Erwerbsanreiz

Mit unserem sportlichen Kontrahenten von ad sinistram hatten wir neulich einen kleinen Disput über den freien Markt und über Ulrike Meinhof. Sollten noch Antworten ausstehen: bei uns kann nach wie vor kommentiert werden;-)

Am Mittwoch veröffentlichte Roberto J. De Lapuente einen Gastbeitrag über den Begriff Erwerbsanreiz. Alle Blockzitate sind aus diesem Artikel entnommen. Der Autor Markus Vollack geht gleich zu Beginn in die Vollen:

Der Begriff offenbart das neoliberale Menschenbild: der Mensch sei von Natur aus faul und wolle nicht arbeiten; es müsse insofern ein Anreiz zur Erwerbsarbeit geschaffen werden. Zudem denke der Mensch stets nach einem Kosten-Nutzen-Kalkül und an den eigenen Vorteil.

Ist das schon das ganze neoliberale Menschenbild? Wenn nicht: Wo kann ich bitte ein komplettes neoliberales Menschenbild finden? Ich möchte es mir gern zur Abschreckung an die Wand hängen;-)

Ich könnte jetzt über mein liberales Menschenbild schreiben, nach dem der Mensch von Natur aus möglichst eigenverantwortlich handeln und in einer möglichst freien Gesellschaft leben will. In dieser Gesellschaft gibt es Chancen und Risiken, aber im Zweifel auch eine Versorgung mit dem Lebenswichtigen. Wenn ich mir einen Menschen nach meinem Bilde denke, dann ist dieser Mensch aus sich heraus motiviert, immer wieder bis an seine Grenzen zu gehen und diese Grenzen zu verschieben. Sicher ist das ein sehr optimistisches Bild. Aber es ist mein Bild.

Auch der ad-sinistram-Autor geht schon in seinen ersten Sätzen auf die Motivation des Menschen ein — und er unterstellt den »Neoliberalen«, ein sehr pessimistisches Bild des Menschen zu zeichnen: faul sei der Mensch und müsse zur Arbeit angetrieben werden. Wer denkt da nicht unwillkürlich an einen Sklavenhalter, der den Aufseher mit der Peitsche auf die Sklaven loslässt?

(mehr…)

Sommerloch

Was hat es mit der Jahreszeit zu tun, dass mein Unwille, Beiträge für B.L.O.G. zu verfassen, immer mehr wächst? Nix. Der Grund der Unlust ist ein anderer: Alles ist gesagt. Zu jeder denkbaren aktuellen Frage lässt sich meine Meinung begründet aus dem ableiten, was ich bereits geschrieben habe. Und ich schaffe es eben nicht wie ein Politiker, anstandslos bekannten Mist immer wieder zu wiederholen.

Wer wissen will, was ich denke, der lese Hayek, Eucken, Buchanan und Erhard, und irgendwo in diesem Spannungsfeld wird er mich wiederfinden.

Gegen den quasi-sozialistischen Komment dieser Republik immer wieder anzugehen, ist eine Sache für Don Quichotte. Klar hat es seinen Reiz, bei Gewohnheitslinken die Gesichtszüge entgleisen zu sehen, wenn man sie mit konsequent liberaler Argumentation konfrontiert. Aber auch dieser Effekt nutzt sich ab.

Was also bleibt? Der eigene Ärger jedenfalls ist verraucht - zu sehr sind die meisten Menschen von ihrem Discount-Weg in die endgültige Armut überzeugt.

Reizt mich die hundertste Wiederholung beliebiger Phrasen noch? Bestimmt nicht.

Entweder ich finde neue Gründe, längere Texte zu verfassen, oder ich ziehe meinen Nutzen aus einer Existenz als Zyniker. Sollen alle Dummen meinetwegen dumm sterben und Verderben über die Welt bringen. Wenn ich mit meinem Gott einigermaßen im Reinen bin, soll mir all das egal sein.

Abschied von den “Bissigen”

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Liebe B.L.O.G. Leser!

Das hier ist mein letzter Beitrag bei den “Bissigen Liberalen”.

Wie unschwer zu erkennen ist, habe ich seit fast einem halben Jahr hier keine Beiträge mehr geschrieben. Es wurde allmählich Zeit, dass ich diesen Schwebezustand, der etwa seit Weihnachten andauert, beendete.

