Öffentlich-rechtliches Internet

Die Medien streiten sich momentan untereinander. Vor allem schießen Zeitungen und Zeitschriften gegen die Pläne der öffentlich-rechtlichen Sender, das Internet als Verbreitungsmedium auszubauen. Da geht es dann um solche Details, wie “textähnlich” das Angebot sei.

Ich habe da eine ganz andere Frage: Warum, zum Henker, brauchen wir überhaupt ein öffentlich-rechtliches Internetangebot, das nicht von seinen Nutzern, sondern von denen finanziert wird, die in Deutschland einen Fernseher oder Computer besitzen? Wo doch auf der ganzen Welt jeder das Gleiche zu sehen und zu lesen bekommt?

Kann vielleicht mal einer den selbstgefälligen Funktionären und Politikern, die da so selbstverständlich über unser Geld verfügen, in die Parade fahren? Oh, sorry, mit den Volksabstimmungen haben wir es ja nicht so… Und die Stasi-Methoden der GEZ erscheinen manchen Politikern wohl mehr als Ideal denn als Schreckensbild.

P.S.: Man könnte auch mit immer mehr Recht fragen, wozu wir überhaupt die öffentlich-rechtlichen Sender brauchen. Aber vielleicht bringt die Konkretisierung am Beispiel Internet mehr.

Öffentlich-rechtliches EU-Bloggen

Für mich (und für uns hier beim BLOG, denke ich) macht das Schreiben hier vor allem Spaß. Und gelegentlich Mühe. Es ist definitiv Hobby und keine Arbeit, kein Journalismus.

Mancher mag in der Blogwelt Informationen finden, die ihm die der Journalismus nicht bietet.
Für mich ist das reizvolle an der Blogwelt vor allem die Vielfalt der Teilnehmer und Positionen und die Möglichkeit der direkten Kommunikation. Manchmal ist der Blog-Beitrag weniger wichtig (und von Form und Präsentation her weniger wertvoll) als die sich daran anknüpfende Diskussion. Selbst rechte oder linke Schundblogs taugen etwas. Dass sie nämlich die Diskussion extremer Meinungen und extremer politischer Dummheit anschaulicher werden lassen.

Nun kommt aus der politischen Kaste die Idee, man müsse die Blogwelt fördern. Ziel sei, «eine pluralistische Medienumwelt und kulturelle Vielfalt garantieren» (Quelle: Netzeitung). Stellen wir fest:
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Mensch, nackt

Die Umstrukturierung will Freenet-Chef Eckhard Spoerr schnell umsetzen, wie er dem Manager Magazin sagte. Demnach spielt Spoerr mit dem Gedanken, aus Freenet ein Medienunternehmen mit Internetportalen für Onlinespiele, Geldanlage und Erotik zu machen.

(aus: heise online)

Zocken, Gier und Geilheit - während in Villabajo noch die moralischen Sonntagsreden geschwungen werden, konzentriert man sich in Villariba schon wieder auf das ewig Gültige.

Daniel Kehlmann über österreichische Kulturpolitik

Aus einem wunderbaren Interview mit dem Schriftsteller Daniel Kehlmann:

(…) Sie sind halber Österreicher, haben einen österreichischen Pass, eigentlich müsste man sich hier um Sie reißen.

Kehlmann: Voriges Jahr wollten ein österreichischer Theaterverleger und ich einen Termin bei der Kulturministerin, erfolglos, es wurde uns nur angeboten, mit einem Mitarbeiter zu sprechen. Dann bekam der Verleger vom Minister-Büro noch einen Anruf, in Wikipedia stünde unter Daniel Kehlmann „in München geboren“, das sei ja kein österreichischer Autor. Dabei habe ich vom österreichischen Staat Stipendien bekommen! Das ist der Musterfall, wie Kulturpolitik nicht laufen sollte: man fördert jemanden, und wenn er einen dann nicht mehr braucht, sagt man, den kennen wir nicht.

Ypsilanti rockt!

Meine Damen und Hessen … äh … Herren,

Ypsilanti rockt! Glauben Sie nicht? Dann schauen Sie mal hier:

Elvisfest 2006 in Ypsilanti, Michigan.

