FTD-Kolumnisten für Obama

Während der typische Salonlinke sich noch darüber empört, dass bei SPON nicht alle der Obamania verfallen sind, wird bei der FTD ganz offen für den wahrscheinlichen Kandidaten der Demokraten zur US-Präsidentschaftswahl Partei ergriffen.

Nun ist es ja nicht so, als gäbe es überhaupt keine Gründe dafür. (mehr…)

Öffentlich-rechtliches EU-Bloggen

Für mich (und für uns hier beim BLOG, denke ich) macht das Schreiben hier vor allem Spaß. Und gelegentlich Mühe. Es ist definitiv Hobby und keine Arbeit, kein Journalismus.

Mancher mag in der Blogwelt Informationen finden, die ihm die der Journalismus nicht bietet.
Für mich ist das reizvolle an der Blogwelt vor allem die Vielfalt der Teilnehmer und Positionen und die Möglichkeit der direkten Kommunikation. Manchmal ist der Blog-Beitrag weniger wichtig (und von Form und Präsentation her weniger wertvoll) als die sich daran anknüpfende Diskussion. Selbst rechte oder linke Schundblogs taugen etwas. Dass sie nämlich die Diskussion extremer Meinungen und extremer politischer Dummheit anschaulicher werden lassen.

Nun kommt aus der politischen Kaste die Idee, man müsse die Blogwelt fördern. Ziel sei, «eine pluralistische Medienumwelt und kulturelle Vielfalt garantieren» (Quelle: Netzeitung). Stellen wir fest:
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Ich hab da mal eine Frage

Statler hat eine ganz bestimmte Sicht auf “die Befindlichkeit des Landes“, und wieder einmal dient ein Blogeintrag zum Positionieren durch Glaubensbekenntnisse.

Die einen wollen nichts anderes gelten lassen als ein Bild Deutschlands voller rechtsradikaler Gewalttaten und Ressentiments, denen durch staatliche Mittel in Form eines “Kampfes gegen rechts” zu begegnen sei.

Die anderen meinen noch ganz andere Befindlichkeiten in diesem Land betonen zu müssen und verweisen auf die “Migrantengewalt” (korrekter: Gewalt durch ausländische und deutsche Bürger mit Migrationshintergrund).

Und jeder fühlt sich durch den anderen bestätigt. Ziel erreicht, auf zum nächsten Mal.

Ich habe da aber noch eine Frage, die mir bislang in der Diskussion drüben nicht beantwortet wurde (wahrscheinlich, weil alle zu sehr mit ihren Schibboleths beschäftigt waren). (mehr…)

Doch sinnlos

Was ich schon im vergangenen September kritisiert habe, kommentiert jetzt auch die SZ entsprechend. Florian Töpfl macht klar, dass Jugendliche ohne Berufsausbildung in der Entwicklungshilfe nicht nur unnötig, sondern teils sogar eher schädlich sind - und sei es nur, weil man das Geld, das man für ihre Anwesenheit etwa in Afrika aufbringen muss, dann nicht mehr sinnvoll ausgeben kann. Töpfl zitiert:

»Wie sollen 18-jährige Weißnasen mit Rückflugticket in Entwicklungsländern auch helfen?«, fragt die Berliner Politikprofessorin Claudia von Braunmühl fast verärgert. Sie ist »entsetzt« über das neue Weltwärts-Programm der Bundesregierung. Die Professorin hält die Initiative für »grenzenlos populistisch«, weil sie kaum frage: Was brauchen die Menschen in diesen Ländern wirklich? Eines sei jedenfalls sicher, schimpft von Braunmühl: »An unqualifizierten Händen fehlt es dort nirgends!«

Genau.

(via Verwickeltes)

Geschichte aus erster Hand

Gestern traf ich auf einer Messe einen alten Mann. Seine Gebrechlichkeit - er ging, sehr tief gebückt, an zwei Krücken - sowie der dazu nicht passende Ort (ringsumher nur Anzugmenschen in vertrieblich-geschäftlicher Erregung) verleitete mich zu der Fehlannahme, ich hätte es mit einem dieser Werbegeschenksammler zu tun. Messeerfahrene werden sie kennen, diese Bettlern ähnlichen Leute mit den prall gefüllten Einkaufsbeuteln und Plastetüten.