Einer der Gründe dafür, dass ich auch vorher nur selten hier schrieb, ist der, dass mir, unter den Beiträgen, die mir “bloggenswert” erscheinen, ziemlich wenige sind, die auch für B.L.O.G. und - vielleicht noch wichtiger - zum B.L.O.G. passen.

Es gibt einige weitere Gründe, die vermutlich niemanden interessieren. Und ein paar, die sicherlich den einen oder anderen interessieren würden, über die ich es aber vorziehe, zu schweigen.
Ein entscheidender Grund ist aber der, dass ich bei einige Beiträgen hier im B.L.O.G. eine entschieden andere Position vertrete - und zwar so entscheidend, dass das nicht mit einem kritischen Kommentar getan ist.

Ich habe es mir jetzt ein halbes Jahr überlegt - hin und her. Es wird Zeit, dass ich endlich Nägel mit Köpfen machen.

Alles Gute, liebe B.L.O.G.!

Martin

Abdäit

Nach eindringlicher Ermahnung unseres Providers haben wir Wordpress mal auf die neueste Version aktualisiert. Für zwischenzeitliche Probleme bitten wir ebenso um Entschuldigung wie wir für alle Hinweise dankbar sind, die uns zeigen, wo es noch zwickt und zwackt.

Ein linkes Ding?

Kein Leser wird es gerade von mir erwarten, aber auch ich muss heute mal etwas Negatives über ein Unternehmen loswerden. Nicht das ich mit seiner Servicequalität nicht zufrieden wäre. Nein, der Online-Buchhändler hat seinen Job zu meiner vollsten Zufriedenheit erledigt und eigentlich 5 Sterne verdient. Aber über folgende Passage aus einer Bestätigungsmail zur Kaufabwicklung muss ich mich doch sehr wundern:

Die Feedback Einstufung auf Amazon’s Webseite ist sehr wichtig fuer uns. Wenn sie mit Ihrer Bestellung zufrieden sind, wuerden wir es sehr schaetzen, wenn Sie sich die Zeit nehmen wuerden uns ein positives Feedback zu hinterlassen, und uns die Einstufung “5Sterne” zu geben. (BITTE nutzen Sie die Bewertung nicht, um uns auf diesem Weg Ihr Problem mir der Bestellung mitzuteilen. Wenn Sie uns e-mailen, werden Sie eine schnellere Antwort erhalten. Ausserdem liegt uns sehr daran eine Loesung fuer das Problem zu finden, so dass wir unsere 5 Sterne verdienen.)

Die Feedback-Einstufung ist vor allem auch für andere Kunden als objektives Informationsinstrument sehr wichtig, also bin ich geneigt hier mit Punkteabzug zu reagieren. Was sagt ihr dazu?

Über das und die Steuern

Etwas Werbung in eigener Sache: Gleich zwei hochkarätige Veranstaltungen hat das Institut für unternehmerische Freiheit und seine Partnerinstitute im April in Berlin anzubieten. Am 17. April 2008 wird über den Klimawandel und die Klimapolitik diskutiert, am 28. April 2008 steht die Debatte um den internationalen Steuerwettbewerb vor dem Hintergrund der Lichtensteiner Steueraffaire auf dem Programm.

Drauf geschissen

Heute soll mal Zeit für ein paar Zeilen Ossi-Sprech sein. Kann grad nicht anders:

Einen Kollegen meines Vaters haben die Linken weggeholt. Machte einen Ulbricht-Witz. War dumm genug nicht aufzupassen, wer zuhörte. Die Frau heulte sich die Augen aus dem Leib. Hat ihren Mann nie wieder gesehen.

Einen Kumpel haben die Linken nach Bautzen verfrachtet. Haben ihn gefoltert. Haben seinen Zellennachbarn verrecken lassen, als dieser die ganze Nacht mit Herzinfarkt liegen blieb und der Wärter nur mal kurz reinschaute und dann, vom Schreien meines Kumpels ungerührt, seine Schicht ohne Unterbrechung fortführte.

Mir und meinen Mitschülern haben sie in der Schule von Anfang an das Gehorchen beigebracht. Den Kopf mit Parolen und sozialistischem Dummsprech verkleistert. Freizeit mit militaristischen Wehrsportübungen geklaut. Die kleinste politische Betätigung mit Drohungen und Stasi-Besuch bei den Eltern beantwortet.

Dieses linke Pack.

