Wir 82er

Antwort zu dem hier.

Ich werde es wohl nie nachvollziehen können, wie jemand ein bisschen Roll-back von dem, was über Deutschland in den 70er hereingebrochen ist, als Triumph des “neoliberal-konservativen Komplexes” begreifen kann. Es ist wohl eine Frage des Ausgangspunktes, wobei ich mich ein wenig weigere, die Geschichte 1970 beginnen zu lassen. (mehr…)

Rechthaber

Achim vom A-Team nebenan tut etwas, was schon in der Realität selten ist, noch mehr aber in der Blogosphäre. Er gibt zu, sich geirrt zu haben. (mehr…)

Die Zeit heilt alle Wunden

“Den Sossialiehsmus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf” zitierte der Genosse Generalsekretär anlässlich seiner Reise ins westliche Deutschland noch im Jahr 1987.

Und recht hatte er. In den Augen der meisten Schüler heutzutage war die DDR ein demokratischer und sehr sozialer Staat mit herausragenden Politikern wie Willy Brandt. Es wird nicht mehr lange dauern, und Politiker der Linkspartei werden nicht mehr auf Widerspruch stoßen, wenn sie diesen Teil des Landes als das “bessere Deutschland” propagieren, und niemand, der das schon in den Siebzigern und Achtzigern so gehalten hat, muss dann heute noch so tun, als sei er inzwischen den “Men In Black” begegnet.

Kein Wunder, wenn man sich überlegt, welcher Aufwand veranstaltet werden muss, damit vom Tausendjährigen Reich nicht nur die Autobahnen und die Beseitigung der Arbeitslosigkeit übrig bleiben (wenn man Glück hat).

Man hätte vielleicht ein Stückchen “innerdeutscher Grenze” stehen lassen sollen. Ich kenne da einen Höhenzug im Harz, da würde das auch niemanden stören, aber die menschenverachtende Perversion des Denkens dahinter wurde, das konnte ich selbst erleben, an dieser Stelle mindestens genau so gut sichtbar wie auf den Aussichtstürmen nahe der Berliner Mauer.

Cruise-Knopp-Goebbels: Unseren täglichen Nazi-Vergleich gib uns heute

Ich sollte sonntags früher frühstücken, damit mich die Nazis bzw. die Nazi-Vergleiche nicht immer auf nüchternen Magen erwischen.

Letzte Woche Goebbels um 9 Uhr 05 (Der totale Krieg, Deutschlandradio Kalenderblatt), heute eine halbe Stunde früher am Kiosk:

Guido Knopp: Cruise tritt auf wie Goebbels

Online liest sich das dann so:

Historiker Professor Dr. Guido Knopp (59), Chef der Redaktion Zeitgeschichte des ZDF, bewertet die Szene so: „Tom Cruise tritt auf wie Goebbels.“ Konkret denkt er an eine berüchtigte Rede von Hitlers Propagandaminister Joseph Goebbels. Knopp zu BILD am SONNTAG: „Es mag ja sein, dass Cruises Sprechweise bei vielen Erweckungsbewegungen in den USA üblich ist. Doch die Szene, in der er fragt, ob die Scientologen die Welt säubern sollen und alle Ja rufen, erinnert zwangsläufig jeden Deutschen, der sich für Geschichte interessiert, an die berüchtigte Sportpalast-Rede von Goebbels.“

Knopp ist Professor? Wusste ich noch gar nicht. Für was denn?

Hier das Video bei Gawker.com: Tom Cruise Uncut: The Freedom Medal Award Ceremony (das Video, um das es geht, ist ganz am Ende des Beitrags)
Alle Tom-Cruise-Artikel bei Gawker.com

Wenn ich dringend eine historische Einschätzung bräuchte und hätte die Wahl zwischen Knopp und Knoppers - dann würde ich mich für Knoppers (”das kleine Frühstückchen”) entscheiden. Guten Appetit! Und schönen Sonntag noch.

“Light and liberty go together.”