“Sind Sie IT-Fachmann? Was bedeutet http?” fragte er mich. Eine ungewöhnliche Frage für einen Werbegeschenksammler. Nachdem ich seine Frage beantwortet hatte, kamen wir ins Gespräch. Im großen Kontrast zu seinem gebrechlichen Äußeren stand seine Neugier, die Klarheit seiner Gedankens und das Interesse an den Meinungen anderer.
Und dann erfuhr ich: Ein Blogger stand mir gegenüber!

Der 87-jährige Mann hat im letzten Jahr begonnen, seine Lebensgeschichte wie auch seine (”kunterbunten” nennt er sie) Gedanken über Gott und die Welt in eine Spracherkennungssoftware zu sprechen. Und eine Freundin von ihm füttert damit dieses Blog.

Man findet dort Biografisches (das Kürzel BI vor den Titeln kennzeichnet entsprechende Einträge), seine in der Gegend von Danzig beginnende und ihn durch Krieg, Gefangenschaft und Vertreibung führende Lebensgeschichte. Daneben kann man auch seine (am Kürzel GK erkennbaren) Gedanken über dies und jenes, über Politik, die Gesellschaft und über seinen Gott lesen. Man erschrecke nicht: Der Mann hat Ansichten, die wohl teilweise recht abstrus erscheinen. Nicht nur, dass ihm Nation und “Volksgemeinschaft” wichtige Begriffe sind (auch, wenn er meiner Ansicht nach kein Nationalist ist). Bei Familien braucht es seiner Ansicht nach mindestens 3 Kinder, damit sich ein ominöser Gemeinschaftssinn “herbei-mendelt”. Und rund um eine befürchtete Begrenztheit der Erdölressourcen baut er fixe, von Zukunftsangst bestimmte Ideen auf. Man spürt, dass die Ideenwelt, in der sich sein Geist herausgebildet hat, die des Europas im beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts war.

Aber: Der Mann hungert förmlich nach Reaktionen und Meinungen zu seinen Thesen und Geschichten! Wer deshalb Lust und Zeit hat, möge sich doch dort als Kommentator betätigen. Es dürfte immer seltener werden, dass man mit Menschen einer solch langen Lebenserfahrung in Austausch treten kann. Nur etwas Geduld muss man sicher mitbringen. Die Antworten werden ihm in seine Offline-Welt übermittelt, dann dort von ihm beantwortet und zu seiner Freundin zurückgeschickt, die sie online stellt.

Der Aasgeier

Der prominenteste Wahlverlierer der USA läßt wieder einmal keine Chance ungenutzt.

Verbieten hilft

Verbieten ist “in” hierzulande.

Was tun, wenn Menschen für zu wenig Geld zu lange arbeiten? Verbieten, verhaften, das wenige Geld wegnehmen.
Was tun, wenn Nichtraucher nicht genügend gastronomische Angebote vorfinden? Rauchern wird das Rauchen in allen Lokalen verboten.

Und was tun, wenn Kinder und Jugendliche zu zeitig in ihrem jungen Leben zu oft und zu viel Alkohol trinken? Die Alkohol-Werbung verbieten.
Fordern Eltern. Also die, die wohl eher erzieherisch gefordert wären und überfordert scheinen.
Ich kann mich gut an die Zeit erinnern, als ich 16-, 17-jährig in der DDR lebte. Alkoholwerbung gab es nicht. Und trotzdem waren Besäufnisse an jedem Wochenende ein verbreitetes Phänomen.

Der große Sprung nach vorn

Das PIK in Potsdam berät die Bundesregierung in Sachen Klimawandel. Weil die Forderung nach einer “Kulturrevolution” zur Abwendung der Folgen des Treibhauseffekts bei einigen Lesern zu Assoziationen mit einer finsteren chinesischen Epoche führten, wurde die Radikalkur jetzt in eine “Große Transformation” des globalen Wirtschaftslebens, inklusive Neudefinition von Stadt- und Landleben umbenannt. Ich kann mir nicht helfen, aber die Wortwahl lässt immer noch Spielraum für schlimme Befürchtungen.

Via Achse des Guten.

Ist die Rente sicher?