Als ich gerade im Westen angekommen war, es war ein Jahr nach der Wende, arbeitete ich in einem Altenheim.
Irgendwann war Kegeln mit den Kollegen. Einer der Kollegen trank genug, um mir endlich seine Meinung sagen zu können: Wir im Osten hätten doch nie zu arbeiten gelernt. Wir im Osten würden doch gewohnt sein, dass man alles in den A… geschoben bekäme. Wir im Osten sollten doch bitteschön im Osten bleiben.

Später, bei den lieben Franzosen, ähnelte das Unverständnis weniger einer BILD-Schlagzeile. Im Gegenteil: Man versuchte aufrichtig zu verstehen, was die Geschichte dieses netten boche da ausgemacht hat. Was die RDA tatsächlich gewesen sein mag, was der pote einem davon verständlich machen konnte. Es war nicht viel, meinem Gefühl nach. Aber das Bemühen ums Verstehen war ein Geschenk.

Heute wählt der Protestwähler “Linkspartei”. Und der verbitterte oder gelangweilte oder auch nur dämliche “Linke” findet nichts dabei. Findet die Linkspartei normal. Koalitionsfähig. Unverständnis wird zu Ignoranz.

So lange die Grenzen offen sind und Biermann noch da ist: Drauf geschissen, auf dieses Pack.
Auf diese SED, die doch cleverer ist, als man angesichts der senilen Führungsgarde von ‘89 hätte vermuten können. Und auf diese Wessis, die in ihrer ideologisch-dekadenten Verblödung nicht merken, welchen Rattenfängern sie hinterherlaufen.

Impression in der Fußgängerzone einer deutschen Großstadt

Ein Grüppchen von der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands verteilt seine “systemkritischen” Propagandablättchen. Kaum jemand interessiert sich für sie.

Auch nicht die ein paar Meter entfernten Polizisten, die einem Fahrradfahrer “Absteigen!” hinterherrufen. Verärgert, weil sie ihn nicht mehr erwischen und von seinem verkehrskrimiellen Tun, nämlich dem Fahren auf dem Fußweg, abbringen können.

Zwei Ereignisse ohne Zusammenhang. Und doch eine Momentaufnahme, die mich als Ex-Ossi aus unklarem Grund froh macht, im Hier und Heute zu leben.

Kurzer Zwischenruf zu Barack Obama

Bevor sich noch mehr Liberale wundern, dass auf diesem Blog Barack Obama unterstützt wird, möchte ich kurz festhalten, dass ich im Moment der einzige Autor dieses Blogs bin, der zu erkennen gegeben hat, dass er Barack Obama in der parteiinternen Vorentscheidung der Demokraten den Vorzug vor Hillary Clinton geben würde. (Das liegt übrigens mehr an Hillary Clinton als an Barack Obama.)

Und ich sehe mich selbst nicht als liberal an - jedenfalls nicht im Sinne dessen, was in der liberalen deutschsprachigen Blogger-Szene unter liberal verstanden wird. Als Indiz für eine Spaltung der Liberalen und Libertären in deren Haltung gegenüber Barack Obama taugt mein Endorsement in Bezug auf die Vorwahlen also nicht.Zu Barack Obama werde ich noch einen eigenen Eintrag schreiben; weitere Nachfragen zu dem Thema werden die Umsetzung dieses Vorhabens allerdings nicht beschleunigen.

Bastiat-Wiki

Ich bin ja sehr skeptisch, was die Realisierungschancen solcher “man müsste mal”-Ansätze wie den sich zum Schluss hier in den Kommentaren herausbildenden betrifft. Aber jedenfalls gibt es unter http://bastiat.bissige-liberale.com jetzt ein Wiki, wo jeder, der Lust dazu hat, sich als Übersetzer austoben kann. Optisch wird sich bestimmt noch was tun, je nach meiner Lernkurve oder stefanolix’ Zeitbudget, aber schaun mer doch erstmal, wie das so anläuft.

Wer ist…

Wir haben für fast alle unsere Autoren eine Seite eingerichtet, auf der diese mehr über sich sagen. Wie ich gerade feststellen musste, ist das bei unserem neuesten Zugang SteffenH etwas “verschütt” gegangen. Hiermit sei es nachgetragen, ohne hoffentlich nachtragende Folgen.

How comes?

In meinem letzten Beitrag erwies sich die zu häufige Erwähnung des Begriffs “Python” als Posting-Hemmschuh. Weder unter Windows noch unter Linux wollte unser Wordpress den Artikel annehmen, bis ich nicht alle Clean-Text-Erwähnungen dadurch abgeändert hatte, dass ich das “y” in “Python” durch den entsprechenden ASCII-Code ersetzte.