Fragen über Fragen

Verstärkt das Internet bereits vorhandene Aggressionen? Ruft es neue Aggressionen hervor? Worauf ist es zurückzuführen, dass besonders aggressive Kommentare unter Pseudonym abgegeben werden? Sind aggressive Kommentare, die im Internet abgegeben werden, Ausdruck einer Sehnsucht, zumindest vorübergehend die Schranken der Zivilisation niederzureißen? War früher alles besser? Ist die Welt außerhalb des Internets besser? Sollten wir das Internet a.) mit Öffnungszeiten versehen b.) der persönlichen Aufsicht der FAZ unterstellen oder c.) doch lieber gleich ganz dicht machen?

(Die Fragen sind absichtlich allgemein und unverlinkt gestellt; Gelegenheiten, den eigentlichen Anlass zu diskutieren, gibt es nun wirklich woanders in ausreichender Zahl.)

Subterranean Homesick Blues

I’d rather be in some dark holler, where the sun don’t never shine. So sang das zumindest Clarence Ashley. Damit steht sie der Einschätzung von Franz-Josef Wagner diametral gegenüber, der sagt dass er lieber “über der Erde lebe – mit Bäumen und Blumen.” Ob die Bäume und Blumen vielleicht lieber unter der Erde leben würden, ohne Franz-Josef Wagner, das hat sie keiner gefragt.

Dafür hat sich Franz-Josef Wagner jetzt zusammen mit Dr. Seltsams Faktotum der Bundesjustizzypries “in Berlins gefährlichste U-Bahn gewagt“. Eine U-Bahn in der es “nach abgestandenem Leben” riecht, in der Gangster-Rap-Typen, Bettler, Unter-der-Erde-Fahrer (In einer U-Bahn? Neiiiin!) und Betrunkene unterwegs sind, und in der Franz-Josef Wagner visioniert wie er blutüberströmt auf einen Notknopf zukriechen wird. Alles sehr dramatische Szenen. Alles sehr packend beschrieben. Und das Ende spoilere ich hier mal nicht.

Wer die Spannung und die visuelle Präsenz von Franz-Josef Wagner erträgt, der kann sich das ganze auch hier als Video angucken. Das ist ab heute die Messlatte, die Cloverfield überspringen muss, um für mich als Erfolg zu gelten.

Ob Frau Zypries nun nur mit FJW U-Bahn fährt um ihr Image aufzubessern, ob sie das - wie Wagner andeutet - “als romantische Freundin” getan hat, oder ob die ZEITUNG im Gegenzug ihre bisherige Kampagne ein wenig eindampfen wird, darüber darf man spekulieren. Für mich ist das Mitspielen einer Ministerin in so einer Schmierenkomödie nur ein weiterer Beweis dafür, wie sehr die ganz Jugendgewaltkiste zu einem inhaltsleeren Medienrummel verkommen ist. Interessant allerdings dass Wagner sich inzwischen so stark von seinen subterranen Verwandten distanziert…

Lady Bitch Ray - Debattentod Delüks

Auch wenn sich Marian und stefanolix des aufrüttelndsten Beitrags zum Thema Jugendgewalt schon angenommen haben, soll mich das nicht davon abhalten auch meinen eigenen Senf noch zum Thema abzugeben. B.L.O.G. endet ja nicht nur rein zufällig auf O.G..

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Lady Bitch Ray? Voll die Spießerin, Alter!

Ich bin stefanolix echt dankbar, dass er sich so an Lady Bitch Ray abarbeitet. Nicht nur, dass ich eine vergnügliche halbe Stunde mit youtube-Videos von der Frau verbracht habe, nein, mir ist mal wieder klar geworden, was ein Spießer ist.

Jemand wird nicht allein dadurch zum Spießer, dass er seinen gehäkelten Klorollenschoner auf der Hutablage seines Golfs spazierenfährt, die BILD liest und sich bei Wahlen auf Landesebene immer mit der Entscheidung zwischen NPD, CDU und SPD schwertut - sondern dadurch, dass er sich krass korrekt an die soziokulturellen Parameter seiner eigenen Community hält, weil er entweder zu fantasielos oder zu feige ist, auch nur einmal davon abzuweichen.

