ach Quatsch, das ist nur Gelaber. Das ist nur meine Meinung aufgrund 20 Jahre aktiver Politik und aufgrund eines Rückblickes auf davorliegende 20 Jahre: Da wird — zur Zeit — nichts Relevantes passieren.

    History rulez

  28. 17.11.2008 | 19:14

    @Chat Atkins:
    Besonders in Bezug auf Hessen war ja wohl BLOG wirklich ein Beispiel an Meinungsvielfalt. Allein ich habe drei verschiedene Meinungen vertreten. ;)

  29. jopa
    17.11.2008 | 20:11

    @ Alfonzo + Lemmy Caution - zu den regulierten Märkten:

    Es hängt natürlich stark davon ab, wie “Regulierung” nun definiert, aber ich denke, daß es tatsächlich einige wenige Märkte gibt, die vergleichweise gering reguliert sind, insbesondere bei Geschäften, die wenig ortsgebunden sind, nicht mit Endverbrauchern zu tun haben oder in Nischen stattfinden. Dazu gehören z.B. Teile der internationalen Transportmärkte, manche Rohstoffmärkte und ganz generell manche Handelsgeschäfte.

  30. Lina
    17.11.2008 | 21:50

    @ stefanolix

    Die »Linke« hat zu 70% Mitglieder, die schon in der ehemaligen SED aktiv waren.

    Na und? Weil Du wiederholt Gefahr durch die Linkspartei witterst, bestrafe ich Dich jetzt mit einem Phönix-Lifestream-Video, auf dem sich der Kandidat der Partei ‘Die Linke’ für das Amt des Bundespräsidenten schon ab den ersten Minuten gnadenlos vorführt. Von einer Partei, die dumm genug ist, einen solchen Aspiranten vorzulassen, kann definitiv keine Gefahr ausgehen:

    http://www.phoenix.de/im_dialog/2008/11/17/0/209831.1.htm

    OT-’Mission accomplished’ (-; !

  31. 17.11.2008 | 21:59

    @Lina

    Zu Sodann schreibt Zettel Treffendes.

    Und das OT ist offensichtlich mein Schicksal. 50% meiner jüngsten Beiträge werden von Boche und Dirk zu Diskussionen über das Wesen des Geldes missbraucht… seufz

  32. Lina
    17.11.2008 | 22:26

    @ Rayson

    Du Ärmster! Auch mir fällt natürlich auf, dass in Deine verschiedenen Threads immer wieder das Geldwesen hereinwabert, als würden die beiden an einem Endlosfaden spinnen; spinnen die (-; ?

    Sorry, Rayson! Und danke für den Wegweiser zu Zettels Zimmer!

  33. 17.11.2008 | 22:52

    Du Ärmster!

    Danke, das habe ich gebraucht ;-)

  34. 17.11.2008 | 23:16

    spinnen die (-; ?

    Ich hoffe doch nicht. Sagt mir rechtzeitig bescheid. (-:

  35. ts
    17.11.2008 | 23:20

    würde sagen, da knallten die Sektkorken bei der Süddeutschen!

  36. 18.11.2008 | 0:11

    OT? Geld ist doch der Grund allen Topics.

    Nee, tschuldigung!

  37. 18.11.2008 | 0:22

    @Boche

    Hoffentlich hast du das Zwinkern mitgelesen. Als Liberaler hat man natürlich kein Problem damit, wenn sich ein Kommentarbereich zum OT-Forum entwickelt. Es sei denn, das würde andere Diskussionen abwürgen, aber diese Bedingung scheint mir bei uns nicht erfüllt. Wer da diskutieren will, wird dies auch ohne Rücksicht auf eine Handvoll OT-Vernarrter tun ;-)

  38. 18.11.2008 | 0:27

    Ich hatte in fester Annahme des Zwinkerns verwegen selbst beim “tschuldigung” gezwinkert. ;-)

  39. 18.11.2008 | 8:51

    Lina schrieb:

    Von einer Partei, die dumm genug ist, einen solchen Aspiranten vorzulassen, kann definitiv keine Gefahr ausgehen.

    Von einer Partei, die begnadete Populisten wie Lafontaine und Gysi an Spitzenpositionen hat, kann eine Menge Gefahr ausgehen. Linke Kaderparteien sind im übrigen auch gut in Strategie und Taktik: mag sein, dass die Kandidatur des Herrn Sodann nur ein Ablenkungsmanöver ist;-)

  40. F.Alfonzo
    21.11.2008 | 6:31

    @jopa:

    Nun, ich definiere Regulierung so (und ich denke, dass es sich dabei um eine objektive Feststellung handelt, nicht um ideologisches Wunschdenken):
    Regulierung besteht dann, wenn der Staat mittels einer Behörde zu unterbinden versucht, was ohne diese Behörde entstanden wäre.

    Beispiele gibt’s wie Sand am Meer: Gewerbeaufsicht, Ordnungsamt, Sozialversicherungspflicht.
    …und dabei habe ich die Besteuerung von Märkten noch nicht einmal mit einberechnet. Würde man Besteuerung als Staatseingriff werten, dann wären dafinitiv 100% aller Märkte (außer natürlich den Schwarzmärkten) diesem staatl. Eingriff unterworfen.
    Grundsätzlich tendiere ich dazu, Besteuerung auch als ‘Eingriff’ zu werten, weil es ohne diesen staatl. Eingriff keine Scharzarbeit gäbe. Genauso, wie es ohne entsprechende Gesetze keinen illegalen Drogenhandel gäbe. Aber gut, ich denke der erste Teil meines Beitrags genügt, oder?

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