Es ist doch immer wieder schön zu sehen, dass es Leute gibt, die das mit diesem Web2.0-Ding ernst nehmen. Wer ist diesmal schuld? Natürlich wieder die Amis. Die Library of Congress, um genau zu sein. Diese hat 3115 Fotos bei flickr eingestellt - und zwar gemeinfrei:

Dieses Pilotprojekt hat zwei Hauptziele: Zum einen möchten wir Ihnen zeigen, welche verborgenen Schätze in der riesigen Sammlung der Library of Congress schlummern. Zum anderen möchten wir Sie Ihnen zeigen, wie Sie diese Sammlung mit ein oder zwei von Ihnen geschriebenen Tags bereichern können.

Im hauseigenen Blog erklären die Bibliothekare das Projekt noch ausführlicher. Der betreffende Eintrag beginnt so:

If you’re reading this, then chances are you already know about Web 2.0.

(Von dem Projekt gelesen habe ich bei der Kaltmamsell.)

Weitere Links:

Flickr brings tagging to vintage images. By Daniel Terdiman, CNET News

Library of Congress Taps Web 2.0 for User Photo Expertise. By Heather Havenstein, Computerworld / New York Times

Milton Friedman vs. Naomi Klein

Da hat Steffen ja ein schönes Video ausgegraben.

Auszug:

Naomi Klein: They have a real tough intellectual job. Their job … well, quote Milton Friedman (…)

Hier unterbricht der Youtuber “Advocate 1234″:

Actually, let us hear him say what you were going to distort:

Es folgt ein Auftritt Talkshow-Auftritt von Milton Friedman:

If I’m going to do good with other peoples’ money, I first have to take it away from them. That means, that the welfare state philosophy of doing good with other peoples’ money (…) is a philosophy of violence and corrosion. It’s against freedom, because I have to use force to get the money.

In the second place, very few people spend other peoples’ money as carefully as they spend their own.

(mehr…)

Laika!

Gerade habe ich die Lektüre der tragischen Comic-Geschichte der Weltraum-Hündin Laika beendet, deren Schicksal stellvertretend für die sinnlosen Folgen des irrsinnigen Weltraumwettlaufs zwischen den beiden Fronten des kalten Krieges steht, da muss ich erfahren, dass die Beendigung des kalten Krieges der riskanten Eile der amerikanischen Weltraumforschung kaum Abbruch getan hat. Was, wenn nicht mehr die Russen, treibt die NASA heute zur Eile?

Vor 170 Jahren: Die Göttinger Sieben und der Sieg der Restauration

oder: Liberale mit cojones

Das Deutschlandradio erinnert mit einem kleinen, feinen Beitrag an einen Meilenstein des deutschen Liberalismus:

Dem König die Stirn geboten. Vor 170 Jahren verloren die Göttinger Sieben ihre Professuren

(mehr…)

Erinnern

Wohl gerade deshalb, weil ich erst kürzlich des Herrn Mahler widerliches, paranoides und menschenverachtendes Geschwätz las (Rayson verwies darauf), treibt mir Lilas sehr persönlicher Bericht über die Reise ihrer Kinder an die Orte der Vernichtung die Tränen der Ergriffenheit in die Augen.

via Philologisches Klo

Nochmal: Eva Herman und die Nazis

Ich komme mit diesem Artikel ein bisschen spät, aber das Sortieren der Links nach einem längeren Auslandsaufenthalt ohne regelmäßigen Zugang zum Netz dauert halt seine Zeit.

In der Diskussion zum Artikel “Von Dummen und Heuchlern” (10. September 2007) wurde mehrfach die Frage gestellt, was denn nun Eva Herman genau gesagt habe. Dann wurden mehrere Agenturmeldungen seziert und so ausgelegt, wie es dem jeweiligen Kommentator genehm war.

Das Düsseldorf-Blog hat genau eine Woche später einen Mitschnitt und ein Transkript dessen veröffentlicht, was Eva Hermann gesagt hat - und zwar nicht nur die die später inkriminierten Sätze, sondern auch die davor und danach (Eva Herman: Das habe ich wirklich gesagt!).