Manche meinen ja, obgleich die durchaus nicht völlig von der Hand zu weisenden Argumente letztlich etwas an Substanz vermissen lassen. Vor allem kommen die Anreizeffekte einer privaten Rentenvorsorge gegenüber einer Rentenabgabe ohne späterer Substanzgarantie in diesem Kommentar zu kurz. Kapitalgedeckte Rentensysteme auf Basis privater Spareinlagen und eine soziale Grundsicherung als gesellschaftliche Notsicherung schließen sich nicht aus. Nur ist das, was wir heute haben meilenweit von einer derartigen Grundsicherung entfernt. Vielmehr belastet das für viele nach wie vor als Hauptquelle der Altersvorsorge gesehene, hart umkämpfte Umverteilungsvolumen als Abgabe auf Arbeitseinkommen mit den bekannten negativen Anreizeffekten und Ausweichreaktionen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern die Produktivität der Gesellschaft und damit ihr Vermögen auch in Zukunft noch ein solide finanziertes Ruhekissen für Ältere zu gewährleisten.

Berliner Leser von B.L.O.G. haben daher Glück am Donnerstag Abend einem Vortrag des Vaters der chilenischen kapitalgedeckten Rentenversicherung José Piñera zum diesem Thema lauschen zu können. Ich bin persönlich auch zugegen…

Über Bulgaren und andere minderwertige Fremdlinge

Das Schöne am öffentlich geäußerten Moralismus ist, dass er individuell nichts kostet. Etwas weniger schön für die Betreffenden ist vielleicht, dass diese Haltung schon im NT einen prominenten Platz eingeräumt bekommen hat (Lk 18, 9ff.).

Da entrüsten sich bei uns in einer Diskussion über das Verbot deutscher Behören, Bulgaren hierzulande zu Bedingungen arbeiten zu lassen, die der gute Deutsche als unzumutbar ablehnen gelernt hat, die Moralisten nach allen Regeln der Kunst. Zum Kotzen sei das, die armen Bulgaren. (mehr…)

Der Österreicher als solcher …

Seit den Verbrechen von Amstetten scheint es wieder einmal klar zu sein: der Österreicher als solcher ist obrigkeitshörig, hat eine sture Mentalität der Realitätsverweigerung und ist grundsätzlich verkniffen. Ein prominenter A-Blogger kennt sich in Österreich bestens aus, ist deshalb prinzipiell nicht überrascht vom Geschehen und schreibt zum Fall Amstetten:

Der Fall Amstetten ist furchtbar, aber ich bin nicht überrascht, dass es sowas in Österreich gibt. Auch hier wieder: Etwas von der Obrigkeitsdenke, die in Deutschland kaum mehr vorstellbar ist. Es gibt da so eine bockige, sture, unsagbar dumme Mentalität der Realitätsverweigerung von oben herab [...]

In den letzten Tagen wird viel über diesen Schwerverbrecher geredet, der seine eigenen Kinder in furchtbarer Gefangenschaft und Isolation hielt. Das Schreckliche lässt viele Menschen sprachlos zurück, andere schreien wieder einmal nach der Todesstrafe oder gehören eben zu den schon-immer-gewusst-Habern.

Manche Medien beklagen die »Hetzjagd auf die Opfer von Amstetten« und saugen doch zur gleichen Zeit selbst Honig aus dem Fall. Seitenweise wird Papier damit gefüllt, viele Gigabyte Daten werden erzeugt. Aber es geht um ein singuläres Verbrechen, das nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Könnte man auch nur ein Zehntel dieses Papiers mit einem anderen Thema aus Österreich bedrucken oder wenigstens ein Gigabyte Speicherplatz für einen anderen Zweck bereitstellen? Ich habe am Rand der deutschen Medienlandschaft ein solches Thema gefunden …
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Mein Tanz in den Mai

Grönland wurde selbstständig, Elvis heiratete, Goebbels macht seinem Leben endlich ein Ende, in Chicago töten Unbekannte Polizisten mit einer Bombe (was mit Unrechtsurteilen seitens des Staates beantwortet wurde), Papst Benedikt IX. verkauft den Stuhl des Stellvertreters Gottes, der Einwegpfand wurde eingeführt - jeder feiert morgen das, was ihm feiernswürdig erscheint. Wem noch kein Anlass eingefallen ist, schaut einfach hier bei Wikipedia nach.