Und deshalb ist Lady Bitch Ray eine Spießerin - und die Kaltmamsell nicht! Ätsch!

“Light and liberty go together.”

Es ist doch immer wieder schön zu sehen, dass es Leute gibt, die das mit diesem Web2.0-Ding ernst nehmen. Wer ist diesmal schuld? Natürlich wieder die Amis. Die Library of Congress, um genau zu sein. Diese hat 3115 Fotos bei flickr eingestellt - und zwar gemeinfrei:

Dieses Pilotprojekt hat zwei Hauptziele: Zum einen möchten wir Ihnen zeigen, welche verborgenen Schätze in der riesigen Sammlung der Library of Congress schlummern. Zum anderen möchten wir Sie Ihnen zeigen, wie Sie diese Sammlung mit ein oder zwei von Ihnen geschriebenen Tags bereichern können.

Im hauseigenen Blog erklären die Bibliothekare das Projekt noch ausführlicher. Der betreffende Eintrag beginnt so:

If you’re reading this, then chances are you already know about Web 2.0.

(Von dem Projekt gelesen habe ich bei der Kaltmamsell.)

Weitere Links:

Flickr brings tagging to vintage images. By Daniel Terdiman, CNET News

Library of Congress Taps Web 2.0 for User Photo Expertise. By Heather Havenstein, Computerworld / New York Times

Expertenurteil

Deutschland ist das Land der Klimaexperten. Immerhin scheut sich inzwischen keine wissenschaftliche Disziplin mehr davor, ihren Senf zum Thema Klimawandel abzugeben. So auch die verantwortliche Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache für das Wort des Jahres, die “Klimakatastrophe”:

Klimakatastrophe wurde als Wort des Jahres gewählt. Dieser Ausdruck kennzeichnet prägnant die bedrohliche Entwicklung, die der Klimawandel nimmt.

Zwar soll mit der Wahl dieser “verbalen Leitfossilie” keine Wertung bzw. Empfehlung verbunden sein, doch lese ich diese Entscheidung etwas anders. Immerhin wird mit dieser Wortwahl das Ergebnis eines globalen Klimawandels vorweggenommen, über dessen Folgen sich nicht einmal die Klimaexperten einig sind, geschweige denn sicher voraussagen lassen. Ähnlich geartet erscheint auch die Wahl der Nummer 2 des “Unwort des Jahres”, der Begriff “klimaneutral”, der nach Expertenansicht ein Versuch der Verschleierung einer Steigerung des Kohlendioxidausstoßes sei. Selten hat man eine so “wertungsfreie” Wortwahl eines so wenig mit dem notwendigen theoretischen Rüstzeugs zur Beurteilung dieser Fragen  ausgestatteten Gremiums vernommen. Sehen so die Ergebnisse des langjährigen Kampfes um eine breitere Gemein(ein)bildung aus?

Rauchzeichen aus der Vergangenheit

Un café et une gitanes, s.v.p.!

Das war mal. Wie bei SPON (auch mal lesenswert) zu lesen ist.

Das hätte gerade noch gefehlt

Wir haben wirklich Glück, dass Heintje es vorzieht nicht vom Klimawandel zu singen. Er hat Angst für verrückt gehalten zu werden. Soviel Bescheidenheit legt kaum einer mehr an den Tag. Obwohl nicht viele der Klimawandler mehr Expertise als Heintje vorweisen können. Doch man könnte den Mann auch als Pessimisten bezeichnen, schließlich bekommt man heutzutage eher einen Nobelpreis als die Zwangsjacke fürs Dilettieren über den Klimawandel. Für einen Schlagerpreis hätte es also dicke gereicht.

Größer Null

Nun gut, ich bin Mitglied einer Partei. Allerdings nicht, um mir eine Anwendung für meinen Kadavergehorsam zu suchen, sondern weil ich dort die größte Schnittmenge mit meinen eigenen Überzeugungen sah.

Aber es handelt sich dort dennoch um eine real existierende Partei. Eine, die nach den Regeln des Systems spielt. So ist der Vorstoß eines Ex-Parteivorsitzenden inhaltlich völlig irrelevant. Jedenfalls, so lange er sich an dem orientiert, was diese Partei vor allem ausmacht.

