25. Dezember 2008
Weihnachten mit dem Kirchensteuerbescheid
Als bissige Liberale schreiben wir ja alle Jahre wieder über neue Arten der staatlichen Bevormundung, Fürsorge und Wirtschaftslenkung. In diesem Jahr ist der Wettbewerb der Politiker um neue Ideen sehr hart. Konsumgutscheine sollten den Handel ankurbeln, Autobahnbauprogramme die Fertigbetonwerke auslasten, Subventionen für Breitband-Internet der Telekom wieder auf die Beine helfen und die Wiedereinführung der Pendlerpauschale als Konjunkturprogramm dienen. Aber von irgendeiner Hinterbank aus möchte sich dann doch noch ein Politiker profilieren und das sieht in der Weihnachtszeit so aus:
Das baden-württembergische CDU-Vorstandsmitglied Thomas Volk verlangte in der «Bild»-Zeitung, nur Kirchenmitglieder einzulassen, um Überfüllungen zu verhindern und ausreichend Sitzplätze für ältere Menschen vorhalten zu können.
Das ist neu: da will ein Politiker nicht nur die Bürger, sondern auch noch die Kirchen bevormunden. Würde man den Vorschlag für einen Augenblick ernst nehmen, dann könnte man über den Auftrag der Kirchen, das Hausrecht und die Zugangskontrolle nachdenken. Aber es ist ja kein Vorschlag zu blöd, als dass man nicht noch einen draufsetzen könnte:
Statt nach der Kirchensteuer zu fragen, kann sich die Kirchenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Kerstin Griese, vorstellen, gerade in den Weihnachtsgottesdiensten für eine Kirchenmitgliedschaft zu werben. „Vielleicht könnte man nach dem Gottesdienst an den Ausgängen Eintrittsformulare verteilen.” [Quelle]
Ich mag ja altmodisch sein, aber für mich verbindet sich mit einem Kircheneintritt etwas mehr als ein Eintrittsformular. Möglicherweise hat Frau Griese ja an SPD-Eintrittsformulare gedacht?
Ich möchte jedenfalls die Gelegenheit nutzen und Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest wünschen. Ganz ohne Steuerbescheid und Eintrittsformular;-)
Aktualisierung: Jetzt hat er seinen Vorschlag zurückgenommen.
Verfasst von stefanolix um 09:00 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)
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