Hat irgendjemand sowas schon mal beobachten können? Welchen Fehler habe ich begangen? Zu wenig PHP-Lobpreisungen?

Fazit

Nun blogge ich schon seit bald drei Jahren. Das gewählte Umfeld war das der politischen Blogs, weil es dem Antrieb entsprach, den ein von der Politikplattform dol2day Enttäuschter nun einmal hatte.

Aus vielerlei Gründen ist jetzt vielleicht der richtige Zeitpunkt, ein Resümee zu ziehen. (mehr…)

Heraustreten zur Durchsuchung!

Die DDR wird bis heute von vielen Westdeutschen als absoluter Unrechtsstaat eingestuft. Einige Ostdeutsche widersprechen mit dem Hinweis, dass doch nicht alles schlecht war. Sprechen wir also über den Schutz der Privatsphäre in der DDR und im vereinigten Deutschland. Sprechen wir über meine Vergangenheit und unsere Zukunft.

In der DDR-Schule wurden wir schon in der ersten Klasse gezwungen, den Inhalt unseres Schulranzens vor allen anderen Schülern auszupacken und uns äußerlich abtasten zu lassen. Das wurde mit der Suche nach »Schund- und Schmutzliteratur« begründet. Man suchte bei diesen fast schon überfallartigen Visitationen nach beliebigen Druckerzeugnissen aus dem Westen, man fand auch gern westliche Plastiktüten oder Spiele. »Durchsuche einen, erziehe alle!« mag sich unsere Stasi-Schuldirektorin dabei gedacht haben. »Alles Bürgerliche ist Schund und Schmutz« sollte offiziell bei uns Schülern hängenbleiben. Erniedrigend war es allemal.

Noch schlimmer war es später bei der NVA. Dort musste die gesamte Kompanie heraustreten und dann wurden die Spinde ohne Beisein des Soldaten durchsucht. Bei den Durchsuchungen wurden oft private Briefe gelesen; privates Eigentum wurde beschädigt oder zerstört. Offiziell ging es natürlich um die Suche nach NATO-Agenten und um die innere Sicherheit der NVA.

Diese Eingriffe in meine Privatsphäre mochte ich damals (mit 19 Jahren) nicht unbedingt den hohen Offizieren zur Last legen. Sie haben sich vielleicht sogar darauf verlassen, dass nur nach Recht und Gesetz durchsucht wird. Nein, die größte Wut hatte ich auf die ausführenden »Uffze«[1], die meist noch nie im Leben ein Buch gelesen hatten und deshalb natürlich auch nicht damit umgehen konnten. Jedenfalls gab es in der NVA weniger Privatsphäre, als in diesen hübschen Brotbeutel[2] gepasst hätte. Aber zugunsten der inneren Sicherheit musste man eben darauf verzichten.

(mehr…)

Das Jahr fängt ja gut an…

Ich hätte da eine gute, eine sehr gute und eine schlechte Nachricht.

Zuerst die schlechte: SteffenH führt sein Blog “Mit dem Kopf voran” nicht mehr weiter.
Dann aber die gute: Man kann ihn weiterhin lesen beim Blog des “Instituts für unternehmerische Freiheit”.

Und zuletzt die sehr gute: SteffenH ist seit heute auch ein “B.l.o.g.gie” (wie man bereits unschwer feststellen konnte…)! Ich bin mir sicher, dass seine Beiträge zu vielen interessanten Diskussionen führen werden. Also: Herzlich willkommen!

Einen haben wir noch…

Ab heute haben wir ein besonderes neues Schmankerl anzubieten: Björn vom Agitpopblog wird seine politischen Texte zukünftig nicht nur auf seinem eigenen Blog, sondern auch bei uns veröffentlichen. Herzlich willkommen, Björn!

Und damit die Leser, die ihn noch nicht kennen, einen Vorgeschmack von dem bekommen, was uns damit ab und an blühen wird, veröffentliche ich hiermit gleich mal einen Beitrag aus seinem Blog, der mir sehr gefallen hat:

Ich bin müde: Notizen aus dem State of Paranoia (mehr…)

Niggemeier vs. Callactive: Na, Mahlzeit!