Ich weiß jetzt nicht, warum man in dieser unserer Welt vor dieser Herrschaft zu kapitulieren hätte. Wer braucht was?

Nix gecheckt

Zur gestrigen Sendung von “Hart aber fair” gibt es jetzt auch den “Faktencheck“. Das ist im Grunde eine ganz sinnvolle Institution, um Sachaussagen, über deren Wahrheitsgehalt in der Diskussionsrunde keine Einigkeit erzielt werden kann, später durch Experten mit etwas Abstand überprüfen zu lassen. Im Grunde. Denn von den beiden diesmal ausgewählten Experten befindet sich einer offensichtlich auf einem Kreuzzug und nutzt hier nur eine weitere Gelegenheit, seine Meinung zu verbreiten. Auf die eigentlichen Sachfragen geht er nur wenig ein.

Übrigens für mich eine gute Gelegenheit einzuräumen, dass auch promovierte Wirtschaftswissenschaftler jede Menge Quark erzählen können. Zum Beispiel solchen wie diesen:

Das Problem liegt doch eher bei den falschen - und unverhältnismäßigen - Anreizen auf Seiten der Manager, die möglicherweise zu deutlich höheren Löchern in der Staatskasse führen. Das gilt dann, wenn sie durch die extreme (Conti-Chef Wennemer) Kopplung ihrer Vergütung an die “Leistung”, den “Erfolg”, sprich: den Gewinn, dazu angereizt werden, Arbeitsplätze auch ohne betriebliche Not abbauen, um Kosten zu sparen. Wenn ihnen dies gelingt, können sie den “Erfolg” auf ihrem Kontostand ablesen. Und die entlassenen Beschäftigten, die heute Schwierigkeiten haben, eine neue, einigermaßen vergleichbare Stelle zu finden, erhöhen dann den Ausgabenbedarf des Staates - vermutlich in weit höherem Masse als die Gewinn- und Bonussteigerungen ausfallen.

Das ist Klein-Fritzchen-Ökonomie: Arbeitslosigkeit entsteht, weil Leute entlassen werden. Und die Armut kommt von der Powerteh. Aber vielleicht soll es Ethik sein? Das kann ich leider auch nicht erkennen. Denn wie kann man es Firma X verwehren, Arbeitsplätze abzubauen, nur um Kosten zu sparen, wenn man nicht gleichzeitig Firma Y dazu zwingt, Arbeitsplätze zu schaffen, nur um Kosten zu erhöhen? Anders gesagt: Hat der zu Recht verloren, der zuerst einstellt? Und dieser Typ redet auch noch von Anreizen…

Kein Fazit, aber eine Erkenntnis: Mir scheint, der Sendung “Hart aber fair” ist ihr Umzug ins “Erste” nicht bekommen.

Bildungswunsch

Da mich die einseitige Darbietung in Barcelona etwas gelangweilt hat, obwohl sie das Herz eines Wahl-Badeners erfreuen konnte, zappte ich mal ins Erste, wo jetzt “Hart aber fair” gesendet wird. Das Thema war:

Der Jackpot den Bossen, die Inflation für den Rest - kommt so der Aufschwung bei uns an?

Ich gebe zu: Ich habe nur die letzte halbe Stunde richtig verfolgt. Aber die hat gereicht, um mich als Teil eines Volkes von Deppen und Neidern zu fühlen. Gut, die Herren Seehofer und Wowereit sind politische Unternehmer, die Stimmen maximieren müssen und sich der Meinung des Medianwählers anpassen. Aber gehört eigentlich ökonomische Ahnungslosigkeit zu den Einstellungsvoraussetzungen von Journalisten? Oder lernen die politisches Denken nur entlang der Positionen der Unpolitik? (mehr…)

Ein Lob auf die chinesische Außenpolitik

Ein Lob der chinesischen Außenpolitik wird es von mir nicht geben, dafür aber von Paul Kennedy. In einem Kommentar für die IHT, bei dessen Titel ich als erstes gedacht habe: “Der hätte auch von Bodo sein können”.