In dem Ausschnitt nimmt sie zu zwei Aspekten gesellschaftlichen Lebens Stellung, nämlich Familie und Gesangskultur. Allein ihre mehrfache Verwendung des Wortes “wieder” lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass Frau Herman der Ansicht ist, die Nationalsozialisten hätten beides hochgehalten, und dann seien die 68er gekommen und hätten alles restlos zerstört. (mehr…)

Phantom “Deutscher Herbst”

Ich schrieb schererzhaft, dass ich als Nachfolger meiner lockeren Artikelreihe “Summer of Love” auf meinem Blog eine lockere Artikelreihe “Der deutsche Herbst” machen wollte.
Um es noch mal zu betonen: Das war ein Scherz! Nicht nur deshalb, weil anlässlich des traurigen Jubiliäums anscheinend jeder seinen Senf und seine Erinnerungen dazu gibt.
Für, die die es trotzdem noch nicht wissen: vor 30 Jahren drehten die Terroristen der RAF durch - und weite Teile der westdeutschen Öffentlichkeit drehten mit - linksdrehend oder rechtsdrehend. Übrigens richteten die “Rechtsdurchdrehenden” damals mehr Schaden an der Demokratie an, als die “Linksdurchdrehenden”. Als Politiker durch mit der heißen Nadel gestrickte Gesetze wie das Kontaktsperregesetz oder die Einführung der Rasterfahndung, oder als Journalist mit “Kopf-ab”-Schlagzeilen und öffentlichen Vorvorurteilungen. Damals erschien manchem “Rechtsdurchdrehenden” selbst Heinrich Böll ein gefährlicher “Terrorsympatisant” zu sein.

Zu den “Linksdurchdrehenden” hat Bettina Röhl in der “Welt-online” einen “trotzdem lesenswerten” Artikel geschrieben - lesenswert, obwohl sie sich überflüssigerweise auf einen Pappdrachen namens “‘68er” stürzt. (mehr…)

Ponto

Heute vor 30 Jahren wurde Jürgen Ponto von der RAF ermordet. Dazu drei Links:

Zwei Wochen später und nach heftigen Diskussionen innerhalb der RAF über die Ursachen des Fehlschlags gingen bei mehreren Zeitungen Schreiben ein - anders als alle anderen Erklärungen der RAF sind sie handschriftlich unterzeichnet - von “Susanne Albrecht - aus einem Kommando der RAF”:

“Zu Ponto und den Schüssen, die ihn jetzt in Oberursel trafen, sagen wir, dass uns nicht klar genug war, dass diese Typen, die in der Dritten Welt Kriege auslösen und Völker ausrotten, vor der Gewalt, wenn sie ihnen im eigenen Haus gegenüber tritt, fassungslos stehen.”

(mehr…)

Nachträge zum Lyssenkoismus

Ein paar Ergänzungen zu meinem Artikel über den Lyssenkoismus.
In der UdSSR galt von den 30er Jahren bis 1962 die “Vererbungstheorie” Lyssenkos von Staats wegen als offizielle Lehrmeinung (in Öffentlichkeit außerhalb der biologischen Forschung sogar bis 1964), ab 1938 wurden Biologen, die nicht dieser Lehre anhingen, verfolgt, ab 1948 galt jeder, der an Lyssenkos Theorien zweifelte, als Staatsfeind. Lyssenko hatte den Fortschritt der sowjetischen Biologie, von der Pflanzenzucht bis in die Medizin hinein, massiv behindert und ist mitverantwortlich für die chronisch schlechte Produktivität der sowjetischen Landwirtschaft und damit indirekt für mehrere Hungersnöte. An den Folgen der Lyssenko-Zeit leidet die russische Landwirtschaft noch heute. Er gilt heute als Beispiel für einen ideologisch verirrten, pseudo-wissenschaftlichen Scharlatan, dem es gelang, in den Genuss massiver politischer Protektion zu kommen. (mehr…)

Historischer Rückblick: die gen-freie Landwirtschaft in der UdSSR

Normalerweise ist das Schlagwort “gen-freie Landwirtschaft” eine (absurde) sprachliche Schlamperei, geboren aus dem durchaus un-politischen Drang zur griffigen Formulierung. Gemeint ist eine Landwirtschaft, in der keine transgenen Pflanzen oder Tiere verwendet werden.

Es gab allerdings tatsächlich in einem großen Staat Bestrebungen, nicht etwa “nur” die “Gentechnik” aus der Landwirtschaft zu verbannen, sondern gleich die ganze Genetik - eine im wahrsten Sinne des Wortes “gen-freie” Landwirtschaft. Ich meine damit die gut 30-jährige Vorherrschaft des Lyssenkoismus in der UdSSR. Kaum zu glauben, aber von den 30er Jahren bis 1962 wurde an Schulen, Fachschulen und Hochschulen gelehrt:

Die Vererbung ist eine Eigenschaft des gesamten Organismus. Es existieren keine diskreten Erbanlagen oder Gene.

