Die rote Kelle

Die SPD hat im harten Rennen um die erfolgreichsten Maßnahmen zur Bevormundung der Bürger die Nase vorn. Das hat sie nicht nur Frau Bätzing und Frau Schmidt, sondern auch dem heldenhaften Einsatz des sächsischen Wirtschaftsministers Thomas Jurk zu verdanken. Während sich andere SPD-Politiker beispielsweise mit Vorschlägen zur Reduzierung der Alkoholsteuern des Alkoholgenusses hervortun, geht Thomas Jurk ganz neue Wege. Diesen Namen wird man sich merken müssen.

Thomas Jurk ist großen Teilen unseres Publikums wahrscheinlich noch unbekannt, deshalb möchte ich ihn wenigstens mit einem Satz vorstellen. Er ist seinem Parteivorsitzenden Kurt Beck in Beruf und Karriere sehr ähnlich: beide haben in einem Elektrobetrieb gelernt, beide bringen gern mal Spannung in die Koalition, beide fallen sonst nicht durch allzu große Erfolge auf und beide müssten sich eigentlich gegen einen stärkeren Koalitionspartner durchsetzen, denn bald sind wieder Wahlen.

Was kann man also tun, um in die Zeitung zu kommen? Kurt Beck spekuliert öffentlich über die Zukunft seiner Bartpracht und Thomas Jurk beschränkt sich nicht auf seine erfolglose Arbeit als sächsischer Wirtschaftsminister, sondern er zeigt selbst Einsatz im Kampf gegen »Verkehrssünder«. Nach einer Agenturmeldung des DDP hat sich am letzten Montag folgendes ereignet:

Der SPD-Landeschef und Vize-Ministerpräsident Jurk hatte sich am Donnerstag selbst einer «Dummheit» bezichtigt, weil er bei einer Fahrt im Dienstwagen auf der Autobahn 13 zwischen Berlin und Dresden am Montagabend einen Motorradfahrer mit einer Haltekelle herausgewunken hatte. Er und sein Fahrer hätten sich von dessen «auffälliger Fahrweise» genötigt und provoziert gefühlt. Zuvor habe der Brandenburger das Minister-Auto durch abwechselndes Fahren auf der linken und der rechten Spur am Überholen gehindert.

Immerhin scheint bei Thomas Jurk die Selbstwahrnehmung noch wesentlich besser zu funktionieren als bei SPD-Fraktions-Pullunder Stiegler. Der bezichtigte die Medien gleich mal des Mobbings gegen die SPD und ihren Vorsitzenden, wenn sie nicht wie gewünscht berichten.


Aus unserer Serie »Schöne Momente beim Bloggen«: Man sucht im Firefox auf einer Nachrichtenseite nach »Beck« und klickt auf »Abwärts«;-)

Wir Deutschen…

…haben eine ausgeprägte Neigung stets anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Ob das nun bei Lebensmittelpreisen oder einfach nur im privaten Alltag der Fall ist. Ein besonders anschauliches Beispiel ist mir in einem Testbericht für ein Smart-Phone aufgefallen:

Das Gerät ist optisch gut gelungen und auch gut verarbeitet. Das verspiegelte Display ist zwar schick, wird jedoch sehr schnell fleckig wenn man das Telefon am Ohr hat was ein paar Minuspunkte gibt.

Vielleicht sollte sich der User einfach vor jedem Anruf die Ohren waschen.

Allerfeinste Handarbeit

Das britische Office of Government Commerce hat ganze 14000 britische Pfund in den Sand gesetzt, bloß weil die halbe Welt so eine schmutzige Phantasie hat.

Latexfreie Zone

Man kann ja von der katholischen Kirche in Fulda und ihrer Latexphobie halten was man will, aber Vertrag ist Vertrag:

“Kondome dürfen wir nicht verkaufen, weil das Haus der katholischen Kirche gehört”, erklärt Schlecker-Filialleiterin Monika Michel. Laut einer Sittenklausel im Mietvertrag darf sie in ihrem Laden keine Artikel verkaufen, “die das öffentliche Ansehen der Kirche herabsetzen” könnten. “Durch diese Vorschrift geht Umsatz verloren. Wir müssen Kunden, die Kondome kaufen wollen, zur Konkurrenz schicken”, erklärt sie.

Bürokratieabbau: CDU will Steuererklärungen abschaffen!

Niedersachsens Finanzminister Möllring hat das “Wer-nichts-zu-verbergen-hat”-Motto genial auf die aktuell brodelnde Steuerdebatte angewandt und überzeugt mit einer zündenden Idee:

“Wir müssten mehr Möglichkeiten haben, in die Steuerdaten hineinzugucken. Wer nichts zu verbergen hat, kann doch dem Finanzamt seine Konten offenlegen”

Ein wenig zu kurz springt er dabei aber noch. Denn warum nur Einblick und nicht gleich Zugriff? Denn warum soll sich der Staat den ihm passend erscheinenden Betrag nicht gleich vom Konto des Steueruntertanen abbuchen dürfen? Womit doch Bürokratie abgebaut und der Bürger von der lästigen Pflicht der Steuererklärung befreit würde!