Ausgehend von den goldenen Worten des spanischen Königs an Hugo Chávez schlägt Kennedy vor, alle Politiker sollten doch einfach mal die Klappe halten. Als Beispiele fallen ihm da ein: die amerikanischen Präsidentschaftskandidaten, das Weiße Hause und insbesondere George Bush. Am Ende bleibt nur einer, der vor Pauls Augen Gnade findet: Otto von Bismarck.

Warum er den verschwiegenen Politik-Ansatz der Chinesen für vorzugswürdig hält, erläutert Kennedy so: (mehr…)

Schopenhauer goes Blogosphäre

Zwischendurch las ich das kleine Bändchen “Eristische Dialektik oder Die Kunst, Recht zu behalten” von Arthur Schopenhauer (übrigens bei Jokers für 5 Euro plus Versand erhältlich und hier auch im
Web
einzusehen). Offensichtlich ist das Internet gar nicht so originell, wie sich die Leute fühlen, die sich in ihm tummeln, denn fast alle in Schopenhauers - von ihm übrigens selbst nie veröffentlichten - Bändchen aufgezählten “Kunstgriffe” muten nur allzu vertraut an. Einen davon, nämlich den letzten, habe ich verkürzt jetzt auch in unserer Zitatkiste untergebracht. Die Langversion:

Wenn man merkt, daß der Gegner überlegen ist und man Unrecht behalten wird, so werde man persönlich, beleidigend, grob. Das Persönlichwerden besteht darin, daß man von dem Gegenstand des Streites (weil man da verlornes Spiel hat) abgeht auf den Streitenden und seine Person irgend wie angreift: man könnte es nennen argumentum ad personam, zum Unterschied vom argumentum ad hominem: dieses geht vom rein objektiven Gegenstand ab, um sich an das zu halten, was der Gegner darüber gesagt oder zugegeben hat. Beim Persönlichwerden aber verläßt man den Gegenstand ganz, und richtet seinen Angriff auf die Person des Gegners: man wird also kränkend, hämisch, beleidigend, grob. Es ist eine Appellation von den Kräften des Geistes an die des Leibes, oder an die Tierheit. Diese Regel ist sehr beliebt, weil jeder zur Ausführung tauglich ist, und wird daher häufig angewandt.

Es gibt ganze Blogs, die davon Zeugnis ablegen, dass ihr Autor sich für die anderen 37 Kunstgriffe nie mehr interessieren wird.

(Siehe auch unsere “Goldenen Diskussionsregeln“)

Ausflug in die Unpolitik

Das, was den parteibewegten Politiker so umtreibt, ist meine Sache nicht. Ich nenne das “Unpolitik” - der Ersatz von Politik durch das Wohl und Wehe von Parteien. Als Boche und ich 2005 von Dol2day zum Bloggen kamen, erst getrennt, später zusammen, da summte und surrte es in der deutschen Polit-Blogosphäre. So sehr, dass jede Annahme, es könne unmöglich etwas mit der Bundestagswahl in diesem Jahr zu tun gehabt haben, auch für den Laien noch unglaubwürdiger erscheinen müsste als die Jungfrauengeburt (so vergleicht man richtig, Herr Niebel!).

Man setze nur den Zustand vom Herbst 2005 mit dem Zustand vom Herbst 2007 in Beziehung - auf meinem Radar ist die Anzahl der aktiven politischen Blogs, die seitdem hinzugekommen sind, an den Fingern einer Hand abzuzählen, aber die Zahl der verschwundenen oder nicht mehr gepflegten Auftritte geht deutlich ins Zweistellige. Ein Verlust ist das nicht - das meiste, was da verschwand, bestand aus Parteiapologeten, die irgendeiner Seite zum “Sieg” verhelfen wollten. Es wird mir auf immer und ewig ein Rätsel bleiben, wie sich Unbeteiligte die Einkommensinteressen von Parteifunktionären zu eigen machen können, aber nun gut, so tickt nun mal das deutsche politische Tier. (mehr…)

Öffentlich-Rechtliche Bevormundung

Liegt in der fortwährenden Wiederholung der richtigen Argumente die Kraft der Überzeugung? Zu hoffen ist es.

Wolf Schäfer auf dem Blog “Wirtschaftliche Freiheit” zum Thema der medialen Bevormundung.

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