Biologen, die in Übereinstimmung mit experimentellen Befunden an der Genetik festhielten, wurden als “unwissenschaftliche bürgerliche Metaphysiker” beschimpft, erhielten Berufsverbote oder kamen, bei Kontakt zu “imperialistisch-faschistischen” ausländischen Biologen ins Arbeitslager (ab 1941 war die Genetik “faschistisch”, weil die Rassenlehre der Nazis auf den Mendelschen Regeln beruhte). (mehr…)

Zum 17. Juni: Oberförster Heinz Hildebrandt

Heute bin ich bei einer kurzen Phoenix-Sendung aus Anlass des 17. Juni hängen geblieben:

Meine Geschichte - Der Juni-Aufstand (1/4): Heinz Hildebrandt

Heinz Hildebrandt war Oberförster im Kreis Bitterfeld, in der Dübener Heide. (…) Bereits am 16. Juni abends hörte er im RIAS die Nachrichten über die Ereignisse in Berlin. Und auch wenn er nie mit der Regierung der DDR konform war, dachte er nicht daran, dass das eine Auswirkung auf ihn haben könnte. Berlin war weit weg.

Am 17. Juni 1953 hatte er einen Termin im Amtsgericht Bitterfeld. Da mit einer kurzen Verhandlung zu rechnen war, plante er danach mit seiner Ehefrau einen Ausflug. Doch es kam anders.
(…)

(mehr…)

Vor zwanzig Jahren - extended version

Also, Statlers Erinnerung an die Rede von Ronald Reagan am Brandenburger Tor heute vor 20 Jahren fällt ja etwas sehr minimalistisch aus. Deshalb hier als Ergänzung ein kleiner Auszug aus einem Artikel von Klaus-Dieter Frankenberger aus der FAZ von heute (”Reißen Sie diese Mauer nieder! - Vor zwanzig Jahren: Ronald Reagans Fanal vor dem Brandenburger Tor”; nicht kostenfrei online, deshalb kein Link):

In einem mit “Reagan’s Brandenburg Concerto” überschriebenen Beitrag in “The American Interest” schildert der frühere amerikanische Botschafter in Berlin John Kornblum das politische Umfeld und die Motive, die aus amerikanischer Sicht zu dieser Rede führten, und die Widerstände, die ihr in Berlin und in Bonn zuvor entgegengebracht wurden. Dieser Beitrag ist auch deshalb lesenswert, weil er noch einmal die Heftigkeit der Nachrüstungsdebatte in Erinnerung ruft und den Wunsch einer Mehrheit der Deutschen im Westen, eine Konfrontation mit der Sowjetunion zu vermeiden - eine Konfrontation, an der vor allem die provozierende Politik der Vereinigten Staaten schuld sei. Die Analogie zur Gegenwart, in der offenkundig eine Mehrheit der Deutschen den russischen Präsidenten dem amerikanischen vorzöge, ist nicht zu übersehen.

Die ganze Reagan-Rede gibt es bei American Rhetoric (mp3, Video-Stream und Manuskript als pdf):
Ronald Reagan: Remarks at the Brandenburg Gate
Der in dem FAZ-Artikel erwähnte Aufsatz ist online hier zu finden: Reagan’s Brandenburg Concerto. By John C. Kornblum, The American Interest

Sechstagekrieg: Ein Pyrrhus-Sieg? Ja. Nein. Vielleicht.

Der Sieg von 1967 - ein Pyrrhus-Sieg?, Hamburger Abendblatt

Ein Pyrrhus-Sieg. Von Wolfgang Günter Lerch, Leitartikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 6. Juni 2007

(…)

Aus heutiger Sicht erweist sich der Sechstagekrieg freilich als das klassische Beispiel eines Pyrrhus-Sieges, eines Sieges, der mehr Schwierigkeiten schafft, als er Beute oder Nutzen einbringt. Die Wiedervereinigung Jerusalems ist nicht wirklich geglückt; die auch den Muslimen heilige Stadt ist endgültig zum ständigen Zankapfel und Streitobjekt geworden, der Konflikt noch stärker als zuvor auch religiös aufgeladen.