Mit einer CDU, die solche genialen Vordenker des Rechtsstaats von morgen zu ihren Mitgliedern zählt, will jetzt übrigens die niedersächsische FDP koalieren. Prima!

B.L.O.G. investigativ: Die INSM und die “Liechtenstein-Affäre”

Lange habe ich gerätselt. aber jetzt endlich passt alles zusammen:

Der “Liechtensteiner Steuerskandal” ist in Wirklichkeit eine Verschwörung der INSM mit dem Ziel, die allgemeine Durchsetzung der Steuergesetze zu diskreditieren. (mehr…)

Trimm dich!

Die Nationale Verzehrstudie enthüllt, dass Übergewicht vor allem ein Bildungsproblem ist. Weshalb die SPD-Bundestagsfraktion eine auch für den letzten Deppen verständliche Gutes-Essen-Böser-Fraß-Ampel auf jede Futterverpackung pappen lassen will. Doch Achtung, wie ein bekannter Fernsehmoderator belegt, kann man sich aber nicht einfach auf eine grüne Ampel verlassen. Eben, weil Übergewicht ein Bildungsproblem ist und das Abnehmen simplen physikalischen Gesetzen gehorcht.

Klimaschutzmaßnahmen beginnen zu greifen

Es geht voran:

50.000 Haushalte in Karlsruhe ohne Strom

Offiziell soll ein kleiner Brand daran schuld gewesen sein, aber selbstverständlich war das nur ein erster Probelauf für die Zeit nach Umsetzung des SPD-Energieprogramms.

Turbokapitalismus

Wie geht so jemand mit seiner Verantwortung um? Was ist mit dem Vertrauen, das so viele Menschen in ihn gesetzt haben? Was ist es wert, dass er seinen Erfolg im Wesentlichen auch denen zu verdanken hat, denen er jetzt die Kündigung präsentiert? Und, noch schlimmer, der Standortwechsel findet statt, obwohl auch der alte Standort durchaus einen erheblichen Gewinn abwarf!

Die Sache ist klar: Ab heute wird ungarische Salami boykottiert!

Rückblende: Ben Bernanke vs. “Dean Glenn Hubbard”

In den letzten Tagen muss ich oft an das Video denken, dass Steven Levitt damals als “the best  economics humor ever” bezeichnet hat (via). Im Moment wird Glenn Hubbard ganz froh sein, dass er nicht an Ben Bernankes Stelle ist, sondern sich als Berater von Mitt Romney Wahlversprechen ausdenken darf.

Ich weiß, dass das jetzt wie Schadenfreude aussieht, aber das Video ist einfach zu gut. Und Schadenfreude empfinde ich absolut überhaupt gar keine, weder in Bezug auf Bernanke noch in Bezug auf die amerikanische Wirtschaftslage.

Every breath Bernanke takes

Every breath you take
Every change of rate
Jobs you don’t create
While we still stagflate
I’ll be watching you

(…)

Quizfrage

Aus welchem Unternehmen stammt dieses Protokoll einer Aufsichtsratssitzung? Der Gewinner erhält einen Gratis-Shortselling-Tipp.

To the FP guys: I LOVE YOU!!!

The 10 Commandments of Punditry (FP Passport)

1. Thou shalt be the Expert, on Everything.

2. Thou shalt not waste “time in the field.”

3. Thou shalt be Non-Partisanly Partisan.

4. Thou shalt be neutral, but not always.

5. Thou shalt not commit the sin of Footnotes.

6. Thou shalt not misuse the title of “former.”

7. Thou shalt remember the past day, by keeping it forgotten.

8. Thou shalt be who you need to be.

9. Thou shalt not commit the sin of Common Sense.

10. Honor thy Funder.

Note: # 2 is a MUST for China pundits. And yes, I’m expecting the obligatory Obama response (hint: contains the words “love” and “back”)

Wir ham ja keine Zeit!…

Und weil ich die gerade auch nicht habe (aber trotzdem bloggen möchte), drei Artikel in einem Beitrag:

Erstens:

Die Diskussion über Jugendgewalt ist mittlerweile ja schon sehr unterhaltsam geworden (im gleichen Maße, wie sie sinnlos geworden ist). Kurz gefasst: Roland Koch missbraucht ein Thema für den Wahlkampf. Seine wesentlichen Antworten sind neue Gesetze da, wo mehr Geld für die Justiz sinnvoller wäre, sowie mehr Publicity für bestehende Projekte der Sozialen Arbeit da, wo mehr Finanzierung für die gleichen Projekte mehr als notwendig wäre. Der Struck greift ihn nicht etwa entlang dieser Linie an, sondern tut so, als würde er glauben, was der Koch den Stammtischen erzählen möchte (dass er nämlich Schleifer-Camps, die in den USA schon ihr Versagen bewiesen haben, haben wollte). Und tut so, als würde er dagegen kämpfen, während er natürlich eigentlich froh sein müsste, weil ein Problem, das seine Partei offiziell nicht wahr haben möchte (die Probleme mit jungen kriminellen Ausländern) auch mal angegangen wird, ohne dass nur von “Abschiebung” die Rede ist. Während Koch natürlich ständig von Abschiebung redet, weil ja Wahlkampf ist, obwohl er die eigentlichen Gesetze gar nicht beeinflussen kann… was für ein Chaos, das vor allem mit Unpolitik, kaum aber mit Politik, zu tun hat.