Ich für meinen Teil feiere morgen den Frühling mit ein paar Spatenstichen im Garten, die Freundschaft mit Spargel und Grillfleisch, und die Freiheit, organisierter Verblödung sozialistischer Couleur entkommen zu sein. Statt roten Fahnen, Aufmärschen und revolutionärem Geschwafel gibts bei Familie Boche: draußen spielende Kinder, kühles Bier für die Großen, Vogelgezwitscher und hoffentlich etwas Sonne.

Ich wünsche allen Nicht-Marschierenden einen schönen freien Tag! Den anderen gute Besserung.

Noch ein Brett vorm Kopf …

Wie das in der Praxis aussehen kann, wenn sich “wohlmeinende” Leute um das “Gemeinwohl” kümmern, beschreibt SpoN als Vorschlag.

Die Vorstellung, Wirtschaftskoryphäen wie Glos, Gabriel, Lafontaine, Tiefensee oder Nahles würde nicht mehr nur bei staatlichen Banken oder der Bahn ihr Unwesen treiben, sondern zweistellige Milliardenbeträge an Beteiligungsvermögen steuern, löst schon Gruseln aus.

Brett vorm Kopf…

… oder mit den Worten von Hartmut Kliemt:

Der durchschnittliche theoretische Ethiker hat anscheinend ebensolche Schwierigkeiten wie jeder andere zu begreifen, dass die je eigenen Vorstellungen vom Gemeinwohl am Ende nicht das Gemeinwohl, sondern nur je eigene Vorstellungen vom allgemeinen Wohl definieren.

Da werden sie geholfen

SPON posaunt im Zusammenhang mit der “Aufdeckung” eines Falls von niedrigen Stundenlöhnen:

Die Zollbeamten fanden zehn Bulgaren vor, die ohne Arbeitsgenehmigung Wärmedämmungen an der Außenfassade von Wohnhäusern durchführten. Die Männer hätten für einen Stundenlohn von nur zwei bis drei Euro wöchentlich bis zu 70 Stunden arbeiten müssen, berichtete eine Behördensprecherin an diesem Dienstag.

Müssen? Angesichts der Tatsache, dass keine bewaffneten Aufseher an der Baustelle erwähnt wurden gehe ich davon aus, dass die Bulgaren arbeiten wollten. Sie sind immerhin extra aus Bulgarien nach Deutschland für einen dieser Jobs gekommen. Die Rettungsaktion verlief jedoch erfolgreich:

Bei den Vernehmungen stellte sich heraus, dass die Schwarzarbeiter bereits seit zwei Monaten illegal auf der Baustelle beschäftigt waren. Gegen sie wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, sie mussten die Tätigkeit einstellen.

Ich kann mir die Dankbarkeit in ihren Gesichtern lebhaft vorstellen…

Allerfeinste Handarbeit

Das britische Office of Government Commerce hat ganze 14000 britische Pfund in den Sand gesetzt, bloß weil die halbe Welt so eine schmutzige Phantasie hat.

Grüne Unterlassungssünde

Ein wunderbares Beispiel für Öko-Propaganda, die mit dem unzureichenden naturwissenschaftlichen, technischen und ökonomischen Wissen ihrer Zielgruppe spielt, ist der Webtrailer “The Story of Stuff”. Nicht dass die zwanzigminütige Missinformationskampagne nicht auch das eine oder andere Fünkchen Realität verarbeitet, aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo ich mit dem Aufzählen der eingebauten Fehler anfangen und wieder aufhören soll. Ich überlasse diese frustrierende Aufgabe daher unseren Lesern. Viel Spaß!

PS: Wer nach dem Filmchen auch seinen iPod wegwerfen möchte, kann ihn gern mir geben. Immerhin hat er oder sie dann auch etwas mehr Zeit noch einmal die Schulbank zu drücken, um ein paar Basics der Ökologie, Chemie, Toxikologie und Ökonomie nachzuholen, die einem bei dieser Reaktion definitiv fehlen.

Anders formuliert

Der Bauernverbandspräsident zur Presse:

In den jüngsten Milchpreis-Verhandlungen hatten die Discounter Aldi und Lidl drastische Preissenkungen durchgesetzt. Bauernverbandspräsident Gerd Sonnleitner warf den Discountern in der ARD deshalb “Raubtierkapitalismus” vor. “Hier hat Aldi seine Marktmacht missbraucht”, so Sonnleitner. Die Preissenkung koste einen durchschnittlichen Bauern 7000 Euro pro Jahr. Insgesamt entstehe der Landwirtschaft ein Schaden von 650 Millionen Euro.