(…)

Israel’s wasted victory. The Economist Leader, May 24th 2007

ON THE seventh day Jews everywhere celebrated Israel’s deliverance from danger. But 40 years after that tumultuous June of 1967, the six-day war has come to look like one of history’s pyrrhic victories. That is not to say that the war was unnecessary.

(…)

(mehr…)

Der gefühlte Polizeistaat

Ein “gefühlter Polizeistaat” kann eine fast ebenso große Gefahr für die Freiheit sein wie ein “echter”. Genau so, wie die “abstrakte Terrorgefahr” (Un-)Politiker reihenweise in Panik(-Simulation) verfallen und nach härteren Gesetzen und mehr Überwachung zwecks “Prävention” schreien läßt.

Es war klar: Im Unterbewußtsein hatten wir dem Polizeiapparat unseres Landes schon lange Allwissenheit und Allmacht zugesprochen. Was Wunder? Der alte Gott, Gottvater war tot, und an seine Stelle war ein neuer Gott getreten: der Staat. Vater Staat. Und daß auch der von allem wußte und die Gedanken seiner Kinder erriet, lag auf der Hand. Jede Flucht war sinnlos - dieser Hof bildete die perfekteste Falle, die sich denken ließ.

Aus: “Kein Reihenhaus für Robin Hood”, von -ky, frei nach Michael Foucault.

Machmal lohnt es sich, alte Krimis von Neuem zu lesen. Der vor fast 30 Jahren erschienene Roman des Soziologen Dr. Horst Bosetzky ist natürlich nicht deshalb ein soziologischer Roman, weil er von einem Soziologen geschrieben wurde - nur bei den Details flossen -kys Sachkenntnisse ein. Aber er hat eine Agenda, die diesen überkonstruierten und mit zu vielen Unwahrscheinlichkeiten arbeitenden Kriminalroman von unzähligen anderen überkonstruierten und mit zu vielen Unwahrscheinlichkeiten arbeitenden Krimis abhebt. -ky schrieb ausdrücklich mit aufklärerischen Absichten.

“Keine Reihenhaus für Robin Hood” spielt vor dem Hintergrund der Terrorismus-Sympathisanten-Hysterie nach dem “Terrorjahr” 1977. (mehr…)

Brigitte Mohnhaupt wurde aus der Haft entlassen

Heute vor 30 Jahren wurde Brigitte Mohnhaupt nach fünf Jahren aus der Haft entlassen: Die erste Entlassung der Brigitte Mohnhaupt, SWR.

Was dann folgte, könnte man zynisch als das Versemmeln einer “zweiten Chance” bezeichnen.

Jetzt wird der nächste Anlauf genommen:

Viele Jahre kenne er sie jetzt, sagt Deuschl, sie habe sich sehr gewandelt. Erfahrung mit der Freiheit habe sie auch schon: Tageweise hatte sie begleiteten Ausgang, hat sich das Leben in Freiheit unter anderem in Frankfurt, Augsburg und Traunstein angesehen und Freunde besucht.

Ist doch rührend, wie sich dieses kapitalistische Schweinesystem um seine Gefangenen kümmert.

Wackere Deutsche 1968 und heute

Was wollten die 68er? Ist es ein Zufall, dass die Autoren von gleich drei Büchern, die ich über den Jahreswechsel gelesen habe, sich diese Frage zumindest indirekt stellten? Bevor ich wie versprochen (oder angedroht) zu Notker Wolf komme, gebe ich die Eindrücke zweier anderer Beobachter wider.

Da wäre zunächst Rolf Dahrendorf, der in “Versuchungen der Unfreiheit” die 68er Bewegung als fatalen Einschnitt im Leben und Denken seiner “Erasmier” (also den “enagierten Beobachtern”, die den Versuchungen Faschismus und Kommunismus nicht nachgaben) wie Raymond Aron, Hannah Arendt, Isaiah Berlin oder Jeanne Hersch beschreibt. Obwohl sie den Protesten anfangs positiv gegenüberstanden, verursachten diese bei ihnen eine Art Schock. Dahrendorf schreibt dazu: (mehr…)

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