Zweitens:

Es ist wirklich so, dass manche Leute nach Jad Vaschem gehen können - und die Lehre, die sie aus dem Besuch dieses Ortes ziehen, ist die, dass man mehr Gewalt ausüben sollte, dass Bomben und Zerstörung der richtige Weg sind. Für diese Personen ist offenbar die Frage, ob “more firepower” wirklich etwas bringen würde, relativ unwichtig; die einzige Erkenntnis aus dem Wissen, dass nicht genug (oder nicht das richtige) getan wurde, ist die, dass nicht “enough firepower” angewandt wurde. Und viele werden diesem Mann ohne Nachdenken zustimmen, und ob uns das an die Lehre heranführt, die ein Ort wie Jad Vaschem bringen soll… da habe ich meine Zweifel.

Drittens:

Wenn wir schon einen speziellen Hörschutz brauchen, um uns vor den Emissionen unserer Kinder abzuschirmen - haben wir dann nicht eine etwas seltsame Vorstellung von Emissionen, Störungen, Gesundheitsschädigungen und Umwelteinflüsse überhaupt? Und wer kann das “richtige Leben” überhaupt noch vom “falschen” unterscheiden?

Die siezen sich?

Fricke & Solms Jahresrückblick 2007

(Und vielleicht als kleine Anregung, Solms: Trinkense den Glühwein beim nächsten Mal ruhig vor der Aufzeichnung des youtube-Videos)

Ansonsten ist das Format durchaus ausbaufähig.

Windige Ziele

“Die Anlagen sollten schön in der Schußlinie stehen”, würde ich der FDP auf ihre kleine Anfrage zur effizienten Nutzung von Windkraft auf Bundeswehrliegenschaften antworten.

CFR rules!

Vielleicht ist ja dem ein oder der anderen aufgefallen, dass wir (d.h. unser Admin, der unsere basisdemokratisch gefällten Entscheidungen kraft seiner gottgleichen Macht umsetzt) gerade an unserer Seitenleiste herumbasteln. Unter der neu implementierten WordPress-Erweiterung “Vor einem Jahr” steht heute:

01.01.07: kein Beitrag an diesem Tag

Damit dort in einem Jahr nicht steht: “01.01.08: Kein Beitrag an diesem Tag” wollte ich ursprünglich etwas zu den pakistanischen Atomwaffen schreiben; hätte ich mich diesbezüglich auf die mir bekannten deutschen Quellen verlassen, wäre der Artikel schnell fertig gewesen. Aber ich musste ja unbedingt die amerikanischen Quellen anzapfen, was, wie so häufig, dazu geführt hat, dass ich den eigentlich geplanten Artikel verschieben muss. Deshalb kommt hier erstmal ein fristwahrender Platzhalter.

Eine meiner Anlaufstellen, wenn es um Außenpolitik geht, ist der Council on Foreign Relations (CFR), von dem ich zwei Newsletter abonniert habe. Was der CFR in diesen Tagen allein zu Pakistan ins Netz schaufelt, reicht mengenmäßig, um sich jeden Tag 30 Stunden mit dem Thema zu beschäftigen. Dabei kann man sich das Medium (Podcast, Text, PDF, Video) auch noch aussuchen. Einfach genial, aber für amerikanische Verhältnisse noch nichtmal außergewöhnlich. (mehr…)

Only in America

Also, das hier (via) gibt es ja sicher in vergleichbarer Form auch noch in anderen Ländern - aber das hier (via)? Ich zweifle.

Leseempfehlung: Nie mehr Ziegen quälen

Ein Rückblick auf ein Jahr der Verbote von Harald Martenstein bei der ZEIT.

Extra für Bernd Graff aus dem Archiv gekramt

oder: Als ich mich mal über sueddeutsche.de aufgeregt habe

Eigentlich wollte ich ja nichts zum dem Artikel von Bernd Graff schreiben, in dem alle Blogger mit einem lateinischen Ausdruck belegt werden, der nun wirklich auf besagten Herrn Graff selbst am besten passt. Ich wollte vor allem deshalb nichts dazu schreiben, weil andere dazu schon viel geschrieben haben, Jürgen Kaube in der FAZ zum Beispiel oder Klaus Jarchow auf medienlese.
Aber wie es der Zufall will, habe ich gerade beim Stöbern im B.L.O.G.-Archiv einen alten Eintrag gefunden, der sich just mit dem Problemkreis beschäftigt, den Herr Graff so erschöpfend abgehandelt hat.

In dem Eintrag geht es zuerst um Sex und dann um sueddeutsche.de - Blogger-Herz, was willst Du mehr?

Bloggen, Online-Journalismus und ein “harmonisches Beischlaferlebnis” (Erstveröffentlichung am 29. Juni 2006)

Managergehälter

Zur Managergehälter-Diskussion verweise ich mal kurz auf die FTD. :)

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