Dazu fällt mir nicht mehr viel zu ein. Außer, dass Stefan Niggemeier meiner Ansicht nach Recht hat. Aber Recht haben und Recht bekommen sind eben oft zweierlei:

Der Kommentar wurde in der Nacht zum Sonntag um 3.37 Uhr abgegeben. Ich habe ihn sofort und unaufgefordert gelöscht, als ich ihn gesehen habe; das war am Sonntagmorgen um 11.06 Uhr. Nach Ansicht des Hamburger Landgerichts genügte das nicht. Ich hätte die Kommentare vorab kontrollieren müssen.

(…)

Nach Ansicht der Richter hätte ich mit rechtswidrigen Kommentaren zu meinem Eintrag „Call-TV-Mimeusen” rechnen müssen. Das ergebe sich aus seiner Brisanz und zeige sich auch darin, dass schon vor dem Kommentar, den ich entfernt habe, eine Reihe Kommentare abgegeben wurden, die an der Grenze zu Rechtsverstößen seien, wenn nicht darüber hinaus. Bei solch brisanten Blog-Einträgen sei ich dazu verpflichtet, die Kommentare vorab zu kontrollieren, insbesondere, da ich anonyme Kommentare unter Pseudonym zuließe.

Wenn die Brisanz eines Eintrags erhöhte Anforderungen an die Kommentarmoderation begründet und die Blog-Betreiber zur 24/7-Kindergärtnerin Erzieherin degradiert, dann sehe ich auch für dieses Blog hier schwarz. Aber bei neun Leuten mit deutlich voneinander abweichenden Schlafphasen lässt sich ja vielleicht eine Kommentarmoderation rund um die Uhr organisieren.

(Die Passage in diesem Eintrag, wo ich mich zum Thema “deutsche Rechtsprechung und Internet” auslasse, habe ich gleich mal vorsorglich wieder gelöscht.)

Lerneffekt

Seit ca. drei Jahren treibe ich nun schon mein Unwesen in der Bloggosphäre. Eine ähnliche Zeit hielt es mich zuvor bei dol2day. Irgendwie scheint das einen Online-Lebenszyklus darzustellen, denn die Unlust ist vergleichbar. War es bei dol2day der Umstand, dass man lieber über Probleme motzen wollte als sie zu lösen, so ist es in der Bloggosphäre die unangenehme Erfahrung, dass offenbar einige Zeitgenossen Defizite in ihrem Alltag durch besondere Linientreue im virtuellen Leben zu kompensieren suchen. (mehr…)

“Es ist nicht alles gut an der Antifa” - und auch nicht an der “Achse der Guten”

Normalerweise freue ich mich, wenn ein einer meiner Beiträge verlinkt wird. Und ich freue mich auch über Kritik - je schärfer, desto besser. Dogmen sind etwas für Denkfaule. Und außerdem illiberal.

Der Fall meines Beitrags Von Antifa und Antifanten und der Reaktion von Michael Holmes von der “Achse des Guten” Es ist nicht alles schlecht an der Antifa ist aber nicht normal. Denn allzu viel Kritik enthält Holmes Artikel nicht. Dafür umso mehr Polemik. Anmerkung vom 27. 11.: Der Artikel ist inzwischen von der “Achse des Guten” entfernt worden.

Michael Holmes schreibt:

Ich war mehrere Jahre in der Antifa organisiert und weiß wovon ich rede.

Das ist an und für sich gut. Allerdings stellt sich dann die Frage, in welcher “Antifa” er damals organisiert war - denn, wie ich in meinem Artikel schrieb, ist “Antifa” eher ein Oberbegriff. Das Spektrum reicht von solchen, bei denen der Marxismus-Leninismus, auch in der autoritären Variante, noch hoch im Kurs steht, über solche, die über den Antifaschismus zum Antirassismus zur Arbeit mit und für Migranten und Bürgerkriegsflüchtlinge fanden, über eher christlich-pazifistisch orientierte Gruppen bis zu libertären Autonome, die schon aus Prinzip gegen alles sind, was auch nur “autoritär” aussieht. (mehr…)

Letzter Hinweis

Ich werde mein privates Blog mehr aktivieren. Meine politischen Gedanken werden natürlich weiter hier aufschlagen, und weil ich Traditionen ebenso mag wie bestimmte Mitblogger zu nerven ;-), werde ich auch weiter hier über Fußball bloggen. Alles andere ab jetzt ausschließlich bei unfrisiertes.wordpress.com - heute z.B. über Freundschaft in länderübergreifenden Konzernen.

Mit weiteren Verweisen auf mein privates Blog werde ich dieses nach Möglichkeit zukünftig verschonen.

Nächste Seite »

Bad Behavior has blocked 632 access attempts in the last 7 days.