Ein Verbrauchervertreter entgegnet:

In den jüngsten Milchpreis-Verhandlungen hatten die Discounter Aldi und Lidl drastische Preissenkungen durchgesetzt. Konsument SteffenH lobt die Discounter bei den B.L.O.G.s als “Wohltäter”. “Hier hat Aldi seine Marktmacht standhaft für uns alle eingesetzt”, so SteffenH. Die Preissenkung spare einem durchschnittlichen Verbraucher etliche Euro pro Jahr. Insgesamt entstehe deutschen Konsumenten ein Nutzen von 650 Millionen Euro.

Für weitere Informationen stand SteffenH leider nicht mehr zur Verfügung. Er hatte es plötzlich eilig, wollte er sich doch von dem gesparten Geld beim Elektrodiscounter um die Ecke jetzt doch endlich diesen sündhaft teuren iPod kaufen.

Koalitions-Arithmetik

So heißt das wohl, dem wir vielleicht die erste schwarz-grüne Koalition auf Länderebene zu verdanken haben.

Gewettert wird gegen diese Koalition von vielen Seiten. Die Linken sind enttäuscht, dass die Grünen nicht so links sind wie erhofft. Die Liberalen sind enttäuscht, dass die CDU nicht so liberal ist wie erhofft. Und die Rechten sind enttäuscht, weil sie das meinen, was die anderen gerade verworfen haben.

Aber tun wir mal etwas, was manchen Menschen extrem zuwider ist. Betrachten wir die Tatsachen. Die einzige Alternative zu Schwarz-Grün war Schwarz-Rot. Sollen jetzt die Grünen grundsätzlich linker sein als die Sozis? Oder die Sozis konservativen Werten eher verbunden sein als die Grünen?

Nein: Das Gegenfeuer von FDP und SPD ist ein taktisches. Man beschimpft den Lieblingskoalitionspartner für die Erweiterung seiner Optionen. Nicht der Rede wert.

Ich finde schwarz-grün gut. Nicht, weil ich besonders viel Hoffnungen in diese Konstellation setzte. Nicht, weil ich eine der beiden Parteien in der Regierung sehen wollte. Sondern einzig und allein deswegen, weil es das (auf Länderebene) noch nie gegeben hat. Als Marktwirtschaftler ist man für neue Optionen immer extrem dankbar. Vielleicht wird ja was draus. Den Versuch ist es allemal wert.

Alles Gute kommt von oben

Dr. Marlies Volkmer verwirrt mich. Sie weiß, was der Verbraucher will. Nämlich eine einheitliche Nährwertkennzeichnung für Dumme.
Keine Ahnung, wie sie es herausgefunden hat. Geht sie von sich selbst aus? Ist sie kurzsichtig oder übergewichtig oder beides? Marktrecherchen hat sie jedenfalls nicht durchgeführt, sonst hätte sie ihre Forderung wohl mit deren Ergebnissen garniert.

Man könnte Frau Dr. Volkmer raten, sich eine Anstellung bei einem Lebensmittelproduzenten suchen. Denn wenn es stimmt, dass der Verbraucher wünscht, was sie meint, wäre das ja ein hervorragendes Alleinstellungsmerkmal mit Potential zum Geldverdienen. Ich druck die Ampel, und der Käufer reißt mir die Schokokekse buchstäblich aus der Hand!

Aber nein: In deutschen Landen wird das Gute und Wünschenswerte gesetzlich beschlossen.
Es wäre ja noch schöner, wenn man den Einzelnen entscheiden ließe. Schließlich ist der so blöd und rennt in verqualmte Kneipen, um willenlos seine Lungen zu ruinieren.
Er ist (unterhalb einer bestimmten Einkommensgrenze jedenfalls) unfähig, für Alter, Arbeitslosigkeit und Krankheit selbst vorzusorgen (beim Auto bekommt er das grad noch so hin).
Selbst beim Fernsehen und Rundfunk muss man ihm zeigen, was die zu konsumierende Grundversorgung zu sein hat.

Alles Gute kommt hierzulande eben von oben. Und wenn das deutsche Parlament rumzickt, sorgt man für eine umzusetzende Direktive aus Brüssel.

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